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Kassel, den 25. «ngust (925.

Ausgabe B.

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Religiöses Wschsnblaik

für die katholischen Gemeinden Kassels.

Ccschrlnt iedsil Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 35 ©alb^feanig B 43 Goldpfenurg (feetbl.) Redaktion^» schluZ Montag Anjeizen-Pcetse: Calanrlzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmick, Colonelzeile im Rsklamüsit 0,69 Soßmirt Bek Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Zrb. 0,13 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actisndruckerei in Fulda sein.

- Druck «ad Bering Der Fuldar Mette itbniterel. Berlngnort Fulda.

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woHenkalmder.

Safttag, 23. August. 12. Sonntag nach Pfingsten. Philippus Denitius, Bek., f 1285.

Montag, 24. August. Bartholomäus, Apostel, f 71.

Dienstag, 23. August. Ludwig, König, Bek., f 1220.

Mittwoch, 26. August. Zephyrinus, Mart., Papst, f 219. Donnerstag, 27. August. Joseph von Calasanza, Stifter der Piaristen, f 1648.

Freitag, 28. August. Augustinus, Kirchenlehrer, Bischof, t 430. Hermes, Mart., f 133. a

Samstag, 29. August. Enthauptung des HI. Johannes des Täufers. Sabina, Mart., f um 126.

Elfter Sonntag nach Pfingsten.

(Evangel. Luk. 10, 2338.)

'u8: Wer ist denn mein Nächster?

_ ,.., 8ewlt sprach Jesus zu seinen Jüngern: Selig sind die Augen, welche sehen, was ihr sehet! Denn ich sage euch, datz viele Propheten und Könige sehen wollten, was ihr sehet, und haben es nicht gesehen, und hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört. Und siehe, ein Gesetzgelehrter trat auf, ihn zu versuchen, und sprach: Meister, was mutz ich tun, um daS ewige Leben zu erwerben? Er aber sprach zu ihm: Was steht geschrieben im Gesetze? Was liesest du? Jener ant- wartete, und sprach: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von deinem ganzen Herzen, von deiner ganzen Seele, aus allen deinen Kräften, und aus deinem ganzen Gemüte, und deinen Nächsten wie dich selbst. Da sprach: er zu ihm: Du hast recht geantwortet; tu das, so wirst du leben I Jene« aber wollte sich als gerecht zeigen, und sprach zu Jesus: Wer ist denn mein Nächster? Da nahm Jesus daS Wort, und sprach: ES ging ein Mensch von Jerusalem nach Jericho, und fiel unter die Räuber Diese zogen ihn aus, schlugen ihn wund, und gingen hinweg, nachdem sie ihn halb tot liegen gelassen hatten. Da fügte eS sich, datz ein Priester denselben Weg hinabzog: und er sah ihn, und ging vorüber. Desgleichen auch ein Levit: er kam an den Oct, sah ihn, und ging vorüber. Ein reisender Samaritan aber ^m zu ihm, sah ihn, und ward von Mitleid gerührt. Er trat zu ihm hin, verband seine Wunden, und gotz ~el und Wein darein; dann hob er ihn auf sein Last, rier, führte ihn in die Herberge, und trug Sorge für a^n' Tages zog er zwei Denare heraus, ^'^^ sprach: Trage Sorge für ihn, du noch darüber aufwendest, will ich dir be- E"' Lattich zurückkomme. Welcher nun von diesen sein hp^T^ str?r Nächste von dem gewesen zu sprach t^ ?le Räuber gefallen war? Jener aber Und ?*er Barmherzigkeit an ihm getan hat. ^ |US sprach zu ihm: Geh hin und tu desgleichen l

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Dom Uirchengebäude.

;er Samariter hat den verwundeten Juden in die Herberge geführt und M dort dem Wirt zu weiterer M Pflege übergeben.

Diese Herberge bedeutet nach hl. Ambrosius die Kirche. Gasthäusern i,Ms sm- «^P^ M den Herbergen, Leibes so werd? ^s ^^en die Bedürfnisse des Seele befried^?/" S ^r Shrdje die Bedürfnisse der nennt sie Arnneiltän^^ s ^M"âs Chrysostomus jenigsn lam Ä ^ i^der Apotheken. Denn dic- 9 er* melcke in die Kirche kommen.

müssen sich dort die Arzneien verschaffen, auf ihre Wunden legen und sie von dannen gehen, damit sie von ihren Seelengebrechen kuriert werden.

Es hat nun das Kirchengebäude verschiedene Ramen. Du weißt, daß im alten Bunde das Haus Gottes zu JerusalemTempel" genannt wurde. Auch andern Gotteshäusern, heidnischen und christ- lichen, wurde der Name Tempel bisweilen beige- legt. Nach den Philologen bedeutet das Wort Tempel" soviel alsAbschnitt", einen abgegrenz- ren Raum, der dem Kulte der Gottheit Vorbehalten ist Die Gotteshäuser der Israeliten in den an­dern Orten des Landes wurden bekanntlich Syna­gogen geheißen, ein Name, der bis heute den jü­dischen Gotteshäusern reserviert ist.

