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u ^ Kassel, den 8. März (925

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Religiöses Wochenblatt

Ausgabe EL

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für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntaz und kostet monatlich Ausgabe A35 Aoldnfenniz 3 45 Goldpfenniz(freibl-) Redaktlons- schluh Montag Anzelgen-Prelfe: Colonelzelle im Anzeigenteil 0,15 Joldmark, Eotonrlzeiir im :Hetlam.>teit 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Radatt. Auskunft und Os-Ieb. 0,1) Soihmirt. Porto extra- Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Befiz der Fuldaer Actiendruckerei In Fulda sein.

------------- Druck und Verlag der Fuldae Aciiendruckenl Beilageorl Fulda. ..... . -

VochenKâlsnder.

rsnntaa. 8. März. 2 Fastensonntag. Johannes von Gort, Stifter der Barmherzi en Brüder, + 1550. Herz-Jesu-Andacht um gute Priester.

Montan, 9. März. Franziska Romana, Stifterin der Oblatinneii, f 1440.

Dienstag, 10. März. Vierzig Marchrer zu Sebaste, f 320.

Mittwoch, 11. März. Vom Tage.

Donnerstag, 12. März Gregor 1. der Große, Kirchen- lehrer, Papst von 590604.

Freitag, 13 März. Vom Tage.

Samstag 14. März. Vom Tage, Mathilde, Königin,

Zweiter Fasten - Sonntag.

lEv. Matth. 17, 19.)

In jener Zeit nahm Jesus den Petrus, Jakobus und Johannes, dessen Bruder, mit sich, und führte sie abseits auf einen hohen Berg. Da wad er vor ihnen verklärt: und fein Anaesicht glänzte wie die Sonne, seine Kleider aber wurden weiß wie der Schnee. Und siehe, es erschienen ihnen Moses und Ei-as: die redeten mit ihm. Petrus auer nahm das Wort und sprach zu Jc-us: Herr, hier ist gut sein für uns: will» du io wollen wir hier drei pulten machen, dir eine, dem Moses eine und dem Elias eine. Als er noch redete stehe, da überschattete sie eine lictte Wolke Und stehe, eine Stimme aus der Wolke sprach Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich mein Woh gefallen habe: dreien sollt ihr hören! Da die Jünger dieses Horten, fielen ne auf ihr Angesicht, und »Achteten sich sehr. Und Jesus trat hinzu, berührte sie, und sprach zu wnen: Slehet auf, und fürchtet euch nidjt! Als sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand, als ^et»m allein. Und da sie von dem Berge herabstiegen, befahl ihnen Icius, unb sprach: Saget niemanden erewS Gesicht, vis der Sohn des Menschen von den Toten ansersianden sein wird.

In guter. Gesellschaft.

^M Fastenzeit ist bereits in vollem Gang. Das erste liiertet derselben liegt schon hinter uns. Wohl dir. wenn du die ausgetretenen Gleite des Alltags verlassen, wenn du den " Leibgurt enger geschnallt, wenn du ~ - Mmenlust einige Schranken gezogen hast, ^enn m diesem Fall bist du in guter Gesellschaft, nicht °5u ^lw fasten? höre ich einige rufen. Ist cs ».^r.^^er, das ganze Jahr über vernünf- t J L^^'O Zu leben? Hand auf das Herz, der ileii spricht nicht der Heide aus dir, tue ein? ft ^"ilheii, der Weltgsist? Manche, die ma' Sprache führen, sind vielleicht nicht ein- v°n Etseffen im Essen und Trinken. Aber, nie Überhi?^ waren Ideal!»ensehen, die noch ist es st^bauen haben, so frage ich: zu keines Skb^ cm Christenleben. wenn man sich «ar nickt ^° ung verstehen will? Ganz und ). »-Denn, die Christus angehören, haben

ihr Fleisch gekreuzigt samt feinen Lastern und Lüsten", versichert der hl. Paulus. Und diejenigen, die so ängstlich und behaglich für ihren Magen sor­gen, nennt erBauchdiener"!

Höre also nicht auf die Sprüche der Weltkinder. Dein Platz sei in der guten Gesellschaft deines Hei­landes. Und ein hervorstechender Zug im Leben des Heilandes, der sich mit dem schärfsten R.adier- inesjer nicht aus der Bibel ausmerzen läßt, ist eben sein Fasten.

Quarankama wird jene Gegend genannt, die der Heiland sich ginn Schauplatz seiner unerhörten Bußübungen erkoren hat. Es ist eine öde, leere Wüste, die sich zwischen Jericho und dem Toten Meer erstreckt und sich zu einem Berge erhebt, der gleichfalls den Namen Ouarantania trägt Dahin zog sich der Heiland mutterseelenallein zurück. Nur die wilden Tiere, sagt Markus, waren seine Gesell­schafter. Kein Mensch, kein Engel, der ihm Speise brachte. Erst nach überstandener Prüfung erquick­ten die Engel ihren Herrn. Ohne Unterbrechung brachte Jesus die vierzig Tage und, wie die Schrift ausdrücklich beifügt, die vierzig Nächte zu. Kein Stücklein Brot, keinen Schluck Wasser gönnte sich der Herr der Welt. Alle Schrecken und Qualen des Hungers ließ der Heiland auf feine menschliche Natur entströmen, und nur durch das Eingreifen seiner göttlichen Natur, nur durch ein Wunder blieb er am Leben.

