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Der beste Kameras.

Für den Schutzongolmonat.

Daß Kinder einen Schutzengel haben, sagen uns die klaren, unzweideutigen Worte Jesu, als er Die Kleinen zu sich kommen ließ". Diese Heilands­worte lauten:Ihre Engel im Himmel schauen all­zeit das Angesicht meines Vaters, der im Himmel ist". Dieser Satz ist der Grundquader der katholi­schen Schutzengel-Lehre. Dazu kommt die Tatsache, daß der göttliche Heiland von der Krippe bis zum Grabe als menschgewordener Gottessohn von En­geln begleitet war. Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft; Engel sangen über Bethlehems Fluren; ein Engel warnte Joseph im Traum vor Herodes; Engel bedienten den Heiland nach der Versuchung in der Wüste; ein Engel kam vom Himmel aus den Oelberg und stärkte den Herland in seiner Todesangst; ein Engel hob bei der Auf­erstehung den Stein vom Grabe, und ein Engel saß im leeren Grabe nach der Auferstehung und sprach:Der, den ihr suchet, ist nicht mehr hier", und Engel erschienen am Himmel, nachdem der Heiland bei der Himmelfahrt im unermeßlichen Weltraum verschwunden war. Kurz, die katholische Engel-Lehre ist in der Heiligen Schrift begründet wie nicht leicht ein anderer Glaubenssatz; dabei haben wir die alttestamentlichen Engel noch gar nicht erwähnt. Den Engel mit dem flammenden Schwerte vor dem verlorenen Paradiese, die Engel, welche Lot aus Sodoma und Gomorra führten, der Engel des Tobias und die Engelscharen, weiche der Patriarch Jakob im Traum auf der Himmelsleiter sah. Auch die zwei goldenen Engel über der Bun­deslade feien nicht vergessen. Es gibt Engel, und ein jeder von uns hat einen Engel, und zwar ist die­ser Engel der treueste Freund des Menschen und sein bester Kamerad. Wir würden alle miteinander vor vielen und vor großen Torheiten im Leben be­wahrt, wenn wir diesen treuen, himmlischen Kame­raden besser schätzen würden, als wir es leider tun, zumal aber, wenn wir mehr auf seine Stimme hören würden. Diese Stimme ist die Stimme des Gewis­sens. Jawohl, meine lieben Freunde, wenn sich in unserer Seele so oft ein Mahnen und ein Warnen regt:Das sollst du tun oder das sollst du nicht tun", das ist jedesmal eine Schutzengelstimme im Auftrage Gottes. Und deshalb sage ich noch ein­mal: Wir alle haben einen Kameraden, einen bessern gibt es nicht. Dieser Kamerad ist unser heiliger Schutzengel. Der geht mit uns durchs Leben im gleichen Schritt und Tritt; er geht an unserer Seite, wenn die Trommel schlägt zum Streite für unsere heiligen katholischen Ideale. Doch mit Wehmut denke ich daran, daß vielleicht auch von manchen aus euch der gute Kameraden-Vers gilt: Eine Kugel kam geflogen, gilt sie mir oder gilt sie dir. Ihn hat es weggeriffen." Doch freilich in einem anderen Sinne, als wie das Kameradenlied meint. Die Kugel kam geflogen aus einem religions­feindlichen Gewehrlaus, war einDumm-Dumm"- Geschoß noch dazu, und hat ihn weggerissen, und zerfetzt liegt der Schutzengelglaube der Kinderjahre zu deinen Füßen. O, ihr, meine lieben Freunde, laßt euch den Schutzengelglauben, den Glauben an euren himmlischen guten Kameraden ja nicht mit denDumm-Dumm"-Geschossen einfäl­tiger Glaubensspöttereien von der Seeleweg- putzen".

Ich habe während des Krieges von einem lieben, ehemaligen Schüler einen Feldpostbrief be­kommen, worin er mitteilte, daß er das Eiserne Kreuz 1. Klasse erhalten hatte. In diesem Brief kommt die schöne Stelle vor:Jetzt, da heraußen im Schützengraben lerne ich erst richtig glauben, daß es einen Schutzengel geben muß; freilich, beten muß man richtig, dann spürt man die Schutzengel- nähe gar bald."

