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für die katholischen Gemeinden Aassels.

Erscheint jeden Sonntaj und kostet monatlich Ausgabe L ZS SsldofeMz 3 49 Aoldpfrnnlzlfceibl.) Redaknons- schlug Montag Anzstgsn-Pcsise: Colonelzsils im Anzeigenteil 3,15 Goldmark. Colonelzeile im Reklameteil 0,63 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Ärd. 0,13 Goldmark. Porto extra- Anzeigen Müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckersi in Fulda sein,

Druck und Vrrlaz vsr Fuld-re V^tirndruckersl. Vrrlagsori Fulda.

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M KaM den 25. Gkisber 1925.

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55. Zahrg

WochenKalmöer.

Sonntag, 25. Oktober. 21. Sonntag nach Pfingsten. Cyrysanthus u. Daria, Mart., f 284.

Montag, 26. Oktober. Evaristus, Papst, Mart., f 112.

Dienstag, 27. Oktober. Vigil der Apostel Simon u. Judas, Mittwoch, 28. Oktober. Simon und Judas Thaddäus, Apostel.

Donnerstag, 29. Oktober. Vom Tage.

Freitag, 30. Oktober. Vom Tage.

Samstag, 31. Oktober. Vigil von Allerheiligen. VigiI- foft tag.

(Evangel. Matth. 18, 2335.)

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern dieses Gleichnis: Das Himmelreich ist einem Könige gleich, der mit seinen Knechten Rechenschaft halten wollte Äls er zu rechnen anfing, brachte man ihm einen, der ihm zehntausend Talente schuldig war. Da er aber nichts hatte, wovon er bezahlen konnte, befahl sein Herr, ihn und sein Weib und seine Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und zu bezahlen. Da fiel der Knecht vor ihm nieder, bat ihn und sprach: Habe Ge­duld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Und es er­barmte sich der Herr über diesen Knecht, liefe ihn los, und schenkte ihm die Schuld. AIs aber dieser Knecht hinausgegangen war, fand er einen seiner Mitknechte, der ihm hundert Denare schuldig war: und er packte ihn, würgte ihn und sprach: Bezahle, was du schuldig bist! Da fiel ihm sein Mitknecht zu Fügen, bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles be­zahlen. Er aber wollte nicht, sondern ging hin, und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld be- gahlt hatte. Da nun seine Mitknechte sahen, was ge­schehen war, wurden sie sehr betrübt: und sie gingen hin, und erzählten ihrem Herrn alles, was sich zuge­tragen hatte. Da rief ihn sein Herr zu sich und sprach zu ihm: Du böser Knecht! Die ganze Schuld habe ich dir nachgelassen, weil du mich gebeten hast: solltest oenn nicht auch du deines MitknechteZ dich erbarmen, wie auch ich mich deiner erbarmte? sind sein Herr ward zornig, uno übergab ihn den Peinigern, bis er , ^ ^ bezahlt haben würde. So wird auch T J} hwunllscher -Later mit euch verfahren, wenn ihr tucht, ein leder seinem Bruder, von Herzen verzeihet.

Bt^J^É^1^^ ösr Barmherzigkeit. â eisernen Bestand eines katho- & Äd Gotteshauses gehört der âchtsrftnhl der göttlichen Darm- Herztgkeik, der Beichtstuhl. Mit Ä^ ich: zum Bestand Denn in'einem ©ottes^ Gotteshauses, suchst du umsonst nadAinem hort man immer wieder Stimmen au^h» n^ feer von uns getrennten Christen feie^i* m ^O^ Trost der hl. Bricht selmen nac£> dem

lehnender Stellung gegenüber dem Beichtinstitut. Und sicher ist, daß der Mensch aller Zeiten und insbesondere der moderne Mensch sich sträubt gegen die Verdemütigung, die mit der Ohrenbeicht ver­bunden ist, und daß die Katholiken sich dazu nur verstehen aus der Ueberzeugung, daß ohne Beicht für den Sünder keine Verzeihung zu erwarten ist. Wer immer aber in dieser Ueberzeugung dem Rich- terstuhl der Buße naht, für den ist er eine Quelle der Reinigung und Heiligung, eine Quelle des Trostes und der Ermutigung, eine Quelle idealen Strebens und sittlicher Vollendung. Alle nötigen Härten vom Empfang des Bußsakramentss auszuschließen, das ist die Aufgabe und der Zweck des Deichk- stuhles.

Das römische Rituale hat darüber folgende Be­stimmung:Der Priester habe in der Kirche einen Beichtstuhl, in welchem er die Beichten abnimmt; dieser stehe an einem zugänglichen, sichtbaren, pas­senden Ort der Kirche und sei mit einem durch­brochenen Gitter versehen, das zwischen Priester und Beichtkind angebracht ist."

