wschenkalender.
Sonntag, L2. März. 4. Fastenfonntag. Beginn der österlichenZeit. KollektefürdasPriester- s e m i n a r.
Montag, 23. März. Vom Tage.
Dienstag, 24. März. Gabriel, Erzengel.
Mittwoch, 25. März. Mariä Verkündigung.
Donnerstag, 26 März. Vom Tage.
Freitag, 27. März. Johannes von Damaskus, Kirchenlehrer.
Samstag, 28. März. Johannes von Kapistcan, Fran- ziskanerpricster, f 1456.
vierter Haften - Sonntag.
(Ev. Joh. G, 1—15).
3m Hause des Brotes.
m Fastnachtsdienslag, also
am
Hauptnarrentag, ging ich morgens 6 Uhr durch die grauen Straßen einer Stadt. Durch den drinnen Nebel kam ein feiner
M^^Uird Schnee herabgerieselt und bedeckte Mit gnädigen: Schleier die Papierschlangen und all den Narrentand des Vortages. Bereits rasselten die ersten elektrischen Wagen über die Geleise und führten ihre Fahrgäste zu den Arbeitsstätten. Aus den Fußsteigen sah ich späte und frühe Menschen gehen und kommen. Ich bemerkte eine Gruppe von jungen Leuten, Herren und Dainen, die paarweise dâhinschritten, den schützenden Mantel über dem Maskenkostüm. Sie gebärdeten sich ausgelassen und unanständig wie Menschen, die nicht mehr nüchtern sind. Es waren Spätlinge, d'.e vom Maskenball nach Hause trollten, um die fchwe- ren Köpfe auszuruhen zu einer Zeit, wo vernünftige Menschen mit frischer Kraft wieder an die Arbeit gingen.
Und abgesondert von dieser Gruppe, auf der anderen Seite des Bürgersteiges, gewahrte ich eine ernste, sittsame Gestalt, das Gebetbuch in der Hand. Und sie bog um die Ecke und verschwand in einer Kirche, zu der auch ich meine Schritte lenkte. Ee- wiß hat diese fromn-e Seele an ihrem frühen Kirchgang mehr Freude, mehr innere Befriedigung und vor allem mehr Verdienst gehabt als die Narren Mn ihrem späten Heimgang! —
als ich in die Kirche trat, fand ich ben majestätischen Raum hell erleuchtet von elek- irstchen Flammen und den Altar strahlen in einem -Neer von Lichtern und Blumen. Bereits hatte vas Amt seinen Anfang genommen, und der Prie- Kf un Festgewand waltete seines Amtes. Artige tumstranten bewegten sich über den weichen ».Much, unb droben ließ die Orgel ihre mächtigen A"orde erschallen. In den Bänken des gewaltigen bemerkte ich Männer und Frauen jeden ^ndes und jeden Alters, und ich schätzte ihre Zahl
Und der Magnet, der all diese Menschen in so früher Stunde angezogen hatte und der gerade in diesen: Augenblick alle Herzen mit süßer Gewalt fesselte? Siehe, dort glänzt er über dem Hochaltar in der strahlenden Monstranz: es ist der Herr und Heiland Jesus Christus, der König der Engel, der Erlöser der Menschen, der Gast und Liebling der Kirche, der vielgehaßte und heißgeliebte; und er thront hier mit Gottheit und Menschheit, mit Fleisch und Blut, mit Leib und Seele, mit aller Herrlichkeit und Glorie, doch verborgen unter der Brotsgestalk. Denn wir sind „im Hause des Brotes".
