Wochenkalender.
Sonntag, 15. März. 3. Fastensonntag. Clemens Maria Hofbauer, Redemptorist, f 1820 in Wien. Zacha. rias, Papst, Bek.
Montag, 16. März. Vom Tage. St. Josephs- Triduum.
Dienstag, 17. März. Patrick, Bischof, Apostel Irlands, t 493. St. Josephs-Triduum.
Mittwoch, 18. März. CyrilluS, Bischof von Jerusalem.
Kirchenlehrer, f 368. St. Josephs-Triduum-
Donnerstag, 19. März. Fest des hl. Joseph.
Freitag, 20. März. Vom Tage.
Samstag, 21. März. Benedikt, Ordensstifter, f 543.
Dritter Kasten - Sonntag.
Mb Luk. 11, 14—28.)
In jener Zeit trieb Jesus einen Teufel aus, der stuinnr war, Und als er den Teufel ausgetrieben hatte, redete der Stumme und das Volk verwunderte sich Einige aber von ihnen sagten: Durch Beelzebub, den Obersten der Teufel, treibt er die Teufel aus Andere versuchten ion, und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. Als er aber ihre Gedanken sah, sprach er zu ihnen: Jedes Reich, das wider sich selbst uneins ist wird verwüstet werden, und ein Haus wird über das andere fallen. Wenn nun auch der Satan wider sich selbst uneins ist, wie wird dann sein Reich bestehen dass ihr saget, ich treibe durch Beelzebub die Teufel aus? Und wenn ich durch Beelzebub die Teufel austreibe, durch wen treiben denn eure Kinder sie aus? Also werden sie selbst eure Richter sein. Wenn ich aber durch den Finger Gottes die Teufel austreibe, so ist ja wahrhaftig das Reich Gottes zu euch gekommen Wenn der Starke bewaffnet seinen Hof bewacht, so ist alles sicher, was er hat. Wenn aber ein Stärkerer, als er, über ihn kommt, und ihn überwindet, so nimmt er seine ganze Waffenrüstung, auf welche er sich verliest, und verteilt seine Beute. Wer nicht mit mir ist, der w wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unreine Geist von dem Menschen u wandert er durch dürre Orte und
Md weil er sie nicht findet, spricht er: S ,w'll in mein Haus zurückkehren, von dem ich aus- gefahren bin. Und wenn er kommt, findet er es mit «"einigt und geschmückt. Dann geht er hin, nimmt noch sieben andere Geister mit sich die är er nd- nls er: und sie gehen hinein und wohnen daselbst und die letzten Dinge dieses Menschen werden argër "sten Es geschah aber, als er dies redete' Volke ih,e Stimme, und und di BrA^ d" dich getragen sprach-, ‘\a freili . biogen hast! Er aber lwr-n, Af«^ das Wort Gottes
^Nit unVerWandtsu Hugen.
' " " lesen im Evangelium des öfte- WO 5?«'daß unser Herr und Heiland Augen zu Gskk, seinem himm- l'schen Vater, gerichtet habe, âelch ein Anblick muß es ge- Menscbevkinâ .^t sein, wenn der schönste der wnjchenlmder seine herrlichen Augen versenkt hat
in den Anblick seines himmlischen Vaters. Welche Ehrfurcht lag in diesem Blick, aber auch welches Vertrauen, welche Liebe.
Auch dein königlichen Sänger war es eine liebe Gewohnheit, feine Augen zu Gott zu erheben. Lies den 3nkoifus der heutigen Messe, und du findest einen Beweis für jene fromme Richtung.
„Meine Augen sind allzeit auf den Herrn ge- richtet. Er bewahrt vor den Schlingen meine Seele. Schau auf mich und erbarme dich meiner". Die Gebildeten wissen, daß die Augen auf lateinisch „oculi" heißen. Nun schau hinein in den Kalender. Welche Aufschrift steht über dem heutigen Sonntag? Mit großen Buchstaben liesest du: „Lculi". Es ist der Namen des heutigen Sonntags. So ist der heutige Sonntag ein Riefendenk- inal, das im Garten der Kirche steht und weithin leuchtet, auf dessen Sockel in Eoldschrift das Wort steht „Oculi". —
Und nicht genug damit. Der Gedanke des Introitus findet noch eine Ergänzung und Vertiefung im Traktus, der unmittelbar dem Evangelium vorangeht. Er ist dem Psalm 122 entnommen und hat in deutscher Uebertragung folgenden Wortlaut:
„Zu dir erheb' ich meine Augen, Der du im Himmel oben thronest.
Wie auf den Herrn die Knechte blicken, Der Mägde Schar aus ihre Herrin: So blicken allzeit meine Augen
Zu Gokk, daß er sich mein erbarm".
