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|Q Kassel, den tl' Januar 1925.

Nr. 2.

Ausgabe W.

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Religiöses Wochenblakl für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Senntaz und kostet menattich Au^sd» â Z) L»sd»senn!g D 49 GsldIsemitz (freib!.) Nednktisnr- fd)luj Msuta, Lie; erzen- Preise: C»ionelz«i!e im Anzeizenteit 0,15 Zsidm-rk, Lo!»n»!.;r!ir im Keklam-teis 0,69 Beidmark. Bei Wiedecholunz 'Xalett. Lnsknnst und Off -Srb. 0,19 Gsidmirk. Port» extra. Snzeizen müsse» spstrsten» bis Montaz morzens im Z^itz der Fuidner Letieudruüerei in gutda -ein.

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S»8» a<, il. Jan. Feit d er hl. Familie. Ged.de» Lonnian» in bei Oktav von Epiphanie.

Monraci, 10 ^an. 7. Tag in der Oktav von Epiphanie. Dienet i& 13. Jan. Oktav von Epiphanie

Mittwoch, 14 Jan. HUoriuS, Kirchenlehrer, f 338. Felix von Nota, Mart.

Donnerstag, 15. Jan. Paulus der Einsiedler, f 342. MauruS, Abt, f 584.

Freita', 16. Jan. Marzella» 1 Papst, Mart , f 310.

SamStaa, 17. Jan. AntoniuS, Einsiedler, -f 356.

Erster Sonntag nach Epiphanie.

- . (Ev. Luk. 2, 41-52.)

Mt Jesus zwölf Jahre alt war, reiften seine Eltern, wie gewöhnlich, zum Feste nach Jerusalem. Und da sie am Ende der Festtage wieder zurück ehrten, blieb der Knabe Jesus in Jerusalem, ohne baß eS seine Eltern wussten. Da sie aber meinten, er sei bei der Steife eftlliLmt, so machten sie eine Tagereise, und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten ihn. Und eS geschah, nach drei Ta eit fanden sie ihn im Tempel, sitzend unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte, und sie fragte. Und eS erstaunten alle, die ihn büßten, über seinen Verstand und teilte Antwoiten. Und als sie ton sahen, wunderten sie sich, und seine Mutter sprach zu ihm: Kind, warum hast du uns daS oetant «lehe, dein Vater und ich habe - dih mit «schmerzen geiuchi! Und er sprach zu ihnen: Warum rabt ihr mich gesucht? Wußtet ihr nicht, hast ich in dem sein mutz, waS meines Vaters ist? Sie

aber vernanden die Webe nicht, die er zu ihnen sagte. Und er zoa mit ihnen hinab, und kam nach Nazareth, und war ihnen Unterthan. Und seine Malter bewahrte alle diese Woite in ihrem Herzen. Und Jesus nahm Zu an Weisbert und Alter und Gnade bet Gott den Menschen.

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Eine Volkshochschule.

ie Volkshochschule ist ein Schlag­wort der modernen Zeit. Da und dort waren einige Ansätze zu be­merken. Im großen Ganzen aber wird die Volkshochschule ein Traum bleiben. Woher soll der Arbeiter, der Bauer, der Handwerker und der Mann des Volkes die Zeit nehmen, um zu den Füßen der Professoren die Weisheit zu schöpfen? Woher soll er die nötigen Borkenntnisse sich ver- fchasfen, um eine so feine Kost aufzunehmen und zu verdauen?

Indes weiß ich eine andere Volkshochschule, die ein jedermann mit Nutzen besuchen kann, eine Hoch­schule, die nicht trockene Bücherweisheit, sondern praktische Lehenskunst vermittelt. Diese Hochschule die hl. Familie von Nazareth. Ist Jesus Christus selber, die persönliche Weisheit, der Spiegel der Lvllkommenheit; Jesus Christus, dem eine Anti­phon die Worte zurust:Wahrhaftig, du bist der

verborgene König, Israels Gott und Heiland und lehrst die Menschen dieMssenfchaft". Welche Wij- senschafè? Die Wissenschaft des Lebens, bie Wissen- schaft der Tugend, die Wissenschaft der Heiligkeit.

In einer Wallfahrtskirche im Renchtal bemerkt man zu beiden Seiten des Hochaltars je einen En­gel mit einem Spruchband. Auf dem einen Spruch­band steht das Wort: Ora! Betel, auf dem anderen Spruchband Labora Arbeite! Siehe, Gebet und Arbeit sind gerade die beiden Tugenden, die Jesus im Kreise der hl. Familie geübt hat und die er durch sein Beispiel uns lehrt.

Drei Tage ist der göttlich« Knabe im Tempel geblieben. Denke dir den Kummer der Eltern, den Maria mit zitternder Stimm- zum Ausdruck brachte:Kind, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmer­zen gesucht". Doch die ewige Weisheit gab ihr zur Antwort:Warum habt ihr mich gesucht? Wußtet ihr nicht, daß ich in dem sein muß, was meines Vaters ist"? Damit hat der zwölfjährige Jesus das Geheimnis seines Lebens aufgedeckt: die Hingabe seiner Zeit, seiner Person, seines Lebens an den himmlischen Vater, die Hingabe in Ehr­furcht, in Unterordnung, im Opfer; die Hingabe vor allen Dingen in Frömmigkeit und Gebel. Doch nicht bloß im Tempel zu Jerusalem hat Jesus ge­betet; auch das arme Häuschen zu Nazareth hat er zu einem Tempel gemacht. Auf dem Bild eines modernen Künstlers sieht man das Jesuskind in höchster Anmut, in tiefster Ehrfurcht, mit gebogenen Knien und aufgehobenen Händchen zu seinem himmlischen Vater beten. Und Jesus hat nicht bloß allein gebetet; er hielt auch große Stücke auf das gemeinschaftliche Gebet im Verein mit seiner Mut­ter Maria und seinem Pflegevater Joseph.

