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Re, an seiner Stelle amtierende Lehrerin in n neuen Wirkungskreis zurechtfänd. Es war Winterszeit. Vor ein paar Tagen war der erste Schnee gefallen u. die Lehrerin fprachmit den 15Abc- Schützen darüber u. sagte ihnen gerade das Verslein vor: „Was ist das für ein Bettelmann, er hat ein kohlschwarz Röcklein an", als dis Tür aufging u. der Schulrat eintrat. Die 45 „Großen" schrieben einen Aufsatz über den Winter, im Stillen hoffte die junge Lehrerin, sie dürfe die begonnene Katechese zu Ende führen, das wäre so bequem gewesen; da kam man zu sprechen über die Vöglein im Winter, über's Milch an die Bahn fahren mit dem Schlitten, das Thema ist jchisr unerschöpflich, man braucht nicht zu befürchten, daß einem der Stoff ausgeht. Aber es kam ganz anders diesmal. Ein Weilchen hörte der Schulrat zu. „Ganz gut", sagte er, „aber nun möchte ich gern noch etwas anderes hören; sprechen Sie mit den Kleinen über einen täglichen Ge- Lrauchsgegenstand, ich will sagen — über den Schlüssel, auch die Großen sollen zuhören."
Mit allen Mitteln der neuerlernten Kunst — Schulhalten ist nämlich so einfach nicht, wie manche Leute glauben — versucht die junge Lehrerin die ihr gestellte Aufgabe zu lösen. Der Schulrat gab ihr feinen kleinen Schlüffelbund und bald war ein lebhaftes Gespräch im Gang über große und kleine Schlüssel, Tor- und Kellerschlüssel, Uhrenschlüssel, ^ber Schlüsselverlieren, Schlüsselfinden u. a. m. „Nun habt ihr mir ja viel erzählt," sagte der Schulrat, „ich weiß aber noch einen Schlüssel, der ist ganz anderer Art." Er schließt ä Kaschtle uf," meinte ein Erstklässler, und in feinsinniger Art stimmte der Schulrat bei: „Ja, er schließt ein Kästlein auf, ein kleines Kämmerlein — das menschliche Herz. Und dieser Schlüssel heißt — „Hergensgüte". Mit großen, schönen Buchstaben schrieb der Schulrat das Wort an die große Tafel; ein paar mal mußten's die Kinder miteinander ausfprechsn. Dann erklärte der Schulrat den Gebrauch dieses Schlüssels, wie die Herzensgüte hineinsieht ins fremde Herz, wie sie sieht, wenn jemand traurig ist oder froh und wie sie dann stets dis rechten Worte findet, wie sie merkt, wenn Vater oder Mutter müde find; wie sie es gleich herausfindet, wenn ein Nachbarskind Hunger hat oder wenn ihm sonst etwas fehlt und wie sie überall hilft und für alles sorgt. „Bewahrt diesen Schlüssel gut auf, verlegt ihn nie und verliert ihn nie in eurem ganzen Leben," sagte der Schulrat noch und verabschiedete sich dann. Er ist tot, der von allen Lehrern hochverehrte Schulrat. Daß seine Worte auf fruchtbaren Boden gefallen sind, zeigt eine kleine Begebenheit.
Einer von den Schülern, die damals vor 20 Jah- 'en zuhörten, ist Tramschaffnsr geworden. Seine sreundliche, hilfreiche Art mit den Leuten brachte ihm manches Dankwort ein und auch manches Trinkgeld. „Danken Sie nicht mir," sagte er eines Tages, „sondern der Dank gebührt dem Kreisschul- r it, nie habe ich vergessen, was er uns damals jagte über den Schlüssel zum menschlichen Herzen, über die Herzensgüte." Auch der Tramschassner ist tot; er ist auf dem Felde der Ehre gefallen.
Wahr ist, was Storm einmal sagte: „Auch von de n Toten bleibt auf Erden noch ein Schein zurück; bii Nachgelassenen sollen nicht vergessen, daß sie in feinem Lichte stehen."
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Jie Keimat
Ach zog in Goikes schöne Wett WoHk äßer Werk und Kügsk; Ais Koners fnh ich mit mir gsHn, Aks ßätt’ ich sie am Aügsk. Gs zog mit mir manch 'Nögsksin, Manch Wächkern in die Weiten, Ach stimmt in iß re Weisen ein Wsitn rüst'gen Movwärtssch reiten.
