Ausgabe B
55. Zahrg.
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Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels
Ecschrlnt jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe ^Zö Goldpseaalg B 43 Goldpfeuirlg (frrlâl.) Nedaktians schlug Montag Anzsizen-Preise: Colonslzeile im AnzrlgeMeil 0,15 Äold.nic', Colonrlzrile im Reklamrteir 0,63 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Zeb. 0,13 Goldmark. Porto extra- Anzeigen .müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckersi in Fulda sein.
Druck und Beüaz der Fuldas SEctienbruferai. Verlagsart Fulda.
Wochenkalender.
Sonntag, 18. Oktober. 20. Sonntag nach Pfingsten, Lukas, Evangelist.
Montag, 19. Oktober. Petrus von Alkantara, Bek., f 1562
Dienstag, 20. Oktober. Johannes von Konti, Bek., +1473. Wendelinus.
Mittwoch, 21. Oktober. Hilarion, Abt, f 371. Ursula, u. Gefährtinnen, Märt, zu Köln, f 451.
Donnerstag, 22. Oktober. Vom Tage.
Freitag, 23. Oktober. Vom Tage.
Samstag, 24. Oktober. Raphael, Erzengel.
Zwanzigster Sonntag nach Pfingsten.
'M ^â°angel. Joh. 4, 46 —54.)
jener Zeit lebte ein Köniulicher, dessen Sohn zu Kapharnaum krank lag. Da dieser gehört hatte, daß Jesus von Judäa nach Galiläa gekommen sei, begab er sich zu ihm, und bat ihn, daß er hinabkomme, und seinen Sohn heile; denn er war daran, zu sterben. Da sprach Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nichts Der Königliche sprach zu ihm: Herr, komm hinab, ehe mein Sohn stirbt. Jesus sprach zu ihm: Geh' hin, dem Sohn lebt. Und der Mann glaubte dem Worte, welches ihm Jesus gesagt hatte, und ging hin. Und da er hinabging, begegneten ihm seine Knechte, verkündeten ihm, und sagten, daß sein Sohn lebe. Da erforschte er von ihnen die Stunde, in welcher es mit ihm besser geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verliest ihn das Fieber. Da erkannte dec Vater, daß es um dieselbe Stunde war, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause,
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von der Ranzel.
n der Ausstattung unserer Kirchen ^ spielt außer dem Altare die Kanzel eine große Rolle. DaS Wort „Kanzel" ^V^AU^ kommt vom lateinischen „cancelli“, das so viel bedeutet als „Schranken". Zur Abgrenzung des Chores gegen .. . , , daS Schiff der Kirche waren und
uns auch heute noch Schranken angebracht. In diese ^X?™7^ beiden Seiten ein Stuhl
' ISS ™‘ Eem Sitze nach hinten und einer -»rustung und einem Pult nach vorn. Dies- Ein- bombte fÖe "^â" geheißen. Da hinauf schritt, SÄ herrlicher Gewandung und
Büchern u^"?-^ ^kou, um aus den liturgischen SemfcÄ^ dem Ambo der schien linken Seite das G^^r "^ auf dem Ambo zur das Meßbuch auf ^ m’1^” Olesen. Dabei wurde der AmL gr^^u^ -Bisweilen war Raum zu gewähren. ' Nach der iLviü»?^?^ ^5"gern von ihren Plätzen neben bem Sä‘Ä 'ie liturgischer Gewandung, zum Ambo hinaus"/? ^ ’n figurenreichen Melodien das Graduale vo'r-a^^-" $»•2*W T® **• «SÄ® Uenu noch „Graduale" oder „Stufsngelana". wül
eben die Sänger die Stufen zum Ambo hinaufstiegen, um ihn zu singen.
Von diesem Ambo aus wurde auch vom Bischof oder seinem Stellvertreter die Predigt gehalten. Ursprünglich aber befand sich der Predigtstuhl des Bischofs, auch Kathedra oder Thron genannt, an einem erhöhten Platz hinter dem Altar. Von dort aus konnte der Bischof über den niedrigen Altar wegsehen und mit Blick und Wort die Geistlichkeit und das Volk erreichen und beherrschen. Von dieser „cathedra“ heißen heute noch die Bischofskirchen auch „Kathedralen". Davon kommt auch der Ausdruck „Katheder" für einen Lehrstuhl in der Schule.
Als die Kirchen größer geworden waren, war der Platz hinter dem Altar oder auf dem Ambo ungeeignet. Um leichter predigen zu können uno vom Volke besser verstanden zu werden, errichtete man tm Schiff der Kirche, nicht allzuweit von den Chorschranken entfernt, den Predigtstuhl, der in Anlehnung an seinen früheren Standortbei den „cancelli“ „Kanzel" genannt wurde und heute noch so genannt wird. Davon kommen auch noch einige Ausdrücke tm Weltleben, z. B. „Kanzlei". d. h. eigentlich ein Platz hinter den Schranken, wo die Beamten sich aufhalten. Die Worte „Kanzlist" oder „Kanzleirat" sind ebenfalls geläufig, während der Ausdruck „Kanzler" dem obersten Beamten des Reiches vorbehalten ist.
