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Nasse!, den 5. Juli 1925.

Nr. 27.

Religiöses Wochenblatt ür die katholischen Gemeinden Kassels, int jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 35 Goldofeanig 3 49 Goldpfearrig (fceibl.) Redaktions- Montag Anzèizen-Pceise: Colonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonrlzrils int Reklameteil Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto -xtra. gen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. ......... Drill und Verlag 6er Fiilda- Acti-udruler-i. Verlag,ar! Fulda. -------------'

wochenkaleâr.

Sonntag, 5. Juli. 5. Sonntag nach Pfingsten. Ged. d. hl. Anton Maria Zaccaria, Bek., f 1539, und der Oktav von Peter und Paul.

Montag, 6. Juli. Oktav de? Festes der Apostel Peter und Paul.

Dienstag, 7. Juli. Cyrillus und Methodius, Bischöfe, Apostel der «laben im 9. Jahrhundert. Willibald, Bischof von Eichstätt, f 781.

Mittwoch, 8. Juli. Kilian und Gefährten, Apostel der Franken, Mart., f 689. Elisabeth, Königin von Portugal, Witwe, -f 1336.

^""ej^ta«, 9. Juli. Uebertragung der Gebeine des hl. Bonifatius.

Freitag, 10. Juli. Sieben Brüder, Söhne der hl. Felizitas, f 150.

Samstag, 11. Juli. Marien-Zamstag. Pur? I., Papst, Mart., f 157.

Fünfter Sonntag nach Pfingsten.

(Evangel. Matth. 5, 2024.)

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn eure Gerechtigkeit nicht vollkommener sein wird, als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich eingehen. Ihr habt gehört, daß zu den Allen gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber tötet, der soll des Gerichtes schuldig sein. Ich aber sage euch, daß ein Jeder, der über seinen Bruder zürnet, des Gerichtes schuldig sein wird, Wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka! wird des Rates schuldig sein; und wer sagt: Du Narr l wird des höllischen Feuers schuldig sein. Wenn du daher deine Gabe zu dem Altare bringest, und dich daselbst erinnerst, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß deine Gabe allda vor dem Altare und geh zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm, und opfere deine Gabe.

Neugegossen.

t Christus fängt die neue Galtung des Menschen an; er selbst ist ihr Vorbild, ihr Lebenskeim. Er ist derAdamder neugeformten Mensch­heit, der eingeschmolzenen und neugegossenen Menschheit.

n Sokrates wollte die Vernunft sich ein ^fes das Gesetz; andere begnügten r^ Gesetzbuch wieder herzustellen. min ?» T^ ulcht einen Teil, sondern den Er verändern von unten bis oben. treiC^ Kern des Menschen verändern, die bereut ^^^ ""^ die Quelle von allem, was in W und geredet wird. Es gibt nichts, was er nicht m sein Bereich zieht. Und er läßt sich oders^^m- seine Forderungen abzuschwächen .^^ackhaft zu machen. Er marktet nicht mit er schlechten, unvollkommenen Menschennatur. Man ann nicht ihm und der Welt zugleich anhangen. Wer zu ihm steht, der steht gegen die alte Tisruatur n»d wirkt für den Engel in uns. der siegen soll.

Alles andere ist ihm Nebensache und leeres G?

schwätz. ,

Nichts ist selbstverständlicher für den Menschen, als daß er reich werden möchte. Geld gewinnen auf jede Weise, sei es auch die schmutzigste, das galt noch immer als die süßeste Beschäftigung. Jesus hingegen sagt: wer mir nachfolgen will, schenke alles weg, was er hat; er mache sich eine Freude daraus,

Der Selbsterhaltungstrieb ist der stärkste von allen, die uns bestimmen. Es kommt uns auf keine Schandtat, auf keine Grausamkeit und Feigheit an, _____7. wenn es gilt, dieses bischen Staub am Leben zu

die^sichtbaren,""gegenwärtigen Güter "zu vertauschen i erhalten. Jesus dagegen erinnert uns: wer sein gegen die zukünftigen, unsichtbaren. Leben lieb hat, verliert es, und wer es verliert,

gegen die zukünftigen, unsichtbaren.

Jeder Mensch denkt ängstlich ans Morgen; es ist ihm immer, als wenn ihm der Boden unter den Füßen wankte; er fürchtet sich in einem fort, das Brot könnte nicht hinreichen bis zur neuen Ern.e. Jesus hingegen lehrt: macht euch keine Sorge um den kommenden Tag; jeder Tag hat genug an seiner

Plage.

