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55. Zahrg. K
Kassel, den V Nosember ^925.
Lrsche'mt leben Sonntag unb kostet monatlich Ausgabe A 35 Solbp/cnntg 8 49 Bsldpfeanlg (fcelbl.) Redaktionsschluß Montag Anzetgen-Preise: Colonelzelle im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzeile im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,13 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Zesig der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein.
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Religiöses Wochenblatt
für die katholischen Gemeinden Kassels.
LvochLttkalesöer.
Sonntag, 1. Nov. 22. Sonntag nach Pfingsten. (Fest alterhoilige n.)
Montag, 2. Nov. Gedächtnis Aller Seelen. TotieS-QuotieZ-Ablatz für die armen Seelen.
Dienstag, 3. Nov. 3. Tag der Oktav von Allerheiligen.
Mittwoch, 4. Nov. Karl Borromäus, Kardinal, Erzbischof von Mailand, f 1534, Vitalis und Agricola, Mart.
Donnerstag, 5, Nov. ^eft der Kirchweihe.
Freitag, 6. Rolf, Fest der hl. Reliquien. Serz-Jefu- Freitag.
Gamvtag, 7. Nov. 6. Tag der Oktav van Allerheiligen
Zuwirken. Schon der Psalmist hat neben den übrigen Musikinstrumenten auch der Orgel einen Platz eingeräumt. Höre darüber das Schlußlied der Davidischsn Harfe, den Psalm 150:
Irohss, mannigfaches Gotteslob.
1. Lobsingt Lobsingt
dem dem
2. Lobsingt dem Hi Lobsingt dem Hi
Herrn in leinen H-itgen, Herrn in Himmclshähen.
lernt lernt
3.
4.
ob seiner Wunder, ob seiner Größe.
Lobsiugt betn Herrn auf der Trompete, Lobsingt dem Herrn auf Harf und Zither.
Lob fingt Lobjingt
dem dem
Herrn
mit Tanz und Reigen,
Herrn auf Satt und Orgel.
Fest aller Heiligen.
(Sunna. Matth. 5, 1—12.)
In jener Zeit, als Jesus die Scharen sah, stieg er auf einen Ber >, und als er sich niedergescht hatte, traten seine Jünger zu ihm. Und ec tat seinen Mund auf, lehrte sie, und sprach: selig sind die Armen im Geiste; denn ihrer ist das Himmelreich. Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. Selig sind die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig sind, die Hunger und Durst haben nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättiget werden. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barm» Herzigkeit erlangen. Selig sind, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott anschauen. Selig sind die Friedsamen; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden. Selig sind, die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen, denn ihrer ist dar Himmelreich. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen schmähen und verfolgen, und aller Böse mit Unwahrheit wider euch reden um meinetwillen. Freuet euch und frohlocket denn euer Lohn ist grog im Himmel.
5. Lobjingt dem Herrn mit Zvmbelkiängen, Lobsingt dem Herrn mit Trommelfchalle,
6. Lobsingt dem Herrn mit Sang und Klange, Lobsingt dem Herrn, was lebt und atmet. —
Dieser Psalm ist ein Beweis, daß schon bei den alten Israeliten die Orgel zu Worte kam. Sie ist eine Zusammenstellung von Pfeifen aus Metall und Holz, die durch den Wind angeblasen werden. Unvollkommen in ihren Anfängen ist die Orgel zur Königin der Instrumente ausgestiegen. Um die Mitte des zehnten Jahrhunderts ließ Bischof Elfegg im Münster zu Wincester eine Orgel mit 400 Pfeifen und 26 Blasbälgen aufstellen, zu deren Bedienung und Spiel 70 (siebzig) kräftige Männer nötig waren. Heute genügt ein einziger Künstler, der die ganze Orgel mit elastischen Fingern und Fügen meistert. Höchstens braucht er noch einen Blasbalgtreter, der bei elektrischem Betrieb wegfällt.
Ruf der Grgel.
