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Ausgabe B

Kassel, den 50. Kugust $925.

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Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels

Erscheint jeden Sonntan und kostet monatlich Ausgabe A35 Äoldpfennig B 49 Goldpfennig (fceibl.) R-daktians°

schlug Montag Anzeigen-Pcrise: Tolonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzeilr im Reklam-teii 0,30 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,19 Goldmark. Porto extra - Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckeret In Fulda sein.

Druck und Verlag der Fuwae Actiendrucksrsl. Verlagsort Fulda.

Wochenkalender.

Sonntag, 8g. August. 13. Sonntag nach Pfingsten. Rosavon Lima, Jgfr., f 1617. Felix u. Adauktus, Mart., f 333. Montag, 31. August. RaymunduS Nonatus, Kardinal, f 1240.

Dienstag, 1. September. Aegidius, Abt, f 700. Zwölf Brüder von Benevcnt, Mart.

Mittwoch, 2. September. Stephan, König von Ungarn, t 1038.

Donnerstag, 3. September. Vom Tage.

Freitag, 4.September. VomTage. Herz-Jes u-F r e i t a g.

SamStag, 5. September. Laurentius Justiniani, Patriarch von Venedig, f 1453.

vM-Muer Sonntag nach Pfingsten.

(Evangel. Joh. 17, 11-19.)

In jener Zeit, als Jesus nach Jerusalem reiste, ! ging er mitten durch Samaria und Galiläa. Und als

I er zu einem Flecken kam, begegneten ihm zehn aussätzige

j ""«pmnnèrnaan'" lerne stehen blieben. Und sie erhoben I bae nöHn* und sprachen: Jesus, Meister, erbarme

NEIN - ^nd da er sie sah, sprach er: Gehet hin, zeiget euch den Priestern! Und es geschah, indem sie

Stimme, fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen und

dankte ihm: und dieser war ein Samaritan. Da ant­wortete Jesus und sprach: Sind nicht zehn gereinigt worden? Wo sind denn die neun? Keiner findet üch, der zurückkäme und Gott die Ehre gäbe, als dieser Ausländer. Und er sprach zu ihm: Stehe auf und gehe hin; dün Glaube hat dir geholfen.

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vom Kirchturm.

on weitem schon ist er sichtbar, der Kirchturm. Hoch ragt er empor über die Häuser der Umgebung, aus dem Bilde des Dorfes oder der Stadt. Damit ist angedeutet, .^. daß die Kirche die Hauptsache ist in einer Gemeinde. Der Turm ist der Weg- , weiser zur Kirche. Die Kirche aber ist die Anstalt zur Seelenpflege. Und was die Seele wert ist, daran erinnert dich die Frage deines Heiandes: Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, an seiner Seele aber Schaden leidet? Eine Gemeinde, die keine Kirche besitzt, ist wie ein Baum ohne Wurzel, ein Vogel ohne Ftttgel, -tin Mensch ohne Kopf. Jede gutgesinnte Gemeinde betrachtet eine schöne Kirche als ihren Augapfel und ihren Schatz. Und wo noch keine Kirche ist, ua ist es für den Seelsorger und die Gläubigen . Èns größte Kreuz und sie setzen alle Hebel in Ve- I Legung und schrecken vor keinem Opfer zurück, um 1 tirt Gotteshaus zu erwerben.

Der Turm steht fest trotz Sturm und Wetter. I 6=0 'st er ein Symbol der Kirche, von welcher der .

Damit kommen wir an die Uhr, die gewöhnlich in den Turm eingebaut ist und deren Zifferblätter die Turmwände zieren, aus weiter Ferne sichtbar und selbst den Kinder verständlich. Die Uhr lehrt dich den unaufhaltsamen Schritt der Zeit. Nur ein einziges Mal ist die Uhr rückwärts geschritten. Lies das 20. Kapitel des viertes Buches der Könige. Dort wird vom König Ezechias erzählt, daß er an einer schweren Krankheit darnieder lag. Bestelle, dein Haus, ließ ihm der Herr sagen,. denn du mußt sterben. Da weinte der König wie ein kleines Kind und flehte den Herrn inständig unter heißen Tränen um Verlängerung seines Lebens an. Und der Herr sandte zu ihm den Propheten Jsaias und ließ ihm verkünden:Ich habe dein Gebet erhört; du sollst nicht sterben, sondern leben; und ich will zu deinen Lebenslagen noch fünfzehn Jahre .bin-

Heiland sagt, daß selbst die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen können.

