ÈMger Jahren die deutsch-katholische Sekte sich, breit zu machen begann, wie im Beginn der fiebern ziger Jahre, da die sog. Altkatholiken von der Kirche abfielen.
Unentwegt fest hält Alban Stolz an dem Wort des hl. Apostels Paulus, daß die Kirche die „Säule und Grundfeste der Wahrheit" ist, und daß deshalb für den einzelnen Menschen allein bei rhr ms sichere und feste Wahrheit zu finden ist. Er schreibt („Kleinigkeiten", Herder 1872):
„Was die ganze Kirchs zu allen Zeiten und an allen Orten glaubt und lehrt, es mag m der Schrift oder nur in der Erblehre enthalten fein, das ist die feste, sichere Wahrheit Jesu Christ!; I und davon dürfen wir Christen nie abgehen, denn die Wahrheit dreht sich nicht nach unserm Sinn und Kopf, sondern wir müssen Sinn und Kopf nach der Wahrheit wenden. Wenn darum die Zeitungen tagtäglich von Licht und Fortschritt in religiösen Dingen predigen, und viele Leute aus Einfältigkeit daran glauben, so ist das ebenso widersinnig, wie wenn man von Fortschritt im Einmaleins reden und um fortzuschreiten sagen wollte: 2 mal 2 sind 5. Entweder ist das wahr gewesen, was Christus gelehrt hat, oder es ist nicht wahr gewesen. Ist es wahr gewesen, so ist es heute noch wahr und in Ewigkeit, und es läßt sich von der Wahrheit kein Haar fortschreiten, ausgenommen von der Wahrheit in die Lüge hinein. Darum sagt Jesus: „Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte werden nicht vergehen." Wer aber sagt, es sei nicht Alles wahr gewesen, was Jesus im Anfang gelehrt hat, der ist ein Antichrist und lästert gegen den Sohn Gottes. Das Zeitungslicht ist gegen dis feste volle Wahrheit der katholischen Religion, wie eine Stallaterne gegen die Sonne. Mit der Laterne kann man fortschreiten und es läßt sich nach Belieben damit hantieren; die Sonne aber steht fest über dem Menschengewimmel, und läßt sich nicht meistern." (S. 27 f.).
„Es können einzelne Geistliche und ganze Ortschaften durch Unglauben oder Aberglauben irre gehen, aber niemals die katholische Kirche in ihrer Allgemeinheit. Und wir leugnen nicht, daß da und ^dort schon mancher Unfug und Verkehrtheit bei Katholiken vorgekommen ist, aber die Kirche in ihren allgemeinen Beschlüssen hat das noch nie gelehrt oder gebilligt. Sonach verkauft Jeder seine Seele, der gewissenlosen Zeitungsschreibern, sittenlosen Menschen und aus Hoffart abgefallenen Priestern lieber glaubt, als der von Christus gesetzten Kirchs. Und jeder Abtrünnige gleicht einem Soldaten, der aus einer vortrefflichen Armee desertiert, um heimatlosen Vagabunden nachzulaufen. Christus ist in all seiner Wahrheit nur in der Kirche, welche er durch seine Apostel eingesetzt hat." (S. 29 f.).
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Kus stillen Stunden im Kranlienhaus.
Der Mensch denkt und Gott lenkt. Der Mensch hofft und hofft, macht Pläne für die nächste und weitere Zukunft, hofft auf ein Glück, das ihm nicht der Augenblick, sondern das Kommende erfüllen soll. Und indem der Mensch immerzu hofft, einmal glücklich zu „werden", kommt er meist nicht dazu, einmal glücklich zu „sein".
r®° erging es mir im letzten Herbst. Mit hoch- gefpannren Segeln kam ich aus einem herrlichen riaub Henn. Neue Ideale waren auf einer religiös- ihenschaftltchen Tagung geweckt worden. Pläne wm en sowohl für die Arbeit, als auch für das eigene hofft™ ? «kommenden Winter hsrangereift und lenste S ^ "'D' , ®° dachte ich. Aber Gott naht fict) sm"?^' B"hn. Aus heiterem Himmel niemals k^ve Infektionskrankheit. Der niemals krank gewesene Körper rinn* ö “ln-rSr^ '«-MmMeat. uÄ S.- «^ K--«°°t „Strato,- des Schreckens ^ Menschen einen Ruf Todes, so denken sie ^^"^nhaus, gleich Haus des nach Leben! '^5^^ nach Leben, wieder seinen Mann ™ n um im Leben 8»* «ÄÄ' £*' t*. Mußen, um dem Herrgott wieder bei!,: ' ßCc können, so hört ® dienen zu
dann b'üht dem guten Mmschcn der im Frieden mit Gott seine Seele aushaucht, ein viel, viel schöneres Leben. Und Sterben bedeutet Gewinn, bedeutet Erfüllung, bedeutet wahres Leben!
