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55. Zahrg.

Hasset den 2. August M5

Religiöses Wschenblakt

für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A35 Solbpfenmg B 40 Gslbpfeanlz(fceibs) Redaktions- schlug Montag Anzeigsn-Prerse: Colonelzellr im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzrile im Reklam-teil 0,63 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. AuKunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen 1 pst testens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein.

-------- Druck unb Berlaz der Fuldar Actieudruck-cel. Aerlagso-t 'Fulda.

wochenkalender.

So.mtjg, 2. August. 9. Sonntag nach Pfingsten. Alphons v. Liguori, Stifter des Rcdemptoristenordens (1696 1787). Stephan, Papst, Mart., f 257. Portiunkula.

Montag, 3. August. Auffindung der Reliquien des hl. Erzmartycers Stephanus.

Dienstag, 4. August. Dominikas, Stifter des Prediger- Ordens, f 1221.

Mittwoch, 5. August. Maria Schnee.

Donnerstag, 6. August. Fest der Verklärung Christi auf Tabor (mit Oktav).

Freitag, 7. August. Kajetan, Stifter des Theatiner- Ordens, f 1517. Donatus, Bisch., Mart., f 361. Herz-Jesu-Freitag.

Samstag 8. August. Cyriakus, Largus u. Smaragdus Mart., t 303. Vigil des Festes des hl. Laurentius,

Neunter Sonntag nach Pfingsten. ' (Evangel. Luk. 19, 4147.)

In jener Zeit, da Jesus Jerusalem näher kam, und die Stadt sah, weinte er über sie und sprach: Wenn doch auch du es erkenntest, und zwar an diesem deinem Tage, was dir zum Frieden dient! nun aber ist es vor deinen Angen verborgen. Denn es werden Tage über dich kommen, wo deine Feinde dich mit einem Walle umgeben, dich ringsum einschließen, und von allen Seiten dich beängstigen werden. Sie werden dich und deine Kinder, die in dir sind, zu Boden schmettern, und in dir keinen Stein auf dem andern lassen, weil du die Zeit deiner Heimsuchung nicht er­kannt hast. - Und als er in den Tempel fam, fing er an, dre Käufer und Verkäufer, die darin waren, hinans­zutreiben, und er sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: Mem Haus ist ein Bethaus; ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht. Und er lehrte täglich im Tempel.

wer

hört, mutz fühlen

nde April dieses Jahres stand ich in der ewigen Stadt auf demForum Romanum" und betrachtete mit Wehmut die Trümmer einer ver­fallenen Herrlichkeit. Da sah ich auch den Arco di Tito, denTitus- Kimm^!«? «-- in das h-uNg-

g burch Dreien Bogen veranstaltet- fooÄ ^' muß fühlen". Dieses Sprich- s^" ?at sich an der unglücklichen Stadt Jerusalem pW^lüllt. So viele Mahnungen Ä fe hft Bewohner tn den Wind geschlagen; ta l/?" Lockens des Heilandes prallte ab an ihren sollte "F^usalem, Jerusalem, wie oft um mich sammeln wie eine ihre Kuchleru sammelt: du aber hast nicht

gewollt". Die Pleitesten und Hohepriester samt dem verführten Volke haben ihren Heiland verkannt, ver­worfen, verstoßen, gekreuzigt. Von ihren haßtrunkenen Lippen kamen die schauerlichen Worte:Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!"

Das Jahr 70 nach Christi Geburt war ange­brochen. Sieben und dreißig Jahre waren ver­flossen seit dem Gottesmord. Da ballten sich dumpfe Wetterwolken zusammen über drin heiligen Land und über der hl. Stadt. Als Unglücksrabe durchzog schon sieben Jahre lang ganz nach Amos am 5. Kapitel, 16. VerS ein Bauersmann die Gaue des Landes und schrie wie ein Geistesgestörter:Eine Stimme von Osten, eine Stimme von Westen, eine Stimme von den vier Winden, eine Stimme an Bräutigam und Braut, eine Stimme an das ganze Volk: Wehe, wehe Jerusalem." Und als schon die Römer mit ihren Sturmböcken vor der Stadt stan­den, stellte er sich auf die Mauer und rief zum letzten Mal:Wehe Jerusalem, wehe der Stadt und dem Tempel und dem Volke und wehe auch mir!" Im selben Augenblick brach er tot zusammen: ein Stein aus einer römischen Wurfmaschine hatte ihn zerschmettert.

