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Ausgabe B
N Kassel, Ken 16. aegujt <925.
Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels
Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe tX ZZ Jalduseanlz 3 49 Galdpsennlg ffreibl.) Redaktionsschluß Montag Anzeigen-Prsise: Colonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmirk, Colonslzeilr im Rèklam-teil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunst und Off.-Grö. 0,19 Goldmark. Porto ertra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruterei in Fulda sein.
Druck und Bering der Fuldnr AcNeudruckerrl. VeNagsnrt 'Fuldn.
Wochenkalender.
nam nirgends mehr zu finden. Aus dem Grabs
aber stieg ein Wohlgeruch wie von vielen Kräu-
Iuvei |»itH cm wviHHCiuug Wie uvu vielen n‘““' fern, und in der Luft wurde ein Singen vernom- L)i. yvuiyiui, v» louiew uec |eumien juhbi i»u ^.m.«, Rochus, Bek., Patron gegen Pest und Seuchen, f 1327.
Montag, 17. August. Karlmann, Bek., f 755. Hyazinth» Bek., t 1257.
Dienstag, 18. August. Wigbert (sonst 13. Aug.), f 797. Agapitus, Mart., + um 274.
Mittwoch, 19. August. 5. Tag der Oktav von Mariä Himmelfahrt.
Donnerstag, 20. August. Bernhard v. Clairvaux, Abt, Kirchenl., f 1153.
Freitag, 21. August. Oktavtag des Festes der Kirchweihe der ^Kathedralkirche. Johanna Franziska V. Chantal,
Samstag, 22. August. Oktaviag des Festes Mariä Himmelfahrt. Timotheus, f 311, u. Genossen., Mart. Vigil des Apostels Bartholomäus.
Elfter Sonntag nach Pfingsten.
(Evangel. Mark. 7, 31—37.)
In jener Zeit ging Jesus weg von den Grenzen von Tyrus, und kam durch Sidon an das galiläische Meer, mitten ins Gebiet der zehn Städte. Da brachten sie einen Taubstummen zu ihm, und baten ihn, das; er ihm die Hand auflegen möchte. Und er nahm ihn vn -, dem Volke abseits, legte seine Finger in seine Ohren, und berührte seine Zunge mit Speichel, sah gegen Himmel auf, seufzte und sprach zu ihm: Epheta, das ist: Tu dich auf! Und sogleich öffneten sich seine Ohren, und das Band seiner Zunge ward gelöset, und er redete recht. Da gebot er ihnen: sie sollten es Niemand sagen. Aber je mehr er es ihnen gebot, desto mehr breiteten sie es aus: und desto mehr verwunderten sie sich, und sprachen: Er macht alles wohl! die Taubep macht er hörend und die Stummen redend.
Men wie von unzähligen Engelsscharen: der Leib der jungfräulichen Gottesmutter war in den Himmel übertragen worden.
Dies ist das frohe Ereignis, das die Kirche an Mariä Himmelfahrt begeht und mit folgenden Worten aus der Liturgie preist:
„Heute ist die Jungfrau Maria in den Himmel aufgeflogen; freut euch, da sie mit Christus herrscht in Ewigkeit!" —
Ist also auch Maria gestorben, die Sündenlose, die Reine, die Hochbegnadete? Gewiß ist sie gestorben. Wie aber ihr Eintritt in die Welt ohne Sünde, so ist auch ihr Abschied von der Welt ohne Schmerz gewesen. Wie die Abendröte sanft hinter den Bergen verglimmt, wie ein Kind im Schoße der Mutter lächelnd einschlummert, so hat jene vollkommene Seele sich vom Körper gelöst und den Flug zum Himmel genommen.
Das allein aber ist es noch nicht, was ihren Tod so beneidenswert macht. Wovon ist denn ein guter Tod abhängig? Laß es dir vom heiligen Geiste selber sagen, der durch den Mund des hl. David spricht: „Kostbar in den Augen des Herrn ist der Tod seiner Heiligen". Nicht darum preise ich den Tod der Gottesmutter als „kostbar", weil er ohne Schmerzen war, sondern weil es einTod ohne Sünde war, ein Tod ohne Gewissensstachel, ein Tod ohne jede Schuld oder Verantwortung, ein Tod im Vollbesitz der Gnade, der Tugenden und Verdienste, mit einem Wort der Tod „einer
Heiligen" .Ob der Tod furchtbar oder kostbar ist, das entscheidet einzig und allein die Verfassung der Seele. Kostbar in den Augen des Herrn der Tod seiner Heiligen, sagt die Schrift; sie fügt aber hinzu: „Bitterböse ist der Tod der Sünder." Siehe, der reiche Prasser mag gestorben sein in S r« irh ' einem weichen Bett, umstanden von Aerzten be-
2 . m~ 1” ,einem Smtnl mich = trauert con Freunden, begraben in Spezereien mit
' Pomp und viel Getöse. War das ein guter Tod?
„Nein," sagt Sankt Augustin, „der Tod scheint gut, wenn du auf das Aeußere schaust; ist aber böse, wenn du auf das Innere schaust: den Sünder siehst du mit Sünden beladen zur ^ölle fahren."--
heilkräuter.
