Nr. 3
5rdfag den 4. Januar 1929
Seife 11
HANDEL UND
WIRTSCHAFT
GtMstottmavkt im Verembev
X Berlin. 2. Dez. 5m Monat Dezember giigen mehr Aufträge in Stickstoffdünger aus dem Inland ein, als im gleichen Monat des Borzahres. Erzeugung und Bersand verliefen ohne Storung: Das neue kalkhaltige Düngemittel, Kolkamonsolpe- ter IG mit etwa 20,5 Prozent Stickstoff und etwa 35 Prozent kohlensaurem Kalk begegnet einer leb- H^Der ^reisHür 1 Kg. Stickstoff im Schwefelsaurem Ammoniak, Leunasalpeter BASF (Ammon- sulsatsalpeter), Montansalpeter DABB (Ammon- iulsatsolpeter), Kalkammonsalpeter JG. Kall- vmmonsalpkter BASF und Harnstoff BASF be. trug im Dezember 0.91 RM, im Kalkstickstoff 0.85 RM im Salzsaure r Ammoniak 0.84 RM, im Kalkammon DABB 0.89 RM
Für Januar sinh die Preise für 1 Kg. Stick- ftoff im Schwefelsauren Ammoniak. Leunasalpeter BASF (Ammonsulfatsalpeter). Montansalpeter DABB (Ainmonsulsatsalpeter), Kalkammonsalpeter JG Kaliammonsalpeter BASF und Harnstoff BASF je 0.94 RM. Kalkstickstosf 0.87 RM, Salz, sauren Ammoniak 0,87 RM. Kalkammon DABB 0.94 RM.
Im Natronsalpeter kostet das Kilogramm Stickstoss 123 RM, im Kalksalpeter 1.13 RM. Der Preis für Kalksalpcter versteht sich einschließlich neuem 100 Kg.-Spezialsack. Von Nitrophoska JG I kosten die 100 Kg. Ware bis auf weiteres 26 RM, von Nitrophoska JG M 24.50 RM, von Nitrophoska JG Öl 26 RM.
Alle Preise verstehen sich für Bezug m gan-
gen Wagenladungen.
Die durch die Tariferhöhung der Reichsbahn am 1. Oktober 1928 eilgetretene Erhöhung der Frachten der Stickstoffdüngemittel wird wie folgt in Rechnung gestellt:
bei den nach Stickstofsgehalt berechneten Dunge- IMeln mit einem Durchschnittssatz von 0.45 Pfg. ür das Kg. Stickstoff und
bei den Nitropho-kasorten mit einem Durch-
Mnittsfoh von 16.5 Pfg. für 100 Äg Ware. Im Auslande war der Absatz befriedigend.
plus 2 Prozent und Licht u. Kraft plus 1% Proz. waren noch etwas reger verlangt. — Am Rentsn- markt lagen Dt Anleihen etwas schwächer. Für Ausländer, besonders für Anatolier, machte sich :n= folge der Ratifizierung des bekannten Anatolierabkommens Nachfrage geltend.
Nach der ersten Kursfestsetzung auf weitere Abgaben erneut schwächer, doch machte sich anschließend daran etwas Deckungsbegehr geltend und das Kursniveau konnte sich allgemein etwas heben. Man hörte jedoch bis zu 31» Prozent unter Anfang liegende Kurse
Am Geldmarkt erfuhr Tagesgeld mit 5% Proz. eine weitere Erleichterung.
Am Devisenmarkt liegt die Mark weiter schwach. Man nannte Mark gegen Dollar 4.2035, gegen Pfunde 20.397. London-Kabel 4.85%. Paris 124.12, Mailand 92.63, Madrid 29.75, Holland 1208%.
