PsalA 75: Gott wird verherrlicht von seinen geinten.
Wocheakaleudsr.
Sonntag, 5. Okt. 17. Sonntaa nach Pfingsten. (Rose n' kranzfest.) Plaeious, Mart., f L48.
Montag, 6. Okt. Bruno, OrdenSstifter, f 1101.
Dienstag, 7. Okt. Fest des hl Rosenkranzes. Markus, Papst, Bek. Sergius, Mart., f 336.
Mittwoch, 8. Okt. Birgitta, Witwe, t 1373.
Donnerstag, 9. Okt, Dionysius, Bischof, Mart., f 272.
Freitag, 10. Okt. Franz Borgia, General der Gesellschaft Jesu, Bek., t 1572.
^LLlZtag, 11. Okt., MaritN-Lun.stüg. Benno, Bischof von Meisten, st 965.
Siebzehnter Sonntag nach Pfingsten.
(Evangel. Matth. 22, 35-46.)
In jener Zeit kamen die Pharisäer zu JesuS; und einer von ihnen, ein Lehrer des Gesetzes, fragte ihn. um ihn zu versuchen: Meister, welches ist das größte Gebot im Gesetze? Jesus sprach zu ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen, und aus deiner ganzen Seele, und aus deinem ganzen Gemüte. Dies ist das größte und daS erste Gebot. Das andere aber ist diesem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst. An diesen zwei Geboten hängen das ganze Gesetz mitXsie Propheten. Da nun die Pharisäer versammelt waren, fragte sie Jesu?, und sprach: Was glaubet ihr von Christo? Wessen Sohn ist er? Sie sprachen zu ihm: Davids. Da sp ach er zu ihnen: Wie nennt ihn aber David im Geiste einen Herrn, da er spricht: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße gele 4 habe. Wenn nun David ihn einen Heriii nennt, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort antworten: und niemand wagte cs von diesem Tage an, ihn noch um etwas zu fragen.
Km Triumphwagen Gottes.
ls die Pharisäer dem Heiland keine i^ Antwort geben konnten auf die Frage: „Wessen Sohn ist Christus?", als sie wie begossene Pu del sich hinwegschlichen, als ihr Stern beim Volke zu erbleichen begann, da zogen diese hochmütigen Gesellen, diese geschworenen Feinde des Heilandes, unfreiwillig am Triumphwagen Gottes. Ob sie wollten oder nicht, verherrlichten sie die Weisheit und Ueber- legenheit des großen Rabbi, welcher der Sohn Gottes war.
Oftmals müssen Bosheit und Hochmut der Menschen den Triumphwagen Gottes ziehen, müssen wohl oder übel beitragen zur Verherrlichung der göttlichen Allmacht und Majestät. Ein schlagender Beweis für diese Wahrheit ist der Psalm 75, von dem ein Teil den Kommunionvers der heutigen Sonntagsmesse bildet. 1
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Gerühmt wird Gott im Judentande, > In Israel ist groß sein Name.
Jerusalem ist seine Wohnung, Und Sion seine Gnadenstätte.
Da schmettert er Me geinte nieder, Zerhaut er Schild und Schwert und Bogen, Dein Licht erstrahlt von ewgen Bergen Zum Schrecken der betörten Feinde.
Sie stürzen hin zum Todesschlafe, Das Schweu entsinkt den leeren Händen. Vor deinem Donnerwort Gott Jakobs, Zerstieben eilends R.og und Reiter.
O Herr, wie furchtbar ist dein Zürnen; Wer kann dir trotzen, widerstehen?
8. Ertönt vom Himmel deine Stimine, So bebt und ruht erschreckt die Erde.
9. Erhebst du dich zum Weltgerichte, So finden Recht die Unterdrückten.
10. Des Menschen Hochmut m«S dich preisen, Sein Stolz muh dritten Ruhm vermehren.
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Erfüllet treu, was ihr versprochen, Ihr alle, die dem Herrn ihr opfert. Im Zorn vertilgst du alle Fürsten, Im Zorn die Mächtigen der Erde. Wer sollte diesen Gott nicht fürchten? Nicht dienen diesem strengen Richter?
Welches ist die Veranlassung zu diesem Lied? Wahrscheinlich die Niederlage der Assyrier. Mit einem ungeheuren Heere waren sie vor Jerusalem gerückt. Was wollte da das Häuflein der Juden ausrichten? Wie will denn ein schwaches Reh davonkommen, wenn sich ihm eine Riesenschlange um den Hals wickelt? Ohne Zweifel war Jerusalem verloren. Viele Tage konnte es nicht mehr dauern, dann werden die Mauern gestürmt, die Türme gebrochen, die Bewohner überwältigt und niedergsmetzelt werden. Schon jubelten die Assyrier, sochn lobten sie ihre Götter, schon spotteten sie über Gott Jehova.
