Wschenkalender.
Sonntag. 1A Mai. 4. Sonntag nach Ostern. Antonius, Erzb-jchof, f 1459. GordianuS u. Epimachus, Mart.,
I 1.3Ö2. Erster Aloysius-Sonntag. Kollekte für den hl. Vater.
Montag, 11. Mal. Vom Tage.
Dienstag, 12. Mai. Nereus u. Gen., Mart. i. I.Jahrhundert. Mittwoch, 13. Mai. Vom Tage.
Donnerstag, 14. Mai. Bonifatius, Mart, zu Tarsus, f 307. Freitag, 15. Mai. Johann Baptist de la Salle, Stifter der Schulbrüder, f 1719.
Samstag, 13. Mai. Joh. v. Nepomuk, Priester, Mart., ' ^1^393. Ubaldus, Bisch., -j- 1160.
----- - vierter Sonntag nach Ostern.
(Evangel. Luk. 16, 5—14.)
gn jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich gege nun zu dem hin, welcher mich gesandt hat, und niemand von euch frägt mich: Wo gehst du hin? sondern, weil ich euch dieses gesagt habe, hat Traurigkeit euer Herz erfüllt. Aber ich sage euch die Wahr- heit: Es ist euch gut, daß ich hingehe: denn wenn ich nicht hlngche, so wird der Tröster nicht zu euch kommen: gehe ich aber hin, so werde ich ihn zu euch senden Und wenn dieser kommt, wird er die Welt überzeu;en von der Sünde und von der Gerechtigkeit, und von dem Gerichte: von der Sünde nämlich, weil sie nicht an mich geglaubt haben; von der Gerechtigkeit aber, weil ich zum Vater gehe, und ihr mich nicht mehr sehen werdet; und von dem Gerichte, weil der Fürst dieser Welt schon gerichtet ist. Ich habe euch noch vieles zu sagen, aber ihr könnet es jetzt nicht tragen. Wenn .GM der Wahrheit kommt, der w-rd euch aäe Wahrheit lehren; denn erwirb nicht von sich selbst fpnbern, was er hört, ivird er reden, und was Suknnftig ist, euch verkünden. Derselbe wird mich ver- ^rlrchen; denn er wird von dem Meinigen nehmen nnb es euch verkünden.
Vom Iubeljahr 1925.
as Jahr 1925 ist ein Jubeljahr, ein heiliges Jahr, ein anno santo, inte der Italiener sagt. Indes hast du vielleicht noch nichts davon ge« Wie sonst mußt du das dein GelWäJ -r bestellen, wie sonst mußt du liches $10^^ ivi- sonst mußt du dein täg- Steuern zahlen ^*"' Ute ^"^ deine Schulden und jahr, ein^&V’t ' wu"a 7/ ^t, ein Freuden- nicht betrachten mit bin A^"^" f0,Ien wir es mcht mit den Annen «".S™ des Kaufmanns, Augen des Künstlers ^^'^ers, nicht mit den de» Augen des Glau'b?»-^" einzig und allein mit wel als möglich (.“°!"3 "nd uns seine Schätze so. über das Jubeljahr R»r^ ^nnr allermindesten aber der Götter unb^ wissen, um die Hiebe Schon die alten ^sraèu? ^ parieren.
Lies das 25. Kavite^ hatten ein Jubeljahr, des langen und breite»^"^^ Lsvitikus, wo Moses bretten die Einrichtung des Jubel
jahres kundgibt. Bekanntlich war bei den Juden jeder siebente Tag der Sabath oder Ruhetag, das siebente Jahr aber ein Sabathjahr oder Ruhejahr. Es durfte kein Weizen gebaut, keine Rebe beschnitten, es durfte nicht geerntet und nicht geherbstet werden. Was von selber wuchs, wurde den Sinnen und Fremdlingen überlassen, während die Besitzenden von den Ersparnissen des Vorjahres lebten. Nach sieben mal sieben, das ist nach 49 Jahren,mit dann ein Jubel- jahr, also jeweils das fünfzigste Ja m. Es durfte nichts gesät, nichts geerntet werdru; alle Güter, die in den vorhergehenden Jahren Vera ißert oder verkauft worden logten, sielen von s^bst w oec an den ursprünglichen Besitzer zurück; Schulden wurden durch einen Federstrich außer Kraft gesetzt.
Nach dem große» Versöhnungstag des 49. Jahres wurde das Jubeljahr im ganzen Land mit Höruer- schall verkündet und ausgerufen, freudig begrüßt vom ganzen Volk, besonders aber von den Armen, Sklaven und Schuldnern.
