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k0!M!a^, 19. Juli. 7. Sonntag nach Pfingsten. Vincenz u. Paul, OrLcnsstifter, f 1660.
Montag, 2D. Juli. Hieronymus Aemilianus, Bek., Oröensstifter, f 1537. Margareta, Jgfr., Mart., t 275.
Dienstag, 21. Juli. Praxedes, Jgfr. zu 9t om, f 2. Jhrh.
Mittwoch, 22. Juli. Maria Magdalena, Büßerin.
Donnerstag, 23. Juli. Apollinaris, Bisch., Mart, ^- 81. LiboriuS, Bisch., f um 397.
Freitag, 24. Juli. Viril des Festes des hl. Jakobus. Christina, Jzfr, Mart, + 303.
Samstag, 25. Juli. Fest des hl. Jakobus, Apostel, ^^^j^y^^rijtop'jotu}, M„ f 250.
Si Sonntag nach Pfingsten.
(Ebangel. Matth. 7, 15—21.)
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Hüter euch vor den falschen Propheten, welche in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Sammelt man denn Trauben von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? So bringt jeglicher gute- Baum gute Früchte; der schlechte Baum aber bringt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, und mit schlechter Baum kann nicht gute Früchte bringen. Jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgenauen und in's Feuer geworfen werden. Darum sollet ihr sie an ihren Früchten erkennen. Nicht ein jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der im Himmel ist, der wird in das Himmelreich eingehen.
Eine GesundKur.
ch wohne nahe bei einer Bäderstadt. ^WS^ Dahin kommen täglich neue Säfte, um eine Grsundkur zu machen mit Baden und Trinken von heilkräf- tigern Wasser. Andere machen eine , Gesundkur in der würzigen Stift des Schwarzwalds oder der Eifel oder der Schweiz. Und trotz der schweren Zeilen bringt man das Geld und die Zeit dazu auf. Denn der Leib und seine Gesundheit ist unser Augapfel. Der letzte Psennig wird darangerücki, wenn es sich um diesen Leib handelt, der in längstens achtzig Jahren in Staub zusammenfällt. Dabei ist es noch fraglich, ob die Kur etwas nützt. Bielen hat es gut bekommen; manche aber haben zwar ihr Geld dort gelassen, thre Gebresten aber wieder mit heimgenommen.
Ich weiß nun eine andere Gesundkur. Sie wirkt für die Seele, die keine Verwesung schaut, die Seele, die mit Christi Blut erlöst ist, die Seele, die zur Anschauung Gottes berufen ist. Und diese Seelenkur dauert nur drei oder fünf oder acht Tage und kostet nur 10 bis 20 Mark und kann nicht fehl-^ schlagen und wirkt unfehlbar.
Du brennst vor Neugierde auf diese Seelenkur? Du möchtest sie um jeden Preis mitmachen? Nun höre und staune,
Diese Seelenkur sind die hl. Exerzitien. Lies es noch einmal, dieses Fremdwort: Exerzitien. Hast du davon schon gehört? Ich will es hoffen. Wenn du aber noch keine gemacht hast, so ist es dir unmöglich, ein Wöctlein dabei mitzureden. Manche Katholiken sind besser orientiert über Röntgen und Radio als über Exerzitien. Es kann aber kein richtiger Katholik sein, der nicht über die Exerzitien, diese so spezifisch katholische, diese so hochmoderne Einrichtung Bescheid weiß. So höre also zn, und es wird helle werden.
Schau in den Kalender. Was für ein Heiliger steht dort angeschrieben am 31. Juli? Ignatius von Loyola. Und dieser Mann war der Urheber oder Organisator der Exerzitien. Ein Ritter ohne Furcht und Tadel wurde er in der Schlacht von Pampelona verwundet, legte zu Monserrat eine Lebensbeicht ab und begab sich dann nach Manresa. Hier oblag er frommen Betrachtungen und heiligen Uebungen, hatte himmlische Erleuchtungen unb Offenbarungen. Als bleibende Frucht ging das Ex.rzitienbüchlein hervor, das goldene Regelbuch, nach welchem Hunderltausende von Menschen ihre innere Umwandlung vollzogen haben und noch vollziehen, ein Buch, das selbst von Gegnern „ein Meisterwerk der Seelenkunde" genannt wird.
Wie gestalten sich nun die Exerzitien in ihrem Verlauf? Wie Abraham gehst du aus deinem Hans und aus deinem Beruf und verfügst dich in ein Exerzitienhaus. Da triffst du mit Gleichgesinnten zusammen. Da sind drei bis fünf Tage lang Predigten, Vorträge, Kreuzweg, Rosenkranz, geistliche Lesung, Gewissenserforschung, Betrachtung; die Krone des ganzen bildet die hl. Beicht und Kommunion. Ich "brauche nicht erst zu sagen, daß du auch nicht verhungern oder verdursten branchst. Du kannst essen und schlafen und spazieren gehen im Garten, alles aber in strengstem Schweigen.
