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Ausgabe B

Kassel, freit H. Mtsder 1925,

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Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels Erscheint jede» Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A35 G »Id Pfennig 3 4) Goldpfennig (fcsibl.) Redaktions­schluß Montag Anzelgen-Pceise: Colonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonslzeile im ReklamNeil 0,60 Goldmark, Bet Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Zeb. 0,10 Goldmark. Porto extra> Anzeigen fmüfsenstpätestens bis Montag morgens im Brsiß der Fuldaer Actiendruckersi in Fulda sein.

Druck und Verlag der Fuldas L-tiendruck-r-i. VrrlagssrtM»-.

wschenkülMdsr.

Sonntag, 4. Oktober. 18. Sonntag nach Pfingsten.

Franziskas von Assisi, Bek., f 1228.

Montags 5. Oktober. Placidus und Gefährten, Mart,

Dienstag, 6. Oktober. Bruno, Ocdensstifter, f 1101. Mittwoch, 7. Oktober. Fest des hl. Rosenkranzes. Markus, Papst, Bek., Sergius u. Gef^ Mart., t 338.

Donnerstag, 8. Oktober. Brigitta, Ww., f 1373.

greitoii, 9. Oktober. Dionysius u. Gefährten, Mart.,

Samstag, 10. Oktober. Franz Borgia, General der Gesellschaft Jesu, Bek., f 1572.

âMWMer Sonntag nach Pfingsten.

(Evangel. Matth. 9, 1

' In jener Zeit stieg Jesus tn ein Schifflein, fuhr über, und kam in seine Stadt (Kapharnaumi. Und stehe, sie brachten zu ihm einen Gichtdrüchigen, der auf einem Bette tag. Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, einige von den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott! Und da Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denket ihr Böses in euern Herzen? Was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir ver­geben, oder zu sagen: Stehe auf und wandte umher? Damit ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe, die Sünden zu vergeben auf Erden, sprach er zu dem Gichtbrüchrgcn: Steh auf, nimm dein Bett, und geh in dein Haus! Und er stand auf, und ging in sein Haus. Da aber das Volk dieses sah, fürchtete es sich, und pries Gott, dersolche Macht den Menschen gegeben hat.

Rosmkranz-Zesè.

m Oktober, als» in der Zeit, in welcher der Herbst beginnt, die äußere Natur rauher, unfreundlicher und unwirt­licher wird, Stürme und Kälte all­mählich nahen und die Menschen in

. das Innere ihrer Wohnungen, in

., den lieben, trauten Kreis der Familie n^äangen, da sammelt die Kirche ihre Kinder X ^ flcniemfamem Gebet, zur besonderen V-r° 4 K^ Die Mutter ist ja der Mittelpunkt der Familie. Und in der Jetztzeit in fr« nicht nur tn der Natur draußen Herbst und -e-unter nahen, sondern auch im öffentlichen Leben !» vorhanden sind da bränap^rA^v ^-^ Zustande I der Kirche mehr a^innO i "^7 gläubigen Kinder

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(protestantische) Kirche gewiß warm. Die Mutter est ja (dann) in unsere Kirche gekommen. Wie eine Rose wird sie aufblühen aus den kalten Steinen unsrer (protestantischen) Kirche. Ich grüße dich, holdselige Mutter." So dieser Protestant. Wir Katholiken brauchen die Mutter Maria _nid)t erst zurückzuholen. Wir find ihr immer treu / v den. Wir brauchen nur in einer Zeit, wo selbst ^c -^^vers- gläubigen sich die Sehnsucht nach der him schen Mutter geltend macht, uns um so inniger um* kind­licher um sie zu scharen.

Wodurch geschieht dies in ganz besonderer Weise? Durch den Rosenkranz.

Das beim katholischen Volk so beliebte Rosen- kranzgebet eignet sich in ganz hervorragendem Grade zum gemeinsamen Gebet und damit zum Familien- gebet und zum öffentlichen Gottesdienst. Die Kraft des einzelnen ist schwach. Durch Vereinigung mit anderen kräftigt, stärkt und vermehrt sie sich. Die Stimme des Einzelnen schwillt in Verbindung mit vielen anderen zum mächtigen Chor und brauenden Orchester an, wie die einzelnen Wassertropfen in gewaltigen Vereinigungen mit vielen anderen zum mächtigen Strome und unabsehbaren Meere werden. So wird auch das Rokenkranzgebet einer die ganze Kirche füllenden Anzahl von Gläubigen zu einer großartigen Kundgebung religiösen Lebens. Einer reißt den anderen mit sich fort, weckt im Nachbarn Frömmigkeit, Andacht und Liebe zur Gottesmutter und ihrem Kinde. Ein gemeinsames Band der Liebe umschlingt alle. Jeder einzelne betet gleichsam mit der mächtigen Stimme der ganzen Gemeinde. Die Andacht aller wird zur Andacht des einzelnen. Die Schwächen des einzelnen, seine Abirrung der Ge­danken und unfreiwilligen Zerstreuungen werden ausgeglichen, ersetzt und ergänzt durch die Andacht der Umgebung. Alle Anliegen der einzelnen Beier werden als gemeinsames Anliegen Gott und seiner hl. Mutter vorgetragen. Und wieviele betrübte und beladene Herzen befinden sich unter einer solchen Menge von Betern! Mit vereinten Kräften be­stürmen sie alle den Himmel um sich, flehen sie das Mutterherz Mariens an.