Wo bleiben da die Propheten des Genusses? Müssen sie nicht vor einem solchen Beispiel m Ehr­furcht verstummen? Wer wagt es noch, das Fasten zu schellen, wenn die ewige Weisheit selber es ge­übt und geliebt hat? Nicht bloß seine Worte, auch seine Beispiele sind uns Norm und Gesetz. Und darum sind wir in guter Gesellschaft, wenn wir dem Nahrungstrieb heilsame Zügel anlegen.

Unter den Christen der ersten Jahrhunderte gab es Kraftnaturen, die dem Heiland in seinem Fasten mögtidjft nahe kommen wollten. Simon Slylikes. der 80 Jahre ununterbrochen bei Tag und bei Nacht auf einer Säule stand, brachte die vierzigtägige Fastenzeit achtzehn Mal nüchtern zu, so daß er als ein Wunder des Erdkreises, als ein Engel und kein Mensch berrachtct wurde. Lucianus berichtet diu Christen, die zehn Tage ohne Speise zubrachten. Gregor von Nazianz schreibt, daß mehrere Mönche zwanzig Tage ohne Nahrung blieben. Der heilige Augustinus erzählt von Christen, die eine Woche lang sich jede Speise versagten. Von Kaiser Justinian wird überliefert, daß er während der Fastenzeit nur alle zwei Tage Speise zu sich nahm und auch an diesen Tagen mit Kraut und Gemüse sich begnügte. Der hl. Franziskus fügte bekanntlich zu der pflichtgemäßen Fastenzeit noch eine weitere nor Mariä Himmelfahrt und eine zweite vor dem Fest des hl. Erzengels Michael.

Unter allen Heiligen der katholischen Kirche gab es bis zu diesem Tag keinen, der über das Folteu

gescholten oder sich leichtfertig darüber weggesetzt hätte. Im Gegenteil: alle wollten dein Heiland darin Gefolgschaft leisten. Sieh also, ob es n cht töricht ist, sich von den Spöttern des Fastens ins Bockshorn jagen zu lassen. Ja, wenn der Arzt es verordnet, dann unterziehen sich viele Herren und Samen der Gesellschaft strenger Diät und richtigen Hungerkuren: sollten wir auf Anordnung Christi und der Kirche nicht eben so viel und noch mehr tun zur Heiligung der Seele?---

Und nun, warum sind zur Vorbereitung aus Ostern gerade vierzig Fasttage eingesetzt? Warum nicht 30 oder 50? Ist das Willkür, Zufall und Laune? Nein; du hast gesehen, daß diese Zahl vom Heiland gewählt wurde. Auch sonst spielt die Zahl 40 in der Schrift eine Rolle. Der hl. Hieronymus sagt, daß die Zahl 40 die Zahl der Strafe und Trübsal fei; ich setze hinzu: auch die Zahl der Schonung und Barmherzigkeit. Wie lange hat die Sündfluk gedauert? Vierzig Tage und vierz-z Nächte. Wie lange hat Moses gefastet? Vierz-g Tage. Wie lange Elias? Vierzig Tage. Wie lange mußten die Israeliten durch die Wüste pil­gern, bis sie zum gelobten Lande kamen? Vierzig Jahre. Wie lange mußte Ezechiel auf der rechten Seite schlafen? Vierzig Tage, um die Zeit der Be­lagerung der Stadt Jerusalem anzudeuten. Wie lange taten die Bewohner von Ninive Buße? Vierzig Tage. Wir sehen also die Zahl 40 geheiligt durch den Sohn Gottes und gottesfürchtige Män­ner. Und wie viele Tage bilden ein Jahr? Ant­wort: 365. Vierzig davon sind ungefähr der zehnte Teil. Und so bringen wir Gott, wenn wir die vier­zigtägige Fastenzeit halten, gleichsam den Zehnten des ganzen Jahres.

Hoch das Banner der Abtötung. Der Gaumen und der Magen sollen irgend eine, wenn auch nur die bescheidenste Einschränkung sich gefallen lassen. Auch die Augen und Ohren sollen sich der Abtötung befleißigen. Seht, unsere Kirche geht uns in der Liturgie mit dein Beispiel voraus. Müssen wir ja auf das frohbewegte Gloria, das liebgewordene 3te und auf das volltönende Alleluja beim Sonn­tagsgottesdienst verzichten. Nach liturgischer Vor­schrift soll auch das Orgelspiel, mit Ausnahme des vierten Fastensonntages, an den übrigen 5 Fasten- sonntagen unterbleiben. Das Meßgewand zeigt das ernste, bescheidene Violett. Die Zunge soll sich dem Fasten anschließen durch Meiden unnützer Re­den und eitler Gesänge. Gottesfürchtige Eheleute beherzigen den Rat des Völkerapostels:Wer ver­heiratet ist, lebe so, als wäre er nicht verheiratet. Und was der Strenge des Fastens abgeht, sollen Gebete, Almosen und andere guten Werke ersetzen, die allein uns begleiten in die Ewigkeit, »"""' 8unbt .m ml*». Sem, - MM"? Lh-nn». .Selig »le Selen. --»«"« <>"bm denn ihre Werke gehen mit ihnen.

Der Burgpfarrer-