Seife I
Donnerstag den 10. Januar 1929
Ur. 8
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Da ein großer Teil der vorhandenen Stiftungen zur Erfüllung ihrer Zwecke nicht mehr in der Lage ist, so daß gesetzgeberische Maßnahmen zur Abhilfe haben getroffen werden müssen, bedars es für die Zukunft besonderer Vorsorge, damit nicht alsbald ähnliche Verhältnisse auch bei den neu ent- stehenden Stiftungen eintreten. Es muß versucht werden, zu verhindern, daß Stiftungen mit eigener Rechtspersönlichkeit, die nicht lebensfähig sind, übei Haupt entstehen.
Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mit» teilt, bat das Preußische.Staatsministerium daher dem Staatsrat den Entwurf einer vom Staatsministerium beschlossenen Verfügung über die Festlegung eines Mindestkapitals für rechtsfähige Stiftungen überreicht; dieses Kapital soll in der Regel nicht weniger als 5000 Mark betragen.^ Das schließt nicht aus, daß in besonders gearteten Fällen im Hinblick auf die enge Begrenzung des Stiftung-zweckes oder auf besondere Gemütswerte, die für den Stifter oder feine Erben mit dem etif» tungsvorhaben verknüpft sind, ein geringeres Vermögen als ausreichend erachtet und daß ferner, wenn der Stistungszweck auch mit einem Kapital von -5000 Mk. offenbar nicht erreicht werden kann, die Genehmigung nur nach Bereitstellung größerer Stiftungsmittel erteilt wird. Dementsprechend haben die Aufsichtsbehörden Anträge auf Genehmigung von Stiftungen, die über ein ausreichendes Stiftungskapital nicht verfügen, bereits ihrerseits als zur Weitergabe an die für die Verleihung der Rechtsfähigkeit zuständige Zentralbehörde nicht geignet zurückzugebsn.
Um den dauernden Bestand einer Stiftung zu sichern, werden die Aufsichtsbehörden der Anlage der Stiftungsmittrl ihre besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden und darauf hinzuwirken haben, daß laufende Ausgaben nur aus den Erträgnissen, nicht aus dem Stamm des Stiftungsvermögens bestritten werden. Eine über 25 v. H. des ursprünglichen Stiftung-kapitals hinausgebende Inangriffnahme wird wenn nicht besondere Gründe sie als unabweisbar erscheinen lassen, zu beanstanden sein.
• Odenwaldklub, Ortsgruppe Hanau. Wie alljährlich feiert auch dieses Jahr, am 12. Januar, abends 7.30 Uhr, im saale des Hotel Riesen obengenannter Verein sein Stiftungsfest mit Zehner- und Zwölferehrung. Die Anhänger, Freunde und Gönner des Vereins werden sich noch den gemütlichen Festen im letzten Jahre erinnern können und es wird zu erwarten sein, daß Sie sich alle „.. ..,„.„„ —.... -. ------
wieder einfinden. Für ein schönes Programm und sie Regelung der Försterei Niederrodenban, uns für gute Munk bat der Vergnügn rgsausfchuß gr- 'chlieAich w'vd nock über di? evtl. Uebernahme des sorgt. Das Fest dürfte jedem Besucher frohe Stun- Ortsnetzes für elektrisches 2’tht und K-mt b^reb ^en den bereiten. N^eres nochmals im heutigen In- Kreis beraten und darauf hinaemi-sen, dass das krat Ortsnetz nickt völlig aus der H""d der Gemeinde
, . _ ., . —- , s«geben wird, sondern daß die Etzmemde an dem
* Eine ernste Bereicherung der Darensamm- . heiligt bleibt. Bei Punkt Verschobenes
lung im Frankfurter 3«». Nachdem durch Nach- ^ « ^^ch einte klsineAngelegenheiten erledigt, guthten unb mehrere wertvolle etiftungen Die ,
Bârensammlung bereits erheblich vergrößert worden war, gelang es jetzt der Direktion ein völlig
erwachsenes besonders prachtvolles Zuchtpaar des stabt veranstalteten 8. augemeinen ^MiigsI- us- europäijchen braunen Bären zu erwerben und da- 'tellung ich'.oß auch der b eftae junge Ee- 'ge.- m t eine Qüde ausiufüUen da aerobe diele Art j Zuchtverein wiederum sehr gut ab. Einen 1. Ebren-
' inNastes Wtbtfién ! mess und 1 Preis erhielt Karl W>h-r auf «rief»
nur durch diesiährigs Jungtiere vertreten war.' tauben, ferner^is einen T Dr«s Wwwig ^. mu Die Neuankömmlinge fallen vor allem durch chre und Konrad Schurr. ^: ^r^s Ko rad . roll, . Größe und die deuüich« helle Halszeicknuno auf, '”" «—«»«*“ ^'^ ^hnh «mer a-
die im allgemeinen nur bei jüngeren Exemplaren so scharf hervortritt. Im Aquarium sind auch in dieser Woche wieder einige Neuankömmlinge zu buchen
§««dSes!s Lettau.
