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für die katholischen Gemeinden Kassels
Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe AZ5 Gelds,enuiz 3 43 Solbpfennig (fcsidb) Redaktions» schlug Montag Anzeigm-Preiss: Colonrlzeilr im Anzrizenlerl 0,15 Goldmark, Colon-lzrile im Reklamotril 9,69 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Osf.-ÄrS. 0,13 Sslom-rk. Porto extra. Anzeigen müsset plilestens bis Montag morgens im Besch bet Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein.
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' Wöchentzalender.
SOBfitsg, 26. Juli. 8. Sonntag nach Pfingsten. Fest derhl. Anna, Mutterder seligsten Jungfrau Maria.
Montag, 27. Juli. Pantaleon, Arzt, Mart., f 303.
Dienstag, 28. Juli. Nazarius, Celsus, st um 68. Viktor L, Papst, Mart., st 272.
Mittwoch, 29. Juli. Simplicius, Fanstinus, Beatrix, Mart., st 304. Martha. Felix 2, Papst, Mart., st 376.
Donnerstag, 80. Juli. Abdon und Sennen, Mart., st 250.
Freitag, 31. Juli. Ignatius von Loyola, Stifter der Gesellschaft Jesu, st 1556.
Samstag, 1. August. Petri Setfenfeier. 7 makkabäische ihre Mittler, Mart. Ged. des hl.
ÉWer Sonntag nach Pfingsten.
(Evangel. Luk. 16, 1—9.)
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern dieses Gleichnis: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter, und dieser kam in Übeln Ruf bei ihm, als hätte er seine Güter verschwendet. Er rief ihn also und sprach zu ihm: Warum höre ich das von dir? Gib Rechenschaft von deiner Verwaltung; denn du kannst nicht mehr Verwalter sein. Der Verwalter sprach bei sich: Was soll ich tun, da mein Herr mir die Verwaltung abnimmt? Graben kann ich nicht, und zu betteln schäme ich mich. Ich weih, was ich tue, damit, wenn ich von dec Verwaltung entfernt fein werde, sie ..tntdj in ihre Häuser aufnehmen. Er rief nun alle Schuldner seines Herrn zusammen, und sprach zu dem Ersten; Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Dieser aber sprach; Hundert Tonnen Oel. Und er sprach; Nimm deinen L-chuIdschein, setze dich geschwind, Nnd schreibe fünfzig. Dann sprach ec zu dem Andern: cch^ bist du schuldig? Er sprach: Hundert ^calter Weizen. Und er sagte zu ihm: Nimm deine Hand;chrrst, und schreibe achtzig. Und es lobte der 6xn ungerechten Verwalter, daß er klug gehandelt S dieser Welt sind in ihrer Art
^? ^'"der des Lichtes. Auch rch sage euch: -Wachet euch Freunde mittelst des ungerechten Reich- lums, damit, wenn es mit euch zu Ende geht, sie euch m die ewigen Wohnungen aufnehmen. ?
Die Mutter als Bildhauer.
"Frankreich hatte die Zunft der Schreiner und Bildhauer die hl. Anna zur Patronin. Die Mitglie- der trugen eine Medaille, worauf 'ieihrÄ“ öu sehen war, wie MednUi^'^ unterrichtete. Um die * â fingst fAlÄfttÄ den Tabernakel Gottes. 1 1
mg?? ^ Tat war die hl. Anna'einèHzüalichè Z ^auerm Zwar hat Gott Vater selber die cllerfeligfte Jungfrau Maria, Annas hochheiliges « a^jÄ
Sohn selber sie zu seiner Mutter erkoren; der hl. Geist selber sie zu seiner Braut erwählt. Ist aber die hl. Anna leer ausgegangen in der Heranbildung der Gottesmutter Maria? Keineswegs. Sie hat sich vielmehr um ihre Tochter unsterbliche Verdienste erworben. An der Sonne ihres Unterrichtes und Beispiels haben sich die guten Anlagen im Herzen Mariens wunderbar entfaltet und find zu herrlichen Tugenden aufgeblüht. Annas kunstvolle Hände sind es gewesen, die aus Maria einen kostbaren Tabernakel gebildet haben, den Gottes Sohn sich zur Wohnung nahm.
Ist das nicht auch deine Aufgabe, christliche Mutter? Höre den hl. Johannes Chryfostomus: „Die Kunst Kinder zu erziehen, Seelen zu bilden, steht höher als jede Bildhauerkunst.