Kaiser Vespasian hatte den Titus nach dem Orient geschickt. Und nun belagerten seine Legionen mit der ihnen eigenen Hartnäckigkeit die Stadt, die als uneinnehmbar galt. Im Inneren wüteten Par­teikämpfe ärger als Stürme und Gewitter. Die Gemäßigten waren für Verhandlungen mit Rom; die Zeloten aber für den Widerstand bis auf den Tod. Es war gerade das Osterfest nahe, und un­zählige Pilger füllten die Hauptstadt, die sie nicht mehr lebendig verlassen sollten. Als der Hunger überhand nahm, machten manche einen Streifzug zu den angrenzenden Aeckern und Weinbergen. Doch sie wurden von den Römern erhascht und aus Krenz geschlagen. Josephus berichtet, daß es manch­mal 500 an einem einzigen Tag gewesen seien und daß es an Holz gebrach, um so viele Galgen zu errichten. Unterdessen warf der Feind eine» riesigen Wall auf. Mit einem Eifer, der vom Hasse gespart war, brachten sie in drei Tagen einen Wall von zwei Stunden Umfang zuwege, den man für ein Werk von Monaten hätte halten sollen. Das ist der Wall, von dem der Heiland im heutigen Evan­gelium spricht:Es werden deine Feinde dich mit einem Wall umgeben".

Da war an ein Entrinnen der Belagerten nicht mehr zu denken. Dabei zerfleischte der Hunger von Tag zu Tag mehr ihre Eingeweide. Der Scheffel Getreide stieg auf 5000 Mark. Für ein Stücklein Brot gaben die Reichen all ihre Kostbarkeiten. Selbst Kehrichthaufen und Kloaken wurden nach Abfällen durchsucht, und die ekelhaftesten Dinge als Lecker­bissen verzehrt. Wer wohlgenährt aussah, wurde an­gehalten, nach Lebensmitteln ausgefragt, gemartert und getötet. Durch den Geruch gebratenen Fleisches angelockt, kamen herumstreifende Banden in ein Haus, wo sie eine Frau am Genusse von Fleisch antrafen. Sie bedrohten dieselbe mit dem Tod, wenn sie nicht ihr Festmahl mit ihnen teilte.Es warf

mein Sohn", sprach sie zu ihnen,und hier habt- ihr die Ueberreste." , .

Flüchtlingen hatte Titus das Leben zugesacherk.» Doch selbst diese Gnade wurde ihnen zum Verderben? Es hatte sich unter den Soldaten das Gerücht ver- breitet, die Juden hätten ihr Gold verschluckt, bevor st- die Stadt verließen. Darum wurden sie von den goldgierigen Soldaten niedergemetzelt und ihnen die Gedärme herausgerissen und nach Gold durchsucht! Welche andere Stadt hat jemals solche Drangsale durch gemacht?

Erlasset mir die Beschreibung der Eroberung und ihrer Unmenschlichkeiten. Es war der vierte August des Jahres 70, ein Sabath, als das Strafe gericht unerbittlich Hereinbcach. Die Bewohner wur« den fast sämtlich nledergemacht; 97 Tausend wurden' als Sklaven nach allen Himmelsgegenden verschleppt und verkauft und 700 wurden für den Triumpfzug nach Rom ausgesucht.

Der Feldherr Titus, der den Tempel, dieses Wunderwerk der Kunst, erhalten wissen wollte, hatte strengen Befehl erlassen, ihn zu schonen. Aber wie einst Absolon von Pfeilen durchbohrt wurde, obschon sein Vater die Parole ausgegeben hatte: schonet meinen Sohn Absolon, so wurde auch der Tempel von Jerusalem ein Raub der Flammen, trotzdem Titus befohlen hatte, ihn zu schonen. Denn die Ge­bote und Vorsichtsmaßregeln der Großen sind ohn­mächtig gegenüber den Ratschlüssen der göttlichen Gerechtigkeit. Ein Soldat warf durch ein offenes Fenster eine brennende Fackel; das Zedernholz fing Feuer, und der ganze Tempel brannte nieder bis auf den Grund.

Kein Wunder, daß der Heiland weinte, als et dieses Strafgericht mit den Worten der heutigen Perikope verkündigte. Aber selbst seine Träne« konnten das Schicksal nicht aushalten, das die Juden durch ihre Verstocktheit sich selbst gesponnen hatten.

Lernen wir daraus, unsere Ohren immer offen zu halten für die Mahnungen des Heilandes, der Eltern, der Priester und der Kirche. Dennwer nicht hören will, muß fühlen".Selig aber sind, die Gottes Wort hören und befolgen".

Der Burgpfarrer.

Mehr Erziehung mehr Sonne.

Wie oft kommt es vor, daß man als Erwach­sener aus der Straße vom Fußsteig heruntergehen muß, wenn man nicht Gefahr laufen will, von in Trupps daherkommenden Schülern herunter­gestoßen zu werden. Wer es aber wagt, seinen Platz auf dem Fußsteig zu behaupten und gar noch die kleine Gesellschaft auf ihre Rüpelhaftigkeit auf­merksam zu machen, der muß gewärtig sein, oay er dafür mit einer ungezogenen Antwort belohnt

^Wem wäre es nicht schon ausgefallen alle 5E kann man die Wahrnehmung machen' mi/ wieviel Rücksichtslosigkeit und Selbstverständ­lichkeit junge Menschen, die mit alteren Leuten zusammen in einem Wagenabteil reifen, ihre M