Niederrodenbach, 9. Jan. Nemeindeoer- treteriigung. Zum zweitenmal« beschäftigte die Gemeindevertretung die in Aussicht genommene Häherleguna des Landweges zwischen Niederrodenbach und Rückingen. Die Kreisbehörde stellte ursprünglich das Ersuchen, die Gemeinde Nieder-
âmsi undMsfsnschâ
Dis KvanL-UVies Theaievnoi
o Die Krisis im Frankfurter Theaterwesen, die durch den Weggang der beiden Intendanten Krauß und Weichert von Frankfurt in den letzten Wochen besonders lebhaft erörtert worden ist, bildete für die heutige Prenekonferenz, in der der Kulturdezernent, Siadirat Dr. Michels, einen Ueberblick über die Entwicklung der Frankfurter Kulturstätten im verflossenen Jahr gab, den Mittelpunkt des Interesses. Man glaubte etwas Pofttives über die tieferen Gründe des Wegganges des Schaulpielhaus-Jnten- danten Richard Weichert zu erfahren, was aber schon deshalb nicht restlos möglich war, weil Weichert zu der Konferenz nicht geladen war. Aus den Ausführungen von -Stadtrat Dr. Michels war föntet zu entnehmen, daß Intendant Weichert sich in feiner Doppèleiaemcha' als Regisseur und Intendant nach der küiftlerifchen Seite hin eingeengt fühlt. Es liegt ihm, dem hochqualifizierten Künstler, nicht, seine künstlerischen Empfindungen mit den finanziellen Erfordernissen in Einklang zu bringen, die nun einmal für ein Theater, daß alljährlich aus Steuer- mitteln der Bürgerschaft ganz erheblich zuschußbedürftig ist, nicht außer Acht gelassen werden können. Die Stadtverwaltung sieht, wie Stadtrat Dr. Michels betonte, der Entwicklung der Städtjichen Bühnen wegen ihres ständig größer werdenden Zu- ichußbedarfs mit größter Sorge entgegen. Die Der- wahung fei völlig außerstande, hier eine^Aenderung herbeizuführen, wenn nicht bei der künstlerischen Leitung der Wille zum Sparen vorhanden ist. In diesem Jahre beträgt der Zuschuß ohne Bauunterhaltungskosten 2,3 Mill Mark, mit diesem nahezu 3 M ll. Mark. Jeder Abend im Opernhaus kostet dem Frankfurter Steuerfrei 5000 Mark, im Schauspielhaus 2000 Mark. Der Intendant müsse den Willen haben, rationell zu arbeiten und die Grenzen eines Provinzik-'aters zu erkennen. Es müßten bestimmte Ergebnisse erzielt werden, sonst würde man nicht mehr die Möglichkeit haben, die Mittel be« willigt zu bekommen, die benötiat werden, um die Städti'chen Führen zu erhallen Menn es nickt ae« länge, die Theater zu drei Fünftel bis vier Fünftel zu füllen, dann würde ein Zuschuß aus allgemeinen
rode iwaw wolle sich mit einem namhaften Betrag an der Ausführung des Projekts beteiligen, da für die anliegenden Orte Rückingen und Niederrodenbach ein besonderes Interesse hierfür vorliege. Das Ergebnis der damaligen Beratung war die einstimmige Ablehnung des Ersuchens, da die Vertreter der ©emeinbe ein über den Rahmen einer Kreisgemeinde himnlsgehendes Interesse hieran nicht erblicken konnten. Der Kreistag, welcher sich in der Folge mit der Ausführung des Projektes beschäftigte. verharrte jedoch auf_ bem Standpunkt, daß für Niederrodenbach ein Sonderinteresse vorliege, und daß die Aus-fichrung nur unter besonderer finanzieller Beteiligung der Gemeinde ermöglicht werde. Trotzalledem hielt die Gemeindevertretung am 8. ds. Mts., den Beschluß vom 14. 11. 