In der Zeit nach Konstantin begegnet uns als Bezeichnung für das christliche Gotteshaus der Namememoria, d. h.Gedächtnis". Das kommt daher, weil die christlichen Kultusstätten gern an­gelegt wurden, um das Gedächtnis eines Märtyrers, die Beispiele seines Glaubens und seiner Stand- Hastigkeit stets lebendig zu erhalten. Aus dem­selben Grund wird auch der NameMartyrium" gebraucht, d. h. Stätte eines Märtyrers oderMär­tyrergrab". In den Katakomben sind solche An­lagen an der Tagesordnung. Ein Blutzeuge Christi wurde in den ersten drei Jahrhunderten zu Rom in den Katakomben begraben. Ueber dem Grab wurde ein Altar errichtet, das Grab selbst zu einer Kammer oder Kapelle erweitert und darin beim Schein der Kerzen die Geheimnisse der hl. Euchari­stie gefeiert. So ist es zum Beispiel in der Kalli- stuskatakombe, wo ich selbst über dem ehemaligen Grab der hl. Cäcilia die hl. Messe gelesen und die hl. Kommunion aüsgeteilt habe, während zwei Kerzen die Finsternis erhellten und draußen die Morgenröte über der ewigen Roma sich ausbreitete.

Mit dem beginnenden vierten Jahrhundert ist es der NameVasilica", der zum stehenden Aus­druck wird für das christliche Gotteshaus. Wer der griechischen Sprache mächtig ist, weiß, daß dieser Name soviel bedeutet alsKönigshaus" oder- nigshalle". Schon die vornehmen Römer und erst recht die Kaiser hatten ihre Basiliken. Es waren große, offene Hallen mit Säulengängen und pröch- tiger Ausstattung. So sah ich am Palatin die Vasilica Julia" mit ihren grandiosen Bogen, den Ueberresten einer alten Herrlichkeit. Zum Begriff einer christlichen Basilika gehört ein stimmungs­voller Jnnenraum meist in Form eines Recht­ecks, gegliedert durch zwei oder vier Säulenreihen, meist aus kostbarem Marmor, mit offenem Dach­stuhl oder aber mit reichverzierter Decke. Vorn befindet sich die erhöhte Apsis oder der Chor, der Aufenthaltsraum für den Klerus, mit dem Altar unter einem Baldachin, dem Ambo (Kanzel) und den Schranken zum Abschluß gegen das Schiff. Rom ist die Heimat der Basiliken. Ich sah dort die berühmten, wundervollen Basiliken des hl. Pe­trus und Paulus, die Laterankirche und S. Marta Maggiore. Neben diesen viergroßen" Basiliken'

gibt es in Rom noch unzählige kleine, wovon aber manche ehrwürdig sind durch ihr Alter und Ju­welen der Kunst. Später wurde der Name Basilika auch andern Kirchen verliehen zur Auszeichnung wegen ihres Ursprungs oder ihrer Bedeutung. Ich denke an die Basilika unserer lieben Frau von den Engeln zu Assisi, an die Rosenkranzkirche in Lourdes.

Für besonders große Gotteshäuser wurde der NameDom" gebräuchlich, das heißtHaus". Man denke an den Dom von Fulda, Köln, Aachen, Frankfurt. Gewöhnlich wurden die Dome in den Bischofsstädten errichtet und hießen dann auch kcklhedrale" d. h. Kirche, wo der Bischof seinen Sitz und Thron hat. Bekannt und geläufig ist auch der NameMünster". Denke an die Mün­ster von Freiburg, Straßburg, Ulm. Bisweilen werden auch die Namen Münster und Dom als gleichbedeutend angewandt. Zunächst bedeutet MünsterKlosterkirche" oderStiftskirche", wurde aber auch auf andere größere Kirchen ausgedehnt.

Für die Länder deutscher Zunge gelangte das WortKirche" mit der Zeit zur Vorherrschaft. Das Wort hängt zusammen mitKyrie", das dir aus der hl. Messe bekannt ist undHerr" heißt. Mit­hin heißt KircheHaus des Herrn". Man unter­scheidetPfarrkirche" undFilialkirche". An erste­ren ist ein Pfarrer angestellt. Kleinere Kirchen werden mit VorliebeKapellen" genannt. Der Name wurde zuerst für eine Kapelle in Paris ge­braucht, worin dieKapa" des hl. Martinus auf­bewahrt wurde. Es ist dies ein Gewand mit einer Kopfbedeckung (vgl.Kappe"). Später wurde der NameKapelle" für kleinere Kirchen allgemein, Kapellen finden wir meist in den Münstern und großen Kirchen. In Freiburg befindet sich ein förmlicher Kapellenkranz rings um den Chor des Münsters. Es find abgeschlossene Gebetsräume mit Altar und Beichtstuhl. Gewöhnlich meinen wir aber mitKapellen" selbständige Kirchen klei­neren Formats, die aber ost wahre Perlen der Kunst sind, z, B. die Nochuskapelle bei Bingen. Es gibt Wallfahrtskapellen, Burgkapellen, Schloß­kapellen, Hauskapellen, Gnadenkapellen, Jnstituts- kapellen, Änstaltskapellen, Spitalkapellen, Fried­hofskapellen und dergleichen.

Die Kirchen findHerbergen" unserer Seelen. Da sollen wir daheim sein; da sollen wir uns wohl fühlen. Darin sollen wir Zuflucht suchen gegen die Stürme und Kämpfe der Welt; darin uns' heilen von den Wunden, die der Teufel und das Fleisch uns geschlagen; darin uns stärken gegen die Schwäche, die wir von Adam geerbt. Darin uns erfreuen inmitten der Sorgen und Trübsale; da­rin uns heiligen durch Besuch der hl. Messe, der Predigt, des Gottesdienstes, durch Anhären der Predigt, durch Empfang der hl. Sakramente. Da­für sollen wir auch Opfer bringen, um eine Kirche zu bauen, zu unterhalten, zu verschönern. Mit dem Psalmlsten sollen wir sprechen:Herr, ich liebe d'e Zierde deines Hauses und die Wohnung deiner- Herrlichkeit." D/r BurgpfaK- '