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35. Zahrg.

Raffel, den 26. Kpril 1925

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Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag unb kostet monatlich Ausgabe ^ Zs Doldssennig B 40 Goldpfennig (stelbl.) Redaktions- schluß Montag Anzelgen-Preise: Colonrheile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Lolonelzelle im Rrklamsteil 0,90 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Ged. 0,13 Goldmark. Porto exèca. Anzeigen müssen spätestens bis Montag mögens im Besitz der Fuldaer Actlendruckersi in Fulda fein.

____________________ Dm« im» Serfag »er 3Mhae Acil-ndrucker« 93ertagsort Fuld-,

wochenkalender.

Sonntag, 26. April. L Sonntag nach Ostern. Kletus, Papst 79 - 91; Marzellinus, Papst 296 -304, Mart.

Montag, 27. April. Vom Tage. Zita, Magd, f 1278

Dienstag, 28. April. Paul vom Kreuze, Bek, Ged ürS hi. Vitalis, Mart, t 62.

M irivoch, 29. April. S hätzfest des hl. Joseph Petrus, Dominikaner, Mart, -f 1252.

Lonnerèta^ 30. April. Katharina von Siena, f 1380.

Freitag, 1. Mai. Philippus u. Jakobus, Ap., Mart., Herz. Jesu. Freitag.

Samstag, 2. Mai. Athanasius, Kirchenlehrer, f 373

3 weiter Sonntag nach Gstern.

(Evangel. Joh. 10, 1116.)

In jener Zeit sprach Jesus den Pharisäern: Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben für seine Schafe. Der Mietling aber, der nicht Hirt ist, und dem die Schafe nicht zugehören, sieht den Wolf kommen, veriätzt die Schafe und flieht: und der Wolf raubt und zerstreuet Oie Schafe. Der Mietling flieht, eben weil et Mietling ist, und ihm an den Schafen nichts liegt. Ich bin der gute Hirt, und tenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt, und ich den Vater kenne: und ich gebe mein Leben für meine Lchafe. Und ich habe noch andere Schale, welche nicht aus diesem Schafsialle sind; auch diese mutz ich herbeiführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird ein Schafstall und ein Hilt weiden

Freudenöl.

n einem schönen Frühlingsabend ging ich zu einem nahen Dorf. Drüben im Westen verglühten die letzten Sonnenstrahlen; vom Turm verklangen die letzten Töne des ,.,.' v Aoeglöckleins: da hörte ich plötz­lich eine weiche Stimme, und ich vernahm die Worte eines wohlbekannten Liedes:

Dein sind wir, Herr;

Dein wollen wir auch bleiben;

8UÄ.bit uns neu und treu verschreiben.

O schreib uns all

Ins Jesuherz hinein;

Wir wollen dein

Und dein auf ewig sein!

anbaâtohtieft^ ^m Mund einer einsamen, Abends an 'nür ^' ^- im Dunkel des nicht. Aber das ^erhuichte. Ich kannte sie gesalbt war mit dem MudenA ^i ^ ^ fünfen in die Quelle aller * »^ie war ver- Herz des Erlösers und nl^ Freude, in das schrieben in die qlütflüV IJ}% ""Geiste einge- Mein Christ! Wir alle ^^ Auserwählten. Hellgen Lch? NZ^^

geboren worden. Was sagt aber die Schrift von Christus dem Herrn? Daß Gott Vater ihn gesalbt hat mit dem Freudenöl (Ps. 44, 8). Nicht einmal in den Tagen des Leidens hat den Erlöser die Freude verlassen. Sagt doch von ihm der könig­liche Sänger, daßer frohlockte wie ein Riefe zu laufen seinen Weg" (Ps. 18, 6). Welchen Weg? Den Weg der Leiden, den Weg der Verdemüti- gung. den Weg des Gehorsams, den Weg auf Gol­gatha, den Weg zum bittern Tod. Wie vielmehr wird der Heiland frohlockt haben auf dem Weg der Herrlichkeit, auf dem Weg der Glorie, der Auferstehung, der Himmelfahrt, auf den Wegen der ewigen Wonne. In feinern ewigen Reich trinkt der Sohn Gottes auch als Mensch aus dem Born der Freude und kredenzt ihn allen feinen Freunden. Christus heißt jader Gesalbte". Und er ist ge­salbt mit der Weisheit und Macht, mit der Herr­lichkeit und Freude.

