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für die katholischen Gemeinden Kassels»
Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe L Zö Srldsfrnnig 8 43 Soldofennig (freibl.) Redaktionsschluß Montag Anzsigen-Pcelse: Colonelzrile im Anzeigenteil 6,15 Gold nick, Co'onelzeile im Reklamrteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off-Isb. 0,13 Goldmark. Porto extra- Anzeigen mitssen spätestens bis Montâg morgens Inc Befiz der Fuldaer Actiendruckersi in Fulda sein.
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Kassel, den 29. Mrz 1925.
wocheukakttder.
Sonntag, 29. März. PaWursmmtag.
Montag, 30. März. Vom Tage.
Dienstag,. 31. März. Soin Tage
Mittwoch, 1. April. Bam Tage. Hugo.
Donnerstag, 2. April. Franz von Paula, Ordensstifter, t 1507.
Freitag, 3. April. Fest der 7 S ch in erzen Muri ä. Herz. Ies: - Freita g.
Samstag, 4. April, Isidor, Kirchenlehrer, Bischof, f 636.
PaMons-Zonntag.
Ev. Joh. 8, 16 — 5U.
sprach Jesus zu den Juden: Wer anZ euch kann mich einer Sünde beschuldigen? Wenn ich euch die Ambrheit jage, warum glaubet ihr mir pickt? Wer aus Gott ist, der höret auf Gottes Wort: darum höret ihr nicht darauf, Wil ihr nicht aus Gott seid. Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sa eii w.t nicht recht, daß du ein Samaritan bist und einen Teufel hast ' Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, ihr aber entehret mich. Doch ich suche meine Ehre nicht: er ist einer, der suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, sag' ich euch, wenn jemaub meine Worte hält, wird er in Ewigkeit reu Tod nicht sehen. Da sprachen die Juden: Nun erkennen wir, daß du einen Teufel hast. Abraham und die Propheten sind gestorben, und du sagst: Wenn jemand meine Wocte hält, der wnd in Ewigkeit
• den Tod nicht feiten’ Bist du denn größer, als unser Vater Abraham, der gestorben ist ? Und die Propheten sind gestorben. Was machest du aus dir selbst? Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts: mein Vater ist cs, der mich ehret, von meinem ihr saget, daß er euer Gott sei. Doch ihr kennet chn mäst; ich aber lenne ihn, und wenn ich sagen mürbe: ich feinte ihn nicht, so wäre ich ein Lügner, gleichwie ihr Ich kenne ihn, und halte seine Worte. Abraham, euer Pater, hat frohlocket, daß rr meinen Ta , s.-hrn werde: er sah ihn, und freute sih. Du, sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht hbieb^ Jahre alt, und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu mmm: Wahrlich, wahrlich, sage ich euch, ehe-1 denn Abraham ward, bin ich. Da hoben sie Steine | "ch- um ihn zu werfe»: Jesus aber verbarg sich, ging aus dem Tempel hinaus.
Der dichte Vorhang.
ch bin einmal in einer Nacht im Walde verirrt.
finstern Da war
eine so schauerliche Finsternis, ban ich keinen Saum und Strauch, ja | nicht einmal meine eigene Hand sehen konnte.
iehe, eine solche Finsternis war um die Feinde Jesu. Lies ben Schluß des heutigen ©oangeliums. -Was fandest du da geschrieben? „Jesus verbarg ; sich und ging weg aus dein Tempel".
Wo glaubst du, daß er sich verborgen hat? Bieileicht in einem Schlupfwinkel? Hinter einer Mauer? Das wären unwürdige Vorstellungen. Anders der hl. Augustin. Er sagt: Christus hat, sich unsichtbar atma-w ^-- " '
Jesus verbarg
wart des Sohnes Gottes glaube, gab er zur Antwort: „Ich glaube so fest daran, als sähe ich mit sich sagt: Christus hat! eigenen Augen Christus, wie er am Tage seiner
----r gemacht. Das ist seiner Gottheit! Himmelfahrt in den Himmel zieht" —
würdig. Sein Verbergen war nicht eine Aeußerung seiner Schwachheit, sondern ein Erweis seiner Gottheit. Rings um die Augen seiner Feinde verbreitete er eine Finsternis, einen undurchdringlichen dichten Vorhang, daß sie ihn weder greifen noch sehen konnten.
Einen solchen dichten Vorhang sehe ich heute noch um den Heiland. Wir wissen aus dem Glauben, daß Jesus im Sakrament gegenwärtig ist. Wenn mir nun eine Kirchs betreten, so können mir den Heiland trotz scharfer Augen nicht entdecken. Wir sehen den Altar, den Tabernakel, das ewige Licht, das Kreuz — aber den Heiland selbst, den lebendigen, allmächtigen, hochherrlichen, den sehen wir nicht, können ihn nicht sehen. Selbst dann, wenn das Hochwürdigfte Gut bei der Wandlung erhoben oder in der Monstranz ausgesetzt ist, sehen wir wohl die leuchtenden Umrisse der hl. Hostie,
aber den Heiland selbst vermögen erspähen. Er ist verborgen hinter Schleier der Gestalten.
