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• Beleidigung durch satirische Darstellung. Eine satirische Darstellung aus irgendwelchen Gründen, die bestimmte Personen trifft, wird stets für diese mehr oder weniger unangenehme Uebertreibungen enthalten. Nicht jede Satire kann ohne weiteres als Beleidigung gewertet werden, wollte man dabei nicht einen erheblicher Eingriff in das Recht der freien Meinungsäußerung sanktionieren. Für die Beurteilung der Satire nach der Richtung, inwieweit sie als Beleidigung zu werten ist, hat das Reichsgericht (Jur. Wochenschrift Nr. 47/28) wiederholt die Ansicht vertreten, daß die Satire ebenso wie der Scherz, wenn sie bestimmte Personen zum Ziel. ihres Spottes nimmt, dann keine strafbare Beleidigung bildet, wenn der Täter der festen Ueberzeugung ist, seine Äußerungen würden von dem anderen Teil auch als Satire oder Scherz aufgefaßt werden und der andere fei damit einverstanden. Die Grenz? des danach Zulässiger zu ziehen wird allerdings nicht immer leicht sein. Allgemeine Richtlinien lassen sich dafür schwer geben, so daß es stets auf die Beurteilung der besonderen Verhältnisse des einzelnen Falles antommt. In jedem Falle ist aber bei der Einstellung des Reichsgerichts gewisse Vorsicht am Platze.
* Der Beichsbund der Zivildienslberechligken — ehem. Mlitäranwärterverein — hielt traditionsgemäß am Neujahrstage im großen Saale der Turngemeinde feine Vereins-Weihnachts- und Neujahrsfeier ab. Lange vor Beginn der Feier war der Saal dicht besetzt. Wie immer hatte der Festausschuß ein allen Besuchern Rechnung tragendes Programm aufgestellt, das flott und glatt durchgeführt wurde. Nach den Klängen eines Weihnachtsfestmarsches und einer Weihnachtsouvertüre — die Musik wurde von einer Abteilung des Städt. Orchesters gestellt — hörten wir das gutgejchulte Sängerquartett Frohsinn unter Leitung seines kunstsinnigen Dirigenten Herrn Vormschlag das Lied „Sonntag ifts" fein und sicher vortragen. Hierauf sprach Frl. Müller den vom Vorsitzenden bearbeiteten Prolog gut vor. Ein Weihnachtslied von Humperdink und das „Maria Wiegenlied", glockenrein gesungen von Frau Ki r ch e r, die über eine herrliche Sopranstimme verfügt, brachte die feierliche und ernste Wcihnachtsstimmung. Als Antwort hierauf folgte die gedankenreiche Festansprache des Vorsitzenden, die mit dem Neujahrswunsch „Treue zum Vaterlande", „Zufriedenheit", .Einigkeit" ausklang. Als weitere Nummer folgte ein Theaterstück „Der Kinderweihnachtstraum", dargestellt von 20 Kindern. Dieses Stück, einstudiert durch Herrn Salonhumoristen Franz Noll unter Leitung des Herrn Kameraden S ch m u r r fand den stärksten Beifall. Helle Freude empfand jeder über die kleinen und kleinsten talentierten Schauspieler. Die Namen aller hier Mitgewirkten anzuführen, würde zu weit gehen. Nicht minder Beifall ernteten der kleine Walter Hoffmann mit seinem Theatervorspruch und die Damen Heil, Jakob, Ritter, Kneisch, Budion für die exakt und fein ausgeführten Tänze u. Reigen. Packend war das Weihnachtszwiegespräch „Die arme Christel und der Weihnachtsengel" von Gerda Weber und Gädde. Glanzleistungen des Abends waren die Sologesänge der Herrn Albert Hoffmann aus „Zar und Zimmermann" und die Duette von Frau Kirchner und Herrn Hoffmann „In Sternennacht" und „Verratene Liebe". Beide verfügen über ein vorzügliches Stimmaterial. Anschließend hieran wurde durch den Vorsitzenden die Ehrung derjenigen Kameraden vorgenommen, die dem Verein 20 und 10 Jahre die Treue gehalten haben. Erhöht wurde die Feier durch den spontan einsetzenden Chorjatz „Dies ist der Tag des Herrn" seitens des Männerquartetts Frohsinn. Ja das Männerquartett Frohsinn mit seinem musikkundigen Dirigenten Herrn Vormschlag hat ein großes Verdienst an der wohlgelungenen Weihnachtsfeier. Für den gemütlichen Teil des Abends sorgte Herr. Salonhumorist Roll, der allen Festteilnehmern gut gefallen hat. Der Kleinen größte Freude war die reichliche Kinderbescherung. Den Unterstützungsfond für die Aermsten im Verein dürfte aus der reich beschickten Verlosung ein schöner Betrag zufließen.
