Ausgabe B
Kassel, öeit 6 Juli 192^.
6t. EWüh-AM
Religiöses Wochenblatt
für die kakholischen Gemeinden Kassels.
Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A35 Goldosennig 3 40 Goldpfenaiz (fcelbl.) Redakttons . schlug Montag Anzeigen-Preise: Colonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Tolonelzeile int Reklamrtei; 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Osf.-Grb. 0,13 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein.
Druck und Berlag der Fulda» Actiendruckerei. ■ <
Wochenkalender.
Sonntag, 6. Juli. 4. Sonntag nach Pfingsten. Mit» feier des OktavtageS von Peter und Paul.
Montag, 7. Juli. Cyrillus u. Methodius, Bisch, u. Bek., Slavenapostel, f im 9. Jahrhundert. Willibald, Bisch, von Eichstätt, f 786.
Dienstag, 8. Juli. Kilian, Bisch, u. Patron von Würzburg, Krankenapostel, f 689. Elisabeth, Königin von Portugal, Witwe, f 1336.
Mittwoch, 9. IM. Bon der Uebertragung des Leichnams des hl. BonifqMs.
Donnerstag, 10. $uli. Felicitas mit ihren 7 Söhnen, Mart, zu Sione tim 150.
Freitag, 11. Juli. Pius I., Papst u. Mart., f 155.
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Vierter Sonntag nach Pfingsten.
(Evangel. Luk. 5, 1—11.)
In jener Zeit, als das Volk Jesu drängte, um das Wort Gottes zu hören und er am See von Genesareth stand, sah er zwei Schiffe am See stehen: die Fischer waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Da trat er in das eine der Schiffe, welches dem Simon gehörte und bat ihn, von dem Lande etwas abzufahren. Und er setzte sich und lehrte das Volk aus dem Schiffe. Als er aber zu reden aufgehört hatte, sprach er zu Simon: Fahre hinaus in die Tiefe uno ^werfet eure Netze zum Fange aus. Da antwortete etmon und L sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen: aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Als sie dies getan hatten, fingen sie eine große Menge Fische, so daß ihr Netz zerriß. Und sie winkten ihren Genossen, die im anderen Schiffe waren, daß sie kommen und ihnen helfen möchten: und sie kamen und füllten beide Schifflein, so daß sie beinahe versanken. Als das Simon Petrus sah, fiel er Jesu zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir; denn ich bin ein sündhafter Mensch! Denn Staunen hatte ihn ergriffen und alle, die bei ihm waren, üb.er den Fischfang, den sie gemacht hatten: desgleichen auch den JakobuS und Johannes, die Söhne des Zebedâus, welche Simons Gesellen waren. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, von nun r^ *?u Menschen fangen! Und sie führten ihre Schiffe an s Land, verließen alles und folgten ihm nach.
Das Immergrün.
cht den hl. Petrus hinausfahren in die hohe See. Mehr als die Segel seines Bootes vom Wind geschwellt sind, ist sein Herz von i|gȧ^j£ der Hoffnung geschwellt. Kühn und mutig blitzen seine Augen,
^greifen das vielmaschige Netz und XV3 *”n£b Wasser. Plötzlich fühlt es sich Er J o^V ^us Leibeskräften zieht er es heraus, vereffil? genossen, daß sie ihm helfen. Mit Land e singen sie die herrliche Beute ans froâ^A? ^F reiche Fischfang gelungen? Der schwuna» ^^rslcht, der sicheren Hoffnung, dem navollen Vertrauen des hl. Petrus. Aus dem
23. Ein Lied soll meinem Mund entquellen, Frohlocken soll mein ganz Gemüte.
24. Für meine Rettung will ich danken Und beten für das Heil der Feinde.
Zu einer weitläufigen Erklärung dieses großen, hoffnungsfrohen Psalmes reicht der Raum nicht hin. Im übrigen erklärt sich der Psalm zumeist von selber. Die Hoffnung zieht sich hindurch von Anfang bis Ende wie das Grün durch einen Kranz. Da der Verfasser mehrmals auf sein Alter ansptelt, so dürfen wir vermuten, daß David als Greis ihn gedichtet hat. Schon als Hirtenknabe hat David Wunderwerke verrichtet durch fein Gottvertrauen. Wenn ein Löwe oder Bär in die Herde feines Vaters einfiel, so packte er denselben am Genick und durch die Kraft Gottes, die er anrief, zerriß er der Bestie den Rachen; als Jüngling hat er den Philister niedergestreckt mit einem Kieselstein, indem er zu dem Goliath sprach: „Du kommst zu mir mit Schwert und Spieß; ich aber komme zu dir im Namen des Herrn der Heerscharen." Als König hat er das Gottvertrauen zur höchsten Blüte entfaltet. Mochten die Feinde in hellen Haufen anstürmen, mochte aus feinem eigenen Hause ein Wetter an- brausen: im Vertrauen auf Gott und kluger Ausnützung der eigenen Kraft hat er immer den Sieg an seine Fahne geheftet.
