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55. JaW

Kassel, den 7. Juni ^25.

Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe â ZZ Gridvfennig 8 43 Äoldpsennig (fceibl.) Redaktion?- schluß Montag Auzeigen-Preise: Colonelzeile im 2lnzeigrnteil 0,15 Goldmark, Colon Azeils im Reklamrteii 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Pif.-Seb. 0,13 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens sbis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Aetiendruckerei in Fulda sein.

- - Druck und Verlag der Fuldae Actlèndrucksrei. Verlagsort Fulda. ------

wochenkalender.

§0!Mtag, 7. Juni. Fest der allerheiligsten Drei­faltigkeit. Quatemberandacht um gute Priester. 5. Aloisiussonntag.

Montag, 8. Juni. Bonifatius, Mart., Apostel der Deutschen, f 755.

Dienstag, 9. Juni. Von der Oktav. Primus u. Felizianus, Mart., f 300.

Mittwoch, 10. Juni. Margareta, Königin von Schottland, Witwe, f 1093. Gedächtnis der Oktav.

Donnerstag, 11. Juni. Fest des hochheiligen Fronleichnams Christi.

^5^56» 12. Juni. 2. Tag der Oktav von Fronleichnam. Oktav des Hi Bonifatius. Johannes von St. Fakundo, Lek., f 1479. BafiiideS it. Gen , Mart., f um 300.

Samstag, 13. Juni. 3. Tag der Oktav von Fronleichnam Antonius von Padua, f 1231, Felikula, Jungfrau.

Das Fest der hl. Dreifaltigkeit.

(Evangel. Matth. 28, 1820.)

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin, und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes: und lehret sie alles halten, was ich euch befohlen habe: und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an's Ende der Welt.

Huf die Kniee !

enn der Hl. Vater bei einer Hei­ligsprechung im hohen Petersdom die hl. Messe liest uns der er­habene Augenblick der Wandlung naht, so ruft der päpstliche Cere- monienmeister mit lauter Stimme:

a ginochi aui die Kniee!" Und all die 30 bis 50 Zausend Menschen fallen auf die Kniee und beten !n den weißen Gott in Brotsgestalt n, während oben im Innern der Peterskuppel eine 1. eine trompete ertönt, deren langgezogenes Echo MmeSf ^"g^smelodie sich in die Ohren ein- erfüllt^^ ""^ ba§ H"S mit Schauer und Rührung

^ ^ ^ Kommando:auf die Kniee« höre ÄS Ä T Fest der heiligsten Dreifaltigkeit. Krippe das uns das Kind in der ist. Bo her^iF Kelches vom Vater ausgegangen hat, der mit sm Atetn' öa§ "Ns den Sohn gezeigt ist Pfingsten^ dem Grabe erstand. Vorüber ausgeht?om Vater" und? Steigt hat, der Nuu und vom Sohne. uns alle Fest d-ch!. Dreifaltigkeit, das in ihr»» «1J ,. ^" Personen zusammen zeigt taten an die A^"rgen Verhältnis, in ihren Wohl- uns^bL "m^^asis-âs^ Glaubensbekenntnis" wird rum Glaub»» Dreifaltigkeit mit folgenden Worten

We?c-r" "ud zur Anbetung vorgestellt: tuthölischen Gs»"^^bn will, mu& sich vor allem zum stiegen Glauben bekennen.

Wer diesen Glauben nicht ganz und unverletzt bewahrt, wird ohne Zweifel ewiglich verloren gehen.

Der kath. Glaube besteht nun darin, daß wir einen Gott in der Dreiheit und die Dreiheit in der Einheit anbeten; daß wir die Personen nicht ver­mischen, und ihre Wesenheit nicht trennen. Denn verschieden ist die Person des Vaters, die des Sohnes und die des hl. Geistes. Jedoch haben Vater, Sohn und hl. Geist dieselbe Gottheit und Wesenheit, gleiche Herrlichkeit, gleiche ewige Majestät. Wie der Vater, so der Sohn, so der hl. Geist. Unerschaffen ist der Vater, unerschaffen der Sohn, unerschaffen der hl. Geist. Unermeßlich ist der Vater, unermeßlich der der Sohn, unermeßlich der hl. Geist. Ewig ist der Vater, ewig der Sohn, ewig der hl. Geist.

Ha » ott Mito ZWigleil.

(Kirchl. Hymnus.)

Vernimm o heiligste Dreifaltigkeit

, Den Hochgesanz der ganzen Christenheit

Und laß ihn auf der Morgenröte Schwingen

Empor zu deinem ew'gen Himmel dringen!

Mit Purpurrosen rings umkränzt, erwacht

Der Tag und streut des Lichtes Flamm-npracht :

Und kommt die Nacht mit ihrem Sternenschleier,

Dann leuchtet uns dein überirdisch Feuer.

Gepriesen sei der Vater auf dem Thron,

Gelobt sein unendlich teurer Sohn!