Aber Mensch, so mahnt das Krankenhaus, bedenk es wohl, daß dies die bedeutsamste Frage .deines Lebens ist, um die dein ganzes kurzes, dahinrasendes Leben täglich, stündlich beben sollte: Wie sieht meine Seele aus? Wie ,wenn sie in diesem Augenblick ins ewige Leben abberufen würde?" „Das Himmelreich leidet Gewalt", so sagte einst eine wohlmeinende Ordensschwester zu mir. Damals verstand ich den Ausspruch des Herrn nicht ganz; heute, wo ich selbst an der dunklen Pforte der Ewigkeit stand, leuchtet er mir klar in die Seele: Und gerade deshalb strebte ich mit Macht dem irdischen Leben entgegen. „Reif für den Himmel, das ewige Leben?" so fragte mich mein Inneres. „Nein, ich muß reifer werden", kam die innere Antwort zurück. Meine Bitte ward erfüllt. Ich wurde dem irdischen Leben zurückgegeben und nahm in großer Dankbarkeit das neugeschenkte Leben als besondere Gabe aus der Hand des Schöpfers an, um den Rest des Lebens besser zu leben. Krankenhaus — Haus des Todes! Nein! Nimmermehr soll es so heißen. „Haus des Lebens" wollten wir es nennen. Das hat auch für den Krak ken einen guten versöhnlichen Klang.
„Kranke Tage — Schreckenstage; o Sie armer Mensch", so bedauern, bemitleiden und trösten einen die Freunde und Bekannten bei ihren gutgemeinten Besuchen. Ja, wart ihr denn noch nie krank und und habt das Schöne der kranken Tage empfunden? Wißt ihr nicht, daß kranke Tage gnadenreiche Tage sein können? So las ich in einem wundervollen Buche „Ein körperlich leidender Mensch kann glücklich sein, wenn seine Seele gesund ist." Ob letzteres auf mich zutraf? War ich deshalb so glücklich und zufrieden, weil das Körperliche so ganz hinter dem Seelischen zurücktrat? Wie kam es, daß keinen Augenblick Unzufriedenheit mit dem „vermeintlichen" Mißgeschick sich einschlich, selbst bei monatlanger Dauer? Ich weiß es nur zu genau, daß für mich die Krankheitstage eine Gnadenzeit werden sollten, und da hieß es kräftig mit der Gnade mitwirken. Gerade die stillsten Stunden waren die schönsten. „O glückliche Einsamkeit", dachte ich so oft bei mir. Wann bieten sich uns armen gehetzten, überlasteten Menschen der Arbeit jemals solche heilige Stunden der Beschaulichkeit, in denen sich die naturnotwendig vernachlässigte, aber daher um so mehr hungernde und ruhelose Seele einmal aus der tiefsten Tiefe auseinander setzen kann mit Gott und der Welt, mit Beruf und Leben, mit Vergangenheit und Zukunft! Trotz aller körper» lichen Leiden, die nun einmal hingenommen werden müssen, kann ich nicht anders, als immer wieder sagen: Meine ersten kranken Tage zählen zu den wertvollsten meines Lebens. Allerdings muß ich gestehen, daß erst allmählich diese Erkenntnis in mir reifte. Die lange Dauer der Krankheit war ein besonderer Segen; denn die geistige Umstellung von einem schaffensreichen und frohen Leben in ein untätiges Leben voller Schmerzen kann nicht auf einmal und gewaltsam vor sich gehen. Wie sehnlichst wünsche ich allen Kranken, daß ihnen das Kranksein so leicht werde wie mir. Lasset die Gnade, die euch von oben gegeben wird,' in euch wirken, und helft nach Kräften mit, dann wird es euch allen gelingen.
