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Kassel, den 19. flptil 1925.

WoHenkalenSer.

Sonntag, 19. April. Weißer Sonntag.

Montag, 20. April, Vorn Tage.

Dienstag, 21. April. Anselm, Kirchenlehrer, Erzbischof, t 1109.

Mittwoch, 22. April. Soter u. Cajus, Mirt, f 176.

Donnerstag, 23. April. Georg, Mart., f 303.

Freitag, 24. April. Fidelis von Sigmaringen, Mart., t 1622.

Samstag, 26. April. Markus, Evangelist, Mart.

Der erste Sonntag nach Gstern.

* (Evangel. Joh. 20, 1931.)

In jener Zeit, nl3 es an demselben Tage, am ersten nach dem Sabbathe, Abend war, und die'Türen (des Ortest, wo die Jünger sich versammelt hatten, aus Furcht vor den Juden verschlossen waren, kam Jesus, stand in ihrer Mitte und sprach zu ihnen: Friede fei mit euch I Und als er dieses gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und die Seite. Da freuten sich die Jünger, daß sie den Herrn sahen. Er sprach dann abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Da er dies gesagt hatte, hauchte er sie an, und sprach zu ihnen: Empfanget den heiligen Meist. Welchen ihr die Sunden nachlassen werdet, denen sind sie nachgelassen: und welchen ihr sie behalten werdet, denen sind sie behalten. Thomas aber, einer von den Zwölfen, der Zwilling ge. nannt, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Da sprachen die andern zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sagte zu ihnen: Wenn ich nicht an seinen Händen das Mal der Nägel sehe, und meinen Finger in den Ort der Nägel, uud meine Hand in seine Seite lege, so glaube ich nicht. Und nach acht Tagen waren seine Jünger wieder darin, und Thomas mit ihnen. Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, stand in lyrer -Witte und sprach: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Lege deinen Finger herein, und netz meine Hande, und reiche her deine Hand, und lege l" mewe Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig Thomas antwortete, und sprach zu ihm H'" und mein Gotti Jesus sprach zu ihm: du ""ch n°s-hen hast, Thomas, hast du geglaubt: sehen, und doch glauben. Jesus hat Jünaer aewn^ ^ ^^^^^ Zeichen vor den Augen seiner sind- diese rihpr6 in tiefem Buche geschrieben Jesus sei Cbribns"^ Oef^rieben, damit ihr glaubet, habet in seinem Namen.

8 Der w-ltbezwinger.

um blauen Himmel die ^u hngsionne steht, wenn ihre Strahlen dich Ulnspie- Ä^*Ä Finken^nd

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Ausgabe 8°

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Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A35 Solbpfennig 3 4) Zoldpfënmg (freibt) Kedaklions- schlutz Montag Anzeigen-Preise: Colonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzeile im Keklamstels 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und 2sf-Geb. 0,10 Goldnark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actisndrucksrei in ouiba ;ein.

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35. Zahrg. M

Nk. 16.

Bietet sich aber heute nicht ein Anblick, der auf die Seele einen noch größeren Eindruck macht? Geh in so manches Gotteshaus, betrachte die Erst­kommunion unserer Kleinen. Ihr Schmuck in wei­ßen Kleidern, in Kränzen, Kerzen und Maien ist ein Symbol von der Reinheit ihrer Seele. Ihre Augen aber leuchten wie Edelsteine; und sie öffnen ihren Mund, um das Große, das Heilige, das Un­aussprechliche zu genießen, den Leib und das Blut des Gottessohnes Jesus Christus. Und sie schwören ihrem himmlischen Freunde ewige Treue mit dem Lied:

Mit dem Herzen, mit dem Munde Schwören wir in dieser Stunde, Jesu ewig treu zu sein".

Und kein leeres Plätzchen im Gotteshaus. Nicht bloß die Bänke, auch die Gänge und der Chor find besetzt. Und all die vielen Menschen sind über­wältigt von diesem Anblick, und manche Träne stiehlt sich von Männeraugen, und alle sind un­bewußt fortgerissen von der Großmacht des Glau­bens. Ein heiliger Neid dringt durch die Ritzen der Seele gegen diese Kinder, die ihr Glaube so glücklich macht, und aus zweifelgeplagtem Herzen steigt manches Gebet zu Gott empor, den seligen Kinderglauben wieder in seiner ganzen Frische und Ursprünglichkeit zu besitzen.

Und dieser Glaube, das ist der Wellbezwinger. Nicht Schwerter, nicht Kanonen, nicht Panzerautos, nicht Kriegsschiffe, nicht Luftfahrzuge, nicht Armeen, nein die Christen, die einen lebendigen, einen tat­kräftigen Glauben haben, sind die

wahren Welkeroberer.