Neben auch wir das Gottverlrauen, pflegen wir sorgfältig dieses Immergrün. „Ich betrachte drei Dinge, worauf meine Hoffnung sich gründet", sagt der hl. Abt Bernhard; „die Liebe, mit der mich der himmlische Vater an Kindesstatt angenommen hat, die Wahrheit seiner Verheißung und die Macht, sie zu erfüllen. Da mag nun meine törichte Vernunft murren, wie sie will und sagen: wer bist du? und wie groß ist die Herrlichkeit, die du zu erlangen wünschest? Getrost will ich antworten: ich weiß wem ich geglaubt habe. Dies ist die dreifache Schnur, welche schwerlich reißt". Neben wir dies« Hoffnung, üben wir dieses Gottvertrauen besonders in Versuchungen, in Leiden, in Trübsalen, in Krankheiten und besonders im Anblick des nahen Todes. Der greifbare Ausdruck des Gottvertrauens ist das Gebet. Machen wir den Anfang des Verses zu einem Motto fürs Leben:
Auf dich, o Herr, ich fest vertraue:
Und ewig werd' ich nicht zu Schanden.
Der Burgpfarrer.
Munde des Meisters hatte er das Wort vernommen: „Fahr hinaus in die Tiefe und werfet euer Netz zum Fange aus". Dieses Wort zündet im Herzen des Jüngers. „Zwar habe ich die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen", erwidert er, „aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen". Und ein gefülltes Fischernetz, ein Mundoorrat auf lange Zeit und eine gespickte Börse aus der verkauften Ware ist der Lohn. — So ist die große Seele. Ihr Glaube an Gottes Allmacht, ihr Vertrauen auf Gottes Hilfe wirkt Wunder. Eine solche große, eine solche gläubige Seele war auch der König David. Alle seine Psalmen enthalten Klänge der Hoffnung. Kaum einen unter den 150 dürftest du finden, in welchem dieser Ton nicht mitschwingt. Der eigentliche Hofsnungsspalm aber ist der Psalm 70. Er ist das hohe Lied der Hoffnung, dieses herrliche Immergrün.
Psalm 70: Unentwegtes Goktvertrauen.
1. Aus dich, o Herr, ich fest vertraue.
Und ewig werd' ich nicht zu Schanden.
2. Dein Ohr zu mir herniederneige, Und säume nicht mit deiner Hilfe.
3. Du bist, o Gott, mein schützend Obdach, Ein Haus der Zuflucht in Gefahren.
4. Aus Feindeshand, o Gott, mich rette, Entreiß mich der Gewalt des Bösen.
5. Du gabst Geduld mir in der Trübsal, Und gossest in mein Herz die Hoffnung.
6. Du spendest Gnade mir und Stärke. Dich will ich ewiglich besingen.
7. Zum SâMlspiel bin ich oft geworden Durch deine wunderbare Hilfe.
8. Dein Lob entströme meinem Munde, Zu preisen deine Macht und Größe.
9. Wenn meine Kraft versiegt im Alter. Verlaß mich nicht mit deinem Beistand', i
10. Verschworen haben sich die Feinde, Mich zu verfolgen, zu verderben. 'sM
11. Frisch drauf, erklingt die dreiste Losung! Der Herr hat chn im Stich gelassen.
12. Drum weiche nicht von meiner Seite. Mein Gott, herbei zu schneller Hilfe.
13. Beschämung treffe die Verleumder Und Unheil meine Feinde alle.
14. Mr aber blühet ewge Hoffnung, Dein Lob will immerdar ich mehren.
15. Mein Mund verkündet deine Satzung, Ob mir auch unbekannt die Weisheit.
16. Bettachten will ich deine Allmacht, Gedenken deiner Gnadenfülle.
17. Von Jugend auf warst du mein LehaG. Erheben will ich deine Wunder.
18. Die Tage meines Alters segne. Zu künden deine Wunder alle.
19. Zu preisen deine großen Taten; Herr Gott, wer kann mit dir sich messen?
20. Ich stürzte in der Trübsal Abgrund, Doch du hast mich herausgezogen.
21. Verdoppelt hast du deine Großmut, Mich überhäuft mit Trost und Gnade.
22. Besingen will ich deine Treue Mit Zitherspiel und Harfenklönaen '
3um Feste des Kostbaren Ölutes.
Am Fuß des Kreuzes, jener hehren Stelle, Von der auch uns die reichste Gnadenquelle Der göttlichen Erbarmung sich ergießt: Vor des Erlösers höchster Leidensstufe, Da kniee ich in Staub gebeugt und «us: ^,
„0 heilges Blut des Herrn, sei kromm ««Ek" Ich grüße dich als Tau aus âmwelshohen. Wodurch das große Wunderwerk« g^ gar,“*** U eM durch einen hohen Wert Erlöster,