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Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgade ^ 35 Äsldsfennig 3 43 Äoldpfenni; (freib!.) Redaktions­schluß Montag Anzeizen-Preise: Colonelzell« im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzeile im Reklam-tei1 0,80 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Of-I-b. 0,13 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Lefitz der Fuldaer Aetiendruckerei in Fulda sein.

Druck unb Verlag der Fuldas Akli-ndnicksr-i

Kassel, drn 8. Juni |92|

wochendalenser.

Sonntag, 8. Juni. Hochhl. Pfingstfest mit Oktav 1. Ordnung. Medard, Bisch., f um 560 in Frankreich.

Montag, 9. Juni. 2. Pfinystseiertag. Primus u. Felician- rom. Märtyrer z. Z: d. Kaisers Diokletian (284305)- DienStao, 10. Juni. 3. Pfingsttag. Margareta, Königin von Schottland, f 1093.

Mittwoch, 11. Juni. Von der Oktav. Barnabas, Apostel. Quatember fast tag.

Donnerstag, 12. Juni. Von der Oktav. Johannes a. F, Bek., Augustinereremit, f 1479 zu Salamanca in Spanien.

3ünger waren beisammen in demselben Raume". Hätte es nicht genügt, zu sagen: sie waren im selben Raume? Gewiß. Denn wenn sie im selben Raume waren, mußten sie notwendig beisammen fein. Doch der hl. Lukas begnügt sich damit nicht. Ausdrück­lich fügt er bei: daß alle im selben Raume und über­dies daß alle beisammen waren. Wozu dieser Ueberschwang von Ausdrücken zur Bezeichnung derselben Sache als eben zu dem Zwecke, uns eins Vorstellung zu geben von der ganz außerordenc-

Freitag, 13. Juni. Von der Oktav. Antonius von Padua,

lichen, restlosen Eintracht in der Gesinnung der Jünger? In den Tagzeiten der Kirche aber finde ich folgende Stelle:Es kam das göttliche Feuer,

Set, t 1231 zu Areella bet Padua in Oberitalien, nicht verbrennend, sorchern erleuchtend, nicht oer-

iölitula, töm. Zgsr. u. M. Quatemberfasttag

Samstag, 14. Juni. Von der Oktav. Basilius d. Große, Kirchenlehrer, f 379 zu Casarea in Kleinasien. Quatemberfasttag.

Das heilige Pfingstfest.

(Ev. Joh. 14, 23-31.)

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn mich jemand liebt, so wird er mein Wort halten und mein Vater wird lhn lieben: wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. Wer mich nicht liebt, der hält meine Worte nicht: uno das Worl, welches ihr gehört habt, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Dieses habe ich zu euch geredet, da ich noch bei euch bin. Der Trö ter aber, der heilige Geist, den >.er Vater in meinem Namen senden wird, derselbe wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was immer ich euch geia j habe. Den Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden geb ich euch; nicht wie, die Welt gibt, geb' ich ihn euch. Euer Herz betrübe sich nicht und fürchte nicht! Ihr habt gehört, daß ich euch gesa t habe: Ich gehe hin und komme wieder zu euch: wenn ihr mich liebtet, so würdet ihr euch ja freuen, daß ich zum Vater gehe: denn der Vater ist größer als ich. Und nun habe ich es euch °heoenn es geschieht, damit ihr glaubet, wann geschehen jein wird. Ich werde nun nicht mehr biel mit eu.h reden: denn es kommt der Fürst dieser Welt; aber er hat nichts an mir, sondern damit die Welt er« * n daß ih den Vater ciede und thue, wir mir eS der Vater befohlen hat.

zehrend, sondern erhellend und es fand die Herzen der Jünger als empfängliche Gefäße und fpsndere ihnen die Gaben der Charismen; Alleluja, Alleluza. Gott fand sie in einträchtiger Liebe und übergoß sie mit Licht und Gnade."

Diese geheimnisvolle, lebendige Rose wurde mit Himmelsèau erfüllt. Der hl. Geist selber mit seiner Gnade und Liebe, seinem Licht und Trost und all seinen unaussprechlichen Gaben war dieser Tau. Gewiß war die Ausgießung des hl. Geistes ein freies Geschenk der göttlichen Freigebigkeit, immerhin aber vorbereitet durch die Herzensverfassung der Jünger. Nachdem deshalb St Lukas ihre Ein­tracht geschildert, beschreibt er sofort die Ankunft des himmlischen Gastes:Und es geschah plötzlich vom Himmel ein Brausen wie von einem daherfahren­den gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, worin sie beisammen waren, und alle wurden vom hl. Geiste erfüllt".

Dem Segen der Eintracht und Brüderlichkeit hat der königliche Sänger schon im alten Bunde ein aber

herziges Lied gesungen. Es ist der kleine, liebliche Psalm 132.

1.

2.

Psalm 132: Von der Prnderlichkeik.

