Nr. 32
34. Zahrg.
Religiöses Wochenblatt
für die kakholischen Gemeinden Kassels.
Erscheint jeden Tonntag und kostet monatlich Ausgabe A 35 AoldvfenMg 3 41 Goib^fxu^ig (freibl.) Redaktions, schluß Montag Anzetgen-Preise: Colonelzslle im ÄngelgmteU 0,15 Z old. nick, Colonelzsile im Jte”(ametel[ 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Ojf.-Irb. 0,11 Goldmark. Porto extra. Anzeigen muffen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein.
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Psalm 53: Sott ist Schützer der Sehens.
Wochenkalender.
Sonntag, 10. August. 9. Sonntag nach Pfingsten Laurentius, Erzdiakon zu Rom, Mart, f 258 (mit Oktav).
Montag, 11. August. Von der Oktav des Verklärungsfestes. Tiburtius (f 286) u. Susanna (f 295), Mart. Mitfeier der Laurentiusoktav.
Dienstag, 12. August. Klara, f 1253, Stifterin des II. Ordens des hl. Franziskus. Mttfeier der Oktav. Mittwoch, 13. August. Oktav des Verklärungsfestes. Hippolyt, Kriegsmann, f 258 u. Kasfianus, Lehrer, t 868, Märtyrer. Johannes Berchmans, Bek. aus der Gesellschaft Jesu, f 1621. Wigbert.
t— «^önnetâtag, 14. August. Gedächtnis der Weihe der Domkirche. Vigil von Mariä Himmelfahrt. Eusebius,
> Bek., f 4. Jahrhundert. Vigilfasttag.
Freitag, 15. August. Mariä Himmelfahrt mit Oktav Tharzisius, M. Stanislaus Kostka, Bek., Jugendpatcon.
Samstag, 16. August. Joachim, Vater der sel. Jungtrau Maria. Rochus, Bek., f 1327.
Neunter Sonntag nach Pfingsten.
(Evangel. Luk. 19, 41—47.)
In jener Zeit, da Jesus Jerusalem näher kam, und die Stadt sah, weinte er über sie und sprach: Wenn doch auch du es erkenntest, und zwar an diesem deinem Tage, was dir zum Frieden dient; nun aber ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es werden Tage über dich kommen, wo deine Feinde dich mit einem Walle umgeben, dich ringsum einschließen, und von allen Seiten dich beängstigen werden. Sie werden dich und deine Kinder, die in dir find, zu Boden schmettern, und in dir keinen Stein auf dem andern lassen, weil du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast. Und als er in den Tempel kam, fing er an, die Käufer und Verkäufer, die darin waren, hinauszutreiben, und er sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: Mein Haus ein Bethaus; ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht. Und er lehrte täglich im Tempel.
Das Leben und sein Schutz.
trinken,
le Quelle und das Fundament aller Wohltaten ist das Leben. Wäre dir das Leben versagt, so kannst du dich nicht regen und betätigen, nicht arbeiten und interessieren, nicht fuJ!euen und erholen, nicht essen und und ewiae “n\ lieben; um das zeitliche der dir aus ^o* £u betrogen. Gott ist es aber, Leben geschenkt bo?^ Un£ göttlichem Wohltun das der bie%einh» es bewacht und beschützt, jeden Aâcklaa auf '" Schranken hält und Der PLnio ^l x 1 ?°ben rächt und straft. Ä RÄn?r ?^ sich öfter in Lebens- dem er tief M- in» ®°-t/' °“t den er vertraute, zu Mnte ^au^ Arm befreite, rauscht R^E'fd ist deshalb über seine Harfe gc- Lebens hf^ ein solches Danklied für den Schutz des dessen^Ani»^" .ivir auch den Psalm 53 begrüßen, bildet. ""g ^en Introitus des heutigen Sonntags
1. Mein Gott, in deinem Namen hilf mir, Allmächtiger, steh mir zur Seite.
2. O Gott, erhöre meine Bitte, Vernimm die Worte meines Mundes.
3. Verräter haben mich umzingelt, Die wild nach meinem Sehen trachten.
4. Entfernt ist Gott von ihren Augen, Und ihr Gewiffen ist verfinstert.
5, Doch du, 0 Gott, bist stets mein Helfer, Der Herr ist meines Lebens Schutzherr.
6. Du wendest auf den Feind das Unheil, Zerschmetterst ihn nach deinem Ratschluß.
7. Sein Unglück soll ihm zur Bekehrung, Zum Heile die Beschämung werden.
8. Zum Danke will ich freudig opfern, Besingen deines Namens Güte.
9. Denn du hast mich dem Feind entrissen, Gabst mir zu schauen sein Verderben.
10. Dem Vater, Sohn und Heilgen Geiste Sei Herrlichkeit und Ruhm und Ehre;
11. Wie anfangs, so auch jetzt und immer Und bis in ewge Zeiten. Amen.
Mit der Veranlassung unseres Psalmes hat es folgende Bewandtnis. Als David von seinem Todfeind Saul verfolgt wurde und in einem Schlupfwinkel sich versteckt hielt, verrieten die Zephiter, die Bewohner einer Berglandschaft, seinen Aufenthalt. So war denn David in die höchste Lebensgefahr geraten. Nur ein Schritt trennte ihn noch vom Tode. Doch „wo die Not am größten, da ist Gott am nächsten". Von guten Freunden gewarnt, konnte David, entfliehen und sich in Sicherheit bringen. Freudig dankt David dafür dem Herrn, Preist seine Güte und sagt den Feinden Unheil vorher, das aber nur dazu dienen soll, ihnen die Augen zu öffnen und sie mit Gott zu versöhnen.