1928 aufrecht und lehnte den erneuten Antrag des Kreises einstimmig ab mit der Begründung, daß man von der Notwendigkeit der Höherlegung des Landweges ^überzeugt fei, aber ein außergewöhnliches Interesse für Niederrodenbach nicht in Betracht komme. Der zweite Punkt der Tagesordnung betraf einen Antrag der sozialdemokratischen Fraktion betr. Errichtung eines Schul- und Gemeindebades. Der Antrag wird durch einen Vertreter der S. P. D. etwa folgendermaßen begründet: „Die asscha-fiene Wasserleitung gibt der Gemeinde die Möglichkeit ein Wannen- und Brausebad zu errichten, welches besonders für das weibliche Gech'echi und die Schulkinder dringend notwendig ist. Durch die vor längerer Zeit in der Schule eingebaute Zentralheizung läßt sich im Souterrain des neuen Schul- Hauses ein Laderaum errchten, welcher den gestellten Anforderungen z. Zt. vollauf genüge. Die Kosten hierfür dürften durch die voraussichtliche Inanspruchnahme verminst, bzw. amortisiert werden Die Ausführungen werden von den Perttetsvn mit Interesse entgsgenaenommen und der Antrag von den Arbeitervertretern unterstützt. Die bürgerlichen Gemeindeverordneten ersuchen, trotzdem auch sie
dem Anträge snmpatbrch geoenübersteben, die Errichtung iner Badeanstalt noch um 1 bis 2 Jahre zurückzuftellsn. da die Gemeinderinan^en gerade im Jahre 1928 besonders stark rn Anspruch genommen waren, und weitere nicht absolut notwendig« Aus- gaben zu vermeiden seien. Schließlich wird aus Vorschlag eine Kommission von drei Mitgliedern aus der Gemeindevertretung unter der Lütung des Bürgermeisters ernannt, welche die Mögl-chkeit der Au-ßührunq, besonders auch die notwendige Snt= Wässerung und die Kostenirage bearbeiten und prüfen soll, — und, nachdem das erlor^erliche Matwial zur Begutachtung vorlicat. wird in einer besonderen Sitzung über den Antrag bce'ch'esssn werden. Alsdann berichtet der Herr Büraermeister noch über die erfolgte Auflösung der Gut-Hezirke und über
Roßdorf, 9. Jan. Erfolge des Geflügel- zuchtoereins. Bei der am 6. d. M. in Altsn-
„..L "_____ d Schutt. 3. Preis Konrad Kröll, alle auf Brieftauben. In deutschen silberhals. Zwerg- Hühnern machte Wilh. Emmerich den 2. u. 3. Preis.
Niederüsigheim. 9. Jan. 81. Geburtstag. Morgen Freitag feiert die W-twe Maria Werner, geb. Leichner, hier, ihren 81. Geburtstag in körperlicher und geistiger Frische.
Meitevbev <bt
Das über Europa liegende Hochdruckgebiet hast sich auch weiterhin, so daß bei östlichen Winden das meist heitere und trockene Frostwetter erhalten bleibt. — Vorhersage bis Donnerstag abend: Vielfach Nebel, sonst meist heiter, trocken, östliche Winde,
Steuermitteln für die Dauer nicht aufrecht erhalten werden können. Vielleicht ließ sich in Verbindung mit anderen Kulturzentren im Rhein-Mainischen Wirtschaftsgebiet eine Entlastung der Kosten erreichen. Im gegenwärtigen Moment freilich, wo Darmstadt noch fein Hessisches Landesthsater habe und Mainz und Wiesbaden als besetztes Gebiet Zuschüsse vom Staat erhalten, seien die Aussichten nach dieser Richtung nicht groß. Um die Frankfurter Bühnen durchzuhalten, müßten Mittel und Wege gefunden werden, die Massen in die Theater zu bringen. Sollte diese Beobachtung nicht gemacht werden, dann könnte leicht eine Situation entstehen, die zur Schließung der Theater führen könnte.
