Ausgabe B
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M 55. Zahrg
Kassel, den (8. Januar 1925
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Religiöses Wochenblatt
für die katholischen Gemeinden Kassels.
Erscheint jeden Sonntaz und feitet manetlichAurzade AM S»l»»se„ir 3 4» 3«(M»^CfreiM.J )te»n?Usnr- schlu) R»nta, 'Anieijen.Ll-rise: ®»l»nelieUe im Anrei^nteU 3,15 Ärldmrrk, ClilwielzrUe im fietUn-tei( 0,63 S»ldm,rL Bei Mrdechal««, Raditt. «urkanst und DJ-3.-6. 0,1) 3,idn,rk. Per» extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montaz ittarjeti# im 8eü3 der Jumper Actiendruckerei in zuida ein.
Drais uni B»u»z d»r Istsâs Ärtttsirafere!.
wochettkaleuder.
S^fltttag, 18. Inn. 2 Sonntag nach Epiphanie. Petri Stiihtfeier. Priska, Jgfr., Mart, im 1. Jhrh.
Montags 19 Ian. MariuS u. Geh, Mart.
Diensè.^g, 20. Ja». Fabia», Papst, f 259 und Seba ftian, röm, Soldat, f 288, Mart.
Mittwoch, 21. Ian. AgncS, Jgfr., Mart., f 384.
Donne,Stag, 22. Ian. VincentiuS, f 304 und Ana° fèasiuS, f 618, Mart.
Freitag, 23 Ian. Poymnud v. Peunafart, f 1275 Emerentia,ia. Jgfr., Mart.
xIâEag, 2t. Jan. TnuoiheaS, Bischof, Mart, f 97
rt^ -— - °— ----———--—■—— ------ Zweiter Sonntag nach Epiphanie.
lEv. Joh. 2, 1-12)
In jener Zeit ward eine Hoch,eit gehalten zu Cana in Gaiiiäa: und die Mutter Jesu war dabei. Auch Jesu» und seine Junger waren zur Hochzeit geladen, Und als «8 an Weine gebrach, sagte die Mutter Jesu zu »hm: Sie haben keinen Wwi. Jesus aber sprach zu igr: Werb, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde in no h nicht gekommen. Da |aate seine Mutter zu den Dienern: Was er euch sagt, das tuet. Es I standen aber daselbst sechs steinerne Wasserkruge zu den bei den Juden üblichen Neinigun >en, toobin ein jeder zwei bis drei Maß hielt. Jesus sprach zu ihnen: Führt die Krüge m t Wisser! lind sie füllten sie bis I oben. Und Jesus sprach zu ihnen. Schöpfet nun, und ! bringet eS dem Spetsemciper! Und sie brachten's ihm Ais aber der Speisemeister das Wasser kostete, welches zu Wem getvorden war, und nicht wutz e, woher das wäre. (Die Diener, welche das Wasser geschöpft hatten, wußten ee), rief der Lpeisemeister den Bräutigam, und I sprach zu ihm: Jedermann setzt zuerst den guten Wein ! '"st- und dann, wenn sie genug getrunken Hatzen, den j vernigern: du aber Hatz den guten Wem bis jetzt auf- bkivi.rt Dicien Anfang der Wunder machte Jesus zu Cana in Galiläa, un) er offenbaltc feine Herrlich- leit, und seine Jünger glaubten an ihn.
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Ein ehrwürdiger Stuhl.
â.' ^'^i -'kuhlseier schreibt der Kalender H aus den heutigen Sonntag.
hüt es mit diesem für eine Bewandtnis? I èke dabei nicht an einen Stuhl
- an dâs Amt u ^ushgfâ oder Elfenbein, sondern wir auch vom m-^rus bekleidet. So sprechen ftuhi und w^?^'^inenstuh> und vom Mmister- i uns Ministeks cnn>°/Ul* ^"^ Amt des Präsidenten «i'che M k -?"-us war das Oberhaupt der ' «naiint D>?m^m ^ ^' ihit feierlich dazu f t „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen
will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen; was immer du auf Erden binden wirst, das wird auch,im Himmel gebunden fein; und was immer du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöfet sein".
Das Erlöseramt Jesu, begonnen in der Krippe, vollendet am Kreuz, sein Lehramt, Priesteramt, Hirtenamt, seine ganze himmlische Sendung und Gewalt hat sich auf Petrus übertragen. Er ist vicarius Christi — Stellvertreter Christi aus Erden.
Als nach der Auffahrt Christi in den Himmel seine Apostel den Erdkreis unter sich verteilten, um allüberall die Lehre des Meisters zu verkünden, da zog Petrus nach Asien und verwaltete zunächst in Antiochia sein Apostel- und Vorsteheramt. Der Tag, an dem er fein Amt antrat und zum erstenmal sich auf den Lehrstuhl setzte, wurde im frischen Gedächtnis erhalten und wird alljährlich gefeiert als „Petri Stuhlfsier in Antiochia".
Doch nicht, lange sollte das Haupt der Apostel in einer Provinzstadt verborgen bleiben; der Leuchter mußte auf den Scheffel gestellt werden. Auf Antrieb des hl. Geistes siedelte Petrus in die Hauptstadt der Welt über, nach Rom. Der Tag, an dein er dort das Bischofsamt übernahm und sich jum erstenmal auf den Lehrstuhl setzte, ist der 18. Januar, und dieses Gedächtnis wird eben heute begangen als Petri Stuhlseier in Rom.