Und der Heilige hat Recht. Während der Bildhauer mit Holz und Stein und anderem toten Material es zu tun hat, ist dein Arbeitsfeld, christliche Mutter, des Kindes unsterbliche Seele. Während die Bilder und Satuen der Künstler in irdischen Tempeln und in den Palästen der Großen aufgestellt werden, sollen deine Kinder einmal den Tempel des Himmels schmücken. Und wie viel ehrenvoller also ist die Erziehungskunst als die Bildhauerei. Aber auch verantwortungsvoller. Denn wenn eine Statue nicht gerät und ein Bild schlecht aussällt, so wird es der Vernichtung preisgegeben; dein Kind aber, wenn du es schlecht erzogen hast, wird ewig in der Hölle brennen. Auch ist die Erziehungskunst weit schwieriger als die Bildhauerei. Denn Holz und Marmor, so hart sie auch sein mögen, folgen ohne jeglichen Widerstand dem Meißel und Messer des Künstlers. Ganz anders das Kind. Seine Seele besitzt den Adelsbrief der Freiheit; es kann sich für das Gute entscheiden, aber auch für das Böse. In der Erbsünde hat es eine traurige Erbschaft angetreten. Die Sünde selber ist zwar durch die Taufe getilgt; aber die Folgen der Sünden richten Verheerungen an wie ein Gießbach. Der Verstand ist verfinstert, der Wille geschwächt, schief geneigt zum Bösen wie ein abschlüssiger Bach.
Eine solche Seele sollst du bilden nach den ewigen Gesetzen Gottes. Fürwahr, eine große Aufgabe, eine ehrenvolle Aufgabe, eine schwere Aufgabe, eine verdienstvolle Aufgabe. Und diese Aufgabe ist niedergelegt in deine Hand, christliche Mut- ■ ter. Gerade das Fest der hl. Mutter Anna, das ■ wir heute, am 26. Juli feiern, soll dir diese Auf- ' gäbe wieder nachdrücklich zum Bewußtsein bringen.
Und merke dir, daß die hl. Anna nicht bloß für Nahrung, Kleidung und Gesundheit ihres Töchterleins besorgt war, sondern auch für diè Güter der : Seele, für Wissen und Tugend. Und sie hat damit nicht gewartet, bis Maria groß und erwachsen war. Nein; als sie noch auf dem Schoße der Mutter saß, damals schon wurde sie von ihrer frommen Mutter unterrichtet. Die Mutter hat ihr die ersten Aennt- chisse vom himmlischen Vater und vom'künftigen
Messias vermittelt. Die Mutter Anna hat bem. lauschenden Töchterlein erzählt, vor der Schöpfung in sechs Tagen, von Abraham, Isak und Jakob, von Moses und den Propheten, erzählt auch von den frommen Frauen der Vorzeit, einer Miriam, Judith, Esther. Anna hat ihrem Töchterlein fromm die Hände gefaltet und es die ersten Gebete stammeln gelehrt. Anna hat sie angehalten zur Frömmigkeit, Sittsamkeit, Bescheidenheit und zu allen andern Tugenden, die an Maria sich so vollkommen gestaltet haben. ■
Siehst du da deine Ausgabe, christliche Mutter? Nicht der Herr Pastor, nicht der Herr Pfarrer, nicht der Herr Kaplan — du selber bist der erste Katechet und Religionslehrer deiner Kinder. Erzähle ihnen von einem Vater im Himmel, von der Himmels- niutter Maria; erzähle ihnen vom Jesuskind, von feiner Geburt im Stalle, von feinen Wundern, Lehren, Leiden. Präge in feine Seele einen unversöhnlichen Haß gegen die Sünde, ähnlich der hl. Blanka, der Mutter des hl. Königs Ludwig von Frankreich, die zu ihrem Söhnlein immer wieder sagte: „Mein liebes Kind; du weißt, wie lieb ichs dich habe; dennoch wünschte ich lieber, daß du heutig noch tot vor meine Füße niederfallest, als daß du eine schwere Sünde begehen würdest."
Zeichne deinem Kinde das Kreuzzeichen auf Stirne, Mund und Brust; lehre es einige Gebetsreime, kurze, faßliche; belästige und quäle es niemals mit langen und schweren Formularien. Uebe es in der Tugend: in der Frömmigkeit, im Gehorsam gegen Vater und Mutter, in der Gefälligkeit gegen die Geschwister, in der Geduld und Sanftmut, in der Einsamkeit und Sittsamkeit. Wehre streng und geduldig dem Eigensinn, der Unverträglichkeit, der Launenhaftigkeit. Spare nicht mit Lob, aber auch mit Tadel darfst du nicht zurückhallen, wenn er nötig ist. Essig und Oel geben einen guten Salat — und Sanftmut gepaart mit Strenge eine gute Erziehung. Vor allem aber christliche Mutter; laß es offen dir sagen: geh in allem mit gutem Beispiel voran. Was nützt es denn, ein Kind der Wahrheit zu ermahnen und eine Viertelstunde darauf selbst eine Lüge zu sagen? Was nützt es, Frömmigkeit zu predigen, wenn das Kind dich niemals beten sieht? Ohne das Beispiel sind alle Er- ziehungskünite wertloser als eine taube Nuß.
Von der hl. Franziska. Baronin von Chantal, lese ich, daß sie trotz vieler Arbeit die Erziehung ihrer Kinder in die eigene Hand genommen hat. Täglich hat sie ihnen Unterricht gegeben; auch die Dienstboten und die ganze Familie des Schlosses täglich zur hl. Messe geführt.
Möge denn, christliche Mutter, das Fest der Anna für dich wiederum ein Spiegel fem, u (( s»SäSs”'ä «Ä»^