Gemälde aus dem 5 Jahrhundert.
o Bei den Ausgrabungen in den Katakomben unterhalb des Domes San Gennaro in Neapel wurden neuerdings bedeutungsvolle Entdeckungen gemacht; es hat sich bestätigt, daß dort eine Basilika aus dem 9. Jahrhundert stand, und die Ausgrabungen haben überdies Ueberrefte einer aus dem 9. Jahrhundert stammenden einschiffigen Kirche finden lassen Diese füllte den Raum des Hauptschiffs der erstgenannten Basilika aus, eines von den Benediktinern im Jahre 873 erbauten ^drei- fchiffigen Gotteshauses. Man hat dort ein Freskogemälde aus dem 8. Jahrhundert entdeckt. In einem mächtigen Mauerblock, der den Schlußstein der in Trümmer liegenden Kirche bildet, ist ein Bild erhalten, das Christus zwischen zwei Heiligen darstèllt Es ist ein ebenso seltenes we staunenswertes Beispiel der Kirchenmalerei des 5 Jahrhunderts. Bruchstücke von Mosaikpslastern und Freskobildern beweisen erneut die archäologische Eigenart der Katakomben. So zeichnet sich in einer weiten Höhlung im Zentrum der Decke eine geflügelte Victoria ab, umgeben von heidnischen Mo- tiven, die jedoch nicht im Widerspruch zu der christlichen Ideenwelt stehen, wie die Darstellung von Amor und Psyche von Löwen, Pferdeweiden und Girlanden. In einem Viereck sind mit vollendeter Künstlerschaft Adam und Eva unter dem Baum darstellt.
o SfabUbeefer. Aus dem Theaterbüro wird uns geschrieben: Morgen, Freitag, abends 8 Uhr, findet
nachts stärkerer Frost. — Witterungsausfichten für Freitag: Keine wesentliche Aenderung.
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)( Somborn, 8. Jun. Die Turngesellschaft hält am kommenden Sonntag im Saale von Karl Gutmann ihrer diesjährigen Familienabend ab. Alle Vorbereitungen hierfür sind so gut getroffen, daß mit einem schönen Verlauf des Abends zu rechnen ist. Während im ersten Teil turnerische Leistungen gezeigt werden, ist der zweite Teil mehr auf Heiterkeit eingestellt. Zwei einaktige Theaterstücke und humoristische Vorträge werden aufgeführt.
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f Eckartshausen, 9. Jan. Am Freitag, 11. Jan., feiert Herr Bürgermeister Georg Heinrich Lehr seinen 70. Geburtstag in voller geistiger und körperlicher Frische.
t Nidda, 9 Jan. Seit etlichen Tagen tritt hier und in der Umgebung die Mumps epidemisch auf. Namentlich schulpflichtige und kleinere Kinder liegen in zahlreichen Fällen an dieser Erkrankung darnieder. Mit einem weiteren Umsichgreifen der ansteckenden Krankheit wird immer noch gerechnet.
t hainchen, 7. Jan. Am 8. Januar hielt der Gesangverein „Liedertafel", Hainchen, seine Generalversammlung im Vereinslokol bei Jakob Reichard erb. Nach einer kleinen Ansprache des 1. Vorsitzenden, Herrn Georg Dillemuth, erstattete der Vereinsrechner, Herr' Konrad Roß, den Jahresbericht, der mit großem Verfall ausgenommen wurde. Anschließend fand die Kassenprüfung und Enlastung des Kassierers statt. Der Vorstand wurde daraufhin einstimmig wiedergewählt. Der Ehrendirigent und Ehrenmitglied, Herr Lehrer Richard Flei'chhauer, hielt noch eine Ansprache, dann ging man zum gemütlichen Teil über.
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Zusammenkunft der Domschüler.
: Die früheren Schüler der ältesten Schule Frankfurts, der Domschule, beabsichtigen am 14. April d. J im Lolksbildungsheim eine Wiedersehe rsfeier zu veranstalten In Verbindung mit dieser Feier will die seit 1904 bestehende Vereinigung ehemaliger Domschüler ihr silbernes Jubiläum begehen. Damit sich möglichst viele ehemalige Schulkameraden einfinden, sei schon jetzt auf diese Veranstaltung aufmerksam gemacht. Alle ehemaligen Domschüler, die beabsichtigen, an der Wiedersehensfeier teilzunehmen, erfahren alles nähere auf schriftliche Anfrage durch die Vereinigung ehemaliger Domschüler Frankfurt a. M., Seilerstrciße 20.