Die „Kanzel" ist der Ort, von dem das Wort Gottes erschallt. Ihrer hohen Aufgabe entsprechend ist sie oft ebenso imposant als künstlerisch ausgestattet. Sie besteht aus dem Sockel, dem Treppenaufgang, dem Predigtraum mit der Brüstung und dem Schall- deckel. Schon Sockel und Aufgang zeigen oft künstlerischen Schmuck. Ich sah Unterbauten und Aufgänge, die mit Engeln, Propheten und anderen heiligen Gestalten bevölkert sind. Den reichsten Schmuck har in der Regel die Brüstung zu verzeichnen. Gewöhnlich haben die Evangelisten oder deren Embleme dort ihren Platz, w.il eoeu von der Kanzel das Eoangelium gelesen und ausgeleu wird. Im Innern des Schalldeckels findet sich meist die Taube angebracht, das Sinnbild veS hl. Geistes, der den Prediger und die Zuhörer erleuchten fol. Auf dem Gip èl des Schalldeckels steht bisweilen ein Engel mit dec Posaune oder den Gesetzestafeln. Man liebt es auch, besonders an Festtagen den Rand der Kanzel- brüstung mit einem Tuch aus Leinwand oder anSerm Stoff mit Stickereien oder einem Spruch zu zrsren.
Noch muß ich den sogenannten „Lermer" erwähnen, der ebenfalls in viele» Kirchen zu sehen war, beute aber am Absterben begriffen ist. Der „Lettner" in eine künstlerisch gestaltete Wand zwischen Chor und Schiff mit Durchgängen und Durchblicken zum Altar. Oven ist Raum für den Pcedigtstuit und für Die Orgel. Da solche „Lettner" den Ausblick zum Altar behindern, hat man sie fast überall abgebrochen und keine neuen mehr errichtet. Nur als ehrwürdige Altertümer sind einige bis zu diesem Tag siegen geblieben.
Die Kanzel ist der Ort der Predigt, den der Geistliche nach langer, mühsamer Vorbereitung mit klnvk-nhem £-*—— — h heiliger Ehrfurcht und in
I fronet Begeisterung besteigt. Die Predigt ist nach dem Willen des Heilandes der ordnungsgemäße Weg» zur Erkenntnis unö Liebe Goties, der ordnungs«- gemäße Weg zum Himmel. Denn wie spricht der Herr zu seinen Aposteln und ihren Nachfolgern? „Gehet hinaus in alle Welt und prediget aller Geschöpfen". Die Freude am Wort Gottes ist heut« noch daS Merkmal echter Gotteskmder. Denn „wrl aus Gott ist, der höret Gottes Wort", spricht bet Herr.
Was sollen wir also von jenen Kaiholiken tagen, die pcedlgtscheu geworden sind? Die aus der Kirch« forilaufen, wenn der Prediger den Weg zur Kanzel einschlägt? Oder die sich draußen herumtreiben, biS das Amen vorüber ist? Oder die gleich nach der Anrede sich zum Schlafen anichicken? Solche Katholiken sin) entweder so beschränkt, daß sie von der Predigt nichts verstehen, oder so gescheit, daß sie alle- schon besser wissen wie der Priester, der viele J ihrs lang seine Theologie studiert hat. Du lobe ich mir den Bffchof Krlleler, der noch als Bischof und oe« rühmtet Kanzelredner, mit Vorliebe eine Dorfkirche besuchte und Sie Predigt des ersten besten Pfarrers ooer Kaplans hörte. Denn, pflegte ec zu sagen, ich habe noch nie eine Predigt gehört, aus der ich nicht etwas hätte lernen können.
Freue dich also, christliche Seele, wenn der Pcieste" die Kanzel besteigt. Schenk« seinem Worte Ehrfurcht und Aufmerksamkeit. Merke nicht so sehr darauf wer etwas predigt, sondern was gepredigt wird. Falls nicht über den Prediger her mit dem Messet oer Kritik; wirf auch nicht seine Lehren in ein durch- iö Herres Sieb, sondern halte es mit der lieben Mutter Gottes, von der geschrieben steht: ^Mana aber bewahrte alle disis Worte und überlegte sie in ihrem Herzen". Besprechet auch die Predigt zu Hause über den Sonntag. Ein Nuchbarpsarrsr bat kürzlich in der Sch sie gefragt, was gepredigt wurde. Ein Zub konnte ihm Beschsid sagen. Avec, mein Kind, mit du denn in der Predigt gewesen? Nein, erwiderte S-c Knabe. Aber woher weißt du beim die Predigt? I h habe meine Mutter gefragt, und die hat es mit erzählt! Sieh, christliche Mutter, da kannst du dir große Veroisnste erwerben. Die Frau soll nach der Vocichctft de- VölkeraPo kels in her Kirche schweigen. Zu Hause aber soll sie reden. Das kannst du nur, wenn du bet der Predigt aufmerksam zugehört hast. Der Burgpfarrer,
Das heilige Gpfer.
„Die heilige Messe ist mein Himmel" pflegt« - ein Heiliger zu sagen. So oft wir der heiligen Messe beiwohnen, sollte es uns fein, als ob ein Stück vor: der Herrlichkeit des Himmels uns in den S-votz fiele. Freilich müssen wir auch mit beiden Landen unserer Seele darnach greifen. Geist und Herz müssen sich bemühen, aus dem Gnadenqueil des heiligen Opfers recht viel Segen zu schöpfen. Drum sagt die Kirche zu uns: „Du sollst die heilige Mesie .. . mit Andacht hören!' Lassen wir die AndacU