An der Abendbörse blieb die Stimmung un- sicher, ausgehend von der weiter sehr schwachen Haltung am Markte der Autoaktien. Hier trat namentlich in Kleyer wie schon an der Mittagsbörse starkes Angebot hervor, und der Kurs ging erneut um 3% Prozent auf 75% Prozent zurück. Angeblich sollen die Kreise, die bisher an einer Stützung des Kleyerkurses interessiert waren, neuerdings nicht mehr das herauskommende Material aufnehmen, so daß dem Ang«bot fast keine Ausnahmelust gegenüber stand. Auch in Daimler verstärkte sich das Angebot, und der Kurs gab erneut 3% Prozent noch Schwach lagen außerdem die Zellstoffwerte, namentlich Zellstoff Aschaffenburg, die 4% Prozent einbüßten, während Waldhof 1 Prozent verloren. Am Elektromarkt wurden dagegen einige kleine Deckungen vorgenommen und AEG und Schuckert konnten sich geringfügig erholen I. G. Farben blieben knapp behauptet. Anleihen waren vernachlässigt. Im Verlaufe erfuhr die Haltung allgemein eine weitere Abschwächung, da auf den meisten Märkten erneut Abgaben vorgenommen wurden. Die Verluste gingen erneut bis 2% Prozent.
3. G. Farben 266%, Adlerwerke 73%, AEG. 188%, Schuckert 253, Siemens 424, Daimler 71.
X Pforzheimer Edelmetallpreise. Am 2. Jan. notierten (RM): Gold pro Gramm 2.79 G., 2.814 B., Platin pro Gramm 8.40 G., 8.90 Br., Silber pro Kilogramm 78.80 G., 79.80—81.30 B.
Wieder 8 Proz. Dividende bei der A. E. G. Die Bilanzsitzung der A. E. G., die am 22. Jan. stattfindet, wird keine Ueberraschungen ergeben. Nach der „B. 8“ wird der Aufsichtsrat die gleiche Dividende wie im Vorjahre Vorschlägen. Für das vorige Jahr war die Dividende von 7 auf 8 Proz. erhöht worden.
X Gülerwagengestellung. In der Woche vom 16. bis 22. Dezember 1928 (6 Arbeitstage) sind bei der Deutschen Reichsbahngesellschaft 853 200 Güterwagen gestellt worden gegen 794 100 in der entsprechenden Woche 1927 und 899 500 in der Vorwoche 1928. Für den Arbeitstag im Durchschnitt berechnet lauten die entsprechenden Ziffern 140 500, 132 400, 149 900.
Frankfurter Schlachlviehmarkk vom 3. Januar.
Der Auftrieb des heutigen Nebenmarktes bestand aus 20 Rindern, 1029 Kälbern, 169 Schafen, 1316 Schweinen. Ein Vergleich gegenüber der vorigen Woche war durch die Verschiebung der Märkte infolge der Weihnachtsfeiertage nicht möglich. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Kälber b) 70—74, c) 64—69, d) 58—63, Schafe a) 1 45-50, b) 38-44, Schweine b) 73—76, c) 73—76, d) 73—77, e) 70—74. Gegenüber den Notierungen des Hauptmarktes dieser Woche waren Kälber bis 2 Mark und Schweine bis zu 3 Mark billiger. Marktverkauf: Schweine mäßig rege, aus- verkauft, Kälber und Schafe ruhig, geräumt, nordd. Mastkälber über Notiz. Fleischgroßmarkt: Ochsenfleisch 1. 85—90, 2. 81—85, Bullenfleisch 80—84, Kuhfleisch 2. 50—60, 3. 43—50, Kalbfleisch 1. 100 bis 115, 2. 90—100, Hammelfleisch 90—95, Schweinefleisch 1 90—100. Gefrierfleisch, Rindfleisch, Vorderviertel, zollfrei 52, verzollt 65, Hin- teroiertel 58 bzw. 76.
11.45. Im Waggongeschäft nannte man im nicht- offiziellen Verkehr gegen 12% Uhr in RM per 100 Kilo waggonfrei Mannheim: Weizen inländischen mit 23%, Weizen ausländischen mit 26—28, Roggen inländischen mit 22%, Hafer inländischen mit 22 bis 23%, Braugerste (badische, hessische und würt- tembergische) 25% bis 25%, pfälzische mit 26% bis 26%, Futtergerste mit 20—22, Mais mit Sack mit 22%—22%. süddeutsches Weizenmehl, Spezial Null, 32%, süddeutsches Roggenmehl mit 28% bis ' 31%, Kleitz mit 13%, Biertreber mit 20%—20%.