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verhütetes Eisenbahnunglück.
— Würzburg. 9. Jan. Auf der Gaubahn Ochsen- jurt—Röttingen konnte bei dem vorgestrigen Mit- gehers bei u.ückelhaujen ein schweres Unglück verhütet werden. Er stellte kurz vor Herannahen des Zuges einen Schienenbruch fest, der das Entgleise r des Zuges zur Folge gehabt hätte. Er lief dem Zuge entgegen, gab Signal, worauf der Lokomotivführer bremsen und den Zug etwa zwei Meter vor der schadhaften Stelle zum Halten bringen konnte. Nachdem ein neues Schienenstück eingesetzt war, konnte die Gaubahn ihre Fahrt fortsetzen.
Hungerndes Wild.
— Aus dem Odenwald, 9. Jai. Bei dem herrschenden kalten Schneewind muß insbesondere das Wild schwere Zeiten durchmachen. Seit dem Jahre 1848 ist es diesen Winter bas erste Mal, daß Hirsche und Rehe vom Hunger getrieben in die Nähe der Dörfer kommen. An vielen Orten wird
als 16. Vorstellung im Freitag-Abonnement der 3. Kammerspielabend statt. Zur Aufführung gelangt „Der Wettlauf mit dem Schatten", Schauspiel in drei Akten von Wilhelm Scholz. Dieses Stück ist eines der tiefsten und problematischsten Werke des Dichters W. v. Scholz. Es ist die reifste Frucht dieses Dichters, ein Schauspiel ersten Ranges, das Probleme enthält, die die tiefsten Tiefen und Abgründe des Kunst-chaffens berühren, ein Werk, dessen Aufbau straff, dessen Mittel sparsam, dessen Dialog hart und präzis ist. — Am Samstag abend 8 Uhr geht vielfachen Wünschen entsprechend zu kleinen Preisen nochmals „Der lebende Leichnam", Schauspiel in 11 Bildern von Leo N. Tolstoi in Szene. — Sonntag nachmittag 3 Uhr wird die erfolgreiche Operette „Die gotb’ne Meisterin" von Edmund Eysler wiederholt, während abends 7% Uhr zum ersten Male „Der Zigeunerbaron", Operette in drei Akten von Johann Strauß zur Aufführung gelangt. Wir machen besonders darauf aufmerksam, daß der Vorverkauf auch für diese Vorstellung bereits begonnen hat.
o Neues Operellen-Theaker, Franksurk a. M. Die entzückende Wiener Operette „Das Schwalben- Nest" wird am kommenden Sonntag nachmittags erstmalig bei kleinen Preisen von 1.— Mk. an als Fremdenoorstellung aufgeführt. Das Märchen „Das neugierige Sternlein" erfreut sich nach wie vor stärkster Anziehungskraft und wird jeden Samstag und Mittwoch nachmittag wiederholt. Gegen Abgabe des Jnjcrats aus dem Annoncenteil erhalten die Leser dieses Blattes eine bedeutende Preisoergün- ftigung, so daß gute nummerierte Sitzplätze schon von 50 Psg. an unb Parkettplätze für T— Mk. und 1.50 Mk. erhältlich sind.
o Alfred Ur hm-Stiftung. Anläßlich des bevorstehenden 100. Geburtstages Alfred Brehms, des „genialen Tiermalers mit Worten", der sich das unvergängliche Verdis rft erworben hat, ungezählten Taufenden die Augen geöffnet zu haben, um die Natur zu sehen und zu beobachten, hat sich eine Alsred Brehm -Stillung gebildet, deren Zweck in der Störung der Lcbensverhältvisse der hoch- betagten Töchter Brehms besteht. Dem Ausschuß sa-bören hernnrr-'ne-be Persönlichkeiten der Pol'ttk. i Literatur und Forschung an. Die Stiffuna bittet 1 um Spenden auf das Konto der Alfred Brehm-
den Tieren Futter, insbesondere Heu, bereitgelegt, damit sie die schweren Wintertage gut überstehen. Auch das Birk- und Auerwild leibet gleichfalls Not.
