WocheNkalender.
Sonntag, 29. November. 1. Adventsonntag. Saturnin, Bisch., Märt., f 250.
Montag, 30. November. Andreas, Apostel.
Dienstag, 1. Dezember. Gedächtnis der Weihe des hl. Bonifatius.
Mittwoch, 2. Dezember. ■ Bibiana, Jgfr., Mart., f 343.
Donnerstag, 3. Dezember. Franziskus Xaverius, Patron des Werkes der Glaubensverbreitung, f 1552.
Freitag, 4. Dezember. Petrus Chrysologus, Kirchenlehrer, t 450. Barbara, Jgfr., Mart., f 233. H erz-Jesu.Freitag. Samstag, 5. Dezember. Sola, Schüler des hl. Voni- satlus, f 794. Sabbas, Abt., f 532-
Erster Adventssonntag.
(Ev. Luk. 21, 25—33.)
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Es werden Zeichen an der Sonne, an dem Monde und Sternen sein, und auf Erden große Angst unter den Völkern wegen des ungestümen Rauschens des Meeres und der Fluten, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht, und vor Erwartung der Dinge, die über den ganzen Erdkreis kommen werden; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann werden sie den Menschensohn in der Wolke kommen sehen mit großer Macht und Herrlichkeit. Wenn nun dieses anfängt zu geschehen, dann schauet auf und erhebet eure Häupter; denn es nahet eure Erlösung. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Betrachtet den Feigenbaum und alle Bäume. Wenn sie schon zum Fruchtbringen aus- schlagen, so wisset ihr, daß der Sommer nahe ist. Ebenso erkennet auch, wenn ihr dies geschehen sehet, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, sag' ich euch, dies Geschlecht imrd nicht vergehen, bis alles dies geschieht. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.
Die bedeutungsvolle pforèe.
-n München, Dresden, Berlin, Karlsruhe, Florenz, Rom und anderen großen Städten finden sich be- »p rühmte Bildergalerien. Darin leuchten dir in glänzenden Farben die Meisterwerke eines Dürer, ai entgegen. Es ist ein Hochgenuß,
Hera Stoßer Männer Auge und
~ ^mw eine andere Galerie wertvolleren Bildern; und dis find Eoracb-- .Indern besitzen Leben und
ich meine die Feste und Zeiten des
Kirchenjahres.
Bilder wD Wechsel ziehen da so manche
unserem unserer hl. Religion an
nachten mH*»®- ^W' ^°^ber. Da ist Weih- Zauber- do is?^ 0^3en Welt von Anmut und fliim-vps ^.i pjktn mit seiner Überfvrudeludott ÄÄ?c; da ist ängsten mit den Flam- leichnam^u ^m und des Geistes; da ist Fron- da ist Mwiä ^ ^°-mp des eucharistischen Königs;
Ui Maria Empfängnis, Geburt und Hinunel
fahrt mitsamt den übrigen Frauentagen. Dazwischen blühen wie duftende Veilchen die Feste der übrigen Heiligen und der Engel. Und gleichwie in der Bildergalerie ein Führer mit freundlichem Anstand uns von einem Gemälde zum anderen geleitet und mit lichtvoller Erklärung die Ge- mülde noch interessanter macht, so sind es die D-ener der Kirche, die Priester, welche uns durch Wort und Schrift in die Welt des Kirchenjahres einführen, und die großen Heilstaten näher bringen und uns zum Genusse der himmlischen Güter einladen. Und die Kinder der Kirche, sind sie nicht „die Vögel des Himmels, die unter den Zweigen des großen Bau-
I Dieser Sonntag, ÄS. November, K I ist I I Wahltag!
I voppèllvatzl für Kreistag und KommimallanMag. |
S ©3F Auch diese Wahlen sind wichtig. -D-E! |
8 Versäume kein gewissenhafter Katholik, | I von seinem Wahlrecht Gebrauch zu machen I W
mes wohnen", die mit Freude und Jubel aus den Quellen des Erlösers schöpfen? —
Welches ist aber die Pforte zu dieser Galerie, zu diesem Festsaal, die Pforte zum Kirchenjahr?
Ich brauche es dir nicht erst zu sagen. Der heutige Sonntag verkündet es uns mit dem dumpfen Schall der Glocken: es ist der Advent.
