1 l^™»ä^^
i
1
Ausgabe B
M
Ji
I
für die katholischen Gemeinden Kassels.
Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A35 Salt»Pfennig 3 43 Dildpfeuaiz (frslbl.) Redaktionsschluß Montag Anzeigen- Preist: Colonelzells im Anzeigenteil 0,15 Zold.nirk, Eolanelzelle im Reklamrteil 0,60 Galimark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und DJ < 3:5. 0,11 Gold nack. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fulsaer Actisndruckerei in Fulda sein.
—......— Druck und Bering 6er Foldr« Melienbntrferel ---- ,
Kassel, -e« 9 Novemdek 192^. H Zahrg. g|
rvochenkalender.
Sonntag, 9. Novbr. 22. Sonntag nach Pfingsten. Fest der Weihe der Erlöserbasitika («an Salvatore) zu Rom. Theodor, Mart., f 303. Erntedankfest,
Montag, 10. Novbr. Andreas Avellinus, f 1608. NespiziuS und Nympha, Mart. Ged. von Kirchweihe.
itjon, >ktav
Dienstag, 11. Novbr. Martinus, Bischof, f 400. Mennas, Mart., f 304. Geb. der Oktav von Kirchweihe.
Mittwoch, 12. Novbr. ONavtag des Kirchweihfestes.
Martinus, Papst und Mart., f 655.
Donnerstai, 13. Novbr. Didakus, Franziskanerlaien, bruder, st 1463. Stanislaus Kostka, Bek. auS der »âtMchast Jesu, 7 löüch Ju enoputron.
Freitag, 14. Novbr. Josaphat, Erzbischof, Mart., f 1623
Samstag, 15. Novbr. Gertrudis die Große, Aebtrssin von Helfta, aus dem Zisterzienserorden, f 1302. Leopold, f 1535.
Psalm 112: Lob Gottes aus Kindermund.
1. LobtfrohdenHerrn, ihrKinderfcharen, Lobpreiset seinen heil'gen Namen.
2. Geheiligt werde Gottes Name.
Wie gestern so auch heut' und ewig.
3. Vom Aufgang bis zum Untergange Sei hochgelobt des Herren Name.
4. Der Herr ist aller Völker König;
Sein Ruhm reicht über alle Himmel.
5.
6.
7.
8.
8.
10.
Erntedankfest-Evangelium.
Luk. 12, 15—21.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Sehet zu und hütet euch vor aller Habsucht; denn wenn auch jemand Ueberflutz hat, so hängt doch sein Leben nicht von seinen Gütern ab. Er sagte ihnen auch ein Gleichnis und sprach: Eines reichen Mannes Acker trug reichliche Früchte. Da dachte er bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun, da ich nicht Naum habe, wo ich meine Feldfrüchte unterbringen könnte? Und er sprach: Das will ich tun, ich werde meine Scheunen abbcechcn una größere bauen; daselbst werde ich alles, was mir gewachsen, und all mein Gut zusammenbringen. Dann werde ich zu meiner Seele sagen: Meine Seele, du hast reichen Vorrat auf sehr viele Jahre; ruhe aus, iß, trink, laß es dir wohl sein! Gott aber sprach zu iam: Du Tor! in dieser Nacht fordert man deine Seele von dir; was du bereitet bast, wessen wird es nun sein? So geht es dem, der sich Schätze sammelt und nicht reich ist bei Gott.
Wer wohnt wie Gott in Himmelshöhen Und blickt so huldvoll auf die Kleinen? Vom Boden hebt er auf den Simien, Den Tiefgebeugten aus dem Staube, Um neben Fürsten ihn zu festen, Den Himmeisfürsten gleichzustellen. Die Kinderlose läßt er wohnen Beglückt als Mutter froher Kinder. Dem Vater, Sohn und Heilgen Geiste Sei Herrlichkeit und Ruhm und Ehre: Wie anfangs, so auch jetzt und immer Und bis in ew'ge Zeiten. Amen.
alle liebe mit dem Herzen Jesu Christi". Daruin euch die Sorge der Kirche um eine religiös-sittliche Erziehung der Kinderwelt. Darum seit den ältesten Zeiten die Lomschulen, die Pfarrschulen, die Klosterschulen. Eigene Orden wurden gegründet mit dem ausgesprochenen Ziel der Jugenderziehung; ich nenne nur die Piaristen, die Schulbrüder, die Ursulinerinnen, die Englischen Fräulein. Wenn auch in unserer Zeit in vielen Ländern der Staat ein Schulmonopol errichtet, so läßt die Kirche trotzdem nimmermehr von ihrem Anspruch, von ihrem Recht und von ihrer Pflicht, den Religionsunterricht an sämtlichen Schulen in die Hand zu nehmen, zu erteilen und zu überwachen. Nach dem Ideal der Kirche müßte jede Schule eine rein katholische
sein. Kinder und Lehrer müßten alle katholisch sein. Nicht nur der Religionsunterricht, sondern auch der Aufsatz, die Geographie, die Naturlehre und alle übrigen Fächer müssen Bausteine liefern
Rinderchor
essen ist das Bild und die Ueber- 1 fchrift? Des Kaifers. Gebet also ; dem Kaiser, was dem Kaiser * und Gott, was Gott gehört. Dieses Wort des Heilandes läßt uns noch an andere Münzen denken, nicht aus Silbr oder Cold, sondern aus Fleisch und Mut mit unsterbl. Seelen. Und sie tragen das Siegel des lebendigen, heiligen Gottes in ihrem Herzen und auf ihrer Stirne die Inschrift: Gottes Eigentum. Ich meine unsere Kinder. Aus den Kindern der ganzen Welt bildet der Psalmist einen riesigen Kinderchor, der mit frommer Begeisterung und heiligem Ungestüm das Lob Gottes singt.