Brandstiftung durch Betrunkene.
— Bad Ems, 9. Jan. In der vergangenen Nacht wurde hier bie Feuerwehr alarmiert Betrunkene, die sich anscheinend fürchteten, nach Hause zu kommen, quartierten sich in einem zur Zeit unbewohnten Nachbarhause ein. Wahrscheinlich durch Unvorsichtigkeit zündeten sie das Bett an und stürzten dann mit Geschrei auf die Straße zur nächsten Feuermeldestelle und zum Branddirektor. Dank rechtzeitigen Eingreifens wurde größerer Schaden verhütet. Die Brandstifter wurden durch ihre im Laufe des Tages erfolgte Verhaftung ernüchtert.
Unfall des Pariser Schnellzugs.
— Mörfelden, 9. Jan. Als der Pariser Mittags- fchnellzug von Frankfurt in die Station Mörfelden einfuhr, brach der Mantel des Mittelrades der Lokomotive, schlug zurück und beschädigte das Getriebe der Maschine so stark, daß sie fahrtunfähig wurde. Der Lokomotivführer brachte den Zug zum Stehen, so daß ein größeres Unglück verhütet wurde. Mit zweistündiger Verspätung konnte der D-Zug weiterfahren.
Die verkannte Braut.
— Burgschwalbach, 9. Jan. Einem hiesigen älteren, aber heiratslustigen Junggesellen wurde ein tragikomischer Streich gespielt. Auf ein Inserat hin hatte ihm eine Dame aus Mitteldeutschland geschrieben. Diese stellte sich eines Abends hier ein und fand in einer Wirtschaft den ob ihrer Erscheinung hocherfreuten Heiratskandidaten. Sie zechten, gingen dann spazieren und schließlich zusammen in das Zimmer, wo die „Braut" übernachten sollte. Noch in der gleichen Nacht erfuhr der Heiratskandidat, daß er ein Opfer eines vielbelachten Streichs geworden war, denn die Braut war — ein junger Mann.
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Von Vormundsschafts- und Jugendrichter Franz Gros-Gießen.
Es gab einmal eine Zeit, in der einem Haushahn, der mit feinem Schnabel einem Kinde ein Auge ausgehackt hatte, förmlich der Prozeß gemacht und er zum Tode verurteilt wurde. War wirklich so etwas möglich? Und wer war größer: Die Unvernunft des Tieres oder die Verbohrthest der ihn richterden Volksmenge? Und es ist noch nicht lange her, daß man Frauen, die ein „Bündnis mit dem Teufel" abgeschlossen haben sollten, gar als Hexen verbrannte. Es geschah zum letztenmale im Jahre 1782 in Glarus in der Schweiz.
Aus beiden Beispielen, die der Geschichte des Strafrechts entnommen sind, ersieht man, wie arm und bemitleidenswert oft menschliche Erkenntnis ist. Denn man glaube nur nicht, daß die damaligen „Richter" — in Wirklichkeit war es fast das gesamte Volk — nicht von der Richtigkeit utb der Gottgewolltheit ihrer Tuns überzeugt gewesen seien. Sie waren es genau so wie die Volksmassen, die mit hoher Bestiedigung die Heren öfkenkkich auf dem Scheikerhäüfen verbrennen '<:!>. Erst âiWiWff
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wie schön Ihre Ballioileilen, Mäntel, Kostüme, Jumper, Anzüge etc. wieder werden, wenn Sie diese bei uns chemisch reinigen lassen
Hospitalstraße 4 - Hanau - Telephon 24yO
Stiftung bei der Disconto-Gesellschaft Berlin; 211= fragen beantwortet die Geschäftsstelle der Stiftung, Berlin-Charlottenburg 9, Thüringer Allee 1.
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Die „Madonna" von Raffael und der Käufer: Staatssekretär Mellon.
Andrew Mellon, der nicht nur Staatssekretär der Finanzen in den Vereinigten Staaten ist, sondern auch eines der größten Privatvermögen in Amerika I besitzt, hat das im Jahre 1508 entstandene berühmte , Madonnenb-ild des unfterbbrfjen Malers Raffael 1 für 4 Millionen Mark angefaiuft.