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Kaflel, dsrr 12. )M 1925

Nr. 28

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für die katholischen Gemeinden Kassels Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe LZS Goldpfennig 3 40 SoIbpfeniHgCfreibi.) Redaktion-- Schluß Montag Anzeigen-Preife: Colonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Coionelzeils im NsNamUeil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Asb. 0,1) Goldmark. Norio extra- Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actisndruckersi in Fulda sein.

Druck und Verlag der Fuldar Actisudruckerei. Berlagsart Fulda. ------

wochenkalènder.

Sonntag. 12. Juli. 6. Sonntag nach Pfingsten. Johannes Gualbertus, Abt, f 1073. Nabor u. Felix, Mart.

Montag, 13. Juli. Anakletus, Papst, Mart., f 99. Eugen, Bischof von Karthago, f 507.

Dienstag, 14. Juli. Bonaventura, Kirchenlehrer, f 1274.

Mittwoch, 15. Juli. Heinrich II., Kaiser, f 1024.

Donnerstag, 16. Juli. Maria vom Berge Karmel Skapulierfest.

Freitag, 17. Juli. Alexius, Bek., f 417.

Samstag, 18. Juli. Kamillus von Cellis, Ordensstifter' t 1014. Symphorosa und ihre 7 Söhne, Märtyrer, 2. Jahrhundert.

Sechster Sonntag nach Pfingsten.

(Evanget. Mark. 8, 19.)

In jener Zeit, als viel Volk beisammen war, und eS nichts zu essen hatte, rief Jesus seine Jünger zu­sammen und sprach zu ihnen: Mich erbarmet das Volk; denn sehet, schon drei Tage harren sie bei mir aus, und haben nichts zu essen. Und wenn ich sie ungespeiset nach Hause gehen lasse, so werden sie auf dem Wege verschmachten; denn einige aus ihnen sind weit herge­kommen. Da antworteten ihm seine Jünger: Woher wird jemand hier in der Wüste Brot bekommen können, um sie zu sättigen? Und er fragte sie: Wie viel Brote habt ihr? Sie sprachen: Sieben. Und er befahl dem Volke, sich auf die Erde niederzulassen. Dann nahm er die sieben Brote, dankte, brach sie und gab sie seinen Jüngern, daß sie vorlegten: und sie legten dem Volke vor. Sie hatten auch einige Fischlein: und er segnete auch diese und ließ sie vorlegen. Und sie atzen und wurden satt; und von den Stücklein, die übrig geblieben waren, hob man noch sieben Körbe voll auf. Es waren aber deren, die gegessen hatten, bei viertausend; und er entließ sie.

Kreus und Taufe

S ist ein Jammer, wie in unserer heutigen Zeit das christliche Erb­gut immer mehr verpraßt und ver­schleudert wird. Das Christentum steht und fällt mit der Taufe. Und doch, was kümmern sich heute jo manche Eltern, die sich Christen

kennen, noch um die Taufe ihrer Kinder? Nicht

Anwrika, sondern auch in unserem Europa wachst m Stadt und Land ein ungetauftes Hei- ü.^"m heran, ein Wildbaum, der nur Holzäpfel W 3ßo ober durch die Kraft der christlichen ^radi Non die Taufe noch besteht, ist sie vielfach zu Ä Zeremonie herabgewürdigt. Die Taufe wird oft ohne die, notige Feierlichkeit und ohne den notigen Ernst vonseiten der Eltern und Paten vorgeiiommsn und dadurch wird die Wertschätzung X die doch das erste und nötigste unter Sakramenten ist, beeinträchtigt und gehemmt.

-r?5. im Rahmen der Erlösung das Kreuz ist, Krpi m Athmen der Heiligung die Taufe. Am

Kreus ist ^; ». " sr2rJ9 , ^^'fe. Am der Weltliebe, der Eigenliebe, den sündhaften Trie- Kstebuna rün^E-^ gestorben, um in der Auf-iben abgestorben. Zwar sind auch nach Vergebung 6 m neues Leben anzuziehen. So soll in I der Sünde durch die Taufe noch Sündenwurzeln

der Taufe die Sünde sterben und der Mensch ein neues, übernatürliches Leben anziehen.

Herrlich und großartig, wenn auch in man- chen schwierigen Wendungen und Ausdrücken, hat Sankt Paulus im Römerbrief die Beziehungen zwischen kreuz und Taufe dargestellt. Der betref­fende Ausschnitt bildet die heutige Epistel und hat in sinngemäßer Uebertragung folgenden Wortlaut:

Wißt ihr nicht, daß ihr durch die Taufe in die innigste Lebensgemeinschaft mit Christus getreten seid, geistigerweise mit ihm und durch ihn geslor- ben seid? Durch die Taufe sind wir zugleich dem alten Menschen nach mit ihm begraben, damit, wie er durch die Kraft des Vaters zum Leben wieder erweckt ist, so auch wir zu neuem Leben erstehen und es in unserm Wandel betätigen. Er ist dem Leibe nach am Kreuze, wir aber dem Geiste nach in der Taufe gestorben. Er ist glorreich auferstan­den; auch wir sollen als neue Menschen auferste­hen. Darum ist ja gerade unser alter Mensch gleich­sam mit ihm gekreuzigt worden, damit die Sinn­lichkeit der Leibes vernichtet werde und wir fürder nicht mehr der Sünde dienen. Wie ein Toter zu sündigen aufgehört hat, so soll auch jeder der Sünde sich enthalten, der geistigerweise gestorben ist. Sind wir aber durch, Christus der Sünde geistigerweise gestorben, so glauben und vertrauen wir, daß wir auch an seinem Gnadenleben teilnehmen werden. Wir wissen ja alle: Christus stirbt nicht mehr, nach­dem er auferstanden ist. Der Tod hat keine Gewalt