Und welche Fülle von Licht, Hilfe, Kraft und Trost muß sich vom Himmel herab ergießen über die betende Gemeinde, die mit großer Innigkeit immer wieder den englischen Gruß ousspricht, wie eine Meeresflut immer von neuem wieder anhebt, den Himmel bestürmt und gleichsam mit Gewalt Gnaden erfleht! Ungeheuere Innigkeit und großes Vertrauen liegt, in dieser Wiederholung. Und die ganze Gemeinde beruft sich immer wieder auf die unendlichen Verdienste Christi, wallfahrtet gleichsam bei jedem Ave zu einem Geheimnis der Erlösung, trinkt immer wieder, 10 Mal nacheinander, aus diesen unerschöpflichen Quellen der Gnaden. Wie einst Moses in der Wüste mit seinem Stab an den Felsen schlug, bis Wasser hervorsprudelte, so schlägt die mächtige Welle des gemeinsamen Gebetes an die Erlösungsgeheimnisse, um uns durch die Fürbitte Mariens der Früchte derselben teilhaftig zu machen. Wieviele Bekehrungen, welche Fülle von

Mut, Trost, Stärkung, von guten Gedanken und Vorsätzen, von Erleuchtung und Reue, von Hilse für die Seelen, muß das gemeinsame Nosenkrauzgebet erflehen!

Mit welcher Freude muß Christus zugegen sein inmitten der betenden Gemeinde, da er ja versicherte, daß er schon, wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind, in ihrer Mitte sein werde! Und mit welch gnädigem Blick wird Maria Herabschaueil auf die öffentlich dargebrachte Huldigung, auf bie; große Schar ihrer Kinder, die sie so innig verehrend Der hl. Erzengel Gabriel und alle hl. E igel um­schweben die betende Gemeinde und beten mit ihnen.' Denn dec immer wieder erschallende Gruß an Maria ist ja der englische Gruß, stammt aus den Reihen der hl. Engel,'aus dem Munde Gabriels, dessen vor fast 2000 Jahren angestimmter Lobpreis auf Maria fortklingt durch alle Jahrhunderte. U Aufgabe Der Engel ist es ja, die Gebete der Menschen empo:- (utragen zum Throne Gottes. Und wenn Engel und Menschen über den ganzen katholischen Erdkreis hin, wenn Christus im Tabernakel und seine um ihre Fürbitte angeflehte Mutter zum Lobe des drei­einigen Gottes versammelt sind, muß dec ewige Vater mit Freude herabblicken und geneigt sein, Unheil und Drangsale von uns abzuwenden, mit den verdienten Strafen uns zu verschonen, Besserung unserer traurigen Zeilverhältnisse zu gewähren. O, würden dem Wunsche des hl. Vaters gemäß, alle Katholiken des Erdkreises, besonders int Monat Oktober, leiblich oder wenigstens geistig, an dem gemeinsamen Rosenkranzzebet sich beteiligen, es müßte besser werden auf Erden,

Der Burapfarcer.

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Ein ^eld.

Brix Haufen war mein Jugendfreund, und dar­auf bin ich stolz.

Er war einige Jahre früher als ich Student geworden und bei uns Studenten wegen seiner kleinen Gestalt unter dein SpitznamenDreivier­telstudent" bekannt. Das stand aber nicht auf sei­ner Visitenkarte, unb keiner wagte es, ihn in seiner Gegenwart so zu bezeichnen, denn sein Höhenmatz war seine wunde Stelle.

Früher war er Protestant gewesen. Eines Ta­ges fiel er in schwere Krankheit; es war für ihn die Stunde der Gnade. Die Krankheit nahm einen solchen Verlauf, daß der Arzt jede Hoffnung auf- gab. Das war nun feiner alten, strenggläubigen Mutter um so schrecklicher, als ihr Sohn den Glau­ben vollständig eingebüßt hatte. Sie konnte sich nicht dabei beruhigen und sagte ihm also:Mein lieber Sohn, es nimmt mit dir eine schlimme Wen­dung. Soll ich nicht den Priester rufen? Sm meinte den Prediger: aber die dänischen Breülg werden Priester genannt. Zu ihrer Ueberraschu g agte der Kranke:Ja", und zu ihrer Bestürzung. fügte er hinzu:Aber bitte einen katholischen, m,t den anderen will ich nichts zu tun haben. Nun war alles Katholische der guten Frau so unbekannt,