Aranffurter metretbe63rfe
vom 3 Jan (Amtlich).
Weizen
' Weizen Roggen
100 kg in Koldmorb
1. Qualität
2.
linländüchn. fester
Sommeroerite für Branzwecke-
22.90
Gm
22,50 23.75-24.00
Hake, (ausländilchert neue Ernte 22.75—23.00 Mais (gelb) neue Ernte 22.00 22.25 Weizenmeln 'lübh Sv«, all 32.50—32.75 , (Niederrhein. Spezial) . 32 CO—32.25
Nogaenmebl. fester ^-^~
Weizenkleie . 13.75— >3.85
^oagenkleie . 14 25—14 50
Erbten. >e nach Qual. t. Speilezw. Linien do.
Heu, tüb».. ant, get, trocken, neues — „
Wei zen-u.Noagemtr.,draht gepreßt — *
Treber, aetrocknei ... — *
Tendenz: ruhig.
Berliner Metallmarkt. <Vom 3. Jan.)
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Svanrsuvtev NSvie
X Frankfurt a. M^ 3 Jan. Tendenz: unsicher. Nachdem an der Borbörs« die Stimmung noch allgemein freundlich und zuversichtlich war, Machte sich zu Beginn des offiziellen Verkehrs eine größere Unsicherheit und Lustlosigkeit bemerkbar. In Nachwirkung der ungünstigen Beurteilung des Jahresberichtes des Reparationsagenten verhielt sich die Spekulation äußerst zurückhaltend und war im allgemeinen auf sich selbst angewiesen, da auch èlrders von auherher kaum vorlagen. Die vollständige Placierung der Farbenbonds löst; einen größeren Pessimismus aus. so daß auch hiervon ausgehend die Kulisie auf fast allen Marktgebieten zu Abgaben schritt. Bei der Aufnahmefähigkeit iw- Warkre^ stellten sich somit gegenu^r der Mèstrigen Abendbörse zumeist Verluste bis zu 3 Mroz. ein. Hiervon angeregt unternahm die Baisse- Mekulation einen stärkeren Vorstoß, so daß bei Vereinzelten Werten im Verlaufe ganz rapide Wursstürze eintraten, die jedoch bald begrenzt Morden, da sich auf der anderen Seite verschiedentlich einiges Deckungbedürsnis geltend machte. Der feste Schluß der gestrigen Newyorker Börse, der erheblich erleichterte Tagesgeldmarkt am dortigen Platze, sowie die flüssigen hiesigen Geldverhältnijse, sanden kaum Beachtung, doch verhalfen diese Mo- mente'zu einer gewissen Widerstandsfähigkeit. Stark Angeboten waren am Automarkt Kleyer mit minus 4 Prozent, Daimler lagen 1 Prozent abgeschwächt. Schlickert eröffneten 3% Prozent niedriger. Bis 1% Prozent nachgebend waren Siemens I. G. Farben, Gelsenkirchen Rheinstahl, Hapag und Dt. Bank. Scheideanstalt, Zellstofs Waldhof lagen bis 3 Prozent schwächer. Jntereste bestand dagegen für Zellstoff Aschaffenburg mit plus 3 Prozent, für Mansfelder mit plus 1 Prozent. Chadeaktien
X Verhandlungen über eine neue preußische Anleihe. Zu den Gerüchten über eine bevorstehende neue preußische Anleihe erfährt WTB.-Handels- dienst, daß tatsächlich Verhandlungen in dieser Richtung schweben. Ueber die Höhe des Anleihebetratzes, den Zinsfuß und den Ausgabekurs steht jedoch noch nichts fest.
Mannheimer Produktenbörse. (Eigener Bericht).
Die Offerten von nordamerikanischen Abladern lauten etwas höher, während •iefenigen von Argentinien niedriger gehalten sind. Am hiesigen Platz war die Tendenz ruhig bei kleinen Umsätzen. In seeschwimmend. Weizen lagen Angebote vor P. 100 Kilo in holländischem Gulden cif Rotterdam in Manitoba 3 12 80 Manitoba 4 1215, Kansas 2 11.90, Barusso, 78 Kilo, 11.35, Rosafë, 78 Kilo,
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Dr. Philipp Braun.