Glaubst du nicht, daß solche Exerzitien eine Wohltar, besser gesagt eine Notwendigkeit sind für den Katholiken des zwanzigsten Jahrhunderts? Leren wir denn nicht in einer Zeit, wo der Glaube weinen muß bei soviel Unglaube, Irrglaube, Sektenwesen und Gleichgiltigkeit? Wo die Keuschheit weinen muß über soviel Unsittlichkeit in Wort und Werk, in Literatur, Kino und Theater? Wo die Liebe
weinen muß bes so viel Grausamkeit, Hartherzigkeit, Völkerhaß und Bruderzwist? Wo die christliche Ein- fachheit weinen muß bei so viel Genußsucht, Verschwendung, Fraß und Völlerei? Wo finden wir da Schutz und Hilfe gegen eine Welt des Unglaubens und der Schlechtigkeit? Glaube mir: die Teilnahme an heiliaen Exerzitien sind das beste Mittel zur Gegenwehr. Die Exerzitien sind eine Hochschule des Glaubens, der Tugend und des Mutes und setzen die Teilnehmer in den Stand, Frontkämpfer und Helden zu werden und dem Gegner die Stirne zu bieten. Mit Mathias wirst du sprechen: „Wenn auch alle den Tagesgötzen gehorchen und ein jeglicher abfällt vom Gottesdienst der Väter, so will doch ich
nehmen Ende dieses Monats in den ehrwürdigen 3“ Fulda ihren An" lang. Ein zweifacher Kursus ist geplant: ein fünf-’ " .^«'tägiger. Da legt sich auch den,' b s .Bomfatlusboten die Frage nahe: was
^?uen und sollen die Exerzitien? Die Frage ist umso wichtiger, als heute von höchster kirchlicher Stetig aus, vom Papste selbst, und immer wieder auch oor^ den deutschen Bischöfen die Wichtigkeit der Exer« zitien auch für unsere Laien betont wird. Auch unser Fuldaer Oberhirte hat ja so eindringlich im
unb meirt^rOh^h^ ’u "'" "»w "V i diesjährigen Fastenhirtenschrelben die Exerzitien
Bewahre uw^Ko^^^ ^ ^s Herrn gehorchen./empfohlen. Unb ö‘c letztjährige Diözesansynod^
9 e "ns Gott davor! Es ist «n» nickt mibe.' hat den ernsten Beschluß und Entschluß aefafid
das Gesetz und die Gerechtigkeit Gottes zu verlassen."
Das ist etwas für Ordensleute, sagst du. Ganz recht. Wie konnten sie sonst inmitten einer kalten Welt die Liebe Gottes bewahren? Das ist etwas für Pfarrer und Geistliche. Ganz recht. Wie könnten sie sonst eine ganze Gemeinde hinter sich herziehen i Deshalb auch ausdrückliche Vorschrift des kirchlichen Gesetzbuches, daß alle Kleriker mindestens alle drei ! Jahre die hl. Exerzitien machen müssen. Meistens aber beruft der Bischof jedes Jahr seine Geistlichen zu den hl. Uebungen, und geht selbst mit gutem Beispiel voran. Oder es kommen die Priester selbst aus eigenem Antrieb, aus einem inneren Bedürfnis heraus. Ist sonst niemand zu den hl. Exerzitien berufen? Niemand als Geistliche, Ordensmänner, Schwestern? Höre doch das Wort deines Heilandes: „Kommet alle, alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid: ich will euch erquicken." (M. 11, 28.) Was anders sind denn die Exerzitien als eine Er- Erquickung für Leib und Seele? Und du hast es vernommen aus dem Munde deines Heilandes; niemand ist davon ausgenommen, alle ohne Ausnahme sind dazu berufen.
Woher aber die Zeit nehmen? Denke dir den Fall, du müßtest drei Wochen im Bett liegen, krank darniederliegen, in der Behandlung des ArzteS. Woher würdest du da die Zeit nehmen? So nimm dir wenigstens drei Tage Zeit, wenn dir der liebe Gott die Gesundheit schenkt. Woher aber das Geld nehmen? Ja, woher nehmen denn so viele Leute das Geld zu den Festlichkeiten? zu den neuen Kleidern? Zu Wein, Bier und Zigarren? Spare dir einige Wochen solche Dinge — und die zehn oder zwanzig Mark für Exerzitien sind beisammen,
Wo du aber Exerzitien machen kannst, das fragst du am besten bei deinem Seelsorger oder schaust in deine Zeitung. Wenn sie katholisch ist, bringt sie immer von Zeit zu Zeit Notizen über Exerzitien. Die Zeitschrift: „Der Rnser", die ich dir bestens empfehle, bringt in jeder Nummer eine Exerzitien- tafel für ganz Deutschland. Also nicht lange gezaudert. Fest zugegriffen. Probieren ist besser als Studieren ! Der Bucgpfarrer.
Die Priesterexerzitien