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Religiöses Wschmblatt für die katholischen Gemeinden Kissels
Erscheint sehen Senntag und ka'tet manstrtchAusgabe &35 Silhefewig 3 41 Silbpfeitalg (fceibl.) Redaktion»- schluz Montag An;eizea-stceise: Colouilzrile tn Ausrigrateil 0,1 > 3 olb. niet, i£atonel}eUe im Jte’Um‘tci[ 0,69 Goldmark. Bei Wi«dertz»lit»r Rabatt. Auskunft uni Off -3:6. 0,1) Sill nirt. Ports extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgen» im Bell der Futdier Actieadrulkerei in Sulla sein.
Dm« und Serif« »er gutti« Aâadrnckrrei.
Wochenkalender
s-nnta-, 25. Jan. 8. Sonntag nach Epiphanie. Be- teijrunfl des ht. Paulus. Ges. des hl. Petrus.
Msumg, 26. Ja», Polykarp, Apostelschüler, Bischof, Mart, f 155.
Dienstao, 27. Jan. Johannes Chrysostomus, Kirchen- lehrer, Bischof, f 407.
Mittwoch, 28. Jan. Agnes, Jgfc., Mart, zweites Fest. Donnerstag, 29. Jan. Franz von Lates, Kirchenl., Bischof, f 1622.
F ... 30. Jan. Martina, ^vr., Mart, f 222.
San,Sl.aa, 31. Jan. Petrus Nolaskus, Bek„ f 1253.
i Dritter Sonntag nach Epiphanie.
«Ev. Matth. 8, 1—13.)
In jener Zeit, als JesuS vom Berge herabstieg folgte ihm eine große Menge Volke» nach, und siehe ein Aussätziger kam, betete ihn an, und sprach: Herr wenn du willst, so kannst du mich reini en. Und Je juS streckte seine Hand aus, rührte ihn an, und sprach Ich will, sei gereinigt! Und sogleich wars er gereinigt von Dem Aussätze. Und JesuS sprach zu ihm: Siehe zu, daß du eS niemanden sa cü: sondern «eh hin, geve dich dem Priester, und opfere Die Gabe, welche Moses befehlen hat, ihnen zum Zeugnisse! Da er aber in Capharnaum eingegangen war, trat ein Hauptmann zu ihm, bat ihn, und sprach: Herr, mein Knecht liegt I zu Hause aichiln üchig, und leidet i roße Qual. Und i JesuS sprach zu ihm : Ich lullt kommen und ihn cesund I machen Und der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht würdig, daß du cm ehest unter mein Dach, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht oefunb. Denn auch ich bin ein Mensch, der ' Obrigkeit unterworfen, und habe KrwgSteute unter I mir; und wenn ich zu einem sage: gehl so geht er; und zu dem andern: komm her I so kommt er, und zu meinem Knechte: tu das! so tut er's. Da nun Jesu» daS hörte, wundecte er sich, und sprach zu denen, die ihm folgten: Wahrt»«, sag' ich euch, solch' großen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden! Aber ich ' ^"ae euch, daß viele von Aufgang und Niedergang I kommen, und mit Abraham, Isaak und Jakob u» i Himmelreiche zu Tische sitzen werden- die Kinder des i Jteicyee abet werden in die äußerste Finuernis hinaus, geworfen iveröen: da wird Heuien und Zähneknirsiben ; i^m Uu» Jesus sprach zu dem Hauptmanne: Geh & ^le du aeglaubt hast, so soll dir i-eschryen. tins in derselben Stunoe wa,d sein Knecht gesund.
Das GeM der Auserwählung.
ls ich im Jubeljahr 1900 in die ermge Stadt Rom zog, beiuchte ich außer den übrigen Heiligtümern auch die Basilika des hl. Pnulus, die draußen vor den Mauern in j hebt Beim w ’PVfZ' majestätischer Größe sich er- Aanr mar ich geblendet von dem »ollen m^^âalmorsäulen, die in einer wunder» °°u vier langen, scbuui geraden Rei- Naftar ^nnn^fh °"Mebmen. Vorn sah ich den ècch" imV»00s ^vbeweißen Alabastersäulen über- Wn MiV^ dw Ueberreste des hl. Paulus deinen Haupt am 29. Juni des Jahres 67
hier unter dem Schwert gefallen ist. Am Fries aber stehen folgende Worte: „Vas electionis — Gefäß der Auserwählung".