„Lobt froh den Herrn, ihr Kinderscharen". Scheinen nicht die Augen des Psalmensängers bei diesen Worten sich zu weiten? Scheint er nicht in die Zukunft zu blicken? Schaut er nicht durch eine Türspalte in das Reich des Messias? Denke an den Palmsonntag, denke an den Einzug Jesu in Ierussèern. Die ganze Stadt kam damals in Bewegung. Mitten unter der Schar der Apostel, der Jünger und vieler bärtiger Männer wimmelt es von Kindern mit rosigen Wangen und flammenden Augen. Sie klettern auf Bäume und fchnei- den sich lange Palmzweige; sie stellen sich in zwangloser Prozession um den Heiland, sie tanzen und springen vor ihm her, sie schwenken Tücher und Zweige und rufen nach Kinderart in endloser Wiederholung: „Hosanna dem Sohne Davids; Hochgelobt fei der da kommt im Namen des Herrn; Hosanna in der Höhe".
Was taten die Pharisäer? Das Lob des Heilandes aus Kindermund verursachte ihnen grimmiges Ohrenweh. In heuchlerischem Eifer für die Ehre des Rabbi sprachen sie zu ihm: „Hörst du, was diese rufen?" Jefus aber erwiderte: „Freilich; aber habt ihr denn noch nie die Schriftstelle gelesen: aus dem Mund der Kinder und Säuglinge hast du dir Lob bereitet?"
Dieses Schauspiel vom Palmsonntag wiederholt sich immer in der katholischen Kirche? Die Kingen sich um den Heiland. Ihr reines Herz daß Jesus von Nazareth es gut mit ihnen
der bräni
fühlt es, meint. Kennen sie ihn ja als den göttlichen Kinderfreund, der die wundersüßen Worte spricht: Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret es ihnen nicht: denn für solche ist^das Himmelreich'.
Die Kirche wiederum hat vom Meister die Liebe zu den Kindern geerbt und bewahrt sie eifersüchtig als heiliges Vermächtnis. Sie darf fich die Worte des hl. Paulus aus der Epistel des heutigen Sonntags aneignen: „Zeuge ist mir Gott, wie ich euch
für die Ehre Gottes und für sittliches Handeln. Die italienische Negierung hat vor Jahresfrist ein Pro- gramm aufgestellt, das diesem Ideal entspricht. Der betreffende Artikel des Schulgesetzes hat folgenden Wortlaut:
„Das Fundament und die Krönung des Volksschul-Unterrichtes auf allen feinen Stufen ist der Unterricht in der christlichen Lehre und zwar in derjenigen Form, welche sie in der katholischen Tradition erhalten hat".
Das ist ein mutiges, echt katholisches Gesetz. Wenn es in diesem Geiste auch durchgeführt wird, muß es dem Volk, dem Vaterland und der Kirche reichen Segen bringen. Die Konfessionsschule muß auch bei uns in Deutschland das Ideal bleiben. Wo sie glücklicher Weise besteht, muß sie um jeden Preis erhalten werden. Insbesondere dürfen wir vor keinem Opfer zurückschrecken, um die katholischen Diasporaschulen zu erhalten und auszubauen Die paritätische Schule kann, wo sie besteht, nur geduldet werden. Aber auch in diesem Fall muß der Religionsunterricht der Kinder gesichert sein; auch in diesem Fall muß der katholische Priester Zutritt haben in das Schullokal und muß frei seines Amtes als Religionslehcer walten können. Rechenschaft und Verantwortung hat er der Kirche und seinem Herrgott gegenüber.
Für die christlichen Eltern und Erzieher soll der heutige Sonntag wieder eine Gewissenserforschung sein und ein Ansporn für eine gute Erzie- hung unserer Jugend. „Lobt froh den Herrn, ihr Kinderfcharen", das ist die Aufgabe unserer Kinder. Aus ihrem reinen, gläubigen Mund soll ein frohes, ein vollkommenes Lob zu Gott aufsteigci , ein Lob in Wort und Tat, in Llek' und Lebew Ab nur dann können die Kind«Gott ko e^.ehen kleinen guten Religionsunterricht hab - ^ daraus die Folgerungen, auch Le. oen /
Der Burgpfarrer.