wochenkalender.
5on«tag, 7. Sept. 13. Sonntag nach Pfingsten. Regina» Jungfrau, Märtyrin, f 250. Schutzengelfest-
Montag, 8. Sept. Mariä Geburt. HadrianuS Märtyrer, f 306.
Dienstag, 9. Sept. Gorgonius, Märtyrer, f 303.
Mittwocki, 10. Sept. Nikolaus von Tolentino, Bekenner, f 1308.
Donnerstag, 11. Sept. Protus u. Hyazinthus, Mart., t 257.
Freitag, 12. Sept. Fest des hl. Namens Mariä.
Samstag, 13. Sept. Mariev-Samstag. Notburga, Jungfrau, Magd. ______
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Dreizehnter Sonntag nach Pfingsten.
(Evangel. Joh. 17, 11—19.)
In jener Zeit, als Jesus nach Jerusalem reiste, ging er mitten durch Samaria und Galiläa. Und als er zu einem Flecken kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die von ferne stehen blieben. Und sie erhoben ihre Stimme, und sprachen: Jesus, Meister, erbarme dich unser I Und da er sie sah, sprach er: Gehet hin, zeiget euch den Priestern! Und es geschah, indem sie hingingen, wurden sie rein. Als aber einer | ton ihnen sah, daß er rein sei, kehrte er um, lobte! Gott mit lauter Stimme, fiel auf sein Angesicht zu seinen Fiitzen, und dankte ihm: und dieser war ein Samaritan. Da antwortete Jesus und sprach: Sind nicht zehn gereinigt worden? Wo sind denn die nenn? Keiner findet sich, der zurückkäme, und Gott die Ehre gäbe, als dieser Ausländer. Und er sprach zu ihm: Stehe auf, und gehe hin; dein Glaube hat dir geholfen.
Eine Ungelöschte Schuld.
iehft du den Samariter ZU Jesus * eilen? Die Dankbarkeit beflügelt seine Schritte. Er hat den Aussatz verloren, die Gesundheit gefunden.
< Und wer war der Retter und
Wohltäter seines Lebens? Der Prophet aus Nazareth. Und darum treibt es ihn Zurück zu Jesus. Mögen die Pharisäer ihn verspotten, die Kameraden ihn verlachen, er läßt sich nicht aufhalten auf dem Wege der erkannten Pflicht. Und dort vor der menschgewordenen Güte wirft er sich nieder und stammelt Worte heißen Dankes. Und war er auch nur ein verachteter ^Samariter, der Heiland spendet ihm ein Lob, das in alle Jahrtausende fortklingen wird: „Sind nicht Zehn gereinigt worden? Wo sind denn die andern neun? Hat sich keiner dazu verstanden, Gott die Ehre zu geben, als dieser Fremdling?"
Danksagung ist auch für uns eine Schuld. die vie erlischt, nie vergeht. Um denTribut unserer Danksagung Gott gegenüber abzustatten, weiß ich kein besseres Mittel als die Psalmen. Ich nenne ne reißende Ströme, in denen die goldenen Wogen 6er Danksagung unaufhaltsam dahinsließen. Mit
Ausgabe B»
6t EliWeHMM Religiöses Wochenblatt
für die katholischen Gemeinden Kassels.
Scheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 35 Nsldpfsamg 3 40 GoldpfeiuNg (freibl.) Redaktionsschluß Montag Anzeigen-Preiss: Colonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzeile im Reklameteil 0,60 Golsmr-L Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Osf.« Jeb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein.
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einem dieser Psalmen wollen wir uns heute beschäftigen: es ist der Mâ â
â Psalm 102: Deo grailas.