mehr über ihn. Ein für allemal ist er gestorben, um die Sünde zu tilgen; Hinfort aber lebt er zur Verherrlichung des Vaters. So sollt auch ihr, dem Bösen abgestorben, in Gemeinschaft mit Jesus nur für Gott leben. Laßt also die Sinnlichkeit fürder nicht mehr herrschen in eurem Leibe, um seinen Trieben zu gehorchen. Stellt eure Glieder

unlauterer Leidenschaften zur Verfügung; euch vielmehr jetzt nach eurer Wiedergeburt dem Dienste Gottes hin und weiht ihm eure der zu Werkzeugen der Gerechtigkeit. Die

nicht gebt ganz Glie- Ver-

suchung wird weiterhin keine solche Gewalt über euch ausüben, daß ihr nicht widerstehen könnt. Für euch hat das zur Sünde reizende Gesetz aufgehört; ihr steht nunmehr unter dem Einfluß der Gnade, die euch stärkt und befähigt, im Guten zu ver­harren."

Schätzen wir die Taufe wieder in ihrem wah­ren Wert. Die Gräfin Franziska von Sales kann da euch Eltern als Vorbild dienen. Als man ihr den kleinen Franz von der Taufe zurückbrachte, be­grüßte sie das neugetaufte Kind mit den Worten: Nun bist du ein Genosse der Engel, ein Bruder des göttlichen Jesuskindes, ein Tempel des hl. Gei­stes, ein Mitglied der hl. kath. Kirche, ein Unter­pfand der göttlichen Liebe. Du sollst Gott gewidmet sein".

Ja, Gott gewidmet, seinem Dienste hingegeben, der Weltliebe, der Eigenliebe, den sündhaften Trie-

zurückgeblieben, die böse Begierlichkeit, das Gesetz des Fleisches. Zum Kampf und zum Siege sind sie zurückgelassen. Besonders ist es der Rahrungs- trieb, der einer heilsamen Regelung, Beherrschung und Beschneidung bedarf. Wir finden im heuti­gen Evangelium den Heiland bei der wunderbaren Brotvermehrung. Cr hat kein Fleisch und keinen Wein herbeigezaubert, sondern nur Brot, um uns die Genügsamkeit ans Herz zu legen.

Was sehen wir aber heutzutage? Wohl dürfen wir uns freuen, daß die Zeiten des Hungers, der Entbehrung und der Knappheit vorüber sind aber ins Gegenteil zu verfallen, dazu berechtigt uns weder die Vernunft, noch die Religion. Im Gegen­teil. Die Vernunft schreibt die Mäßigkeit vor. Was aber die Religion betrifft, so merke dir die wunder­bare Vorschrift des Völkerapostels:Ein großer Gewinn ist Frömmigkeit,---verbunden mit Genügsamkeit. «

Wo sind aber heute bei so vielen Menschen Ge­nügsamkeit und Mäßigkeit? Hat nicht eine wahre Festmut die Menschen ergriffen? Und in was artet sie aus? Wo mündet totsicher fast jedes Fest? In der Genußsucht; und sie ist der Vampyr, der das Mrrk des Volkes aufsaugt, der den Sparsinn er­tötet, der jedes bessere Gefühl für Menschlichkeit, für Anstand und Pflicht absorbiert, der das Fa­milienglück zerstört und das öffentliche Leben ver­giftet. Besonders sind es die Vereine, die sich da eine große Verantwortung aufladen. Sei es nun ein Gesangverein oder Vergnügungsverein oder manchmal sogar ein kirchlicher Verein, was ist das Endergebnis seiner Feierlichkeiten? Zeitvsrschwen- dung, Geldvergeudung und--. der Rausch. Sind wir dann noch Christen? Da trifft uns wie ein Donnerkeil das Wort des Apostels, daß unfel Gott der Bauch ist.

Wohlan, mögen alle Gutgesinnten sich aufrafsen und gegen den Strom schwimmen und wieder ihrer Taufpflichten sich erinnern und die Mäßigkeit auf das Banner schreiben, eingedenk der Worte des Herrn:Hütet euch

vor Rausch und Völlerei!"

Der Burgpfarrer.

Darf der Katholik die Bibel lesen?

Aber ganz selbstverständlichl

Die Bibel enthält nach der Lehre der Kirche Gottes Wort. Wie dürfte die Kirche es wagen, ihren Gläubigen das Lesen des Gotteswortes zu "^Hast'du nicht selber schon hundert Male beobach­tet, welch eine Hochschahung demeKirche r der bl Gdirift bat? Während der hl. Messe veugr pcy der Priester nach dem Lesen des Evangesiums über das Eoanoelienbuch und küßt den hl. Text. Die­selbe Kirche sollte ihren Schatz ängstlich ihren Kin­dern entziehen? , .

Tritt dir einmal ein Bibelforscher mit der drei­sten Behauptung entgegen, deine KircheTverbietti