Der Turm ist hoch. Er zieht unsere Augen in die Höhe und ist dadurch ein steinernesSursum corda", ein Wegweiser zum Himmel. Im Früh­ling dieses Jahres stand ich auf der Höhe des Pe­tersdomes im ewigen Rom. Welch prächtige Aus­sicht auf die Stadt, auf die Straßen, Kirchen und Paläste, auf die Kampagna und die nahen und fernen Berge habe ich da genossen. Der Glaube gibt uns noch schärfere Augen. Er läßt den Bück über den engen Horizont dieses Erdenlebens hin- überschweifen in das Land der Ewigkeit. Und wie klein sind doch von der Höhe betrachtet diese Menschlein, die da unten laufen und rennen wie die Ameisen. Wir sollten uns deshalb nicht so wichtig vorkommen auf diesem Erdenball. Glaubet nur: unser Herrgott wird auch ohne uns fertig, und die Welt wird ihren Lauf nehmen, auch wenn wir ein­mal nicht mehr da sind.

Auf dem Gipfel des Turmes ist das Kreuz. Recht so. Denn mit dem Kreuz steht und fällt un­sere Religion. Das Kreuz ist der Mittelpunkt der Weltgeschichte, das Kernstück der Erlösung.

Manchmal ist auf der Spitze des Turmes ein Hahn angebracht. Als Wetterhahn, der sich nach der Richtung des Windes dreht, ist er ein guter Barometer. Dabei erinnert er dich an die Un­beständigkeit und Unzuverlässigkeit aller mensch­lichen Wesen, Dinge und Einrichtungen. Denke an die Erfahrungen des königlichen Sängers Da­vid, die er in die traurigen Worte kleidet:Jeder Mensch ist ein Lügner". Wer hat nicht der Kriegs­anleihe blindes Vertrauen gesetzt? Und wie viel bekommst du jetzt? Wer hat geglaubt, daß die deutsche Kaiserkrone so rasch verwelkt? Laß dich darum von den Reizen dieser vergänglichen Welt und von eitlen Versprechungen der Menschen nicht in die Irre führen.

Und ist nicht der Hahn ein Sinnbild der Wach­samkeit? Ein Hahn mußte einen Petrus wieder zur Besinnung bringen. Drum >,wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet".

zufügen". Voll der Freude begehrte der König ein. Zeichen. Das sollst du haben, sprach der Prophet. Soll der Schatten an der Sonnenuhr vorwärts gehen oder rückwärts? Da lächelte der König und sprach:Vorwärts gehen, das ist für den Schatten keine Kunst; rückwärts soll er gehen, um zehn Striche. Und das Naturunmögliche geschah durch ein Wunder. Der Schatten der Sonnenuhr am Königlichen Palast ging plötzlich um zehn Striche zurückl

Das war eine 'Ausnahme. Regel aber ist. daß der Zeiger der Uhr und die Zeit unseres Lebens vorwärts gehen, rastlos, unerbitt.ich, unaufhaltsam. Ein Tag aber, eine Stunde, eine Minute ist für deinen Tod bestimmt. Das ist gewiß. Ungewiß aber ist der Umstand, welcher Tag, welche Stunde, welche Minute. Darum laßt uns das Wort des Herrn beherzigen:Wachet und betet; denn ihr

wisset nicht den Tag und nicht die Stunde!

Jm Turme hangen endlich die Glocken, diese Lieb­linge des Volkes. Erft feit Kaiser Karl dem Großen, lassen sich die Glocken in der Geschichte nachweisen. Vorher hatte man sich mit dem An­schlag von großen Schalldeckeln aus Metall be­gnügt. Die Israeliten bedienten sich bekanntlich zur Mitteilung religiöser Feiern der Posaunen, die eigenhändig von den Priestern und Leviten geblasen wurden. Noch blutet unser Herz, wenn wir daran denken, wie in der abscheulichen Kriegszeit die Glocken beschlagnahmt und mit Gewalt aus dm Türmen genommen und zu Kriegszwecken abgeführt wurden. Damit war das Schicksal des Krieges für uns Deutsche besiegelt. Doch kaum war der Krieg vorüber, kaum waren im Lande ruhige Zustände, da ließ das Volk sich nicht länger halten. Stürmisch begehrte es seine Glocken zurück. Keine Opfer waren ihm zu groß. Die Summen der Reichen und die Scherflein der Armen flossen zusammen. Die Glockengießereien konnten ihren Aufträgen fast kaum nachkommen. Das ist eine Ehre für unser Volk, das war eine religiöse Großtat. Und sie sind es wert. Sollen doch die Glocken mit ehernem Mund den Gottesdienst ankündèn, die Gläubigen dazu mit mächtigem Schall einladen, freudige und trau­rige Erlebnisse uns kundtun. Und wenn sie einst unser Grablied singen, möge dann unsere Seele das ewige Gotteslob anstimmen.

Der Burgpfarrer,

Ein Trostschreiben St Augustins., lZum 28. August.- "

Mein lieber Chrisimusl Es ist mir zu Ohren gekommen Gott gebe, daß es nicht wahr ist! du feiest ganz niedergedrückt. Da wundere ich mich, ; daß du, der du doch verständig und ein Christ bist, Iso wenig bedenkst, wie die Erdendinge gar nicht zu ] vergleichen sind mit den Himmelsgütern, auf die wir doch unser Herz richten und unsere ganze Hoffnung