Dort in der Zimmermannswerkstatt ist auch die Arbeit zu ihrem Rechte gekommen. Keineswegs hat sich der Sohn Gottes davon dispensiert. Er be­trachtete sich als. Kind Adams, dem Gott nach dem Sündenfall zurief:Im Schweiße deines Ange­sichtes sollst du dein Brot essen".

©cbtueißtropfen ©tun und Angesicht benetzen;

Bat» wird hont Kreuz sein Blut bernieoe; fliessen.

Labor est ante me: Arbeit ist meine Aufgabe, dieses Wort des Pfalmisten war die Losung des Heilandes. Mit Säge und Beil, mit Hammer und Zange hat er das harte Holz bearbeitet und seinem Vater geholfen, das trockene Brot zu verdienen. Der Kirchenschriftsteller Justinus gestorben 202 redet von den Pflügen und Jochen, die Jesus als Jüngling gefertigt und die zur Zeit des ge­nannten Schriftstellers noch vorhanden waren.

Damit hat Gottes Hand die Arbeit geheiligt und geadelt. Noch 40 Jahre vor Christus erklärte der berühmte Staatsmann Cicero die Arbeit des

Handwerkers als eine Schmach. Vier Jahrhunderte nach Christus aber erließ der christliche Kaiser Honorius ein Gesetz, wonach die Ausübung eines j Handwerks tum Rang eines Grafen erster Ordnung hm*

führen könne und daß ehrliche Arbeit eine Quelle des Adels sei. Siehe, welch ein Umschwung in der Bewertung der Arbeit!

Wer braucht sich jetzt seiner Arbeit zu schämen? Kein Bauer, kein Handwerker, kein Taglöhner, kein Fabrikarbeiter, kein Dienstmädchen. Nur mußt du die Arbeit stets verklären, ins Reichs der Ueber* natur erheben. Wer nur aus Zwang arbeitet, mit innerem Grimm und Widerwillen, wer die Arbeit wegwerfen würde, wenn nicht die Faust des uner­bittlichen Zwanges über ihm wäre, der leistet Zuchthausarbeit, keine Christenarbeit. Zur Hand muh das Herz kommen, zum Leib die Seele, zur Notwendigkeit die Freiheit. Nicht aus Not allein darfst du arbeiten, sondern zugleich aus Pflichtge- fühl, aus Liebe zu Gott, zu deiner Familie, zur Gesellschaft. Als Mensch und als Christ sollst Ott deine Arbeit verrichten, sei es nun Kopf- oder Handarbeit oder eine Verbindung der beiden Ar­ten. So wird dir die Arbeit eine Quelle der Freude, der Tugend, der Verdienste, der Seligkeit.

Im Leben der hl. Johanna v. Chantal lesen wir, daß diese eben so reiche als fromme Baronin großen Wert legte auf die Arbeit, die sie ja zum Lebensunterhalte nicht nötig hatte. Nie fand man man sie unbeschäftigt, erzählt ihre Biographie; ka­men Besuche, so empfing sie die Gäste mit der Ar- bei in der Hand. War Gesellschaft im Schloß, so ließ sie sich ihr Tischchen und ihre Arbeit bringen. Auch ihre Töchter hielt sie zur Arbeit an. So bald die Kleine die Nadel halten konnte, wurde sie von der Baronin gelehrt, Linnen zu säumen für die Kirchenwüsche und Kleider zu nähen für die Armen.

Die hl. Familie von Nazareth eine Hochschule praktischer Lebensweisheit, eine Hochschule heiliger Lebenskunst, eine Hochschule des Gebetes und der Arbeit sollen unser Tagewerk bilden. Ihr Väter und Mütter, haltet auch etwas auf die hausandacht. Es ist ja ein Jammer, wie unsere Familien heutzu­tage zerrissen sind. Die Hausandacht ist die Eini­gung aller Familienglieder in Gott. Verrichtet wenigstens abends nach alter Vätersitte ein ge­meinschaftliches Gebet, etwa das Nachtgebet. Und der Arbeit wollen wir wieder Geist und Leben ein­hauchen, wollen sie durch das Andenken der hl. Fa­milie heiligen und weihen. So werden uns Gebet und Arbeit zwei Flügel zum Himmel werden.

Der Burgpfarrer.

ßn die Eltern

f .f^m blutigen Sonntag feiern wir das Fest der oeiligen -amilie. Hat uns das Weihnachrstest -en inenschgewordenen Sohn Gottes in Der Krippe ge­zeigt, wie er verkündet wird von den Enge/n, ge- tunden von den Hirten, angebetet von den Weisen, so sollen wir heute noch einmal auf ibn Hinschauen, wie er bie ersten brei^iQ Jahre seines Hebens zu« bringt im Hause von Nazareth, als &licb der bet»

' "'"-. fßon dort [elfen wir unsere Augen