MsZavis Miwe in âoveritzagen
Der Lebensroman der Konstanze Mozart.
Vor einigen Tagen ist die dänische Filmzensur in ihre neuen Räume im Hause Lavendelstraße 79 Au Kopenhagen eingezogen. In dieser Wohnung lebte Mozarts Witwe Konstanze zehn Jahre als Frau Staatsrat Nissen. Das wenig bekannte Leben Konstanze Mozarts nach dem Tode ihres Mannes wird jetzt, durch den aufschlußreichen Aussatz eines dänischen Musikhistorikers in einer Kopenhagener Zeitung in ein neues Licht gerückt. Als Mozart starb, war seine Witwe gezwungen, in Wien Zimmer zu vermieten, da die ihr vom Kaiser ausgesetzte Pension nicht annähernd ausreichte, um ein einigermaßen sorgenfreies Leben führen zu können. Eines Tages, im Jahre 1779, mietete bei ihr der Legitationssekrelär der dänischen Gefondschast tn Wien, der 36jährige Georg Nissen, ein Zimmer mit voller Verpflegung. Der neue Zimmerherr fühlte sich bald von den hausfraulichen Tugenden seiner Wirtin so stark angezogen, daß er beschloß, sie zu seiner Frau zu machen. Es dauerte aber ganze elf Jahre, — man lebte damals eben langsamer — bis sich Nissen erklärte. Erst im Jahre 1809 hielt der inzwischen zum Charge d' Affaires avancierte Nissen Hochzeit mit um zwei Jahre älteren Konstance Mozart. Ein Jahr später wurde Nissen zum Staatsrat ernannt urÄ nach Kopenhagen zurück- gerufen, wo ihm die Stellung eines Staatlichen Zensors angeboten wurde. Konstance löste ihren Haushalt in Wien auf und folgte ihrem Mann.
Gerade damals nahm das Kopenhagener Königliche Theater den „Don Giovanni" wieder in seinem Spielplan auf, nachdem diese Oper bei ihrer Erstaufführung 1807 nur wenig Erfolg gehabt hatte; ein Kritiker hatte von „groteskem Lärm" gesprochen. Auch der Stoff war auf starken Widerstand gestoßen. Man hatte Bedenken nicht nur wegen der unzähligen Liebesabenteuer des Helden, sondern auch wegen der Erscheinung des Steinernen Gastes, die, wie man fürchtet, den Glauben an Gsspenstererscheinun- gen wecken könnte Der Regisseur der Erstaufführung hatte die Erscheinung des Steinernen Gastes al» wohlgemeinten Scherz eines Freundes gedeutet, der dem Wüstling Don Giovanni eine gute Lehre
Mittwoch den 2. Januar 1929
Nev GiernHßWMSZ im »Sammt
Der gestirnte Himmel bietet, wie ein- aufmerk- jamer Beschauer bald erkennt, nicht stets den gleichen Anblick dar. Neben dem Lauf des Mondes und den 5 mit bloßem Auge sichtbaren Planeten ist es die Wiederspiegelung der verschiedenartigen Bewegungen der Erdkugel, die ein stets wechselndes Bild verursacht. Die Drehung der Erde um ihre
Achse bringt den Wechsel von Tag und Nacht und das Auf- und Untergehen der Gestirne hervor. Der Lauf der Erde um die Sonne zeigt uns in den Abendstunden immer andere Sternbilder.
