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Kafiel, Oe« 28. Juni 1925.

wschenkalmder.

Sonntag, 28. Juni. 4. Sonntag nachPfingsten.Ged. d. Oktav des hl. Joh. d. T. u. d. hl. Irenäus, Bisch, u. Mart.

Aloktag, 29. Juni. Fest der hl. Apostel Petrus und

Paulus mit Oktav.

Dienstag, 30, Juni. St. Pauli Gedächtnis. Ged. des hl. Petrus uns des hl. Joh. d. T.

Mittwoch, 1. Juli. Fest des kostbarsten Blutes.

Oktav von Joh. d. T.

Donnerstag, 2. Juli. Fest Mariä Heimsuchung.

Otto, Bischof.

Freitag, 3. Juli. Prozessus und Maitinian, Mart. Leo IL, Papst, Bek. Ged. d. Oktav von Peter u. Paul. Herz-Jesu-Freitag.

tzsinstag, .4. Juli. Von der Oktav bon. Peter u. Paul.

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vierter Sonntag nach Pfingsten.

(Evangel. Lui. 5, 111.)

In jener Zeit, als das Volk Jesu drängte, um das Wort Gottes zu hören, und er am See vo» Genesarcth stand, sah er zwei Schiffe am See stehen: die -rischer waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Da trat er in das eine der Schiffe, welches dem Simon gehörte, und bat ihn, von dem Lande etwas abzusahren. Und er setzte sich und lehrte das Volk ans dem Schiffe. Als er aber zu reden aufgehört hatte, sprach er zu Simon: Fahre hinaus in die Tiefe, und werfet eure Netze zum Fange aus. Da antwortete Simon und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen: aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Als sie dies getan hatten, fingen sie eine große Menge Fische, so daß ihr Netz zerriß. Und sie winkten ihren Genossen, die im anderen Schiffe waren, daß sie kommen und ihnen helfen möchten: und sie kamen, und füllten beide Schifflein, so daß sie beinahe versanken. Als das Simon Petrus sah, fiel er Jesu zu Füßen, und sprach: Herr, geh weg von mir; denn ich bin ein sündhafter Mensch! Denn Staunen halte ihn ergriffen, und Alle, die bei ihm waren, über den Fischfang, den sie gemacht hatten: desgleichen auch den Jakobus und Johannes, die söhne des Zebedäus, welche Simons Gesellen waren. Und Jesus sprach z r Simon : Fürchte dich nicht, von nun an wirst du Menschen fangen! Und sie führten ihre Schiffe an's Land, verließen alles, und folgten ihm nach.

Beim hl. Petrus.

edenket eurer Vorsteher, die euch das Wort Gottes verkündigt haben. Diese Mahnung des Apo­stels im Hebräerbrief gilt insbe­sondere mit Bezug auf das bevor- stehende Fest der Apostelfürsien Petrus und Paulus.

Da dem hl Paulus noch ein besonderes Ge­dächtnis geweiht ist, so wollen wir heute unsere ganze Aufmerksamkeit dem hl. Petrus zuwenden. Er ist ja der erste und oberste Vorsteher der Kirche, von Christus selbst eingesetzt.

Gedenket eurer Vorsteher. Am lebhaftesten und frischesten ist das Gedächtnis des Apostelfürsten in der ewigen Stadt Rom. Versetze dich also in diese Stadt, die nicht so sehr durch ihre sieben Hügel,

Wir sind beim koken Petrus gewesen. Wollen wir nicht auch dem lebenden einen Besuch ab­statten? Aber können wir denn in den Himniel aufsteigen? Das wollen wir auf den Tag der Auf­lösung verspüren. Dem lebenden Petrus gilt unser Besuch. In Person lebt er im Himmel in sei­nem Amt aber er lebt auf Erden. Es ist sein Nach­folger der hl. Daker, Papst Pius XI.

Ich habe schon mehrere Vorträge über meine Romwallfahrt gehalten. Jedesmal aber konzen­trierte sich die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf die Person des Papstes. Kaum spreche ich den Namen Papst, kaum spreche ich das Wort Audienz", da geht durch die Seelen ein frischer Zug, ein geheimnisvoller Ruck. Es kommt eben

Ausgabe B

6t. WWH-M

MM

Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeben Sonntag und kostet monatlich Ausgabe AZöGoldsfsmüg B 43 Goldpfennlg (freibl.) Redaktions­schluß Montag Anzeizen-Preise: Colonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Noldmark, Colonslzeile im Reklam-test 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Neb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besiß der Fuldaer Actiendrulkerei in Fulda sein.

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355- 3*g. *

durch ihre herrliche Lage, durch ihre Konsuln und Kaiser, durch ihre Tempel und Paläste und Kunst­schätze, als vielmehr durch das Andenken des hl. Petrus berühmt ist. Besonders vier Orte sind es, die durch das Andenken an den hl. Petrus geheiligt sind, vier Orte, dis ich selbst gesehen und besucht habe, und an die ich auch euch führen möchte.

Der erste Ort ist der Mamertinische Kerker. Ich stieg hinab in seine schauerlichen Räume und sah den Pflock, an den der Apostel um des Glaubens willen mit einer eisernen Kette angeschmiedet war.

