Einzelbild herunterladen
 

»gäbe A 35 S»lbp?mig 3 40 bUMennljffrei&l.) Redaktion--

Erscheint jeden Soimtaz und kostet monatlich Au

15 Koldittirk, Eolonelzelle im Rektamsteh

schlug Montag Anzeigen.Preise: Colonelzelle im Anzeigenteil 0,

Dcuck unS BeUag »er Fulda- Sl-Nendruj-c-i V-Uagsort Fulda.

. 0,10 Goldmark. Porto extra Actiendruckerei in Fulda sein.

0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Oss-Geb Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im 3 rsitz dec Fuloaer

lvocheMalesrder. ,

Sonntag, 5. April, Palmsonntag. Vincenz Ferrerius,

Bek., t 1419.

Montag, G. April. Boni Tage.

Dienstag, 7. Apiii. Vom Tage. Hermann Joseph, t 1236.

Mittwoch, 8. April. Vom Tage.

Donnerstag, C April. Gründonnerstag.

Zreitag, 10. April. Karfreitag.

Samstag, 11. April. 5karsnmstag. Leo d. Gr., Papst, -;- 440-461.

Palm-Sonntüg.

(Evangel. Matth. 21, 110.)

Jnjener Zeit, da Jesus sich der Stadt Jerusalem »ahete, und nach Bethphage ain Oelberge kam, sandte er zloei Jünger nl>, und sprach zu ihnen: gehet in den Flecken, der euch gegcnüberlic^, und ihr werdet alsbald eine Eselin angebunden finden, und ein Füllen bei ihr: machet sie los, und führet sic zu mir. Und wenn euch jemand etwas sagt, so sprechet: Dec Herr bedarf ihrer; und sogleich wird er sie euch überlassen. Dies alles aber ist geschehen, damit erfüllet würde, was ge­sagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Sion: Siehe, dein König Iommi sanftmütig zu drr, und sitzet auf einer Eselin, auf einem Füllen, dein jungen eines Lasttieres. Die Jünger gingen nun hin, und taten, iuie ihnen Jesus befohlen hatte. Und sie brachten die Eselin mit dem Füllen, legten ihre Kleiber auf dieselben, und setzten ihn darauf. Sehr viel Volk aber breitete seine Kleider auf den Weg: und andere hieben Zweige von den Bäumen, und streikten sie aus den Weg. Und die Scharen, die vorausgingen und nachfolgten, schrieen und sprachen: Hosianna dem Söhne Davids; hochgelobt der da kommt im Namen des Herrn!

-------- w w-------

Die Zutzwaschuno.

M^ie ein nebeliger Herbsttag Sieht die ' Karwoche heraus. Wir atmen ^^®M schwer, und Wehmut und Be- klammenheit bemächtigt sich der Seele, bis endlich die Di ersönne durchbricht und das Allelus« sich losriugt von den freudebebenden Lippen.

Gleich einem Hügel, der mit nn^en ^ standen ist mit) sich über eine medrige Land Has. er hebt, so erhebt sich aus der Karwoche lieblich und seierlich der Gründonnerstag. Schon sein Rame macht etwas Kooszerbrechen.Grun soll er halb Helgen, weil die alten Juden grünen Lat G zum Opferlamm essen muhten, eine Sitte, die auc.- manche Christen übernommen haben uno yeme noch in manchen Familien angetrosen wird, wo Die Hausfrau irgend etwas Grünes an diesem Tag auf den Tisch bringt. Andere sind der Ansicht, der grüne" Donnerstag habe seinen Namen von dem Brauch der alten Kirche, an diesem Tag die o^enK lichen Büßer wieder in die kirchliche GenicnucyaK aufzunehmen, ihnen die Lossprechung und dw hl. Kommunion zu spenden, wodurch diese Seelen aus diirren Zweigengrüne" geworden sind. Endlich finden manche in dem Wortarün" das althoch­

deutschegreinen", das heißt weinen und trauern, weil an diesem Tag die große Passion des Heilan­des ihren Anfang genommen hat.

Indes der Name ist eine leere Schale. Kom­men wir nun, zum Inhalt desGründonnerstag". Er ist süß und bitter zugleich. Süß. wegen der Ein­setzung des allerheiligsten Sakramentes, dieses höch­sten Gutes der Kirche, bitter wegen des entsetzlichen Todeskampfes unseres Herrn auf dem Oelberg. Ich möchte aber dein Augenmerk noch auf eine andere Feier lenken, die nicht so allgemein bekannt ist und doch unsere ganze Aufmerksamkeit verdient, und das ist die Fußwafchnng.

