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UaW, den 8. Zsdruae 1925

Nr. 6

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Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels.

djeitti jeden Sonntag und kostet monatlich Ansrabr âZS S»K»f««ziZ 3 < A»!d-f«umz (freibl.) Redsttiour, 115 Montag Ai-zetzm-P-elk«: Colsnelzelle Im Anzel,«nt«tl 9,15 »sldmrrk, Co! Eizelle im Reklam-tch 9 Gottmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunst und Off.« Sek 0,13 Säumtet Parts extra. Anzeigen müssen sMajKas bis Moatag morgens im Besitz der Fuldaer Aetiendruckerei in gutta ein.

Sollt uni Bering »er F-âe Meirtraftrei

wochenkalendtr.

Sonntag, 8 febt. Gönntet« Septuaaesima. Johannes von Math«, Ordensstifter, f 1213.

Montag, 9. (vebr. Cyrillus von Alexandrien, Bischof und^Kirchevlehrer, f 444. Apollonia, Jgfc., Mart.,

Dienstag, IE Fcbr. Scholastika, Aebtissin, Schwester deS hl. f*siebift, f 543.

Mittwoch, 11. ,?ebr. Mariä Erscheinung in Lourdes Donnerstag, 12. ,èebr. Sieben Stifter des Setbiten ordens i. 13. Jhrh. zu Fioren^. 3 Jahrestag der Krönung unseres Hl. VawrS Pius XL Freitag; 13. ,jebr. Gre or i., Papst. 715731.

Samstag.14. Ichr, Valentinos. Bischof, Mart. Ged. des hl. Balentrn, Priester, Mart.

Sonntag Seotuage^hna.

(Ev. Matth. 20. 116.)

In jener Zeit sagte JesuS zu feinen Jünaer«» folgendes Gleichnis: Da» Himmelreich ist gleich einem .' Hausvater, der am frühesten Morgen aus in«, um Arbeiter in feinen Weinberg zu dingen. AlS er nun mit den Arbeitern um einen Zehner für den Tag i übereingekommen war, sandte er sie in seinen Weinberg. Und um die dritte Stunde ging er wieder auS, und sah andere müßig auf dem Markte stehen, und sprach zu ihnen: Gehet auch ihr in meinen Weinberg, so werd« ich euch geben, was recht ist! Uns sie gingen tun. Übermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und machte eS eben so. Und als er um die ' elfte stunde auegin i, fan» er wieder andere bastenen, i und sprach zu tonen: Warum siedet ihr hier den ganzen Tag mührg? Sie antworteten ihm». (iS hat uns Nie- mand gedungen. Da sprach er zu ihnen: So gehet mich ihr in meinen Wernbeig! AlS es nun Abend ge. woiden, sprach der Herr des Weinberges zu seinem Verwalter: Latz die Arbeiter kommen, und gib ihnen den Lohn, von den letzten angefangen bis zu den ersten. Da nun die kamen, weiche um die elfte Stunde ein, getreten waren, empfing ein Jeder einen Zehner. AlS aber auch die Ersten kamen, meinten sie, mehr zu cm- pfangen; aber auch von ihnen erhielt Jeder einen I Zeyner. Und da sie ihn empfingen, murrten sie wider den Hausvater und sprachen: Diese, die Letzten, haben I Stunde gearbeitet, und du hast sie unS gleich I Uân. tue wir die Last und Hitze des Tages getragen ®c °?et ""Uvortete Einem aus ihnen, und ! 'fteunl». ich thue dir nicht unrecht; bist du nicht ^"e" c?kiwer mit mir übereingekommcn? Nimm, ^ ""^ "h bin: ich will aber bieien Letzten in? w^»"' ^"^ ^,r- Obrr ist es mir nicht erlaubt. zu west iw^..^ lD,'UI 3ft dein Auge darum schalkhaft und die Ern bms: ,^^° Werben die Letzten die Ersten, aber W-ni £ r ^^ Letzten sein, denn Viele sind berufen, " âentge sins auSerwähft.

Feierlicher Abschied. eute tropfen die Himmel von Honig, ' - fingt die Kirchs in der Weihnacht. Und diese Honigtropfen verdichten sich zum Alleluja, das aus dem Munde vieler tausender von Prie- IfciÄ ? Priestern und Millionen von ken sieg losreißt. Und warum sollten wir

uns nicht freuen? An Weihnachten erging ja das Wort des Engels an die Hirten und die ganze Welt: Ich verkündige euch eine große Freude, die allein Volke zuteil wird." An Weihnachten ertönte der Gesang der Eelsterscharen:Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sind." An Weihnachten wurde der Grundstein der Erlösung gelegt, die ihre Krone findet auf Golgatha. Als Kinder der Erlösung, als Erben des Himmels, als Genossen der Engel

fingen wir darum mit Recht das fröhliche Alleluja.