Ars HlSgrsin flogen ast zürn West, Ais Sonne ging sängst unter; Aas Wächtern Herrn gur Mutter ramr, Ks taucht im Meere unter.
Aa stank, ich nun im fernen Lanö Oar einsam und »ersassen, Mnö niemand reichte mir die Kanö In fremden, -unkten Gassen.
Aa faßte mich der Sehnsucht Schmerz Mit ungestüm Wegehren;
Ich mußt' wie Wägkein, Sonn und Wach, Zur Heimat miedet steßren.
So zog ich aus ohn' Wast und Wuk An jedem frühen Morgen Mn- schritt der teuren Kermal zu. Wis ich in ihr gshorgen.
Johanne- Feldmann.
ist. — Sn Allendorf wurde ein Schwein im Gewichte
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Ans der Uachbrirfchast. ^
ges Geschäftsjubiläum. — Pater Schillgen hält in B r e r° ; tenworbis Jugendvorträge. Der dortige Handwerker- : verein hielt in dem Thüringer Hofs eine gelungene i Weihnachtsfeier ab. — Da die Eisenbahnverwaltung aus i die mehrfach geäußerten Berkehrswünsche nicht eingeben will, wird eine Automobilverbindung zwischen Hohengandern und Heiligen st adt geplant. — Das Wohnhaus des verstorbenen Bäckermeisters Heinrich Jager in Kesferhausen ist mit Obstgarten und Gerechtigkeit für 5900 Mk., die der Kirchengemeinde nach dem Willen des Verstorbenen zusallen, verkauft worden. — In Worbis wurde das vierjährige Söhnchen des Eisenbahnbeamien Siebert von einem Auto überfahren; es erlitt einen Beinbruch und einige Hautabschürfungen. — Den Urlulinen in Duderstadt ist die Einrichtung der 10. Klasse an ihrem Lyzeum genehmigt worden. — Im Alter von 88 Jahren verstarb in Wingerode die . . , , Ehefrau Berta Werner.__In Birkungen brachen Diebe
baldige Versetzung an, wenn am Orte ihrer Tätigkeit dazu bei dem Arbeiter Georg Schuchardt ein; sie nahmen Stieb —* - °-:* *-— «'—«^ besieht. — Auf der - dungsstücke und etwa 20 Würste m>* - In ® er nie»
wurden 16 Hasen er- rode feierte der Arbeiter He'n..cy Borgyarot mit seiner in to lirhrrn ist' <Th»Frnu S-Us^-1„„ —^ 'tobt die goldene Hochzeit. —
Lichsseldische Rundschau. Ganz unsinnige Preise wu:den aus der Holzauktion bei dein He i l i g e n it a d- t e : Forsihauje geboten. Die hohen Preise vorn vergan- ger en Jahre wurden noch überboten. Bei einer Tare non 10 Mk. für den Raummeter Scheitholz 20—21 Mk., Rollen Taxe 9 Mt erreichten 17—20 Mk. Für die oanz unsinnige Bieterei nur ein Beispiel: Für 3 Raummeter Buchenknüppel, Taxe 18 Mk., wurden sofort 40 Mk. angeboten. Wie schwer mag das Erwachen aus dem Aukrionstaumel sein! — Pfaffschwende konnte dem dortigen Lehrer die seit langem dringend notwendige ausreichende Wohnung nicht beschaffen; dieser verließ darum das Dorf am Anjang des Jahres. Falls in dieser Beziehung keine Besserung eintritt, hat naturgemäß die Schule darunter zu leiden, denn junge, imver- heiraieie Lehrer, die sich baldmöglichst einen Hausstand gründen möchten, streben begreiflicherweise eine tunlichst
auf absehbare Zeit keine Aussicht besteht.