Ja, sagst du, lieber Leser, wenn ich den Schutz­engel sehen würde, so wie der junge und der alte Tobias ihn gesehen hat, dann würde ich auch an ihn glauben. Und dennoch siehst du ihn, siehst ihn handgreiflich; denn er nimmt gar oft Menschenge­stalt an, indem er zu ihr spricht als Vater, als Bru­der, als Priester, als Lehrer, und besonders als ein echter, guter Freund. Jawohl, das sind eure Schutz­engel in Menschengestalt. Ehret sie wie Tobias den Engel geehrt hat, welchen ihm Gott der Herr Lils Begleiter sandte. Hast du gar das Glück, einen echten, guten und treuen Kameraden zum Freund für das Leben gefunden zu haben, einen Kamera­den, welcher dir feine Liebe nicht bloß in zärtlichen

Schmeicheleien, sondern in offener Wahrheitsliebe zeigt, dann fei doppelt froh und glücklich darüber; denn ein Schutzengel in Menschengestalt ist ein wahrhaft guter Freund.

Denken wir alle miteinander am Schutzengelfest daran, daß seit uralter Zeit auch das deutsche Volk einen Schutzengel hat, den heiligen Erzengel Michael. Von dieser nationalen Schutzengelschaft stammt ja die BezeichnungDeutscher Michel". Bitten wir heute, am Schutzengelfest des deutschen Volkes, daß er das deutsche Volk vor dem Sturz in den Abgrund bewahren möge. Schon kniet unser Volk am Rande dieses Abgrundes und hascht nach Blumen, welche dort unten blühen und glühen. Deutsches Volk, laß dich halten von der erzbeschienten Faust deines Nationalengels, auf daß du in diesen greulichen

Ein Engel steht zu meiner Seite, Vom Himmelsvater mir gegeben, Er gibt mir treulich das Geleite Durch dieses mühevolle Leben.

Schon als Kind die Mutter mein

Lehrt mich beten innig fromm: O heiliger Schutzengel mein, Hilf, daß ich in den Himmel komm!"

Wer könnte wohl ohn' seinen Engel Durch die Gefahr der Jugend gehn? Wer wollte in dem Tal der Mängel Auf seinen eignen Füßen stehn?

Wenn die Versucher mich umrungen. Wenn Satans List mich will verblenden, O Engel, halte mich umschlungen, Tu die Versuchung von mir wenden!

Beschütze mich an Leib und Seele, Erhalte mich in Gottes Gnade, Hilf, daß den Weg ich nicht verfehle Hin zu dem himmlischen Gestade.

Ruft mich einst Gott zur Rechenschaft

Am Ende meiner Tage, Versinkt der Leib in Grabesnacht, O Seele, nicht verzage.

Der Engel, der mein Leben lang Zu meiner Seite stand, Führt dich o Seele, sei nicht bang, Ins ew'ge Heimatland.

K Divve« bei Fulda.

Gluten nicht versinkst. Bitten wir den heiligen Erz­engel Michael, daß sein Flammenschwert zum Flam­menwerfer werde gegen die dunklen Mächte und Kräfte, welche diesen Tiefen zu entsteigen drohen. Deutsche, katholische Jugend! Bilde du unter dem Kommando des heiligen Erzengel Michael ein geistiges Flammenwerferkorps in der Armee Jesu Christi, und zwar das Flammenwerserkorps des herrlichen katholischen Lebensidealsl

Das Engelchen.

Von Elsbeth Düker.

Aelteren Leuten ist das Jahr 1847, welches der Revolution im deutschen Reiche vorherging, in schlim­mer Erinnerung, denn es war eine Zeit großer Teuerung, und viele Arme waren sogar der Hungers­not preisgegeben.

In der Altstadt Kölns, mit den traulichen Häu­sern, welche sich so verträglich aneinanderschmiegten, und deren vornübergebeugte Giebel sich alte Geschichten zuzuflüstern schienen, ging das graue Gespenst der Not und Sorge von einer Türe zur anderen, und oftmals setzte ein Armer die schweren Messingklopfer an den eichenen Haustüren in Bewegung, um wenig­stens einige Küchenabfälle sich zu erbitten. Der Scheffel Kartoffeln kostete anderthalb Taler; und manches Bäuerlein, das mit Vorrat in die Stadt zu fahren im Begriff war, und derweil den reichen Verdienst berechnete, wurde vor den Toren schon von Hungernden überfallen, der kostbaren Nahrungsmittel

beraubt und mußte, ârmee als vsrhsr, wieder hWi wärrs ziehen.