Und trotzdem feiert heute die Kirche einen Ab-^ ; v , . ..... . ...

schied. Der Wrihnachtsfestkreis finod am Ssinstag j -^ MjAAzu nehmen. ^a^- end jvnp di« --pr ^ vor Septuagesima seinen Abschluß, und am Sonn- ' «m Schluß der Besper Oie âorte singen. Benèdica- tag S«putagesi>na treten wir über die Schwelle j «ms Domino! Deo gratmr! werden heute je zwei desOsterfestkreises. Wie die Kinder von einer Wiese - Alleluja, im ganzen vier Alleluja betgefugt und

zur anderen gehen und überall Bluinen pflücken, so schreiten wir Kinder der Kirche durch den Garten des Kirchenjahres und pflücken überall die Blumen der Erbauung und Freude. Aber siehst du nicht, wie plötzlich ein düsterer Schatten auf das Ange­sicht der Kirche huscht? Siehst du nicht, wie ihre Wangen erbleichen? Siehst du nicht, wie sich eine Träne aus ihren Augen stiehlt? Und das ist kein Wunder. Zwar schreiten wir fröhlichen Sinnes dem Osterfeste zu. Weißt du aber auch, welcher Weg dahin führt?--- Der Kreuzweg! Sieh, zu un­serer Erlösung war es nötig, daß der Sohn Gottes leide und sterbe. Dem Jesuskind in der Krippe gelten die Worte:

Bald wirft du groß, dann fließt dein Blut Von Golgatha herab;

Ans Kreuz schlägt dich der Menschen Wut;

Dann legt man dich ins Grab!

mit

Nun, die Vorbereitung auf Ostern beginnt dem heutigen Ssnukag Sspluagesima. Was tut da die Kirche? Slbfchied nehmen, feierlichen Abschied, schmerzlichen Abschied.

Du wirst dich erinnern, wie einst Tobias und und Anna Abschied genommen haben von ihrem wackeren Sohn, als er sich, von einem unsichtbaren Engel begleitet, auf den Weg machte nach Rages. Und Vater Tobias sprach damals zu seinem Sohn: Reise glücklich, und Gott sei auf eurem Wege, und sein Engel begleite euch". Wie nun damals Vater Tobias Abschied genommen hat von seinem Sohn, so nimmt die Kirche am Samstag vor Septua- gesima Abschied vom Alleluja. Von Septuagesima an verstummt es über die ganze Fastenzeit, und er­bebt sich erst wieder mit der Vorfeier der Aufer­stehung beim Hochamt am Karsamstag. Der Ab­schied von diesem trauten, wohlklingenden, himm­lischen Alleluja geht der Kirche sehr nahe. Im frommen Mittelalter, wo das Volk noch scharen­weise am liturgischen Amt und an der liturgischen Vesper sich beteiligte, hat die Kirche eine förmliche Abschiedsfeier veranstaltet. So werden in einem alten Meßbuch dem Alleluja folgende Abschieds- worte gewidmet:Der gute -Engel des Herrn ge­leite dich. Alleluja, und behüte dich auf deinem

Wege, damit du in Freude zu uns zurückkehrst, Alleluja!" Eine andere Antiphon enthält folgenden Abschied:Alleluja, bleibe heute noch bei uns; und morgen magst du weiterziehen, Alleluja; wenn der der Tag anbricht, magst du deine Wege ziehen,

Alleluja, Alleluja!"

Diese sinnigen Bräuche, die ein tiefgläubiges, naives Gemüt zur Voraussetzung haben, sind mehr oder weniger verschwunden. Allgernein aber hat sich bis zum heutigen Tage die Sitte und die Vor­schrift in der gesamten Römischen Kirche erhalten, in der Vesper am Vorabend von Septuagesima eine

Alleluja, im ganzen vier Alleluja beigefügt zwar nach der Melodie des österlichen Alleluja, so daß der Schluß der Vesper diesmal heißt: Bene­dicamus Domino, Alleluja, Alleluja Deo gratias.

Ailrlujs, Allelujai

Dann hält das Alleluja seinen liturgischen Schlaf, bis es an Ostern Auferstehung feiert.

Alleluja allzeit fingen Nicht verdienenwir als Sünder.

Ewig falls im Himmel klingen

Aus dem Mund der Gatteskinder.

Sieh da, christliche Seele, die Vielseitigkeit, Hrrr- iichkeit und Herzlichkeit der katholischen Liturgie. Sieh da dar Mitleben der Kirche mit dem Heiland. Sie freut sich mit ihm in der hl. Weihnachtszeit und sie beginnt zu trauern mit dem Eintritt in die Zeit des bitteren Leidens. Machen wir uns zur Ge­wohnheit: sentire cum ecclesia fühlen, denken und handeln mit her Kirche. Wie verträgt sich aber mit einer solchen Gesinnung die Narrheit des Fasching, der schon seine Schatten vorauswirft? Auf den inanche jetzt schon sich vorbereiten? Der manche jetzt schon in seinen magischen Bann zieht? Siehe, die Kirche schickt sich an, mit Christus zu leiden und so viele ihrer Kinder schicken sich an, sich mit der Welt zu freuen. Das ganze Jahr über predigt die Kirche die Abkehr von der Welt und ihren Lüsten und ach so viele ihrer Kinder segeln mit Volldampf in dem breiten Strom der Weltlust. Was in der Welt ist, versichert Sankt Iohannes, ist Augenlust, Fleischeslust und Hoffahrt des Lebens. Feiern nicht diese Lüste gerade über die Fastnachts­tage und schon in der Vorbereitung wahre Orgien? Freut sich nicht die Hölle dieses schändlichen Trei­bens? Oder ist nicht diese Weltlust in allen Fällen eitel und vergänglich, dazu in vielen Fällen gefähr­lich, sündhaft, ekelhaft und gemein? Hinterlaßt läßt nicht die Fastnacht manche traurige Ruinen in den Seelen, in den Häusern und famMeN? Wozu haben wir in der Taufe dem P p xSS» km«