Treibjagd in S I e i n h e ut e r o d e _________
legt. — Der Schäfer Joseph Krebs in Rohrberg ist j Ehefrau Katharina geb -.ooi, vu guiuznc ^,^,,.
seil 50 Jahren Schäfer der dortigen Schäfereigenoflen- cheyerode kann -;<le stattliche Anzahl von alten Leuschaft. — Auch in Reinholterode hatten die Ge- ten aufweisen Zwei Einwohner sind 90, 13 zählen,80 meindewahien viel Zwisti'glesten in der Gemeinde er- Jahre und mehr und 15 stehen im Alter von 75—80 Jah- regt; namentlich wurde grgen den neugewählten Schul- ren. - Auch in Bickenriede wurde die Pflichtseuer- lzen ein erbitterter K^mpf geführt.. Landrat v. Christen wchr durch den, Kreisbrandmeister neu organisiert. —
fonnte als Erfolg seiner Bemühungen die Beilegung!Der Handelsmann Georg Weiland in Faulunaei, des Streites buchen --Die Gememdeichsnke von Groß- feierte mit seiner Ehefrau Katharina, geb. Bolze die b a r 11 o f f wurde für 2-00 Mk. an einen Dlngesitäüter silberne Hochzeit. — Die Eltern des Flüchtlinaslchrers Herrn verpachtet. — In Brsitenhotz gingen die! Pade in Schierschwende feierten die diamamene segensreichen Tage der heiligen Mission zu Ende. — Hochzeit; durch Herrn Pfarrer Orlob wurde eine erurel- Beim Ho-zfallen im D edorfer Gemeindewalds er°.sende kirchliche Feier veranstaltet. - Die Wetterfahne der Z)o!zarbensr Friedrich Höppner euren bedauer-'der Neustädter Pfarrkirche in Heiligen stad t ist un- lichen Unfall. Durch den heftigen Wind wurde ein zu ter sehr gefahrvoller Arbeit wieder auf dem Turm an. fallender Baum seitwärts getrieben und begrub den gebracht worden. — Gutsbesitzer Fütterer in Siemerode Bedauernswerten unter sich. Er brach ein Bein und zog, mußte eine seiner besten Stuten abstechen. — Auf der sich eure Mihe anderer nicht unerheblicher Verletzungen! Obstplantaae des GutsbesiNsrs Hahn in Lengenfeld AU. Verletzungen sind zwar ernst, aber nicht le- unterm Stein wurde 41 Obstbäumen die Krone mit bensgefahrbcq Nur dem Umstände, daß Höppner, ein' einem scharfen Instrument abgeschlagen; die seither er. allgemein geachteter und fleißiger Mann, in eine Grube tragreiche Ernte ist auf eine Reihe von Jahren vernich- fiel, hat er es zu danken, daß er das Leben nicht verbiet; von dem Täter fehlt bislang jede Spur. — Der Be. wr. Als Vater zahlreicher Kinder ist ihm baldige Wie- sitzer des Gutes Scharflohe bei Katharinenberg, derheij.ellung zu wünschen. — In der Familie des Uhr-! Ludwig Montag, feierte seinen 80. Geburtstag. — In maajers Pfaff in Mühlhanfen rieß ein Pflegekind -Lutter wurde kürzlich eine Dopvelhochzeit von zwei einen -ropt der auf dem Grudeherd stand, mit kochen-' Schwestern gefeiert. Sie schritten gleichzeitig zuni Trau- dem Wasser um; es wurde von dem heißen Waffèr altare. — Auch im Martinfeld wurden die Holz. ^5^5? verbrüht, daß es feinen Brandwunden erlegen - vreile auf der 2tiiitin*i unnötioerweiss gesteigert: es
5 scheint bei derartigen Gelegenheiten, als ob dâs Geld
2 nur in niif hor t^frnGo Inno
nur so auf der Straße lüge.
Mr die Eichsfelder Zentrumswähler.