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j nach dem Befinden eines Kranken ~ erkundigte, brachte mich die Oberin in Verlegenheit mit der Antwort: „Hochwürden, er ist heim- gegangen." — Ist also der Pa- “ tient gesund geworden, dachte ich, nach Hause entlassen worden? Doch gleich ist mir ein Licht aufgegangen: er ist heimgegangen in seine rechte und ewige Heimat, in ein besseres Jenseits.
feres Heilandes. Besitzest du ein reines Herz, dann mag ein Schlag dich treffen, ein Eisenbahnunglück dich zermalmen, ein Autounfall dich zerschmettern — deine Seele ist gut aufgehoben nach der Versicherung des Heilandes: „Selig sind, die ein reines Herz haben."
Das andere Kraut wächst haufenweise an trockenen Hängen, hat einen würzigen Geruch und über hundert kleine weiße Blüten: es ist die Schafgarbe, die eine besorgte Mutter nucht missen mag in ihrer Hausapotheke. Die vielen weißen Blüten sind die guten Werke, deren du dich befleißigen sollst: Gebet, Almosen, Abtötung, Keuschheit, Zufriedenheit und der ganze Flor der christlichen Tugenden.
Maria selbst ist ein Heilkraut für Leib und Seele. Wie viele sind durch Anrufung der mächtigen Jungfrau von schwerer Krankheit genesen. Im ! Leben des hl. Philippus Reti wird erzählt, daß er eines Tages an einer verzweifelten Krankheit darniederlag. Die Freunde und Aerzte umstanden hoffnungslos sein Bett und erwarteten jeden Augenblick sein Hinscheiden. Auf einmal erhob er sich ohne jegliche Hilfe, starrte wie verzückt auf einen Punkt in der Luft und rief aus: „O du mächtige Jungfrau Maria." Nach einer Weile legte er sich zurück in die Kissen und sprach: „Ich bin gesund; die Mutter Gottes hat mich geheilt; meine Herren Aerzte, Sie können nach Hause gehen."
Wie viele haben auf Anrufen Mariä einen seligen Tod erlangt. So kannte ich eine schlichte, einfache Frau aus dem Volke, die ein unerschütterliches Vertrauen auf die reinste Jungfrau hatte. Als sie ihr letztes Stündlein herannahen fühlte, rief sie ohne Unterbrechung bis zum letzten Augenblick: „O liebe Mutter Gottes, hol mich auch!" Und Maria hat die Bitte erhört und hat sie geholt und ihr ein Plätzchen im Himmel verschafft.
„Maria, Mutter der Gnade, Mutter der Barmherzigkeit!
Beschütze mich vor dem bösen Feinde
Und nimm mich auf in der Stunde des Todes.'
Der Burgpfarrer.
In der Stadt Jerusalem erhebt sich eine mächtige Kirche mit dem Namen „Dormitio", das ist Mariä Heimgang. Dort ist nach alter Ueberlieferung die Stätte, wo die Reinste der Reinen die Augen geschlossen hat für diese Erde und heimge- gangen ist zu ihrem Sohn in den Himmel. Schneeweiß wie eine Taube flog ihre Seele augenblicklich bis zum erhabenen Thron, den Gott ihr bereitet. Ihr Leib aber wurde der Erde übergeben. Als Die I Apostel nach drei Tagen nachschauten, — so weiß die Legende zu berichten — war der teure Leich-
Sorge also dafür, christliche Seele, daß dein Sterben ein heiliges werde.
Dazu sollen die Kräuter dir verhelfen, die an Mariä Himmelfahrt geweiht werden, und deren Wohlgeruch das Haus Gottes erfüllt.
! Unter diesen Kräutern will ich dir zwei namhaft ! machen, die du in deine Seele einpflanzen magst:
! erstlich das Tausendgüldenkraut. Es ist nur ein 'unscheinbares Pflänzchen mit bescheidenen roten Blüten. Doch wegen seiner Heilkraft wird es vom Volksmund auf tausend Gulden angeschlagen. Rate, was dieses Tausendgüldenkraut bedeutet: ein reines Herz, ein gutes Gewissen. Das bekommst du nicht für tausend Goldfüchse. Es wird nur erworben durch ein Leben nach den Vorschriften un-,
Mariä Heimgang.
Wie ich mich in meiner Kindheit in den Tagen des wiedererwachten Frühlings auf den Palmsonn- tag freute, an dem ich mit nicht wenig Selbst- bewußtsein die „Palmen" in die Kirche trug — so freute ich mich „in des Sommers goldener Aehrenfülle" auf den großen Liebfrauentag, auf Mariä Aufnahme in den Himmel. Da brachteid) im Auftrag der Mutter den „Weihbüfchel" in das Haus des Herrn, den sie mit fo großer Sorgfalt in Garten, Wiese, gelb und Walb gesammelt. Unter Öen zu weil)enben IBlumen befanben sich namentlich die beim Volk so beliebten Medizinal- und Wunder- blumen und jene, die man mit der Mutter Gottes in Verbindung brachte, allen voran die Königskerze, auch Himmelbrand genannt. Wunden wurden mit