O sieh, wie gut es ist und lieblich, Wenn uns umschlingt das Band der Eintracht.

Die betaute Pfingstrose.

aft du sie gesehen, die üppige vurne Rose, die ihren Namen heutigen Pfingstfest hat, Pfingstrose? Wie herrlich ..... königlich prangt sie zur Maienzeit ""seren Gärten, und wenn sie gar gefüllt ist mit .östlichem Morgentau, welch eine P' vchc, welch eme Wonne!

pur- vom die und

Eine solche Pfingstrose waren die Apostel im Saale zu Jerusalem. Wie nämlich die Blätter der Rose alle vereint sind zu einer einzigen Blüte, io waren die Apostel und die Gläubigen ein Herz und eine Seele. Vernimm den hl. Lukas, der darüber mit sichtlicher Begeisterung folgendes erzählt:Alle

3.

Das

Das

Das

Wie

ist wie Salböl auf dem Haupte, auf den Bart herniederträufelt;

träufelt auf den Saum des Kleide Tau, der niederquillt auf Sion.

4. Da segnet Gott die Menschenkinder Und spendet Frieden, Heil und Leben.

Zwei Vergleiche braucht der Psalmist, um

UNS

die Annehmlichkeit und den Segen der Freundschaft und Bruderschaft vorzustellen: das Oel und den Tau. Im Morgenland ist es Brauch, daß die Män­ner, besonders vornehmen Standes, Haupt- und Barthaar mit wohlriechendem Oel einsalben und zwar manchmal in solchem Ueberfluß, daß Tropfen des Oeles sogar auf den Saum des Gewandes nie­derträufeln. "Der Psalmist will sagen, daß der Se­gen der Eintracht alles durchdringt mit Wohlgeruch und Ueberfluß. Das zweite Bild ist der Tau. Im Morgenland spielt dieser eine noch größere Rolle als bei uns. Da im Orient der Regen oft manate-

lang ausbleibt, so ist der Tau die einzige Rettung und Hoffnung für Bäume und Pflanzen. Der Psalmist will also sagen, daß die Eintracht das vorzüglichste Mittel ist, um die Menschheit vor dem Verfall zu retten, sie neu zu beleben und zu er- quicken.

Eine solche betaute Pfingstrose war auch -ber hl. Bonifatius, dessen Fest wir eben begehen. In weitausschauender Klugheit hat er das schönste Band der Eintracht geschlungen, die beste Garantte errich­tet für die wertvollste und schönste Eintracht, die religiöse Eintracht, die Einheit im Glauben. Wie hat er das zuwegegsbracht? Durch die innigste Ver­bindung mit Rom, der Quelle und dem Zentrum der religiösen Einheit. Bevor dieser große Mann sei­nen Fuß auf die Schwelle unseres Vaterlandes setzte, begab er sich zum Papste nach Rom, um dessen Segen für seine schwierige Mission sich zu erbitten. Erst dann, als er sich im Besitze dieses Segens und im Besitze päpstlicher Gutheißung wußte, hat er die deutschen Gaue besucht und durch Predigt und Gebet zu demjenigen geführt, der Heil und Segen ist für die Seelen, zu Jesus Christus und seiner Kirche. Damit aber niemals das Band der Eintracht zerreiße, hat Bonifatius die Reise nach Rom wiederholt und hat nicht weniger als breimal dem Papste feine Aufwartung gemacht. In dank­barer Anerkennung seiner Verdienste hat der Vater unsern Bonifatius zum Bischof von Mainz und zum Primas für Deutschland erhoben. Auf diesem Werke ruhte sichtbar Gottes Segen. Durch die Vereini­gung mit Rom wurden die losen und gespaltenen deutschen Stämme zu einer Einheit verbunden und zu jenem großen Reiche vorbereitet, das Karl der Große errichtete und sich zumRömischen Reichs­deutscher Nation" entwickelte. Und so lange Deutschland durch die Vereinigung mit Rom ein glaubensstarkes Volk war, so lange ist es auch im Rate der Völker groß und mächtig dagestanden, ein Hort des Friedens und der Kultur, ein Schützer »er Religion und der Kirche. Als durch die unselige Reformation" unser armes Vaterland religiös zer­rissen wurde, wurde es auch politisch zerrissen, em Spielbali seiner Feinde und der eigenen Parteien. Drum muß unser heißester Pfingstwunsch und unbr heißestes Pfingstgebek dahin gehen, es möge dem Allmächtigen gefallen, die getrennten Bruder nw der mit uns zu vereinigen. Dies hat sich 0" Winfriedbund" zum Ziele gesteckt. Werde M-t glied dieses Vereins und wirke durch Gebet, durch Beispiel und Almosen für die Wiedervereinigung Glauben, auf daß wir wieder werde^ Volk von Brüdern". Der Bu gpf

vom wirke» 6« 5W»S^

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