Der Heliand hat sie an den Aposteln vorgenom­men. Es war unmittelbar nach dem Genuß des Osterlammes, da wollte Jesus einen Liebesdienst vollziehen, der mit Menschenmaß gar nicht gemessen werden kann. Denn die Liebe Gottes beschreiben heißt soviel, als mit einer Kohle das Abendbrot an die Wand malen, sagt SUban Stolz. Schweigend und feierlich legt der Herr sein Obergewand ab, nimmt ein linnenes Handtuch, bindet es sich um die Lenden und gießt Wasser in ein Becken und schickt sich an, seinen Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Linnentuch abzutrocknen. So fommt er zu Petrus. Dieser aber spricht:Herr, du willst mir die Füße waschen? In Ewigkeit sollst du mir die Füße nicht waschen." Darauf der Heiland: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Teil an mir." Darauf der stürmische Simon: Herr, nicht bloß die Füße, sondern auch die Hände und das Haupt". Der Heiland erwi­dert:Wer gewaschen ist, braucht nichts weiter, als daß er die Füße wasche, so ist er ganz rein: auch ihr seid rein, aber nicht alle".

Wie nun der Herr allen Jüngern die Füße ge­waschen, fragt er sie:Wißt ihr, was ich getan? Ihr nennt mich Herr und Meister und tut wohl daran; wenn ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr einander die Füße waschen; ein Beispiel habe ich euch ge­geben, damit auch ihr tut, wie ich getan".

In der katholischen Kirche hat sich nun die Fuß- waschung als heiliges Vermächtnis fortgeerbt In der Apostolischen Zeit war die Sitte allgemein, daß gewöhnliche Christen im Wetteifer der Liebe sich gegenseitig die Füße wuschen. Unter die Eigen­schaften, die eine Witwe haben muß, wenn sie in den Armendienst ausgenommen werden will, zählt Sankt Paulus auch diejenige, daß sieden Heiligen die Füße gewaschen hat". An Den Höfen katholi­scher Herrscher wurde die Sitte von jeher geübt und wird heute noch geübt. In Rom ist es der Papst selber, der dreizehn Priestern eigenhändig die Füße wäscht. Dach dem gelehrten Papst Bene­dikt xiv. rührt die Zahl 13 daher, daß Papst Gre­gor der Große die Gewohnheit hatte, täglich 12 armen Leuten die Füße zu waschen und daß ein­mal als dreizehnter der Heiland selber darunter war. An manchen Kathedralen nehmen die Bischöfe die Fußwaschung vor.

Es versteht sich von selbst, daß diese Zeremonie mit religiösem Gepränge stattfindet, wobei ein Chor Psalmen und Antiphonen singt. Den Schluß der Fußwaschung bildet folgendes Hohelied Der Liebe:

Wo Lieb unb Güte wohnt, da ist Gott!

In eins vereint hat uns die Liebe Christi.

Laßt uns in ihm frohlocken uns uns freun.

Den lebendigen Gott wollen wir fürchten und lieben. Und mit aufrichtigem Herzen wollen wir einander lieben

W o Lieb und Güte wohnt, da i st G o t l! Laßt uns sorgen, wenn mir zusammenweilen, Daß nicht die Gemüter feindlich sich teilen.

Hinweg mit bösem Zank, hinweg mit Streit, Und mitten unter uns weite Christus, unser Golt.

Wo Lieb und Güte wohnt, da ist Gott! Latz uns einst mit deinen Heiligen schauen In Himmelspracht dich, Christus, Gott! Das ist die unermeßliche, wahre Wonne Von einer Ewigkeit zur andern.--

Das ist die Fußwaschung des Herrn und bet katholischen Kirche. Allein wie kannst du die Fuß­waschung üben, wenn du nicht Apostel, nicht Papst, nicht Bischof und nicht eine katholische Majestät bist? Anwort: liebe wenigstens die Fußwaschung im Geiste, wenn du deinen Untergebenen, Angestellten, deinen Beamten, deinen Dienstboten, deinen Hausgenossen, deinen Angehörigen und Freunden Gefälligkeiten und Liebesdienste er­weisest, wenn du sie als Menschen und als Brüder Christi behandelst, wenn du ihnen unnötige Lasten nicht aufbürdest, wenn du ihre großen und kleinen Fehler zu ertragen dich bemühst. Besteht zwischen dir und einem Mitmenschen ein Riß, heile ihn vor Ostern. Die Ostèrsonne will nicht bloß in eine saubere Stube, sondern auch in friedliche Herzen hineinscheinen. Du wirst doch nicht deine Ver­stimmung, deine Verärgerung über das Grab Christi hinübertragen wollen? Pflanzen wir also in unsere Herzen während der Karwoche und Osterzeit die Maßliebchen des Wohlwollens und Wohltuns: Dann wird dein Herz mit Gott ver­wachsen wie eine Rose mit dem Strauch. Dem?

Wo Lieb und Güte wohnt, da ist Gott!

Eine Gewissenserforschung.

Ein Wort zur Osterbeicht.

Wir haben unseren ersten Beichunterricht in bei Kinderzeit erhalten. Damals hat man uns gelehrt, wie mansein Gewissen erforscht". Viele Men­schen behalten ihr Leben lang diese kindliche Art der Gewissenserforschung bei, anstatt mit den Jah­ren zu einer reisen und vergeistigteren Art von Ge- ivijsensforschung überzugehen. Wollen wir nicht einen Augenblick darüber nachdenken, wie ein geistig mündig gewordener und reifer Mensch eigentlich sein Gewissen erforschen soll?

Das erste Gebot weist uns hin auf unsere Glaubens- und Gebets- pflicht. Freiwillig bervoraerufene, durch Petare