Im Januar ist der sternenhellste Teil des Himmels in den Abendstunden sichtbar, der in diesem Jahre dazu noch durch den Glanz der drei hellsten Planeten, Venus, Mars und Jupiter, geschmückt wird. Untere Sternkarte, die das Aufsuchen der Sternbilder erleichtern soll, gibt den Stand der Sterne am 15. Januar 9 Uhr abends (21 Uhr) wieder. Infolge des Jahreslaufs der Erde können wir dieselbe Stellung des Fixsternhimmsls am 1. Januar um 10 Uhr abends und am 31. Januar um 8 Uhr abends beobachten. Diese Zeiten gelten für das mittlere Deutschland. In Ostpreußen treten dieselben Stellungen bereits eine halbe Stunde früher, im Westen unseres Heimatlandes aber erst eine halbe Stunde später aus.
Die Sternkarte gibt die Sternbilder in ihrer natürlichen Gestalt wieder und ist stets in der Blickrichtung in der Weise zu halten, daß die Himmelsrichtung, in der ich schaue, auf der Karte unten ist. Blickt man zum Beispiel nach Süden, so halte man den Teil der Karte nach unten, wo Süden steht. Man erkennt dann das wunderschöne Sternbild Orion mit dem rötlichen Hauptstern Beteigeuze, dem bläulichen Stern Rigel im Fuß des Orion und den auffallenden drei gleichhellen, im gleichen Abstand stehenden Gllrtelsternen. Diese drei Sterne weisen in der Verlängerung auf den hellfunkelnden Sirius im Sternbild des großen Hundes. Die
exteilen will. Nun aber hatte sich der dänische Kronprinz für die Wiederaufführung ausgesprochen, die denn auch beim Publikum eine freundliche Aufnahme fand. Am 6. Februar 1811 saß Konstanze Nissen tn der dunklen Ecke einer Loge des Königlichen Theaters und lauschte den Klängen der Ouvertüre, die Mozart einige Stunden vor der Uraufführung seines Meisterwerkes niedergeschrieben hatte. Konstanze erlebte dann die Erstaufführung eines anderen Meisterwerkes, der „Entführung aus dem Serail", der Oper, die Mozart in feiner Verlobungszeit komponiert und ihr gewidmet hatte. Im Jahre 1820 nahm der Staatsrat Nissen, der inzwischen die erste Biographie Mozarts verfaßt hatte, seinen Abschied vom Staatsdienst und siedelte mit seiner Frau nach Salzburg über. Er wurde in Oesterreich geadelt und starb bald darauf, am 6. März 1826. Die Inschrift auf seinem Grabe lautet: „Georg Nikolaus von Nissen, wirklicher dänischer Staatsrat, Ritter des Danebrogorden, Gatte der Witwe Mozarts". Für die Nachwelt lebte also der dänische Staatsrat nur als der ©aste der Witwe Mozarts weiter. Konstanze starb am 6. März 1842s fast 80 Jahre alt. Die Inschrift aus dem Grabe der Frau Nissen bezeichnet sie gleich- falls als Witwe Mozarts.
Kinder und Narren . . .
Der Buchhalter Müller, so lieft man in dem neuen, köstlichen Buch von Hans Ostwald „Von Lausbuben und anderen Kleinen" (Paul Franke- Verlag, Berlin), hat die hohe Ehre, daß sein Chef auf seine Einladung bei ihm speist, und trifft natürlich große Vorbereitungen. Als bei Tisch Braten serviert wird, sagt plötzlich der ebenfalls am Tisch sitzende kleine Sohn des Buchhalters: „Papa, das ist ja gar kein Hammelbraten!" — „Hammelbraten? Wie kommst du denn darauf?" — „Na, du sagtest doch gestern zu Mutti, du brächtest den alten Hammel mit zum Essen!"