Diese Gedanken der Kirche aus den Psalmen sind für uns eine Mahnung, daß auch wir unsere Augen zu Gott erheben. Aber leider, unsere Augen sind gar oft in der Sklaverei der Welt. Darum betet der Psalmist an einer anderen Stelle: „Wende ab, o Gott, meine Augen, damit sie nicht Eitelkeiten sehen". Der Psalmist hat bemerkt, welche Gefahr darin liegt, wenn die Augen auf jene Dinge blicken, von denen Salomon sagt: „Eitelkeit über Eitelkeit, und alles ist Eitelkeit". — Gibt es aber nicht Menschen, deren Sinnen und Schauen nur auf die Welt gerichtet sind? Die einen schauen zu den Bergen, Flüssen und Tälern und marschieren über Stock und Stein, durch die Aakur und vergessen darüber den Schöpfer und Herrn der Natur
und wollen nicht einmal vom Sonntagsgottes- dienst etwas wissen. Die anderen blicken nach den Weibern wie jene alten Lüstlinge auf Susanna und besudeln sich mit unzähligen Sünden der Nnkeusch- Heit und des Ehebruchs in Gedanken und Werken. Und wie viele Adamstöchter haben nur Augen für ihr Gesicht und ihre Frisur, ihre Kleider und Gestalt und treiben mit ihrer Person den reinsten Götzendienst. Andere schauen auf den Mammon und füllen ihre Taschen aus Betrügereien an ihren Mitmenschen, an der Gemeinde- und Staatskasse.
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Weh, welche Augen werden all diese Menschen Meine Augen zum Herrn. ’ we M ^ ^ machen, wenn ihnen einst der Heiland die Worte nung? In Zerknirschung und NE, ^oa ^ Suruft: „Ihr meintet reich zu sein, und seid arm deine Sünden erlasse. Geh omz ^^ g^ ffÄÄ ""d “ “^I^^ÄÄ» d« B-N>ch->E
Ganz anders die Heiligen, die nur Augen für Gott und die Ewigkeit hatten. Der hl. Aloysius wollte weder von den Reichtümern noch von der Markgrafenkrone etwas wissen. Nur auf die Himmelskrone war sein Augenmerk gerichtet. Schritt er durch die Straßen von Florenz oder Nom, so blickte er nur bescheiden vor sich hin. In Madrid hat er nicht einmal die Königin angesehen- obwohl sie im Ruf einer europäischen Schönheit stand. Seine Augen waren eben auf die ewige Schönheit gerichtet, neben der alle irdische erbleicht- Nehmen wir ein Beispiel daran. Wir haben vor Schöpfer Augen bekommen, um sie bald zu a- brauchen, bald aber auch den Gebrauch uns zu versagen, um sie dadurch Gott, zu weihen und ihn« ein Opfer zu bringen. Wenn du durch das Dorf oder die Stadt gehst, brauchst du doch nicht in alle Fenster und Schauläden Hineinblicken? Und wozu all die vielen Menschen fixieren? Und wozu brauchst du in der Kirche nach rückwärts blicken, um zu sehen, ob auch der Peter und die Magdalene und der Herr Nachbar und die Frau Nachbarin da sind? Weißt du nicht, daß die Augen Tore sind, durch welche die Welt ihren Ausmarsch Hal- ten? Bewache also deine Auge und bring sie in deine Gewalt.
„Meine Augen allzeit zum Herrn". In wel- cher Meinung? Um zu sehen, was er gebietet. Ein Blick, ein Wink des Vorgesetzten genügt einem guten Untertan, um die Wünsche seines Herrn zu kennen und zu erfüllen. In diesem Geist sollst du zu Gott schauen. Seine Gebote sind dir längst bekannt. Was gebietet denn das vierte Gebot den Kindern? Daß sie Vater und Mutter ehren, sie lieben, ihnen gehorchen und beistehen. Handelt also, ihr Söhne und Töchter, nach diesem Willen und laßt euch nicht aufreizen zu Unehrerbietigkeit und Ungehorsam. Was gebietet Gott den Eltern? Daß sie wachen über das leibliche und geistige Wohl ihrer Kinder. Denn Eltern, welche für die Angehörigen und Hausgenossen nicht Sorge tragen, die ihr Wohl vernachlässigen, die keine Kontrolle und Aufsicht üben, welche nicht mahnen und zurechtweisen und belohnen und strafen, haben ihren Glauben verleugnet und sind schlimmer als Heiden, sagt der Apostel.
Meine Augen zum Herrn. In welcher Meinung? Im Vertrauen auf seine Hilfe. Ich schrie in meiner Bedrängnis zum Herrn, sagt der
Psalmist und mir ward geholfen. Auf den Herrn- werft eure Sorgen, mahnt Sankt Jakobus, er wird euch nicht im Stiche lassen. Zwar kennt er deine Bedürfnisse zum voraus. Trotzdem will er, das du sie ihm demütig klagest, liebe also eifrig Gebet in dieser hl. Fastenzeit.