Verdienen wir wohl nicht, ihn
mir nicht zu dem dichten
zu schauen?
Doch, wir verdienen es. Aber wodurch? Durch den Glauben. Jetzt sehen wir Gottes Geheimnisse rätselhaft wie durch einen Spiegel, sagt Sankt Paulus, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt, so lange wir noch leben, ist die Zeit des Glaubens, dann aber, wenn wir vollendet haben, die Zeit des Schauens. Gerade darum hat der Heiland den Vorhang sich umgelegt, damit wir imstande seien, das Verdienst des Glaubens uns zu erwerben. „Selig diejenigen, die nicht sehen und doch glauben", spricht der göttliche Heiland zum Zweifler Thomas. Das find wir. Ein Irrtum ist dabei ausgeschlossen. Die Sicherheit des Glaubens ist so groß, daß sie sogar die Sicherheit der Sinne und des Verstandes übertrifft. Was wir mit eigenen Augen sehen, mit eigenen Händen greifen, mit dein eigenen Verstände einsehen, ist nicht so gewiß als das, was wir mit unserm Glauben für wahr halten. Unsere Augen können trügen, Gottes Wort aber kann nicht trügen.
So stark und lebendig war der Glaube bei den Heiligen. Dem hl. König Ludwig wurde einmal die Mitteilung gemacht, daß Christus in einer Kirche in Paris unter der Hostie als Kindlein sich zeige: er möge doch hingehen und das Wunder mit seinen eigenen Augen schauen. Der fromme König aber sprach: „Mögen diejenigen hingehen, welche an der Gegenwart Jesu in der Eucharistie zweifeln; was mich betrifft, so glaube ich so fest an die Gegenwart Jesu im Altarssakrament, als wenn ich ihn mit eigenen Augen in der hl. Hostie erblicken würde". Und als er feinen Tod herannahen fühlte und der Priester ihm die hl. Wegzehrung brachte und ihn fragte, ob er an die Gegen-
Christus hat einen dichten Vorhang auch deswegen umgelegt, weil wir den Glanz seiner Majestät nicht ertragen könnten. Konnten ja nicht einmal die Israeliten den Glanz ertragen, der vom Angesicht des Moses ausging. So oft er zum Volke redete, mutzte er sein Gesicht mit einem Tuch« bedecken. Wieviel weniger könnten wir den Glanz der Gottheit selber ertragen. Wer könnt» die Majestät Gottes erblicken und leben? Wenn wir einmal die leibliche Hülle abgestrsist haben, so wird uns Gott eine neue, übernatürliche Kraft mitteilen, die uns befähigt, das Himmlische und Göttliche zu schauen und aus dieser Anschauung Ströme der Wonne zu verkosten.
Christus hat sich einen dichten Schleier um* gelegt, damit wir ihn ohne Hindernis genießen können. Höre seine feierliche Beteuerung, seine furchtbare Drohung: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht essen und sein Blut nicht trinken werdet, so werdet ihr das Leben nicht in euch haben". Wäre nun Christi Fleisch sichtbar in der hl. Eucharistie, so wäre die Möglichkeit des Genusses ausgeschlossen. In seiner unendlichen Liebe und Weisheit hat er sich nun unserer Schwachheit anbequemt und verbirgt seinen hochheiligen Leib unter den lieblichen Gestalten der hl. Hostie.
Christus legt sich auch einen Schleier um in der Regierung und Leitung der Kirche, des Staates und der Völker. Wir kennen seine Verheißung: „Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der . Welt". Der Heiland selbst arbeitet mit der Kirche, um sie zu schützen, auszubreiten und vor Schaden zu bewahren. Doch bedient er sich bei dieser Leitung seiner Stellvertreter, der Apostel, der Päpste, der Bischöfe, der Priester, ja sogar der Laien, um seine Absichten zu erreichen. Was haben doch die Apostel alles geleistet und gelitten um das Reich des Meisters zu verbreiten. Was hat ein Basilius, ein Chrysostomus, ein Papst Gregor VII., ein Pius IX. und der X, unternommen, um die Lehre und das Reich Christi von Irrtümern und vor Vergewaltigung zu bewahren und immer herrlicher, freier und vollkommener zu gestalten. Hinter einem Vorhang aber, hinter den Wolken des Rimmels ist Christus gestanden und hat ihre Arbeiten gesegnet. Auch der' Laie hat das Recht und die Plicht, der Lehre und dem Reiche Christi zum Siege zu verhelfen ins Kampfe gegen die Mächte des Sozialismus, des Unglaubens und der StaatsommMenz. Das geschieht insbesondere bei den Wahlen. Christus will herrschen, aber du sollst Mitwirken dur-t die Wahl solcher Männer zu den Staatsaml^r. die durch ihre Persönlichkeit ei»- S^'g®" bilden, daß sie in «««« Ä uch leiten lassen.
” diese Inschrift am Obelisken vor der VetersKrche zu Rom immer mehr sich verwirk.
Der Burgpfarrer.