Der kleine Paul ist gewohnt, immer nach Tisch ein kleines Dankgebet zu sprechen. Eines Tages wird er mit ins Restaurant genommen. Nach dem Essen sitzt er ruhig da. ohne seine Händchen zu falten. „Na, Bubi, willst du heute nickt dem lieben Gott für die Mahlzeit danken?" fragt der Vater.— „Nee, Papa, heute bezahlen wir ja."
ser Stern ist der hellste am ganzen Fixsternhimmel. Er ist in Wirklichkeit doppelt so groß wie unsere Sonne und übertrifft sie an Helligkeit um das Dreißigfache. Von den hellen Sternen, die wir in Deutschland sehen können, steht der Sirius uns am nächsten. Vom Sirius links aufwärts steht der Kleine Hund mit dem hellen Stern Prokyon. Da
rüber finden wir das Sternbild der Zwillinge mit den nahe beieinander stehenden Hauptsternen Kastor und Pollux. Fast senkrecht über dem Beschauer steht die helle Capella im Sternbilde des Fuhrmann. Daran schließt sich das Sternbild des Stiers mit dem rötlichen Aldebaran und dem Siebengestirn.
Inmitten dieses Kranzes heller Sterne leuchtet der rötliche Planet Mars. Sein Abstand von der Erde, der zu verschiedenen Zeiten sehr stark wechseln kann, ist im Januar verhältnismäßig gering. Es trennen uns nur etwa 100 Millionen Km. von unserm Nachbarplaneten, auf dessen Oberfläche nach Ansicht amerikanischer Astronomen die Möglichkeit für die Entwicklung von Psianzen und Lebewesen gegeben ist.
Rechts vom Mars steht in größerer Entfernung der in ruhigem gelblichen Lichte leuchtende Jupiter, der größte aller Planeten, dessen Durchmesser den der Erde um das 11fache übertrifft.
Im Westen sinkt die Venus unter den Horizont. Wegen ihres hellen Glanzes wird sie als erstes Gestirn in der Abenddämmerung sichtbar und ziert im Januar über 3 Stunden lang den südwestlichen Himmel.
Quer über den ganzen Himmel zieht sich das schimmernde Band der Milchstraße, das aber nur in den mondscheinlosen Nächten in der ersten Hälfte des Monats gut sichtbar ist.
Der Neumond fällt im Januar auf den 11., Vollmond haben mir am 25. Januar.
Tante Rosa ist ein älteres Fräulein von unschönem Aeußeren. Eines Abends kommt sie aufgeregt und außer Atem nach Hause und erzählt: „Denkt euch nur, was mir passiert ist. Wie ich vorhin in der Dunkelheit durch die Anlagen gehen will, sehe ich plötzlich einen Mann! Ach Gott, bin ich gelaufen!" Der kleine Fritz (sie unterbrechend): „Hast du chn gekriegt, Tante?"
o Stadtthealer. Aus dem Theaterbüro wird uns geschrieben: Heute Mittwoch, abends 8 Uhr, gelangt als 14. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement zum letzten Male „Hokuspokus", Komödie in drei Akten, einem Vor- und einem Nachspiel von Cun Götz zur Aufführung — Am kommenden Freitag, abends 7f- Uhr, wird der erfolgreiche Operettenjchlager „Die goldene Meisterin" von Edmund Eysler wiederholt. — Am Samstag, den 5. Januar, abends 8 Uhr, geht als Schüler- und Volksvorstellung zu kleinen Preisen von 50 Pfg., 1 Mk. und 1.50 Mk. zum letzten Male „Die Braut von Messina", Schauspiel in 4 Akten von Friedrich von Schiller in Szene.
