Druck und Verlag der Fuldae Actiendruckerel.
Nr. 29.
Nasse!, den 20. Juli MH
54. Zahrg.
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für die katholischen Gemeinden Kassels.
Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe ^ZSGoldpfennig 3 49 Bsldpfeanlz (frsibü) Redaktionsschluß Montag Anzeigen-Preise: Tolonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Äoldmark, Colonslzeile im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-G-b. 0,19 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerel in Fulda sein.
wochenkalender.
Sonntag, 20. Juli. 6. Sonntag nach Pfingsten Hieronymus Aemil., Ordensstifter, f 1537. Margareta, Jgfr. u. Atart., t 807.
Montag, 21. Juli. Praxedes, Jgfr., römische Christin.
Dienstag, 22. Juli. Maria Magdalena, Büßerin.
Mittwoch, 23. Juli. Apollinaris, Bisch, u. M., + um 75' L'borms, Bisch, u. Bek., f i. d. 2. Hälfte d. 4. Jahrh.
SJonnerstag, 24. Juli. Vigil d. Festes d. hl. Jakobus, Ap. Christina, Jgfr. u. Mart, unter Diokletian.
Freitag, 25. Juli. Jakobus, Ap. Christophorus, M., Nothelf.
Samstag, 2d. Juli. Anna, Mutter der allerseligsten Jungfrau Maria.
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Sechster Sonntag nach Pfingsten.
3. Entreiße uns den Ntchtigketten, Bekehre uns vom bösen Wegs.
4. Vor dir sind tausend Jahr ein Tag nur. Der gestern unserm Aug' entschwunden.
5. Sind gleich den Stunden einer Nacktruh, Dem Nichtse sind sie gleich zu achten.
6. Cs gleicht dem Grase unser Schicksal: Am Morgen frisch, und welk am Abend.
7. Wir sinken hin ob deines Zornes, Wir find verwirrt ob deines Grimmes.
8. Du legst vor dich all unsre Sünden, Vor deinen Lichtglanz unsre Kleinwelt.
9 Es schwinden hin all unsre Tage, Dahingerafst von deiner Ungnad.
10. Ein Spinngeweb ist unser Leben, Von siebzig Jahren ein Gebilde.
beschäftigt gewesen, so ist er am Abend müd und abgespannt. Ist er in der Jugend froh und tatendurstig und lebenslustig wie eine Lerche, so ist er am Lebensabend abgehetzt und lendenlahm wie ein ausrangierter Postgaul.
(©bangel. Mark. 8, 1—9.)
In jener Zeit, als viel Volk beisammen war und es nichts zu essen hatte, rief Jesus seine Jünger zusammen und sprach zu ihnen: Mich erbarmet das Volk: denn sehet, schon drei Tage harren sie bei mir aus und haben nichts zu effen. Und wenn ich sie ungespeiset nach Hause gehen lasse, so werden sie auf dem Wege verschmachten; denn Einige aus ihnen sind weit herge- kommen. Da antworteten ihm seine Jünger: Woher wird jemand hier in der Wüste Brot bekommen können, um sie zu sättigen? Und er fragte sie: Wie viel Brote habt ihr? Sie sprachen: Sieben. Und er befahl dem Volke, sich auf die Erde nrederzuiassen. Dann nahm er die sieben Brote, dankte, brach sie und gab sie seinen Jüngern, daß sie vorlegten: und sie legten dem Volke Bor. Sie hatten auch einige Fischlein.- und er segnete auch diese und ließ sie vorlegen. Und sie aßen und wurden satt; und von den Stück, ein, die übrig geblieben waren, hob man noch sieben Körbe voll auf. Es waren aber deren, die gegessen hatten, bei viertausend; und er
11. Als ungewöhnlich gelten achtzig — Der Rest ist Schmerz und lauter Mühsal.
12. Es kommt Gebrechlichkeit und Schwäche Und dorret aus das Mark des Lebens.
13. Das ist die herb« Frucht der Sünde. Durch die wir deinen Zorn verdienen.
14. Streck aus die Rechte deiner Gnade, Des Lebens Ernst laß uns erwägen.
15. Wie lange noch wirst du uns zürnen? Versöhne dich mit deinen Knechten.
16. Laß überfließen dein Erbarmen. Erquicke uns mit deiner Güte.
17. Dann werden wir uns freun der Leiden, Der Jahre, die uns Unglück brachten.
18. So schau, o Herr, auf deine Diener. Auf unsre Werke, unsre Kinder.
19. Dein Licht laß über uns erstrahlen. Und segne unsrer Hände Taten,
von Ewigkeit zu Ewigkeit.
re ein Bächlein fließt das schenleben dahin; es hat Rast und nicht Ruh, bis es det ins Meer. Auch das Men- „ schenleben kennt keinen Aufent- keinen Stillstand: unauf- .^Q^n' bis es einmündet in den ^Zean Der Ewigkeit.