Unb das Amt geht seinem Ende zu, und ich sehe an die hundert Menschen mit alten Zeichen des Glaubens und der Ehrfurcht, der Liebe und des Verlangens vorschreiten und hinknieen an der Kommunionbank und die hl. Kommunion empfangen, und ich sehe sie zurückkehren mit allen
Zeichen der Sammlung und des stillen, reinen Glücks. —
Ja, wir sind im Hause des Brotes. Und bemerkst du nicht den geheimen Faden, der diese Episode aus dem Leben mit dem heutigen Evan- Qeliitm verknüpft? Der Heiland führt da seine Getreuen auf einen Berg und gibt thuen ein Wunderbrot und sättigt fünftausend Menschen. Das ist nicht bloß ein Geschehnis, sondern auch ein Geheimnis, sagt Sankt Augustin. Und welches Ge- heimnis? Siehe, dieses Brot sollte nach der Absicht des Heilandes ein Hinweis sein aus das übernatürliche Brot, das Seelenbrot, die heil. Kommunion. Und der Beweis für diese Vermutung? Lies nur im Evangelium weiter. Im nämlichen sechsten Kapitel des Iohannes, aus bem die heutige Perikope nur ein Ausschnitt ist, was steht da noch geschrieben? Das Wunderbarste, das Kühnste, das Wundervollste, was je von Menschenlippen gesprochen wurde. Andern Tags suchten nämlich die Leute den Meister, begierig nach feiner zweiten Speisung. Doch was sprach der Herr zu ihnen? Mit vollendeter Seelenkunst führte er sie vom Leibesbrot zum Seelenbrot. „Ihr sucht mich", spricht er, „weil ihr von den Broten gegessen habt: bemühet euch nicht um vergängliche Speise, sondern
um die unvergängliche, die der Menschensohn euch geben wird. ^Denn ich selbst bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgrkommen ist: das Brot, das ich euch geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt".
Und der Heiland hat Wort gehalten. Beim letzten Abendmahl verwandelte er das Brot in seinen Leib, den Wein in sein Blut und reichU beides seinen Aposteln zur Speise und zum Trank- mit den: Auftrag: „Tut dies zu meinem Andenken". Seitbem ist jedes kath. Gotteshaus ein «Haus bei Brotes" geworden. Denn im Gotteshaus erneuen sich immer wieder das Wunder der Brotverwandl lung und Brotvermehrung. In der Kirche wirk das hl. Meßopfer dargebracht mit feinem Gipfel; punkt, der hl. Wandlung, und mit seiner Krong der hl. Kommunion. Darum ist auch das kaèh Gotteshaus so heilig, so ehrfurchtgebietend; darun erweckt e^ so viel Freude, wenn wir eines besitzen, so viel Wehmut, wenn wir es entbehren Deshalb heute, sowohl im Introitus als auch iw Graduale die Worte des Psalmisten: „Ich freun mich, wenn dis Losung angeftimmt wird: ins Ham des Herrn laßt uns gehen". Schon die Apostel haben sich schöne Säle in Stadt und Dorf gemietet oder sich von den Gläubigen schenken lassen, um darin die hl. Geheimnisse zu feiern. Während der Verfolgung haben die Christen von Rom in Den unterirdischen Kapellen der Katakomben Gottesdienst abgehalten. Saum aber hatte das Christentum seinen Siegeslauf angetreten, da wuchsen allenthalben Gotteshäuser wie Pilze aus bem Erdboden. Selbst die Einsiedler in den Wüsteneien konnten die Gotteshäuser nicht entbehren. Meist hatten sie in der Nähe ein Gotteshaus oder eine Kapelle, zu der sie bisweilen wallten, um durch einen Priester die hl. Messe barbringen zu lassen und aus dessen Händen die hl. Koinmunion zu empfangen. So wohnte der hl. Einsiedler Paphnulius sechs Meilen von der Kirche entfernt und ging trotzdem noch im Alter von 90 Jahren jeden Samstag und Sonntag den weiten Weg, um das Brot des Lebens zu empfangen. Von: Heil. Simon Sftjlifes, der 45 Jahre auf einer hohen Säule lebte, lesen wir sogar, daß er dort oben mit Erlaubnis des Bischofs einen kleinen Altar errichtete und hier die hl. Kommunion empfing, sie auch den Pilgern reichte, die auf einer Leiter hinaufstiegen. Was soll ich aber vom Eifer unsere: Vorfahren für „das Haus des Brotes" sagen? Geben nicht die Dome von Köln, Freiburg, Straßburg, Fulda und vieler andern Städte beredtes Zeugnis? Welche Freude muß es uns fein, „das Haus des Brotes" zu besuchen. Da kann ich es nur mir sparen, dich zu bitten, dem hl. Meßopfer eifrig beizuwohnen und die Osterkommunion zu machen, die gerade jetzt als heilige Pflicht anbeim, SÄe herantritt. Soll nicht die Liebe zum Haus des Brotes dich antreiben, Almosen zu geben für c Bau, Unterhaltung u. .Ausschmückung der Kirchen <
7 Der Buravfarrsr.