Gewöhnlich stehen die Beichtstühle an den bei­den Seiten des Langhauses, in eine Mauernische eingebaut. Bei Platzmangel steht er auch manchmal am Eingang der Kirche oder im Chor. In der Sa­kristei befindet sich außerdem ein Beichtstuhl für Schwerhörige, damit auch sie ohne Furcht vor Preis­gabe ihrer Geheimnisse ihr Gewissen öffnen können. Im Innern enthält der Beichtstuhl einen Sitz für den Priester und an der Außenseite einen Knie­schemel für das Beichtkind. Zwischen Beichtvater und Beichtkind befindet sich ein durchbrochenes Gitter, das bisweilen nach innen noch mit einem Tuche verdeckt ist. Nach außen ist gewöhnlich noch eine Wand oder ein Vorhang. Wozu all diese Einrichtungen? Einmal zum Schutz des Lsichr- gehrmmisses. Es ist das heiligste und delikateste aller Geheimnisse und wird deshalb mit peinlicher Sorgfalt durch einen entsprechenden Beichtstuhl ge­schützt, so daß kein Laut nach außen dringen kann. 3nm andern soll der Beichtvater möglichst verdeckt und gleichsam ausgeschaltet werden. Nicht einen Menschen sollst du im Beichtstuhl suchen, sondern Gott. Drum verschwindet der Beichtvater nach Mög­lichkeit, um das Hervortreten und Walten ©altes kräftig auszudrücken. Nicht einem Menschen be­kennst du deine Sunden, sondern dem allwissenden Gott; nicht ein Mensch läßt deine Sünden nach, son­dern^ Gottes Allmacht und Barmherzigkeit. Sobald wir also den Beichtstuhl betreten, sollen wir mit unserm Hergott allein sein, und alles Menschliche soll hinter uns verschwinden.

Als Richterstuhl der göttlichen Barmherzigkeit soll der Beichtstuhl nicht bloß praktisch sein für Beichtvater und Beichtkind, sondern auch in seinem Aufbau imposant und künstlerisch.

Hervorragend schöne Beichtstühle sah ich auf einer Reise durch Tirol in der Pfarrkirche zu Bozen. Oft findet man ja bei diesen Tirolern die religiöse

und künstlerische Ader harmonisch verbunden. Be­sonders gefielen mir die Embleme, die allenthalben an den Beichtstühlen angebracht waren. Da kräht zum Beispiel von der Höhe eines Beichtstuhles ein Hahn: er soll zur Buße mahnen, wie er ja auch den Petrus einst zur Besinnung gebracht hat, daß Tränen aus seinen Augen stürzten. Ein anderer Beichtstuhl ist mit der Tafel der 10 Gebote ge* schmückt. Der Dekalog ist eben der Normalbeicht- spiegel für jeden Christen. Auf der einen Seite des Beichtstuhls sah ich eine Rule, auf der entgegen­gesetzten eine Arons, um anzudeuten, daß wir in der Beicht uns selber strafen und dafür die Krone der Gnade und Seligkeit erlangen An einem an­dern Beichtstuhl prangen Kreuz, Anker und Herz. Sinnbilder der drei göttlichen Tugenden, die ja bei jeder Beicht gründlich geübt werden. Auch eine ge­schnitzte Wage nahm ich wahr, die auf ein Handels­geschäft schließen läßt. Denn in der guten Beicht verkaufen wir gleichsam unsere Sünden um den Preis der Reue und Anklage und wir erhallen dafür Gnade, Friede und die Anwartschaft auf die Seligkeit. Endlich gewahrte ich eine Sanduhr, feie hinweist auf jene Stunde, in der die Uhr unseres Lebens abläuft und die uns vor das Angesicht des Richters stellt,der alles Verborgene ans Tages­licht bringen und die Absichten der Herzen offenbar machen wird". Merke, daß die schönste Zier der Beicht und die beste Garantie völliger Verzeihung kindliche Aufrichtigkeit ist. Laß dir deshalb den guten Rat erteilen, deine Beicht immer so zu ver­richten, als ob du gleich beim Verlassen des Beicht­stuhls sterben würdest und hintrsten müßtest vor das untrügliche Auge der göttlichen Allwissenheit.

So laßt uns stets, wie der hl. Paulus uns er­mahnt,mit Vertrauen Ijhtlrefen zum Thron der Gnade", zum Richterftuhl der Buße, zur hl. Seicht. Alles Disputieren hat da keinen Wert. Nur feie Praxis der Beicht, der öfteren, guten Beicht wird dir ihren Segen erschließen, daß es dir ergeht wie jenem Mann, den der Pfarrer Vianney fragte, wie er mit seiner Beicht zufrieden sei.Hochwürden", antwortete er,nicht um tausend Franken wäre mir diese Beicht feil".

Freunde! Es naht das Fest Allerheiligen. Vom Himmel oben höre ich eine Stimme:Nichts Un­reines kann in das Reich Gottes eingehen". Ge­rade dieses Fest soll uns eine willkommene Gelegen­

heit bieten, dem Himmel wieder näher zu kommen durch eine gute Beicht. Dann öffnet sich uns auch der Zugang zur hl. Kommunion und zum Schatz der Ablässe, welche die Kirche so verschwenderisch zur Verfügung stellt für die Abgestorbenen am TageAllerseelen". In unserer Sterbestunde aber mögen die Engel das Wort des Psalmisten an- stimmen:Selig die Menschen, deren Sunden na - ^K^§?^ unb bereit ü^ificfdtcn DGTQcbCH fnw

Der Burgpfarre t,