Durch Vermittlung der Eltern hat Gott auch uns das Leben geschenkt. Zur Bildung des Leibes haben Vater und Mutter mitgewirkt, während die Seele, unser eigentliches Lebensprinzip, unmittelbar aus des Schöpfers Hand hervorging. Und wie oft hat Gott unser Leben beschützt gegen Krankheiten, Unglücksfälle, gegen persönliche Feinde und gegen den Tod.
Zum Schutze des Lebens hat Gott die strengsten Gesetze erlassen. „Du sollst nicht töten", lautet streng und kurz das fünfte Gebot. Schwere Strafen werden dem Mörder angekündigt. „Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll wieder vergossen werden". (1 Mos. 9, 6). „Den Mann des Blutes und Truges verabscheut der Herr" (Pf. 5, 7). Als Kain seine Hand in Bruderblut getaucht hatte, sprach der Herr zu ihm: „Was hast du getan? Die Stimme von deines Bruders Blut schreit von der Erde zu mir herauf; deshalb sei verflucht auf Erde; wenn du sie anbaust, soll sie keine Früchte tragen; unstet und flüchtig sollst du sein auf Erden".
Auch der Staat und seine Verfassung, deren Geburtstag wir morgen begehen, schützen in erster Linie unser Leben. „Die Freiheit der Person ist
unverletzlich", sagt Artikel 114 der Weimarer Verfassung. Beinahe alle Staaten haben auf den Mord die Todesstrafe gesetzt. Dabei ist die weltliche Strafgewalt nichts anderes als ein Vollstrecker der göttlichen Gerechtigkeit. Höre den hl. Paulus, der an die Römer folgende lichtvolle Worte schreibt: „Jegliches Wesen sei der obrigkeitlichen Gewalt untertan ; denn es gibt keine Gewalt außer von Gott, und die welche tatsächlich besteht, ist von Gott augeordnet. Wer also der Obrigkeit sich widersetzt, widersetzt sich Gottes Anordnung, wer aber Gott sich widersetzt, zieht sich selbst das Verderben zu. Denn die Obrigkeit ist zum Schrecken nicht für die gute Tat, sondern für die schlechte. Willst du also keine Ursache haben, die Obrigkeit zu fürchten? Wohlan, tu das Gute, und du wirst Lob von ihr haben. Denn Gottes Dienerin ist sie, dir zum Besten. Hast du aber Böses getan, so fürchte; denn nicht umsonst trägt sie das Schwert als Rächerin für diejenigen, welche Böses tun" (Röm. 13, 1-4.)
Siehst du, wie selbst der Staat, seine Verfassung und Gesetzgebung, Gottes Diener wird zu deiner Sicherheit? Und wäre nicht die Furcht vor dem Gesetz, die Abschreckung durch die Strafe, so würde manches Haupt nicht mehr auf dem Halse stehen und manches Herz hätte aufgehört zu schlagen; mancher hätte vielleicht seine Hand in dein Blut getaucht, um seine Rache an dir zu kühlen, um sich deines Vermögens zu bemächtigen. Danke also Gott auch für die Einrichtung deS Staates.
Mache aber von deinem Leben einen guten Gebrauch. Du kannst darüber nicht nach Belieben schalten und walten. Frage den hl. Paulus, und er gibt dir Bescheid: Keiner von uns lebt sich selber und keiner von uns stirbt sich selber; wenn wir leben, leben wir dem Herrn; wenn wir sterbor,, sterben wir dem Herrn: ob wir also leben oder sterben, sind wir des Herrn". Richten wir also unser Leben nach Gottes Wohlgefallen ein; meiden wir die Sünde, ringen wir nach der Tugend; dann wird uns das zeitliche Leben eine Türe werden zum ewigen. Der Burgpfarrer.
Die Mutter.
Auf das Fest Mariä Himmelfahrt.
Wenn du noch eine Mutter hast, so danke Gott und sei zufrieden, nicht allen auf dem Erdenrund ist dieses hohe Glück beschieden. Wenn du rwch eine Mutter hast, so sollst du sie mit Liebe pflegen, daß sie dereinst ihr müdes Haupt in Frieden kann zur Ruhe legen.
Sie hat vom ersten Tage an für dich gelebr w bangen Sorgen; sie brachte abends dich zu b und weckte küssend dich am Morgen.Un krank, sie pflegte dein 6^LJÄS geboten, und gaben alle dich schon 0 ^^^^