S* n einer Anstalt, in der ich vor , einigen Wochen die Priesters; er- o Sitten mitmachte, hörte ich nach dem Hochamt eine Fuge auf der Orgel spielen. Das war ein Wogen ^^^sj und Tosen der Stimmen und S wie er» rauschendes Meer. Die Kirchenbe- Ä S^ ^ Heiligtum verlassen; ich L SÄ Ä“£ <06 u*hl?H^ da, schönst- Bottes-
^,âd die tiefste Betrachtung. Bald svielte ein rere Register^und di^T"^^ r'e”nifd)ten sich meh- zusammen wie die S^ell^ ”°0te-n Unb sihaumten und dann jubilierte b^nnn» ^"^ Sturzbach, und Klarinetten, die Trown-?^^ und die Flöten Diskanten und Bässe brausten^inn"^ ^°^unen, die Rhein bei Hochwasser Und Ä^ ^ der Vater mit und flog auf den Fittichen ^ ^ Seele jubelte »Ä ist LLLL/L L
Dir Orgel dient sowohl zur Begleitung des Gesangs, insbesondere des Volksgesangs, als auch zu Vortragsstücken ohne Menschsnstimmen. Ein würdiges Orgelspiel liefert einen großen Beitrag zur Verherrlichung des Gottesdienstes und zur Er- bauung der Gläubigen, wie umgekehrt ein schlechtes Orgelspiel wegen Störung und Aergernis der Gläubigen eine schwere Verantwortung auf sich lädt. Eine Gemeinde kann sich freuen und Gott danken, die eine würdige Orgel und einen tüchtigen Organisten ihr eigen nennt. „Wie ein Rubin in goldener Einfassung, so ist Musik bei einem Gastmahl", sagt der weise Sirach (32, 7). Ist es nicht geziemend, daß zur Feier der hl. Messe auch die Ton- kuust ihren Beitrag leistet? Wenn am Altare der Priester steht in schneeweißer Albe und strahlendem Meßgewand, wenn die Ministranten mit ihren schmucken Kleidern, mit Weihrauch und Kerzen ihre Dienste verrichten, und die Gläubigen den Gang der hl. Messe begleiten mit Liedern, mit denen sich die Harmonien derOrgel zu lieblichem Wohlklang verschmelzen, da fallen von der Seele die Sorgen des Alltags und die Schrecken des Gewissens wie Eiszapfen von den Dächern in der Frühlingssonne, und die ganze Gemeinde wird wie mit einem ungeheu- ren Kranen in die Höhe gezogen zu den Regionen der Ewigkeit.-----;
Ich weiß noch eine andere Orgel, die im Thron- «w— laal des Himmels ausgestellt ist und die noch tau- Ewigkeit zu Ewigkeit .
sendmal besser klingt als unsere Kirchenorgel: ich meine die Scharen der Seligen und Heiligen, deren Fest wir heute an „Allerheiligen" begehen. Zu die- sem Gedanken führt mich eine treffliche Bemerkung des hl. Augustinus über den Psalm 150. „Die Hei- ligen Gott-s", sagt er, „haben ihre wohlklingenden Unterschiede". Wohlgemerkt, nicht Gegensätze, sondern „Unterschiede". Sind ja alle Heiligen gut, alle edel, alle Freunde und Lieblinge Gottes. Aber „Unterschiede" gibt es bei ihnen, und in diesen „Unterschieden" bilden sie gleichsam eine Orgel. Waren nicht Petrus und Iohannes beide Apostel?, Beide heilig? Und doch, welch ein Unterschied! Petrus eine Feuerseele, ein Draufgänger, ein brausendes Meer; Johannes aber beschaulich und still wie ein tiefer Bergsee. Waren nicht Augustinus und Chrysosiomus beide Bischöfe und große Redner? Und doch, welch ein Unterschied! Augustinus erhaben und beschaulich, ruhig und gemessen, ein Herz voll Glut und Liebe; Chrysostomus aber stür«. misch und fortreißend, ein Mund voll Gold und eins Stirne von Erz. Waren nicht Franziskus und Aloisius alle beide große Heilige? Und doch ein Unter- schied! Franziskus war heiter und froh und lte$ seins Augen schweifen zu den Quellen und Bächen und Bergen und Sternen und Tiefen und Fischen und pries in allen Kreaturen ihren Schöpfer und Herrn; Aloisius aber ernst und schweigsam, der seine Augen zu Boden senkte. Und so könntest du all die Taufende, nein all die Millionen, nein all die Billionen von Heiligen durchgehen und beobachten, und du würdest keinen finden wie den andern, sondern bei jedem irgend einen kleinen Unterschi-d. Denn der liebe Sott hat in der Fülle seines Reich, tums, seiner Schöpfermacht und Güte jedem Heiligen ein eigenes Gepräge, ein eigenes Siegel ge- geben. Sagt ja schon der Apostel Paulus, daß „Stern von Stern sich unterscheidet". Gewiß sind alle Sterne lichtvoll und schön; und keiner ist ganz wie der andere. So auch die Heiligen: sie sind ein lebendiger Sternenhimmel, eine volltönend- Orgel. Wie bei der Orgel zwar alle Pfeifen vom selben Stoff sind, so haben sie doch nicht dieselben Töne. Pfeife unterscheidet sich von Pfeife. Ton »in Ton, Register von Register. Aber alle Register und Töne und Pfeifen vereinigen sich zu einer wundervollen Harmonie. So unterscheidet sich auch ein Heiliger vom andern, aber alle zusammen sind ein gewaltiges Loblied auf ihren Herrn und Heiland, der sie auserwählt und berufen und geheiligt. Wollen wird nicht auch Pfeifen werden an dieser leben-: bigen Gottesorgel? Das Fest Allerheiligen lade!! uns dazu ein und ruft uns zu „Werdet auch ihr
Heiliges Wenn wir diese Mahnung befolgen, wenn wir im Glauben und in der Liebe verharren, werden wir einst Tröpslem werden am grogen Meer des Gotteslobes, das hmoraust durch ms Gaffen des himmlischen Jerusalem: „Lob und He lichleit Weisheit und Dank sei unserm Gott von W'-- „v_ _ Der Burgpfarrer.1