Höre den wortgewaltigen Papst und Kirchenlehrer Leo, den Großen, wie er in einer Predigt den Einzug des Apostels in Rom schildert
„Um die Verbreitung des Christentums in die ganze Welt zu ermöglichen, hat die Vorsehung das Römische Reich vorbereitet und die Grenzen desselben soweit vorgerückt, daß es in seinem ungeheuren Umfang alle damals bekannten Reiche umfaßte. Es war das in der Tat ein Umstand, der in ganz wunderbarer Weise die Erfüllung der göttlichen Pläne begünstigte: da die verschiedenen Königreiche ein einziges Bundesreich bildeten, so konnte die allgemeine Verkündigung des Wortes bedeutend rascher zu den Ohren der Völker dringen, weil dieselben unter dem Haupte einer einzigen Stadt vereinigt waren Allein, diese große Stadt, nämlich Rom, hatte sich zur Sklavin aller Irrlehren gemacht und glaubte noch, viel Religion zu besitzen, da sie keine Lüge verwarf und allen Göttern einen Tempel baute. Aber, je enger der Teufel seine Fesseln schlug, desto wunderbarer wurde sie von Christus bekehrt. Zur Verkündigung des Evangeliums in dieser Hauptstadt des Römischen Weltreiches, wurde nun der hl. Pelrus bestellt, damit das Licht der Wahrheit sich um jo wirksamer verbreiten möchte, als Petrus das Haupt der Apostel war. In diese Stadt zu kommen, trugst du, seliger Petrus, kein Bedenken.. Und da dein Kollege Paulus noch mit der Einrichtung anderer Kirchen beschäftigt war, so betratest du mutter» seelenalleiA diesen Urwald brüllender Ungeheuer
und beschrittest diesen Ozean fürchterlicher Tiere mit größerem Mut als damals, wo du über Wasser schrittest. Und du, der du einst vor der Stimme einer Magd dich gefürchtet hast, fürchtest dich nicht mehr vor der Herrin der Welt."—
Fünfundzwanzig Jahre verwaltete Petrus nach uralter Ueberlieferung das Anlt des Bischofs und Papstes in Rom. Welcher Mut, welches Gott-- vertrauen, welcher Rieseneifer, welche Todesverachtung, welch glühende Liebe zu Christus gehörte, dazu, unverzagt den Gekreuzigten zu vei künden, das Gericht zu verkünden, den Götzendiei.ft, die Unzucht, den Mammonismus, die Unger« chtigkeit, die Selbstsucht zu bekämpfen und zu vernommen und dafür den Glauben an einen einzigen Gott, die Selbstlosigkeit, die Liebe, die Keuschhe t, d:e Demut, die Feindcsliebe. die Freigebigkeit uno eine Mengs schwerer, fast unbekannter Tugenden zu predigen und unerbittlich zu fordern. Dabei wehte von den Kaiserpalästen auf dem Palatin ein böser, feindlicher Wind, der allmählich zum Orkane sich entlud, dem Petrus jum Opfer fiel. Denn unter Kaiser Nero erlitt er das Martyrium am Vatikanischen Hügel, wo jetzt die Peterskirche triumphierend sich erhebt.
Dem Protestantismus, der den Primat leugnet, ist cs eine unverdauliche Tatsache, daß Petrus in Rom gewesen ist. Martin Luthers Helfershelfer haben in den Bibliotheken und Handschriften herumgestöbert und nach Beweisen geforscht, durch die man Petri Anwesenheit in Rom wissenschaftlich aus dem Wege schaffen tonnte. Allein die Wahrheit läßt sich eben nicht totschlagen. Die Forscher haben sich eben ins eigne Fleisch geschnitten: jemehr sie die Anwesenheit Petri in Rom zu leugnen suchten, desto mehr mußten sie dieselbe bestätigen. Noch nicht lange habe ich einen Archäologen gehört, der nicht auf römisch-katholischen Boden steht, der in einer großen Versammlung vor einem kritischen Publikum frei und offen eingestanden hat, daß der Aufenthalt Petri in Rom und sein Tod daselbst eine historische Tatsache sei; sie zu leugnen, bedeute eine wissenschaftliche Rückständigkeit.
Freuen wir uns solcher Zeugnisse; freuen wir uns unseres hl. katholischen Glaubens, freuen wir uns der Sicherheit, die wir haben durch das unfehlbare Lehramt der Kirche, freuen wir uns der Oberhirtengewalt des Papstes, zumal im Jubeljahre: ist es da nicht eine Freude und ein Stolz, zur römischen Weltkirche zu gehören? Rühren wir aber auch die Hand um unseren getrennten Mitbürgern dasselbe Glück zu vermitteln Aetel- l’qen wir uns an der großen „Weltgebetsoktav- die heute anhebt und acht Tage Dauert, und o-^r richten wir während dieser Zeit ta^Len Hohe- unser nach der Meinung des gottu<9 Priesters „damit wieder . roerÈ>e."
-ine Herde und ein ^^^.