Betrachte Gottes weise Absichten in dieser Einrichtung. Das Volk Israel sollte ein Goltesstaat sein. Herr und König des Landes und aller seiner Bewohner sollte Jehova sein. Darum sollte kein Israelit unbeschränkter Eigentümer von Grund und Boden werden, sondern immer nur Nutznießer bleiben. Der oberste Eigentümer mit freiem Verfügungsrecht sollte Gott allein sein. Darum fiel alles Gut im Laufe der Zeit selbsttätig wieder an den ursprünglich» Eigentümer zurück. Gott wollte auch dec Vater seines Volkes sein. Darum hat er sich Vorbehalten, die Israeliten zu ernähren selbst ohne Saat und Ernte. Im Jubeljahr stießen sogar zwei Ruhejahre zusammen, das 49. und das 50. Jahr. Kein Acker durfte bestellt, kein Weinberg beschnitten werden. Werden da die Bewohner nicht vor Hunger umgefallen sein wie Mücken beim Schneegestöber? Keineswegs. Gott hat sich dafür verbürgt und sein Wort verpfändet, oaß keiner Not leiden soll zur Zeit der Ruhejahre. „Und wenn ihr saget: was sollen wir essen im siebenten Jahr, wenn wir nicht säen und ernten dürfen? So io Jet: ich will euch meinen Segen geben 'm sechsten Jahr, daß es die Frucht dreier Jahre bringe". So spricht der Herr durch Moses.
Welch heilsame Lehren für das auserwählte Volk! Gott ist Herr und Baier des Landes. Die Kluft zwischen Großgrundbesitzer und Proletarier soll es im Gotlesstaat nicht geben; die Grenzen zwischen Reich und Arm sollen möglichst verschwinden. Der Habsucht und dem Geiz sollen die Zähne ansgebrochen, dem Materialismus ein Riegel vorgeschoben werden. Die Kinder Israels sollen nicht Sklaven des Erwerbs und des Mammons werden. Reichlich sollen sie Gelegenheit haben, das Gesetz zu lesen und zu betrachten, die Feste des Herrn zu feiern, an den Opfern und Gottesdiensten sich zu beteiligen. Von Nahrungssorgen frei sollten sie vertrauensvoll aufblicken zu Gott, ihrem Herrn und Vater, und sich darauf bot» bereiten, in seine ewige Ruhe einzugehen.
Wie so manch andere Einrichtung hat die katholische Kirche auch diese des Jubeljahres von der Synagoge herübergenommen. Doch sind es andere
Güter, die dem Christen verspthen werden, über natürliche, geistige Güter, die nicht so sehr dieser als vielmehr jener ® 4t „»gehöret: das christliche Jubeljahr besteht im Nachlaß sä Mich w Sündenstcajen. Las erste christliche Jubeljahr war das Jahr 13JO unter Papst Bonifaz, dem achten. E-st nach 100 Jahren sollte wieder ein Jubiläu n ausgeschrieben werden. Doch schon Klemens der sechst« dellimmie, daß schon nach 50 Jahren ein Jubiläum sein soll, und so war denn das zweite Jubeljahr das Jahr 1350. Sixius, der vierte, verkürzte die Frist auf 25 Jahre, und dabei ist es geblieben bis zum heutigen Tag.
An Earisti Himmelfahrt vo igen Jahres hat unser heiliger Vater Pius XL dur h die Bulle „Jnfinua Dei misericordia" dasselbe a ntlich verkündet und am Weihnachtsabend durch Oeffuuug der hl. Pso.te von St. Peter mit dem goldenen Han nec feierlich eröffnet. Was verspricht nun der hl. Vater? Ich habe es bereits angedeutet: einen vollkommenen Ablaß, den sorenaunleu Jude lab laß, der in dec gänzlichen Nachlassung aller S iudenstrafen besteht. Wer ihn gewonnen hat, gehört in die Zahl der Glücklichen, denen der Psalmist zuruft: „Selig sind die Menschen, deren Missetaten vergeben und denen Sünden nachgelassen sind". Dec Weg zum Himmel steht ihm offen. Sagt ja dec Heiland zu' Sankt Petrus und seinen Nachfolgern: „Dir w ll ich die Schlüssel des Himmelreiches geben". Da steht also der hl. Vater auf dem Gipfel seiner Autocilät, Machtvollkommenheit und Würde.
Der hl. Vater hat gesprohen. Nicht her Klang der Hörner, wohl aber die Verkündigungen von ven Kanzeln des ganzen Erdkreises und die Veröffentlichungen in einem ganzen Wald von Tagesbiätlern haben seinen Ruf hinausgetcazen in alle Welt. Mancher hat gespottet. Die guten Katholiken aber schreiten zur Tat. „Die ganze Welt ist auf dem Marsche nach Rom", schreibt eine Italienische Zsi» hing. Ein Pilgerzug nach dem andern rollt in Den Bahnhof der ewigen Stadt. Die Straßen von Rom sind gefüllt mit den Scharen der Pilger. Auch miß Deutsche stehen nicht zurück. Die ersten Ersparnisse,' die wir nach Schluß der traurigen Inflation machen! konnten, bringen Tausende zum Opfer für eine Wall« fahrt nach Rom. Der Burgpfarrer.
Zur k)eUrgsprechung von
Petrus Canisius.
Am Feste Christi Himmelfahrt — den 21. Mak — wird in der Käthedralkirchr des Papstes eine Heiligsprechung stattfiuden, die für uns deutsche Katholiken von der größten Bedeutung ist. Ja^v-et- leicht ist seit einem halben Jahrtausend keme sei g« und Heiligsprechung mehr für uns von solcher W-ch tigkeit gewesen, als die des ersten deutschen Jess sN Petrus Canisius. Sein Name und sein Leben ist uns ein Beweis der Güte Gottes. Er hat m seiner unersorschlichen Vorsehung das namenlose Unglück der abendländischen Kirchenspaltung, die von Deutsch«^