Men- nicht mün°
ben?°b^eser Vergänglichkeit unseres irdischen Le- athmen1 '^^^?^^5 bin ergreifendes Klagelied duale ^der Xi^0”1 ^' dessen Anfang dem Gra-
mirW9*™^ einverleibt ist.
mut ^.»sbfen Psalm in seiner ganzen Schwer- ÖUI ""^r Gemüt wirken, damit darin
kl^ge ^™*^ nach einer besseren Ewigkeit
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Psalm 89: Vergänglichkeit und Ewigkeit.
1. O Herr, nur du bist unsre Zuflucht Von einer Ewigkeit zur andern
2- Vor aller Welt und allen Bergen Bist du, o Gott, der Wektenfchövfer.
20. Daß sie wie eine volle Garbe Der Ewigkeit entgegenreifen.
21. Dem Vater, Sohn und Heilgen Geiste Sei Herrlichkeit und Ruhr und Ehre:
22. Wie anfangs, so auch jetzt und immer Und bis in ew'ge Zetten. Amen.
Hat nicht der Psalmist ein offenes Auge für die Hinfälligkeit und Mühseligkeit unseres Lebens? Hat er nicht den richtigen Ton getroffen, der unser Innerstes berührt? Dem Grase vergleicht er das Menschenleben. Betrachte die Wiese oder den Garten an einem schönen Sommermorgen; von frischem Tau benetzt steht es üppig und aufrecht da. Kommst du aber am Abend, wenn die Sonne den ganzen Tag darauf gebrannt hat, wenn die Fuhrwerke und Autos ganze Staubwolken darauf gewirbelt haben, so sieht es matt und welk aus wie Der Patient nach der Operation. Im Morgenland, der Heimat der Psalmen, wo es im Sommer oft wochcn- und monatelang keinen Tropfen regnet, ist dieser^ Unterschied noch markanter. So ist oft der Mensch am Morgen, wenn er neugestärkt sich vom Lager erhebt, frisch und munter. Ist er aber Den langen Tag auf dem Feld oder im Haushalt oder an der Maschine oder auf dem Büro!
Und einem Spinngewebe vergleicht der Psalmist unser Leben. Hat er da nicht recht? Wie dünn und zart sind die Fäden eines solchen Spinnennetzes. Ein kleiner Eingriff, eine Bewegung des Besens und das kunstvolle Werk ist zerstört. Was braucht es, um ein Menschenleben zu erledigen? Ein Gramm Gift, eine dünne Bleikugel, ein einziger Dolchstoß, ein Apsammenprall Der Eisenbahn, ein Ruck des Erdbodens, ein Zucken des Blitzes, ein Stich der Sonne löschen das Leben aus, wie du mit einem Hauch ein Kerzenlicht auslöfchest. Und wenn du 80 oder 100 Jahre alt würdest und schaust dann zurück, dann wirst du wohl dem Patriarchen Jakob beipflichten, der zum Pharao sprach: der Jahre meines Lebens sind ein Hundert und zwanzig, wenige und böse!
Doch unser Psalmendichter ist kein Pessimist. Von dieser Zeitlichkeit schaut er in die Ewigkeit, in die Ewigkeit rückwärts, in die Ewigkeit vorwärts. Sieh, der Mensch, wenn auch erst gestern oder heute geboren, stammt doch aus der Ewigkeit. Wenn auch zur Bildung des Leibes die Eltern mitwirken, die Seele schafft Gott allein durch einen unmittelbaren Akt feiner Allmacht. Dieser gütige Gott hat von Ewigkeik her beschlossen, dich ins Dasein zu rufen. So reicht dein Leben in der Wurzel zurück in die grauen Tage der Ewigkeit. Und sind wir einmal dem Tode nahe, und ist die Lebensuhr abgelaufen und beziehen wir unser letztes Quartier, den Sarg, dann öffnet sich vor uns die strahlende Tür einer Ewigkeit ohne Grenzen.
Und dennoch, diese Ewigkeit ist einigen ein Gegenstand des Spottes. In frechem Uebermut ruft der Sozialismus aus: den Himmel überlasten wir den Engeln und den Spatzen! Was gibt aber Der Sozialismus und Atheismus als Ersatz für die Ewigkeit? Nichts als harte, ungenießbare Brocken. Er träumt von einem Himmel auf Erden! Er verspricht einen großen „Kladeradatsch" und darauf ein Leben in Saus und Braus mit wenig oder keiner Arbeit. Hat sich aber dieser Traum erfüllt? Hat der Sozialismus, feit er die Macht in der Hand hat, feine Versprechungen in die Tat umgesetzt? Wo ist denn das versprochene Paradies? Also fort mit einer solchen Lebensanschau- ung, die bitter ist wie Galle, unfruchtbar wie eine Eiswüste. Glaube an die Ewigkeit, lebe nach der Ewigkeit. Mit Dante rufe ich dir zu:
O blindes Menschenkind, betörte Seele, Die du nach Eitelkeiten drehst d,e St,rue ~HnD fliehst die ewig schöne, luhte ^ Sonn , In der allein dein Herz m Leeden ruht.
Der Burgpfarrev,