o Balzacs Unglückstag. Honoré de Balzac war für feine Eitelkeit bekannt. Insbesondere legte er großen Wert darauf, daß man von ihm glaubte, er verkehre nur mit Fürstlichkeiten und hohen Adligen. Eines Tages traf er, als er mit einem Herrn Arm tn Arm spazieren ging, einen jungen Schriftsteller. Dieser grüßte und blieb stehen, um einige Worte mit Balzac zu wechseln, der sich darauf mit folgenden Worten an seinen Begleiter wandte: „Gestatten Sie mir. Fürst. daß ich Ihnen Herrn v. V.,Zeinen jungen Legation-sekretär vorstelle." Die Schriftsteller machte ein etwas verblüfftes Gesicht, jagte aber nichts und ging seines Weges Einige Tage später aber, als er Balzac wieder begegnete, fragte er ihn: „Warum haben Sie mir denn neulich jenen lächerlichen Titel gegeben?" „Mein lieber Freund" artwortete Balzac „wir hatten auf unserem Spaziergang bereits nicht Wender als drei Schriftsteller getroffen und da mein Beoleiter ein ausländischer Fürst war, wollte ick nickt daß er glaube, alle meine Bekannten seien derartige Leute Daher beförderte -j- Sie zum Legation-sekretär, um ihm einen besseren Eindruck von meinen Freunden zu verschaffen." —
Jlt. 1
* Die reichsgefehlichen Krankenkassen im Jahre v 1927. Im Jahresourchschnitt 1927 waren nach amt- lichen statistischen Argaben 7461 reichsgesetzliche Krankenkassen tätig gegenüber 7536 im Vorjahre. | Der Mitgliederbestand hat um rund 800 000 Per- | fönen zugenommen, was zum Teil auf die am 1. Oktober 1927 erfolgte Erhöhung der versicherungs- pflichtigen Einkommengrenze von 2700 auf 3600 NM, in der Hauptsache ledoch aus den Zuwachs an Personen im erwerbsfähigen Alter und auf die Besserung der wirtschaftlichen Lage zurückzuführen ist Bei den Landkrankenkassen war, wie im Vorjahr, ein Rückgang der Mitgliederzahl zu verzeichnen. Die Berwaltungskosten waren mit 103,2 Mill. RM um 12,3 v. H. höher als 1926, sie beanspruchten 6,5 v. H. der Gesamtausgaben gegen 6,9 im Vorjahr. Von den Beilragseinnahmer wurden 88,9 v. H für Leistungen und 6,3 P. H. für die Verwaltung verwandt Der Vermögenszuwachs betrug 1927 106,5 Millionen RM. Von der Zunahme stammten 101,1 Millionen aus dem Ueberschuß der Einnahmen über die Ausgaben und 5,5 Millionen aus Höherbewcrtimgen, Zinsen u,m Die Rücklage mußte nach dem Gesetz um 82,4 Millionen RM erhöht werden. Infolge der starken Steigerung der Ausgaben war ein Teil der Kasse: nicht in der Lage, die Rücklagen in Höhe von jährlich 5 Proz. der Beitragseinnahmen in diesem Umfang aufzufüllen. Die gesamten Rücklagen betrugen am Ende des Berichtsjahrs 282,5 Millionen, waren also von der durch das Gesetz angestrebten Höhe, die 1177 Millionen betragen haben würden. noch weit entfernt. Das Gesamtvermögen aller Krankenkassen betrug 606 144 000 gegenüber 499 611000 RM im Vorjahr.