Spendet am 5. Zuli freudig eure Gabe Y

für die v

Zrauensribdensklrche )

in Frankfurt a. M.-Lockenheim. X

Dieser Kirchenbau ist der dringendste in der ganzen Diözese Hulda.

Jeder Mensch möchte der erste sein; zunächst unter seinesgleichen und dann über alle, die um ihn sind. Als dec größte, reichste, gescheidteste möchte er dastehen. Die ganze Geschichte der Menschheit ist bewegt vom Widerwillen gegen den zweiten Platz, Jesus hingegen lehrt: wenn einer der erste sein will, dann sei er der letzte und bet Diener von allen, Wer sich erhöht, wird erniedrigt, wer sich erniedrigt wird erhöht werden.

Auch die Eitelkeit juckt jeden Menschen. Sie wirkt wie ein Reizgift auch bei dem Guten mit, das sie tun. Denn dies bischen Gute tun sie fast immer nur, um gesehen zu werden. Ihr Böses tun sie im geheimen, ihr Gutes auf dem Marktplatz. Jesus will es gerade umgekehrt haben. Deine Linke soll nicht wissen, was die rechte tut. Wenn du betest, verschließe dein Kämmerlein hinter dir; nicht an den Straßenecken, wo es alle sehen, klopfe an deine Brust. Wenn du Fasten hältst, so geh nicht mit vernach­lässigtem Aeußecn und mit finsterm Gesicht auf die Straße, um bekanntzugeben, daß du an diesem Tage ^uße tust, sondern richte dich zusammen und mache ein heiteres Gesicht wje alle Tage. Das Böse sollst

du überhaupt lassen, sowohl vor der Oeffentlichkeit als auch im geheimen; a'rec wenn du etwas Gutes tut Sinne hast, dann behalte es fite d. h, damit es nicht ist, als geschehe es wegen des Lobes.

behält es.

Jeder von uns ist darauf aus, den Richter seiner Brüder zu spielen. Wenn wir einen verurteilen, fühlen wir uns ihm überlegen, besser, gerechter als er. Wir sind die Unschuldigen. Jemand anklagen, bedeutet immer: ich bin nicht so. Jesus aber ruft, so laut er kann:Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet; verdammet nicht, damit auch ihr nicht verdammt werdet; verzeiht, dann wird auch euch verziehen werden."

Jeder von unS tut sich etwas darauf zugute, ein Mann zu sein, ein besonnener, reifer, kluger Mensch, einer, dec seine Meinung hat in allen Dingen, der mitreden und urteilen darf. Eine ganz unbefangene Aeußerung des eigenen Willens gilt als kindisch und wird geringschätzigein Kind" genannt. Jesus da­gegen antwortete auf die Frage, wer der größte sei im Himmelreich: ich sage euch wahrhaftig: wenn ihr nicht umkehret und werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht eingehen ins Himmelreich.

Der ernsthafte Mann, der Fromme, Reine, der Pharisäer" meidet, wenn er kann, den Umgang mit den Sündern, den Gefallenen; an seinen Tisch lädt er nur die Anständigen ein, seinesgleichen. Jesus hingegen wird nicht müde zu versichern, daß er ge­kommen sei, die Sünder zu suchen, nicht die Ge­rechten; er schämt sich nicht, mit Sündern die Füße unter einen Tisch zu stecken; er läßt sich Die Füße berühren und salben von Frauen übelsten Rufes. Wer eben wirklich rein ist, wird nicht schlecht durch die Berührung Schlechter; er braucht sie nicht in ihrem Schmutze verenden zu lassen aus Furcht, sich an ihnen zu beschmutzen.

Jeder von uns ist geneigt, die meisten von denen mit denen er leben muß, zu hassen. Ec haßt sie weil sie mehr haben als er, weil sie ihm nicht alles geben, weil sie anders sind, schließlich überhaupt des­halb, weil sie auf der Welt sind. Wir bringen es so weit, daß wir sogar unsere Freunde hassen. Jesus hingegen befiehlt: wir sollen dw.Men.chen lieben alle lieben, auch jene, die uns hassen.

Wer dieses Gebot nicht erfüllt, darf K lemen Christen nennen. Wenn ^ auch bereit rsh ^b zu lassen, liebt aber den, «Jg; "'ennen. hat er fein Recht, sich e-n-u iJ« "

Denn die Selbstsucht, e L.^ alle schlimmen unseres Hasses gegen a.-^ ^ ^ch. Wer die SK überwindet, der ist der Umgèwandelte Die Selbstsucht überwinden und seine Feinde sieben Da§ ist der Anfang und Schluß allen Christentums