Doch bald sollten die Gottesfeinde an den Wagen der göttlichen Herrlichkeit gespannt werden. In einer Nacht, als Finsternis das Lager bedeckte, als die Feinde siegesgewiß in schwerem Schlummer lagen, als die Belagerten sich unruhig auf ihrem Lager wälzten und auf i hr letztes Stündlein warteten, da leuchtete plötzlich ein grausig schönes Licht über der Stadt Jerusalem, ein Beben schüttelte die Erde, und ein Engel schritt siegesmächtig durch die Reihen der Feinde und mähte rechts und links die Soldaten nieder wie Grashalme, bis 150 000 Leichen den Erdboden deckten. Was nützten da die vielen Schwerter?
' Was die feurigen "Streitrosse? Was die kunstvollen Belagerungsmaschinen? So mußten die Götzendiener vor dem Gott Jehova u-.e Wassen strecken, so wurden sie an den Siegeswagen der ..... beschämen.
göttlichen Allmacht angespannt. Rchenkranz ein geringes Instrument? M er
An dieses Beispiel läßt sich noch manches an^ ^ 'E bet der Demut?. Und doch bat dere reihen. Denke an den Turmbau von Babel.
Es war den Menschen Gottes Wille kundgeworden, sich zu zerstreuen über die Erde. Doch in ihrem Trotz lehnten sie sich auf gegen diesen Beschluß und sprachen zu einander: kommt, wir wollen eine Stadt bauen und einen Turm, der bis zum Himmel reicht". Gott aber lachte über ihr törichtes Beginnen, und als sie mitten in der Ar- beit waren, verwirrte er ihre Sprache, daß keiner mehr seinen Bruder und Mitarbeiter verstand. Nach Sprachverwandtschaften gesondert verließen sie endlich den Schauplatz und verbreiteten sich in die ganze Welt.
Auch Pharao lieferte gegen seinen Willen einen Beitrag zur Verherrlichung Gottes. Immer, wenn eine Plage das Aegytervolk bedrückte, war er mit Versprechungen bei der Hand, die Israeliten I Ziehen zu lassen — und immer wieder brach er sein Wort. Notgedrungen ließ er endlich das Judenvolk ziehen. Doch kaum waren sie aus der Ee- sichtsweite, als er seine ganze Streitmacht mobilisierte. Er voran, geht es vorwärts im sausenden Galopp. Am roten Meer holen sie die verhaßten Jraeltten ein. Offen steht die trockene Straße durchs Meer. Hinein wirbeln sie, die wutentbrannten Aegypter. Schon sind sie den Flüchtlingen aus den Fersen. Da zeigt sich Gottes Silb macht. Die aufgetürmten Wasser stürzen zusammen: ein Tosen und Rauschen, ein Todesschrei, ein Schäumen und Gurgeln der erzürnten Elemente — und alles ist vorüber; die Aegypter sind gebettet in das nasse Grab, aus dem sie nie mehr erwachen. Moses aber stimmt ein Danklied an, und alle singen es mit, daß es wie Donner durch die schweigende Wüste schallt:
„Laßt uns singen dem Herrn, denn glorreich hat er sich verherrlicht; Roß und Reiter warf er ins Meer!". Hätte Pharao sich gutwillig in Gottes Ratschlüsse gefügt, so wäre die Allmacht Gottes nicht so gräßlich ans Tageslicht gekommen. So aber ist es Gottes Todfeind gewesen, der sich selbst, ohne es zu wollen oder zu wissen, an den Wagen der göttlichen Herrlichkeit gespannt hat. Das gleiche Resultat zeigt uns die Geschichte der kachob Kirche. All die Verfolgung der Christen, der Christen, der Priester, der Bischöfe, der Päpste, all die blutige Unterdrückung des christlichen Namens, alle Unterbindungen einer feindlichen Staatsgewalt gegenüber der Kirche dienten nur dazu, ihre göttliche Stiftung und dadurch die Größe Gottes und des Heilandes vor der ganzen Welt zu bezeugen.
,luch du sollst zum Triumph Gottes beitragen, fmu k gezwungen, saubern freiwillig. llnb Mltest du auch einer der Geringsten fein im ^aufe Kattes, so sannst du doch zur Verherrlichung Gottes viel beitragen. Siebt es ja bie göttliche Vorsehung, das Schwache unb (geringe zu erwählen, um das Starte zu beschämen. Ist nicht der
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