NaM den 2. November ^24
Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels
Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe LZSBoldvfemüz 3 40 Äolopfeali; (freibl.) Redaktionsschluß Montag Anzsigea-Prsise: Lolonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzeile im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Medrrhdlünz Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,19 Soldmart. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actlendruckerei in Fulda sein.
Druck und Verlag Der Fulda« ActiendrucksrU.
Wochenkalender.
Sonntag, 2. Novbr. 21. Sonntag nach Pfingsten, 2. Tag der Oktav von Allerheiligen.
Montag, 3. Novbr. Gedächtnis Allerseelen.
Dienstag, 4. Novbr. Karl Borromäus, Kardinal, Erz. bischof von Mailand, t 1584. Mitfeier der Oktav von Allerheiligen. Vitalis und Agrikola, Mart.
Mittwoch, 5. Novbr. Gedächtnis der Kirchweihe.
Donnerstag, 6. Novbr. Fest der hl. Reliquien,
Freitag, 7. Novbr. Von der Oktav von Allerheiligen.
Mitfeier der Oktav des Kirchweihfestes. Herz- Jef u. F r e i t a g.
Samstag, 8. Novbr. Oktav von Allerheiligen. Ged, ^â^^der^ktav van^Kirchweihe, ______________
Einundzwanzigster Sonntag nach Pfingsten.
(Evangel. Matth. 18, 23—85.)
$n jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern dieses Gleichnis: Das Himmelreich ist einem Könige lUeich, der mit seinen Knechten Rechenschaft halten luoUte. AlS er zu rechnen anstng, brachte man ihm Einen, der ihm zehntausend Talente schuldig war. Da er aber nichts hatte, wovon er bezahlen konnte, befahl sein Herr, ihn und sein Weib, und seine Kinder und! alles, was er hatte, zu verkaufen, und zu bezahlen. Da fiel der Knecht vor ihm nieder, bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Und es erbarmte sich der Herr über diesen Knecht, ließ ihn los, und schenkte ihm die Schuld. Als aber dieser Knecht hinausgegangen war, fand er einen seiner Mitknechte, der ihm hundert Denare schuldig war: und er packte ihn, würgte ihn und sprach: Bezahle, was du schuldig bist! Da fiel ihm sein Mitknecht zu Füßen, bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er aber wollte nicht, sondern ging hin, und ließ iyn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt hätte. Da nun seine Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie sehr betrübt: und sie gingen hin, und erzählten ihrem Herrn alles, was sich züge- tragen hatte. Da rief ihn sein Herr zu sich und sprach zu ihm: Du böser Knecht! die ganze Schuld habe ich dir nachgelassen, weil du mich gebeten hast: solltest denn nicht auch du deines Mitknechtes dich erbarmen, wie auch ich mich deiner erbarmte? Und sein Herr ward zornig, und übergab ihn den Peinigern, bis er | die ganze Schuld bezahlt haben würde. So wird auch niem himmlischer Vater mit euch verfahren, wenn ihr HW, ein jeder seinem Bruder, von Herzen verzeihet
Gemischter Chor.
5 ls Zeppelins Riesenvogel vor eini- v gen Wochen über Newyork schwebte, ließ er sich so nah zu den Häusern nieder, daß die Bewoh- H nor der obersten Stockwerke glaub- ten, das stolze Schiss mit Händen greifen zu können.
Am Feste Allerheiligen gewahren wir ein größeres Schauspiel: der Himmel selbst mit allen Hel-
ligen und Engeln und mit ihrem Schöpfer und König, dem großen, heiligen Gott, läßt sich im Geiste der hl. Liturgie hinab auf unsere Erde, daß wir ihnen gleichsam die Hand reichen und sie berühren können. So schreibt in der Epistel des Allerheiligenfestes der hl. Johannes: „Ich sah die neue Stadt Jerusalem vom Himmel niedersteigen schön geschmückt wie eine Braut für ihren Bräutigam." Und diese Engel und Heiligen stimmen ein Loblied an auf ihren Herrn und König; und wir Menschen lassen sie nicht allein, sondern vereinigen unser Lob mit dem himmlischen zu einem gewaltigen Chor, der gemischt ist aus den Stimmen der Menschen und Engel, der belebten und unbelebten Schöpfung. Zu einem solchen Lhorgesang auf den allmächtigen Gott, den Schöpfer der Welt, ladet uns der Psalmist ein im 148. seiner Lieder, in welchem alles Gott preist vom höchsten Sternlein am Himmel oben bis zum letzten Tröpflein im Meere unten, vom König auf seinem Thron bis zum Kindlein in der Wiege.
Psalm 148: Gottes Lob aus dem Mund der Schöpfung.
1. Lobsingt dem Herrn aus allen Himmeln, Lobsinget ihm aus allen Höhen.
2. Lobsingt ihm, alle seine Engel,
, Lobsingt ihm, alle seine Kräfte.