In der Tat ist der Advent die Türe und Quelle zu allen Heilstaten, die im Kirchenjahr gefeiert werden. Ist doch der Mittel- und Angelpunkt des ganzen Kirchenjahres Jesus Christus, unser Herr unb Heiland, der vom Himmel gekommen ist, der uns Erlösung gebracht, der jetzt noch segnend, lehrend, leidend, und triumphierend durch die Welten und Herzen schreitet. Nun ist aber gerade der Advent seinem Komnien geweiht, und zwar seinem ersten Kommen, als er eintrat in diese sündige Welt; und so ist der Advent wirklich das Tor uns die Schwelle zum Feftsaal des Kirchenjahres.
Da schauen wir gleich das erste Bild oder viel- mehr eine ganze Reihe von Bildern: rückwärts erblicken wir die Paradiespforte, die sich schließt hinter dem gefallenen Elternpaar. Einen Engel sehen wir dort Posten fassen mit feurigem Schwert und entschlossener Miene, um jeden Versuch der Rückkehr abzuschneiden. Wir begleiten Adam und Eva auf ihrem langen, mühseligen Erdenweg, der trieft -
I von Bluts- und Schweißtropfen. Wir sehen die ganze vorchristliche Menschheit, wie sie immer weiter I abrückt von Gott und seinen Geboten, wie sie den Götzen, dem Irrtum, den Lastern sich in die Arme wirft, wie sie unrettbar der Hölle zutreibt. In ihrer Mitte aber gewahren wir Männer wie Abraham, Isaak, Jakob, Joseph, Moses, Jsaias, Jeremias. Daniel und die ganze Schar der Gerechten, wie sie seufzend die Hände ausstrecken nach dem Himmel und mit lauter Stimme rufen: „Rorate coeli ds- fupsr" — „Tauet, ihr Himmel, von oben, und ihr Wolken, regnet herab den Gerechten". —
In der Her^Jefu-Litanei hast du gewiß schon oft die Bitte gehört und selber mitgesprochen: „Herz Jesu, Sehnsucht der ewigen Hügel, erbarme dich unser!" Sind dir diese Worte vielleicht fremd und seltsam vorgekommen? Was hast du dir denn unter diesen „ewigen Hügeln" vorgestellt? Siehe,- diese Hügel sind die Gerechten des alten Bundes» die schon vor so vielen Jahrhunderten, die scho^ vor Jahrtausenden gelebt und durch ihre Tugend, durch ihre Einsicht und durch ihre Einstellung zum Himmel gleich Hügeln über die übrige Menschheit hervorgeragt haben. Und diese Männer haben sich verzehrt in Sehnsucht nach dem Erlöser, in dessen Brust ein Herz voll Liebe schlägt gegen die irrenden, unglücklichen Menschenkinder.
Und was steht über der „bedeutungsvollen Pforte" geschrieben? Ich giüi^. Ne Km- ladung zu erblicken, welche die Kirche burc; Mund der Priester all ihren Gläubigen heute cm ersten Adventssonntag zuruft: „Regem Den tu um Dominum, uenite adoremus! — Den König, den Herrn, der da kommen will, kommt, laßt uns ihn anbelen." Wer ist dieser König? Christus, der Herr, bcnf Himmel und Erde gehören, da er Mitschöpfer ist? dem die Seelen gehören, da er Erlöser ist. Er will komnien einstweilen in Liebe, in Gnade und Erbarmen. Unsere Pflicht ist es, ihn gläubig auszunehmen und ehrfurchtsvoll anzubeten. Er allein soll herrschen auf dem Thron unseres Herzens, Drurn, liebe Seele, die Welt und die Sünde hinausgeschafft aus dem Heiligtum des Herzens, und dem Heiland Platz gemacht. Reinige in diesen Adventstagen dein Inneres durch eine demütige Beicht und lade den Heiland zu Gast in der hl. Kommunion. Siehe, er schickt sich noch zu einem anderes Kommen an: zum letzten Kommen, zum Gericht
1. Uns Sündern ruft ein mahnend Wort, Das tönt so laut, so deutlich fort: Gebrochen werde Schlaf und Ruh', Vom Himmel winkt uns Jesus zu.
2. Erwach, ersteh', o träges Herz:
Rei; dich nicht ferner erdemoarts-.
Dir strahlet jetzt ein neuer Stern; Scheuch jede Sünde von dir fern.
3, Zu uns wird Gottes Lamm gesandt,
« i lösen jeder Sünde Band;
Laßt uns zu ihm als Büßer schremr Er möge uns barmherzig sein. o