Der zweite Ort ist die Kirche 5. Pietro in vincoli. Dort werden eben diese Ketten des Apo­stels aufbewahrt, verbunden mit jener Kette, die er schon vorher in Jerusalem getragen hatte.

Der dritte Ort ist das Kirchlein: Domine, quo vadis, an der Appifchen Straße. Dort sah Petrus, als er aus Rom fliehen wollte, den Heiland, mit dem Kreuz auf der Schulter. Verwundert stellte er die Frage: Domine, quo vadis? Herr, wo gehst du hin, und er erhielt die Antwort: vado iterum crucifigi: ich gehe, mich nochmals kreuzigen zu lassen! Petrus verstand den Wink, kehrte zu­rück, lieferte sich freiwillig den Henkern aus und wurde zur Kreuzigung geführt.

Damit kommen wir zum vierten Ort, die Sankt Peterskirche. Hier ist der Platz feiner Kreuzigung. Ueber den leiblichen Ueberresten des Apostels hat die dankbare Nachwelt diese Kirche erbaut, die Zierde des Erdkreises. Von der Größe dieser Kirche, deren Länge 187, deren Breite 112, deren Höhe 120 Meter beträgt, laßt mich schweigen. Nur ans Grab Petri will ich dich führen. Es ist mit Marmorschranken umgeben, auf denen Tag und Nacht 87 Lampen aus vergoldetem Erz in Form von Füllhörnern brennen, vom feinsten Oele ge­nährt. Dieses Grab ist der Magnet der Katholiken, ein Jungbrunnen der Glaubensbegeisterung, ein Ruheplätzchen der Seele. Zu jeder Tageszeit sah ich Menschen aller Nationen davor knieen, und wenn ein Plätzchen frei wurde, kniete sogleich ein anderer dahin. Mit heiligem Schauer warfen auch wir uns davor auf die Knie und verrichteten mit lauter Stimme das Apostolische Glaubensbekennt­nis, dessen Echo von den Wänden der ungeheuren Kupvel widerhallte.--__

die katholische Seele zum Durchbruch. Nicht weni­ger als dreimal habe ich den hl. Vater gesehen. Das erstemal war bei der Seligsprechung des Bischofs ötranibi in den Hallen der Peterskirche. Nach zweistündigem Harren ertönt von der Loggia aus silbernen Posaunen der Pupstmarsch. Hoch auf der Sedia gestatoria erscheint licht und weiß wie ein Engel der hl. Vater und schwebt dahin wie eine sonnige Wolke und erhebt die Rechte, um zu segnen seine Kinder, die sich auf die Knie werfen und den Segen des hl. Vaters mit from­mer Begierde trinken. Dann aber zerreißt der Bann der Ehrfurcht, und die Begeisterung flammt auf wie ein Feuer, und aus tausend Zungen er­schallt der Ruf: eviva il papa: es lebe der Papsh hoch, hoch, hoch!

Das zweitemal sah ich den hl. Vater bei der Papskmesse, die er eigens für uns. Pilger ze­lebrierte in einem Saal des Vatikan. Zu Fuß kam er diesmal herein, schlicht und bescheiden. Nachdem er eine zeitlang gebetet und die Meß­gewänder angelegt, trat er an den Altar und fei­erte die hl. Messe in gleicher Weise wie der letzte Dorfkaplan. Rein und fromm ertönte seine Stimme, langsam und gemessen waren seine Be­wegungen, deutlich und wohlklingend seine Aus­sprache. Nach demJte" hielt er in fließendem Deutsch eine väterliche Ansprache und erteilte uns den hl. Segen.

Das drittemal sah ich den Papst bei der eigens lichen Audienz. Wir Pilger etwa tausend an der Zahl wurden in zwei Reihen in einen? Korridor aufgestellt. Der hl. Vater kam in Beglei­tung von Schweizer Gardisten und Hausprälaten, durchschritt lèicht und elegant die beiden langen Reihen und reichte jedem einzelnen väterlich die Hand. Wir ließen uns auf die Knie nieder, hiel­ten seine Hand in der unsrigen und küßten den Fischerring eine unvergeßliche Stunde.

Gesegnet der Tag, an dem dieses Glück uns zu­teil wurde. Vielleicht bist auch du dieses Glückes teilhaft geworden oder hast im Sinn, es dir noch zu verschaffen durch Teilnahme an einer Rom wallfahrt. Dazu kann ich dir nur mit gutem Ge­wissen raten. Die 400 oder 500 Mark, die du dazu anlegst, sind angelegt im Geiste der Religion, im Geiste echt katholicher Frömmigkeit, angelegt zur

Ehre Gottes, zu deinem Trost für Zeit und Ewigkeit.

Alle aber wollen wir wenigstens im Geiste mit

dem hl. Petrus und feinem Nachfolger uns ver­binden. Wir wollen an fein Amt glauben, wir wollen feinen Worten lauschen, wir wollen feinen Vorschriften und Wünschen nachkommen, wir wol­len ihm Freude machen, um sein verantwortungs­volles Amt zu erleichtern. Bor allem aber wollen wir beharrlich und innig für ihn betem daß Gott ihn lange erhalte zum Wohle der Kirche und der ganzen Welt:

Segen Pius, unserm Vater, Gottes Segen, langes Heil.

Der Ruravfarrer.