Angesichtes der heftigen Angriffe auf das Zentrum und Dr. Höfle, den Abgeordneten des Wahlkreises Eichsfeld-Thüringen veröffentlicht die Parteileitung Folgendes:
Nie wurden heftigere Vorwürfe gegen das Zentrum geschleudert, als in den letzten beiden Wochen. Ein großangelegter Angriff, geführt mit den ver- gifteten Waffen der Verleumdung. Man fühlt es. Ziel ist, die Wähler am Zentrum irre zu macken, - den demokratischen Gedanken zu ertöten und, das parlamentarische System der Lächerlichkeit preiszu- geben. Der Boden ist günstig für die Giftpflanze des Mißtrauens. Zwei Welten ringen zurzeit miteinander. demokratische Staatsiorm u. Obrigkeitsstaat. Dis Barmataffäre muß herhalten. Eine Sensation sagt die andere. Nach dem Grundsatz „Es bleibt immer etwas hängen", kann man sich
nicht genug darin tun, führende Zentrumspersön- 1 lichkeitsn onzugreifen. 2lm meisten richtet sich der Kampf gegen den früheren Reichsvoftminister Dr. Höfle, den Abgeordneten des Eicsisfeldes und Tbürinaens, und was gegnerische Blätter am bauschen, wird restlos gealaubt, auch von unseren Wählern. Kreuzige ihn! so beißt es auch bei manchen Zentrumsleuten. Für eine ruhige Beurteffung ist" kaum noch Raum. Wäre es da nicht richtiger, ab* zuwarten, was die Untersuchung bringt?! Zurzeit stellt doch lediglich die eine Tatsache fest, daß der Postminister dem Barmatkonzern 14,5 Millionen Mark zum Zwecke der Finanzierung der Pro- ,
von 8 Zentner geschlachtet. — In Siemerode feierte, feiner Stnso^en
das Ehepaar Georg Thune das Fest der goldenen Ho:h- geliehen hat. (18 000 A-bsuer und - « „ . zeti. Das Jubelpaar wurde durch einen Fackelzug, dem sollen bei dem Konzern beschäftigt fern). < te.e die Kapelle Vocke-Heisigenstadt voranschritt, geehrt. —Hilfsbereitschaft bat den Charakter Hostes immer Endlich hat auch das kleine Döisihen F ü r st e n h a g e n ausgezeichnet. Die Kreise, die auch vom Eicks- nach mancherlei Aufregungen die elektrische Büenchtung! «^^ cn jh^ m;t KrediUorderungen an U-n heran* erhalten. — Die elektrische Licht- und Kraftanlage in i f ten «„^ 'ba'Oen jedesmal Zweites Entgegen- Kefferhausen geht ihrer Vollendung entgegen, —s acfünd°n Das fei einmal ausdrücklich
1Ä Ä 'auf SrYÄÄ^ ! anderen Auslassungen gegenüber ^ausgesprochen,
einen Vortrag über Buddhismus und Christentum hielt.! Im übrigen überlaste man alles w.iwre der U . Nach einem Referat des Propstes Poppe-Hsiligenftadt j suchung. Das Eichsfeloer Zentruni hat das gro über die Kirchenvorstandwahlen setzte eine rege Aus- f Interesse daran, möglichst schnell und entschieden vis spräche ein. — In Hau Jen wurde durch Oblatenpatres' _ eine heilige Mission abgehalten. — Die auf dem ganzen Eichsfelde bekannte Manufakturwaren- und Schuhwarsn- firma Joseph Klingebiel feierte dieser Tage ihr 40i.ähri-
Singe geklärt zu sehen. Ist einmal Klärung erfolgt, dann wird der 27er Ausschuß sofort zusammentreten und seine Entscheidungen trefjen. ^as Zentrum tonb inzwischen unbeirrt ferne voMtsche Arbeit im Dienste der E'chsfelder Bevölkerung weiter leisten. Es wird den demokratischen Gedanken vertiefen und förden Helsen. Seine Organr- sation soll in der nächsten Zeit eine vollkommene Umgestaltung erfahren. Catzungsgemäß sind innerhalb serbs Mona'en nach erfolgter Reichtagswahl Neuwahlen der Vertrauensmänner und des Gauvorstandes erforderlich. Von Ende Februar ab wird der Parteisekretär für Thüringen, Nads- wacher/ Versammlungen abbalten, m denen Neuwahlen aetätigt werden sollen. Sehe man daher jetzt schon nach geeigneten Kräften um, me ovferfreudig und uneigennützig das Amt eme Vertrauensmannes auf sich nehmen wollen. Dle^e Männer haben heute wichtige Aufgabe zu er füllen, sie sind mitoerantmortkch für die Aufstellung geeigneter Kandidaten für Reich, Provinz ^reiS und Kommunen. _______ ^1*
Zufchrlfteu und Berichte
für die „Hülfensberg- Glocken" an Karl Walter 'N Aaulunae» Boit Lenoenield unterm Stein.
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