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Lobsingt ihm, Sonne, Mond und Sterne,
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singt ihm, alle seine Lichter. singet ihm, ihr höchsten Himmel, singet ihm, ihr Wasser droben. sprach, und alles ist geworden,
Lobs Lobs Lob! Er
Gebot, und alles ward erschaffen. Er gründete die Welt für immer, Gab ihr Gesetze, die nicht altern.
7. Lobsingt dem Herrn, ihr Erdenwesen, Ihr Ungeheuer in den Tiefen.
8. Lobsingt ihm, Feuer, Schnee und Hagel, Ihr Stürme, die sein Wort vollziehen.
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Ihr Berge und ihr Hügel alle, Ihr fruchtbeladnen Bâum' und Zedern.
Ihr Schlangen und beschwingten Vögel, Ihr wilden und ihr zahmen Tiere.
Der Erde Könige und Völker, Ihr Völker und ihr Erdenrichter.
Der Jüngling' und der Jungfraun Chöre, Ihr Greise und ihr zarten Kinder.
Erhebet all des Herren Namen, Hochheilig ist er, hocherhaben.
Sein Lob durchdringet Erd und Himmel; Dem Volke Heil, das ihm sich weihet.
Ihn loben seine Heilgen alle.
Ihm jauchzet froh fein Volk entgegen.
Dem Vater, Sohn und heilgen Geiste Sei Herrlichkeit und Ruhm und Ehre;
Wie anfangs, so auch jetzt und immer Und bis in ewge Zeiten. Amen.
Durchgehen wir die Besetzung unseres „gemisch
ten Chores" im einzelnen. Zuerst werden die Him- wegen seiner unenbltcyen ^-^- —>,. mel und deren Bewohner aufgerusen, die Engel Größe und Heiligkeit, die sie im Lichte der Hun
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und die Kräfte als Vertreter aller neun Ordnun-
gen der Engelwelt. Dann kommen an die Reihe Sonne, Mond und Sterne und die Wasser der Lüfte, die Wolken. Wie können aber Gestirne und Wolken den Schöpfer preisen, da sie weder Vernunft noch Sprache haben? Durch ihr Dasein und ihre Wirksamkeit. Sie geben uns Gottes Schöpfermacht und Weisheit zu erkennen. Er brauchte bloß zu sprechen, innerlich zu sprechen, bloß zu wollen, sofort sind die Sternenriesen hervorgeholt aus seiner mächtigen Hand u. haben ihre Bahn ueschrit- ten, und die Wolken haben sich in die Lüfte ergossen. Sterne und Wolken bestimmen Sonnenschein und Regen, Tag und Nacht. Und sie bleiben ihren Ge- setzen treu und streiken niemals.
Der Psalmist steigt dann zur Erde nieder und ladet die Ungeheuer, die Elemente, Feuer, Schnee, Hagel und Sturm, Berg und Hügel, Schlangen und Vögl zum Lobe ihres Schöpfers ein. Wozu aber Ungeheuer, Drachen, Schlangen, Gewürm und Ungeziefer? Verdient denn der Schöpfer dafür auch Lob oder nicht vielmehr Tadel? Solchen Vorwitz hat schon Ecclesiastikus zurückgewiesen mit den Worten: „Die Werke des Herrn sind allesamt überaus gut; er schaut von einem Jahrhundert ins andere. Es verrät nicht viel Verstand zu fragen: was sti das? oder wozu dient dies? Das alles wird zu feiner Zeit offenbar werden." Die Löwen, die Bären, die Schlangen, die Schnaken, die Giftpflanzen, das Unkraut haben alle ihre Bedeutung, wenn auch unsere Kurzsichtigkeit sie nicht immer erkennt; die wilden Tiere z. B. erinnern uns an den Sündenfall und schärfen Verstand und Energie des Menschen, sie in seine Dienste zu spannen. Und die Berge und Hügel, selbst wenn sie nackt und kahl ; sind wie in der Wüste, sie sind doch eine Zierde der ‘ Landschaft, ein Wegweiser nach oben, eine Schatz- ! lammer von Metall und Gestein, ein Born der s Gesundheit und Kraft.
Zuletzt führt der Psalmensänger die Erdbewohner in die Reihen des gemischten Chores: die • Könige und Fürsten, die Jünglinge und Jung- i trauen, die Kinder und Greise. Das ist eben unsere Bestimmung, das unsere Aufgabe, das unser eigent- liches Geschäft auf der Welt, Gott zu loben. Wie wir ein Messer schärfen, um damit zu schneiden, eine Maschine bauen, um dam" u arbeiten, so hat Gott die Menschen erschaffen ihn zu loben und zu verherrlichen. Am vollkommensten erfüllen diese Aufgabe die Heiligen, sei es, daß sie noch auf Erden wandeln, sei es, daß sie schon zur Türe des Himmels eingegangen sind.
’ „Ihn loben seine heiligen alle.
Ihm jauchzet froh fein Volk entgegen."
Das Lob der Heiligen ist Gott besonders wohlgefällig. Die Heiligen loben Gott wegen ihrer Berufung, wegen der empfangenen Gnaden, wegen ihrer Auserwählung zur Seligkeit, loben Gott
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melsglorie erkennen.