Nun sind wir alle Christen, sindGesalbte", gesalbt mit dem Oel der Barmherzigkeit, der Gnade, der Gotteskindschaft, der Freuds

Diese geistige Salbung möchte die Kirche an uns allen in der Osterzeit erneuern. Sie will uns einführen in das Reich der Gnade und Freude. Versenke dich nur in die Liturgie der Osierzeit. Betrachte einmal das Formular der heutigen Sonntagsmesse. ImIntroitus" lesen wir fol­gende Worte des Psalmisten:Der Barmherzigkeit des Herrn ist voll die Erde, Alleluja; und durch das Wort des Herrn sind gefestigt die Himmel, Alleluja. Frohlocket, ihr Gerechten im Herrn, den Heiligen ziemt Lobgesang, Alleluja. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste; wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Der Barmherzigkeit des Herrn ist voll die Erde, Alleluja, und durch das Wort des Herrn find gefestigt die Himmel, Alleluja, Alleluja!" In der Kollekte fleht die Kirche den lieben Gott an um das Geschenk der wahren, ewigen Freude.0 Gott, der du durch die Erniedri­gung deines Sohnes die tiefgesunkene Welt wieder aufgerichtet hast, verleihe deinen Gläubigen stete Fröhlichkeit und laß uns dereinst die ewige Freude genießen, der du uns aus dem Unglück des ewigen Todes herausgeholt hast".

In der Epistel stellt uns der Apostelfürst noch­mals den Heiland vor Augen, der unschuldig ge­litten hat, der ohne Widerrede Anklage und Ver­urteilung über sich ergehen ließ, der klaglos am Holz des Kreuzes starb. Wer sollte mit diesem Beispiel vor Augen sich nicht versöhnen mit feinem Kreuz? Wer sollte nicht mit Geduld und Freude eintreten in die Fußtapsen des Heilandes?

Im Evangelium aber tritt uns der Heiland selbst vor Augen als der gute Hirt, von dem der heutige Sonntag auch Euthirtensonntag heißt. Er liebt seine Schafe und setzt für sie sein Leben ein und wird sie einst führen auf die ewig grünen Auen des himmlischen Paradieses.

So atmet die ganze Liturgie unserer Kirche während der Osterzeit srohbewegte, begeisterte Stimmung.

Der erhabene Gegenstand dieser Osterfreude ist Christus selbst, seine Erlösung, sein Sieg, sein Triumph, seine Auferstehung. Schmerzverloren gramgebeugt stand die Kirche am Karfreitag am Marterholz des Kreuzes, am Grab von Golgatha. Gleichsam von Sinnen vor lauter Schmerz feierte sie diezerstörte Messe". Jetzt aber folgt sie der Fahne des Auferstandenen, und ihre Freude kennt keine Grenzen. Mit dem Psalmisten kann sie sprechen:Zerrissen hast du mein Trauergewand und mir angezogen das Feierkleid der Freude". Und wie der Wandersmann, wenn er dem Gewühl der Straßen und dem Staub des Geschäftes ent» rannen ist und durch den sonnigen, saftiggrünen Frühling dahinschreitet, seiner Freude in Jauchzern und Jodlern Luft macht, so äußert sich auch di« Freude der Kirche in unzähligen Alleluja, die in das Meßformular und Breviergebet allenthalben eingeflochten sind.

Und sollte nicht auch die Mutter des Heilandes unsere Freude ausmachen in der seligen Osterzeit? Wir fanden sie am Karfreitag mit dem Leichnam ihres Sohnes auf dem Schoß; ein Bild zum Er­barmen. Und wir sehen sie an Ostern wieder in der Umarmung des Auferstandenen Ihre Tränen sind getrocknet, vergessen alles Weh und Leid. Die Kirche wünscht ihr Glück und kann sich nicht satt sehen an den Wonnen dieser freudenreichen Mutter. Gerade diese Osterfreude der allerseligsten Jungfrau hat die christlichen Dichter zu manch schwungvollem Lied begeistert . So finde ich in einem alten deutschen Meßbuch folgende Strophe:

Freue dich, du Hochbeglückte, Die von Wonne überfließet, Da dein Sohn nun aufersteht, Siegreich aus dem Grabe geht. Gib, daß wir von unsern Sünden, Milde Mutter, auferstehen;

Unser schuldbeladnes Herz Richte gütig himmelwärts.

Ja, freuen w«i uns mit Christus, mit Maria, mit der Kirchs. Die Freude ist eine Tochter der Religion; sie stammt von Gott und jt-hrt zu Gott und ist eine herrliche Apologie des Glaubens. Ein sonniges Gemüt war der selige Gabriel Possentl aus dem Passionsorden, gestorben 1862. Schon in der Welt bezauberte er alle durch fein munteres Wesen. Hinter der Klosterzelle aber ist seine Freudigkeit nicht verwelkt, sondern zu ,E«n Wachstum aufgeblüht. Junge Leute meldeten sich zum Eintritt ins Kloster; denn sprachen sie, wir haben einen Mann gesehen, dessen Angesicht leuch tete von himmlischer Freude. Pflegen wir also auch im Tränental die Bose der Freude, bis wir auf den goldenen Straßen der Himmelsstadt da» ewige Alleluja anstimmen. Der Burgpfarrer.