Dieser Gedanke ist es, der die Liturgie des heutigen Sonntags beherrscht.

Da ist zunächst die Epistel. Der hl. Johannes, der am Herzen Jesu den Strom der Wissenschaft getrunken, ergreift das Wort zu folgenden Sätzen, die sich wie Granitblöcke ausnehmen:

Geliebteste, alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und das ist der Sieg, der die Welt überwindet, unser Glaube. Wer ist es, der die Welt überwindet, als nur der, welcher glaubt, daß Jesus der Sohn Gottes ist."

Der Glaube also ist nach Sankt Johannes der Weltbezwinger. Die ersten Eroberungen bewirkt er in der Kleinwelt der eigenen Brust. Augenlust, Fleischeslust und Hoffahrt des Lebens hausen darin als Feinde Christi, Feinde der Tugend, Feinde der Vollkommenheit, Feinde der Seligkeit. Die Augen­lust, die sich erfreut an Erwerb und Besitz; die Fleischeslust, die alle Triebe des Körpers restlos befriedigen will; die Hoffahrt, die sich selbst gefällt und andere verachtet. Der Glaube aber stellt uns den Heiland vor in bitterster Armut, in entsetz­lichen Qualen, in freiwilliger Selbsterniedrigung. Der gläubige Blick auf den Heiland straft unsre verderbliche Triebe, regelt sie und schneidet ihre über- flülsiaen Ranken weg. Der Glaube reicht dir

außerdem den Schlüssel des Gebetes, und du wen­dest dich vertrauensvoll zum Gottmenschen um Gnade und Kraft. Der Glaube zeigt dir auch die hl. Sakramente, besonders das heiligste Altars- Sakrament, dir Speise der Starken, durch die wir wie feurige Löwen werden, furchtbar dem Teufel. Betrachte einen hl. Augustinus, Chrysostomus, Ba­silius, Laurentius, Athanasius, Aloisius, Antonius, eine hl. Agnes, Cäcilia, Dorothea, Klara und Rosa und so viele andere Heilige aus allen Geschlechtern, Ständen, Altern und Nationen. Auf welcher Sprosse sind sie denn zu großer Heiligkeit aufge­stiegen? Auf der Sprosse des Glaubens. Dennder Gerechte lebt aus dem Glauben", lehrt der hl. Paulus.

Noch mehr. Der Glaube ist der Ueberwinder der Außenwelt. Dafür bietet das heutige Evange­lium Beispiel und Hinweis. Trotz aller Versiche­rungen des Petrus, der Magdalena, der Emaus- jünger, trotz aller Prophezeiungen des Meisters verschloß der Apostel Thomas sein Herz wie eine Festung gegen den Glauben an Jesu Auserstehung. Wenn ich nicht an seinen Händen das Mal der Nägel sehe und meinen Finger an die Stelle der Nägel und meine Hand in seine Seite legen kann ---so glaube ich nicht." Doch siehe, sein Un­glaube zerfließt wie Schnee an der Sonne. Der Heiland erscheint, gibt sich dem Apostel zu schauen und zu greifen und hört aus seinem Munde das hoch­herrliche Bekennrnis:Mein Herr und mein Gott!"

Und nun hat die Kraft des Glaubens unfern Apostel nie mehr verlassen. Mutig greift er 311m Wanderstab, durchzieht Riesenstrecken in Phrygien, Asien, Indien, predigt und tauft Tausende und wird endlich von vier Soldaten mit Pfeilen er­schossen. Auch die übrigen Apostel zogen aus und haben ohne Geld, ohne Waffen, ohne Truppen die Heidenwelt erobert und einen großen Teil der Menschheit Christo zu Füßen gelegt. Und wer schlägt heute noch immer neue Breschen in die Mauer der Heidenwelt? Es ist der Glaube und der Todesmut unserer Missionare, Priester, Brüder und Schwestern. Nicht die sengende Glut 00» Zeniralafrika, nicht die Eisschollen von Alaska, nicht die Furcht vor Schlangen, Tigern, Seuchen, Fiebern oder blutiger Marter kann sie zurück­schrecken. Mit der Fahne des Glaubens überwin­den sie die Welt für Christus, der als König zu herrschen verdient über alle Reiche und Völker.

Freunde, erwärmet euch wieder am heutigenwei­ßen Sonntag" an der Glut der Glaubensinnigkeit und Glaubensfreudigkeit, die wir an den Kindern bewundern. Ohne den Glauben sind wir Schwäch­linge, mit dem (Stauben aber Helden unb S leger. Ich schließe mit den Worten des hl. Augustinus. Es gibt keinen größeren Reichtum, keinen grö­ßeren Schatz, keine größere Ehre, kein größeres Gut als den katholischen Glauben".

Der Bur auch" -'r-*'