Aus einem der alten Häuser amAlten Markt", das so stolz auf seine Umgebung schaute, als wären unter seinem spitzen Giebeldachs die Not und Sorge unbekannte Gäste, trat soeben ein kleines Mädchen die steinerne Vortrsppe hinunter. Daß sie zur Schule gehen wollte, ließ die Tasche am Arme erraten. Sie sah so zart und blaß aus, als wisse sie auch, wie Weh der Hunger tut; doch dem war nicht so. Sie hatte wohlhabende Eltern, deren Stolz und Freude das einzige Töchterlein war, und die für das tägliche Brot und noch darüber sorgten. Die Kleine hatte in der Taufe von Ihrer Patin den schönen Namen Hildegard erhalten.

Munter trippelte sie über den Marktplatz, grüßte anmutig zurück nach den Fenstern der Wohnstube, wo die Mutter stand und ihr nachblickte. Hildegard war erst seit kurzem von schwerer Krankheit genesen und deswegen noch der Gegenstand zarter Sorge ihrer Eltern. In der Butterbrotsdose harrten ihrer zwei leckere Brötchen und extra feine Schinkenwürfel- chen in einer Tüte daneben. Der neu erwachte Appetit sorgte schon für das Verspeisen während der Freiviertelstunde. Plötzlich sah Hildegard ein armes Mädchen, das etwas von der Straße aushob, um es zu essen.

Aber pfui! Wie kannst du so etwas Unappetit­liches essen!" rief ihr die kleine Hildegard zu.

Ich bin aber so hungrig," sagte die arme Kleine, und habe seit gestern mittag nichts mehr gegessen." Man konnte es ihr glauben, denn hohl und hungrig blickte das dunkle Auge in dem schmalen Gesichtchen. Da öffnete Hildegard ihr Büchschen, welches ihr zur Seite hing, und entnahm demselben eines der beiden Brötchen, welches sie dem armen Kinde gab. Schon griff dasselbe heißhungrig zu, als Hilde auch von dem leckeren Schinken dem Kinde reichte, welches hochbeglückt die seltenen Leckerbissen. Nie hatte die gute Hildegard ihr halbes Frühstück mit solche in Behagen verzehrt.

Mittags eilte sie schnell nach Haus und konnte kaum das Mittagsmahl erwarten, so daß sich ihre liebe Mutter sehr freute, als sie den Appetit der Kleinen sah.

Als am anderen Tage die kleine Hildegard wieder auf ihrem Schulwege war, sah sie schon von kettend, die kleine Arme dastehen und sie erwarten. Dieselbe war nicht allein, denn zwei, drei andere Hungrige, welche von der gestrigen Begebenheit erfahren hatten, warteten und hofften auf ein paar Bröckchen aus der Butterbrotssose der kleinen Wohltäterin. Als Hilde näher kam und alle Kinder sie umringten und so eindringlich baten:Gib mir auch etwas!" Mir auch!"Nur eine kleine Rinde!", da konnte das gutherzige Kind nicht widerstehen, bis alles ver­teilt war.

So ging es mehrere Tage fort, und das ganze Frühstück reichte lange nicht mehr aus; immer größer wurde die Schar, die darauf hoffte. Hildes Mutter konnte sich nicht genug wundern über den großen Appetit, welchen ihr Töchterchen ans der Schule stets mit heimbrachte; sie ahnte ja nicht im Geringsten den Sachverhalt, denn sie hatte doch sogar das Früh­stück noch um einige Schnitte vermehrt.

Die holde kleine Hilde hatte indes ihre Freude am heimlichen Wohltun; wie wohl wurde ihr beim Anblick der beglückten kleinen Esser! Tapfer bezwang sie in dem Gedanken daran den eignen Hunger, da ja ein Mittagsbrot ihr winkte.

Eines Nachmittags saß Hildegard mit ihrer Mutter am Fenster der Wohnstube, als eine Hau­siererin diese zu sprechen wünschte. Die Mutter trat auf den Gang hinaus und ließ die Tur west offen. Die arme Frau mit dem beweglichen Klein­handel pries ihre Waren an; plötzlich aufvlrckend sah sie Hildegard in der Stube und rief, ihre Rede unterbrechend:

Der Engel! Da ist ja das Engelchen."

Verwundert schaute die Hausfrau.

Was ist Ihnen, Frau?" sagte sie ernst.Meinen Sie meine Tochter da? Das ist do q kern

Doch, das ist das Engelchen, welches immer sein Frühstück meinen hungernden Kindern austerst.

Jetzt begann der Hausfrau ein Licht aMugehen. Kaum war die Hausiererin verschwanden, so der armen Hildegard eine Atrafrede leaste ,w sie noch keine erlebt hatte. Kcâbler^ hörte sie die Mutter, welche doch sonst »«««' gütig und freundlich war, schelten ^und toben. |M außer sich, drohte sie noch zum Schluß, es dem Bare