1. Dem Herrn lobsinge, meine Seele: Aus Herzensgrund will ich ihm danken.
2. Dem Herrn lobsinge, meine Seele, Sollst nie vergessen seine Wohltat.
3. All deinen Sünden ist er gnädig. Verzeiht all deine Missetaten.
4. Entreißt die Seele dem Verderben Und krönet dich mit Huld und Gnade.
5. Er stillt mit Gütern dein Verlangen, Gibt Adlcrschwingen deiner Seele.
6. Bereit ist er zu deiner Hilfe Und züchtigt deine Widersacher.
7. Er zeigte Moses feine Wege, Tat kund dem Volke seinen Willen.
8. Barmherzig ist der Herr und gnädig, Langmütig, huldreich ohne Maßen.
9. Richt ewig wird sein Zorn entbrennen, Richt immer schwingt er seine Rute.
10. Nicht straft er uns nach unsern Sünden Und nicht nach unsrer Laster Menge.
11. Hoch wölbt sich über und der Himmel. Doch höher, Herr, reicht dein Erbarmen.
12. So weit vom Niedergang der Aufgang, So weit entfernt er unsre Sünden.
13. Gleichwie ein Vater seine Kinder, So liebt der Herr all seine Diener.
14. Er kennt ja unsres Leibs Gebilde, Gebaut aus lauter Staub und Asche.
15. Wie Gras sind unsres Lebens Tage, Sie welken hin gleich einer Blume.
16. Es flieht von dannen unsre Seele, Verläßt die Hütte dieses Leibes.
17. Gerecht ist Gott gen seine Kinder. Die unentwegt sein Bündnis halten.
18. Die seiner Satzung stets gedenken Und ihren Wandel darnach richten.
19. Bereitet ist sein Thron im Himmel, Er ist der Herrscher aller Wesen.
20. O preist den Herrn, ihr Engelscharen, Die ihr so schnell sein Wort erfüllet.
21. O preist den Herrn, ihr Himmelsmächte, Die ihr ihm dient so kraftgewaltig.
22. Erhebt ihn, alle seine Werke, Denn Herrscher ist er aller Enden.
23. Lobsing' dem Herrn, o meine Seele, In seinem Lob sei unermüdlich.
24. Dem Vater, Sohn und Heilgen Geiste Sei Herrlichkeit und Ruhm und Ehre.
25. Wie anfangs, so auch jetzt und immer Und bis in ewge Zeiten. Amen.
Der Psalmist fühlte also seine Seele in der Pflicht des Dankes. Ihm schwebten so viele Wohltaten vor Artgen, die sich wie unzählige Regentropfen über ihn ergossen hatten. David erinnerte sich, wie Gott ihn schon in seinen Jugendtagen behütet hatte vor Wölfen, Bären und Löwen: er erinnerte sich an so manche Sünde, die er in der
Bosheit des Herzens begangen. Augenblickliche Strafe und ewige Verdammnis hätte er dafür verdient. Und was hat der Herr getan? Er hat den Zorn zurückgehalten, den Unmut gedämpft, Geduld und Langmut geübt, Verzeihung und Gnade geschenkt, gerührt von Mitleid über unser armseliges Gebilde, über die Schwachheit unseres Leibes, die Gebrechen unserer Seele, die Gewalt unserer Leidenschaften. Unfähig, all feine Dankesschuld in eigener Person abzustatten, ruft der Psalmist zu Ende seines Liedes die Lngelchörc zu Hilfe, deren Ehrenaufgabe das Gotteslob ist. Lies in der „geheimen Offenbarung" das siebente Kapitel, wo Johannes folgendes Gesicht erzählt: Mr Engel standen rings um den Thron und um die Aeltesten und um die vier lebendigen Wesen und fielen vor dem Thron auf ihr Angesicht nieder und beteten Gott an und sangen: Amen. Lob und Herrlichkeit und Weisheit und Danksagung, Ehre, Macht und Starke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen".
Sind nicht auch ich und du in Dankesschuld Gott gegenüber? Und wenn wir auch täglich Dank zollen, so werden wir doch nicht mit unserer Schuld fertig. Es ist eine „ungelöschte" und unlöschbare Schuld, die immer offen steht und nie getilgt wird. Mögen auch selbst die Einträge im Grundbuch getilgt werden, die Dankesschuld wird nie getilgt. Siehe, noch bist du mit deinem Dankgebet noch nicht zu Ende, da strömen auch schon wieder neue Wohltaten nach aus dem unermeßlichen Strom der göttlichen Freigebigkeit — und die Dankesschuld beginnt von neuem. Hören wir darüber den hl. Kirchenvater Sankt Augustinus: „Dafür daß wir existieren, daß wir leben, daß wir Himmel und Erde erblicken, daß wir Verstand und Vernunft haben, daß er uns, als wir in Sünden verschüttet waren, nicht im Stich gelassen hat, daß er feinen Sohn gesandt hat, daß er uns Erlösung verschafft hat, wie viele Herzen, wie viele Zungen könnten ausreichen, um würdigen Dank abzustatten?" Der hl. Johannes Chrysostomus berichtet uns folgende; Danksagung eines frommen Mannes: „Wir sagen dir Dank, o Gott, für alle deine Wohltaten, die du uns Unwürdigen erwiesen hast vom ersten Tags an bis zuin heutigen, ob sie nun uns bekannt oder unbekannt sind; auch für alle Heimsuchungen, Be- drängnisse und Leiden, für die Hölle ebensogut als für den Himmel". . ■
Freunde, werden wir nicht müde mit Danksagung. Besonders soll uns der Dank am Herzen liegen nach der hl. Beicht und Kommunion, nach dem Genusse von Speise und Trank, nach dem E - wachen am Morgen und vor den iSWf^ am Abend, nach Genesung von ^ kb^Ä^E Bewahrung vor emem Unglück. nach^ tat für Leib und Seâ , „Deo
Schmuck unserer Lippen
grat-as, Gott sei Dank , ^ Burgpfarrer. X