Mit ihm der Heil'ge Geist, der ewig wahre,

Durch alle Zeiten, Tage, Monde, Jahre.

Und doch sind nicht drei Ewige, sondern ein Ewiger, nicht drei Unerschaffene, sondern ein Uner- schaffener, nicht drei Unermeßliche, sondern ein Un­ermeßlicher. Ebenso ist der Vater allmächtig, der Sohn allmächtig, der hl. Geist allmächtig. Und doch sind nicht drei Allmächtige, sondern ein Allmächtiger.

Der Vater ist Gott, der Sohn ist Gott, der hl. Geist ist Gott.

Und doch sind nicht drei Götter, sondern ein Gott. Herr ist der Vater, Herr der Sohn, Herr der hl. Geist. Und doch sind nicht drei Herren, sondern ein Herr. Denn so wie die christliche Religion uns an­weist, jede einzelne Person als Gott und Herrn zu bekennen, so verbietet uns die nämliche Religion, von drei Göttern oder Herren zu reden.

Der Vater ist von niemand gemacht, nicht er­schaffen, nicht gezeugt.

Der Sohn ist vom Vater allein, nicht gemacht,

leaer öoijn vom «ater auein, Ntcyr gemacht, Zügen den Mauve» an «neu ^^ -.-'- - ... nicht erschaffen, sondern gezeugt. Scannt hat und in diesem Bekenntnis gestorben

Der hl. Geist ist vom Vater und Sohne, nicht Wohlan, ^g".®"^^ Anschauung GotteS gEangen."^^ "sch"lf-Nr nicht gezeugt, sondern aus-jLebe^und^m S , Der Burgpfarrer.

Es ist also ein Vater, nicht drei Väter; ein Sohn, nicht orei Söhne; ein hl. Geist, nicht drei hl. Geister.

Und in dieser Dreiheit ist nichts früher, nichts später, sondern alle drei Personen sind gleich ewig, einander in allem gleich.

Nach dieser Glaubensregel ist also in der Drei­heit die Einheit, und die Einheit in der Dreiheit zu verehren.

Wer also selig werden will, soll auf diese Art an die Dreifaltigkeit glauben."

So das Athanasische Glaubensbekenntnis über die heiligste Dreifaltigkeit, die wir heute in einem besonderen Feste feiern.

Ist nicht diese Lehre sonnenklar? Ist sie nicht zum Greifen deutlich und gegen jeden Irrtum ab» gegrenzt? Und dennoch geschieht uns bei Betrach­tung dieses Geheimnisses, was geschehen würde, wenn wir mit unbewaffneten Augen in die Sonne blickten: trotz alles Lichtes würden wir nichts sehen; unsere Augen würden geblendet. Wir kennen die Lehre von der hl. Dreifaltigkeit, wie sie uns von Christus verkündet, von der Kirche zu Glauben vor­gestellt wird. Und dennoch: wir wandeln mitten im Lichtglanz und sind blind. Wir kennen das Ge­heimnis, aber wir erkennen es nicht, erfassen es nicht, verstehen es nicht, begreifen es nicht. Da kommt uns nun eine Stimme vom Himmel zu Hilfe, welche ruft: ai ginochi Auf die Kniee ! Menschenkinder, glaubet an dieses Geheimnis, betet es an mit gebogenen Knieen, verehret es mit beben­dem Mund, mit glühendem Herzen, mit ehrfurchts­vollem Staunen.

Dieses Geheimnis begleitet uns von der Wiege bis zum Grab. Bei der Taufe hat uns der Priester Wasser über das Haupt gegossen mit den Worten, die der Heiland den Aposteln als Taufformel mit»' gegeben hat: Ich taufe dich im Namen des Vaterss und des Sohnes und des hl. Geistes. Wenn wir^ aber uns anschicken, unsern Fuß auf die Schwelle: der Ewigkeit zu setzen, wird der Priester uns zu- rufen:Ziehe hin, christliche Seele, aus dieser Welt^ im Namen des Vaters, der dich erschaffen, im> Namen des Sohnes, der dich erlöst, im Namen des hl. Geistes, der in dich ist ausgegossen worden".

Am letzten April dieses Jahres war ich in Rom und las in den Katakomben des Kalistus die hl. Messe; nebenan befindet sich das ursprüngliche Grab der hl. Cäcilia. Als man sie fand, war sie noch in: derselben Lage, wie der Henkersknecht sie "verlassen«

hat: im Racken eine tiefe Wunde von dreimaligem Schwerthieb, das Haupt verhüllt mit einem Schleier, die Kniee sanft angezogen wie int Schlaf. A" ver­einen Hand hatte sie aber einen Finger ausgestre , an der andern drei. So hat Maderna m köstlichen Marmorbild sie verewigt. W^ die Finger bedeuten? DaßJ^Ä »'»»Ä^