* Mückenbekämpfung. Die diesjährige Winter- bekämpsung der Schnaken beginnt lt. heutiger Bekantmachung des Magistrats am Donnerstag den 3. Januar 1929. Die Arbeitsleute werden in 3 Partien am Westbahnhof beginnend, die Keller in den Häusern der Außenstadt in der vekanntge- gebenen Reihenfolge abflammen, um die überwinternden Schnaken zu vernichten. Nach wissen- ' schaftlicher Erfahrung sind dies alles Weibchen, welche im Frühjahr ihre Brut in stehenden Gewässern Tümpeln. Pfützen, Regensässern und dergl. absetzen Aus dieser Brut entwickeln sich wiederum unzählige Mücken, welche sich während , des Sommers- mehreremals vermehren Mit der i Vernichtung der überwinternden Weibchen können 1 daher zahlreiche Generationen vernichtet werden, 1 während durch die Sommerbekämpsung (durch I Soprolbegiehung der Wasser- und Sumpsflächen) nur die jeweilige Brui ersaßt werden kann. In Anbetracht der Wichtigkeit, welche deshalb bei einer zweckmäßigen Schnakenbekämpfung der Ber- nichtung aller überwinternden Weibchen beizumessen ist, unterstützen wir die Anforderung des Magistrats, das Kellerausbrennen dadurch zu für- dern, daß die Keller an den fraglichen Tagen zugänglich und die Schlüssel bereitgehalten werden, ’ damit die Arbeit ohne Zeitverlust und Mündlich ; ihren Fortgang nehmen kann.
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„Aber Ihr ausländischer Fürst", fiel der junge I Mann Balzac scharf ins Wort, „ist ja ebenso wenig Fürst, wie ich Legationssekretär. Ich kenne ihn iehr gut vom Ansehen; es ist ein Rechtsanwalt aus Versailles" — „Was zum Kuckuck, sie kernen ihn? Kennt er Sie denn auch?" — „Ich habe Grund, es zu vermuten" war die Antwort. — i „In diesem Falle" gab Balzac zurück, ohne im i mindesten verlegen zu werden, „hatte ich neulich i einen Unglück-tag, und muß ich mich für die Zu- j kunft ein wenig besser vorsehen.
o „Metropolis" — ein Plagiat? Dem „Neuen i Wiener Journal" wird aus Berlin geschrieben: Ein sehr interessantes Verfahren nimmt am 17. Jan. i im Moabiter Strafgericht seinen Anfang Die i Schriftstellerin Thea v. Harbou und der Film- regisseur Fritz Lang wurden von der Schriftstellerin Frau Debeke verklagt. Frau Debeke beschuldigte Thea v. Harbou und Fritz Lang, ein Plagiat be- j gangen zu haben. Angeblich stammt nicht nur der | Gedanke, sondern auch fast das gesamte Drehbuch des großen Films „Metropolis" von Frau Debeke Die Klägerin hat nach ihrer Darstellung im Jahre 1923, also drei Jahre vor Erscheinen des Romans ! „Metropolis" von Thea v. Harbou und des Films, । ein Expose verfaßt, in dem in gedrängter Kürze der ganze Inhalt des Romans und des Films „Metro- M polis" enthalten war. Dieses Cxposè versandte sie N an zahlreiche Filmgesellschaften und bemannte Filmregisseure darunter auch an Fritz Lang. Im Jahre : 1924 fragte Frau Debeke bei der Ufa an, ob ihr j Manuskript angekommen fei, worauf ihr die Ant- mn-t zuteil wurde, daß eine Perwenduna nicht be- 1 absichtigt sei. Frau Debeke war dann längere Zeit von Berlin abwesend, und als sie wieder zurückkehrte, sah sie zu ihrem Erstaunen. daß der Film „Metropolis" angerünbigt wurde. Sie ging zur Ufa und leate den Sachverhalt dar mit dem Ergebnis, daß die Ufa-Direktion bei ihr anfragte, welche Entschädigung sie fordere. Ihre Entschädigung von 6 Prozent der gesamte" Produktions- . summe und Nennung ihres Namens neben dem non Thea v Harbou wurde ahoelehnt Ueberhauvt lehnte die Ufa später jede Entschädigung ab. Da nüe Bi’rbnHhfitnnon ernehnisfo« verbuchen waren, hat jetzt Frau D-beke gegen F""u Harbgu und Fritz Lang den Strafantrag geltet ''"