Steht der Mensch schon in gesunden Tagen unter dem Einfluß seiner Umgebung, seiner Mitmenschen — gewollt oder ungewollt, bewußt oder unbewußt — wie viel mehr ist dies in kranken Tagen der Fall, und noch wieder ganz besonders, wenn infolge der Art der Krankheit eine vollständige Isolierung erfordert wird. Die einzige Lebensgefährtin ist die Krankenschwester. Ich habe nie geahnt, was die Schwester im Leben des Kranken bedeuten kann, wenn sie den Beruf des Engels der Liebs,, in des Wortes tiefster Bedeutung auffaßt und ausübt. Ich habe es erfahren, daß die Pflegeschwester durch die Art ihrer Pflege einen ganz entscheidenden Einfluß auf das Ueberstehen der Krankheit haben kann. Ganz selten im Leben treten zwei Menschen in ein so nahes inneres Verhältnis zu einander wie der kranke Mensch zu derjenigen, die ihn dem Leben erhalten bezw. wiedergewinnen will. Die ganze Persönlichkeit der Schwester wirft ihre Strahlen auf den Kranken, gehen doch von jedem Menschen auf den anderen Strahlen aus sehr oft unbewußt, die von dem einen so„
und von bem anderen anders aufgesangen und ausgewirkt werden. Der Kranke beobachtet scharf, ist ungemein kritisch, so wie ich niemals gedacht hätte. So kann die Schwester, die im Verkehr mit dem Kranken immer ihre Frohnatur zeigt, die unermüdlich ist in ihrer Sorge, gewissenhaft bis zum kleinsten in Erfüllung ihrer Pflichten als Kranken- und Ordensschwester, nicht achtend der vielerlei Beschwerden ihres gewiß schönen, aber auch unerrd- lich schweren und aufopferungsvollen Berufes, den tiefsten Einfluß auf das ganz auf ihre Hilfe angewiesene Wesen ausüben. „Worte belehren — Beispiels reißen hin." Ist der Patient seinerseits bemüht, an sich zu arbeiten, geht sein höchstes Streben dahin, immer besser zu werden, so kann das enge Zusammenleben und- leiden mit einem solchen Vorbild der größte Ansporn sein für das eigens Leben im Berufe und außerhalb desselben. Da werden in stillen Stunden im Krankenstüblein goldene Fäden gesponnen, deren Ende nicht zu sehen ist. Wahrlich, ein körperlich kranker Mensch kann aus langen Leidenstagen mit geläuterter Seels und innerlich so bereichert und gereist hervorgehen, daß er am Ende vollster Dankbarkeit ausrufen muß: „O mein Gott, ich danke dir, daß du mich krank werden liehest! Hilf mir, daß die Früchte dieser Segenszeit nicht verloren gehen!"
Stille Stunden im Krankenhause! Unzählbar sind sie geworden. Und wäre es nicht der Mühe wert, sie noch einmal zu leben? Wer weiß, ob der Herrgott nochmals eine solche Gnadenzeit in dem kurzen Lebenslaufe bewilligt! Was Gott tut, ist wohl- getan. Und so möge der Kranke, oder besser Gesundete, das Haus des Lebens verlassen, einen dankbaren Blick zurückwerfend, und sich dann vom Leben dem zurückgeschenkten, in seiner bunten Vielgestaltigkeit liebend umfangen lasten, dabei sich ruhig der göttlichen Vorsehung anvertrauend.
„Lasset, Christen, Gott nur walten,
Betet seine Vorsicht an.
Liebreich wird er euch erhalten, Führt in Gnaden eure Bahn.
Wer auf ihn sich ganz verläßt,
Dessen Glück steht felsenfest." H. v. H.
Ein schöner Gebrauch bei der Heiligsprechungsseier.
Der Opferzug am Fest der Heiligsprechung des messe sieht die sinnvolle Ueberreichung verschiedener Opfergaben vor, einen Ritus, der sonst beim Opfer nicht gebräuchlich ist.
Dn Opferzug am Fest der Heiligsprechung des hl. Canisius, der sich nach dem ersten Evangelium der hl. Messe zum päpstlichen Throne hinbewegte, eröffneten drei Kardinäle, ein Kardinalbischof, ein Kardinalprisster, ein Kardinaldiakon. Ihnen schloß sich in einfacher Kleidung der General der Gesellschaft Jesu sowie mehrere aus dem Orden des neuen Heiligen an. Sie opferten fünf reichverzierte Kerzen mit dem Bilde des Heiligen, zwei große Brots auf silbernen Tellern, zwei kleine Fäßchen mit Wein und Wasser, zwei Turteltauben, zwei andere Tauben Md mehrere kleine Vögel in Käfigen.
Die Darbringung der Vöglein erfolgte durch Pater Peter Schmitz, der, vor drei Jahren von den Aerzten aufgegeben, nach Anrufung des hl. Canisius durch ein Wunder geheilt worden ist. Die Römische Kongregation hat durch Fachleute, Zeugenvernehmungen usw. dieses Wunder während dreier Jahre eingehend und aus das gewissenhafteste untersucht und als echt bestätigt, und der „Osservatore Romano" hat es in seiner Festnummer zur Heiligsprechung (21. 5. 1925) ausführlich berichtet.
Dis Darbringung der Opfergaben ist eine uralte Zeremonie. Noch heute befindet sich in der Nähe des Domes von Aquilsja ein Mofaikbild aus der Zeit Konstantins (Anfang des 4. Jahrhunderts), auf welchem Männer und Frauen Brot, Blumen, Weintrauben und einen Vogel als Opfer zum Altar tragen. An dieses Opfer erinnert auch der in vielen deutschen Gemeinden übliche Opfergang, der in der Totenmesse nach dem ersten Evangelium beginnt. Es ist das der Ausdruck der Opfergesinnung der Gläubigen, die mit Christus auf dem Altare sich und all das Ihrige Gott zum Opfer darbringen, der sinnvolle Ritus der tiefsten religio- fen Wahrheit: Silles für Gott!