Auf den heutigen Sonntag fällt nun gerade die Auserwählung und Bekehrung des hl. Paulus. Denn dieser Paulus war ehemals ein Saulus, dieser Apostel ein Todfeind Christi. Seine Bekehrung ist ausschließlich ein Wunderwerk der göttlichen Gnade. Der hl. Lukas, des Paulus Reisegefährte und Duzfreund, entwirft darüber folgende bewegte Schilderung:
Noch sprühte Saulus von Brrfolgungswut und
sich zum Hohepriester und erbat sich von ihm Vollmachten für Damaskus, um Männer und Frauen, die er dort als Christen antreffen würde, gefangen nach Jerusalem zu schleppen. Schon
nahte er sich den Toren der Stadt, als plötzlich ein Licht vom Himmel ihn erleuchtete. Er fiel zu Boden und hörte die Stmime: „Saulus, Saulus, warum verfolgst du mich? Dieser sprach: Wer bist Tu, Herr? Und jener erwiderte: Ich bin Christus .den Tu verfolgst; hart ist es Dir, gegen den Stachel auszuschlagen. Mit Zittern und Staunen sprach er: Herr, was willst Du, daß ich tun soll? Und der Herr sprach zu ihm: Steh auf und geh' in die Stadt; dort wird Dir alles gesagt werden. was Du tun sollst. Saulus stand auf, und er war blind. Männer nahmen ihn bei der Hand und führten ihn nach Damaskus. Daselbst hielt sich e.a Jünger auf namens Ananias. Zu ihm sprach in einer Erscheinung der Herr: Ananias, geh' in die Straße, welche die gerade heißt und" suche im Hause des Judas einen gewißen Saulus, der jetzt eben betet. Doch Ananias entgegnete: Herr. ich habe von diesem Manne gehört, wie viele Leiden er den Heiligen in Jerusalem zugefügt hat; und auch hier hat er Vollmacht. Deine Anhänger oesang-i zu nehmen. Es sprach aber der Herr zu ihm: Geh', denn cm Lesäß der Auserwt.^.nng er mir, um meinen Namen vor Heiden und Könige und Juden zu tragen: und ich will ihm zeigen, wie viel er um meines Namens willen leiden muß. Und Ananias ging und trat in das Haus und legte dem Blinden die Hände auf und fvrach: Bruder Saulus. der Herr Jesus, der Mr auf dem Wege erschienen ist, hat mich gesandt, daß Du sehend und voll des hl. Geistes würdest. Und sogleich fiel es wie Schuppen von des Saulus Augen und er erhielt das Gesicht wieder. Und er stand auf und wurde gekauft. Und alsbald hielt er in den Synagogen Vorträge über Jesus und führte aus, daß er der Sohn Gottes ist. Da staunten alle und sprachen: Ist er nicht der Mann, der in Jerusalem loszog gegen alle, die den Namen Jesus anrufen, der auch hierher kam mit dem Zweck, um sie als Gefangene zum Hohepriester zu transportieren?- Saulus ober erstarkte immer mehr und beschämte die Juden und führte den Nachweis, daß Jesus „der Christus" sei. (Apg. 9 Kap.)"
Glücklicher Paulus, der eine solche Wandlung erlebte, der so viele Gnade erfuhr. Mit der Kirche rufen wir dir zu: „Du bist das Gefäß der Auserwählung, heiliger Apostel Paulus; wahrhaft würdig sollst du gelobt werden. Du bist der Prediger der Wahrheit und der Lehrer der Heiden im Glauben und in der Wahrheit. Durch dich haben alle Völker die Gnade Gottes kennen gelernt. Bitte für uns bei Gott, der dich ausgewählt hat.
Dieser hochbeglückte Paulus, dieses Gefäß und Werkzeug der Gnade, wurde in Zukunft der Herold und Sänger der Gnade. So schreibt er im Römer
berufen und abgesondert zur Verkündigung des Evangeliums; von Christus habe ich die Gnade und das Apostolat empfangen" (Röm. 1). Im Korintherbrief schreibt er: „Gemäß derGnade Gottes, die mir zuteil wurde, habe ich den Grundstein
gelegt" (1 Kor. 3, 10). Im nämlichen Brief schreibt er: „Ich bin der geringste Apostel, nicht wert Apostel zu heißen, weil ich die Kirche Gottes verfolgt habe; aber durch die Gnade Gottes bin ich, was ich bin, und feine Gnade ist in mir nicht unwirksam gewesen; denn ich habe mehr als alle übrigen gearbeitet, doch nicht ich, sondern die Gnade Gottes mit mir".
So ist Paulus in seiner Bekehrung und noch heute in seiner Himmelsglorie ein Beispiel der Mackst und Wirksamkeit der göttlichen Gnade. Betrachte diesen Draht der elektrischen Leitung. Darin fließt der elekirische Strom, von dem Licht und Kraft ausgehen. Du brauchst nur den Schalter umzudrehen, und das Zimmer ist hell erleuchtet und die Maschine bewegt sich und arbeitet. Das ist ein Bild der Gnade. Sie ist ein Licht der Seele und ein Antrieb deines Willens. Mit Hilfe der Gnade hast du das Licht des Glaubens, um dis göttliche Offenbarung zu erkennen und anzunehmen. Mit Hilfe der Gnade hast du die Kraft zur Tugend, um den Versuchungen zu widerstehen, um die Keuschheit, die Nächstenliebe, die Geduld zu üben, ein wahrhaft übernatürliches, gottgefälliges Leben zu führen und bis zum Gipfel der Tugend dich aufzufchwmgen. Sage nicht, woher soll ich die Gnade nehmen? Ober was soll ich anfangen, wenn Gott mir keine Gnade schenkt. Denn es ist eine Glaubenslehre, daß Gott jedem Menschen so viel Gnade schenkt. dast er leim werd-n kann Daber das Wort der Schrift: Gott will, daß alle Mensche» selig werden und zur Erkenntnis oer L>ahcheir gelangen. Eben unser Paulus wollte auch einmal schier verzweifeln wegen der schrecklichen Kimmle und Versuchungen, die er auszufechten hatte. Dreimal hat er den Herrn gebeten. dr» ^â' aes SS^sSe Bä»^ betes? st> "st du die hl. Sakramente empfängst,