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ReligiöseZ Wocheabmit katholischen Gemeinden Kassels
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Wochenkalender.
Sonntag, 13 April. Palmsonntag. Hermenegild,M. fS85.
Montag, 14. April. Messe vom Wochentag. Justin, M. t 167. LiburtiuS, Vaterian u. Maximus, Märtyrer.
Dienstag, 15. April. Messe vom Wochentag.
Mittwoch, 16. April. Messe vom Wochentag. Lambert.
Donnerstag, 17. April. Gründonnerstag. Anicet, Papst u. M. t 165.
Freitag, 18. April. Karfreitag.
Samstag, 19. April. Karsamstag. Selige Emma, t um 1050. Werner, M: f 1287 zu Oberwesel.
Palmsonntag.
(Evangel. Matth. 21, 1—10.)
In jener Zeit, da Jesus sich der Stadt Jerusalem näherte und nach Bethphage am Oelberge kam, sandte er zwei Jünger ab und sprach zu ihnen: gehet in den Flecken, der euch gegenüberliegt und ihr werdet alsbald eine Eselin angebunden finden und ein Füllen bei ihr: machet sie los und führet sie zu mir. Und wenn euch jemand etwas sagt, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; und sogleich wird er sie euch überlassen. Dies alles aber ist geschehen, damit erfüllet würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Sion: Siehe, dein König kommt sanftmütig zu dir und sitzet auf einer Eselin, auf einem Füllen, dem Jungen eines Lasttieres. Die Jünger gingen nun hin und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte. Uns sie brachten die Eselin mit dem Füllen, legten ihre Kleider auf dieselben und setzten ihn darauf. Sehr viel Volk aber breitete seine Kleider auf den Weg: und andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Und die Scharen, die voransgingen und nach- folgten, schrieen und sprachen: Hosianna dein Sohne Davids; hochgelobt der da kommt int Namen des Herrn!
Essig und Salle.
Palmsonntag ist das Tor der Karwoche, der Trauerwochs, der stillen Woche, der grossen Wocke, in welcher der Sohn Gottes das Werk unserer Erlösung vollendet X hat In wunderbarem Fernblick haben die Propheten die Leiden des Erlösers vor- vusgeschaut und bis in die merkwürdigsten Einzelheiten beschrieben. So ist der Psalm 68 nichts an» deres als ein poetischer Pafsionsfilnt, in welchem die Schmerzen des Messias in greifbarer Anschaulichkeit an unserem Auge vorüberziehen. Selbst »Essig und Galle", die man dem Erlöser reichte, sind nicht übergangen, sondern werden mit rührender Treue erwähnt. Dieser Psalm ist ein ergreifendes Vorspiel zur Karwoche, und wir wollen seinen schauerlichen Klängen mit Ergriffenheit lauschen.
Psalm 68: Der Erlöser im Leibe«.
L Erhalte mir, o Herr, das Leben:
^* Wasser dringen mir »ur S«»k»
2. In tiefen Schlamm bin ich versunken. Zu meinen Füßen gähnt der Abgrund.
8. Auf hohe See bin ich getrieben, Der Sturmwind reißt mich in die Tiefe
4. Vom Schrein ist heiser meine Kehle, Vom Schaun nach Gott ist müd mein Auge.
5. Der Feinde, die mich grundlos hassen, Sind mehr als Haare meines Hauptes.
6. Gar mächtig sind, die mich verfolgen, Und schuldlos muß ich Strafe leiden.
7. Gott weiß allein, wofür ich leide: Die Schuld der ganzen Welt ich büße.
8. Latz wegen meiner nicht erröten, Die auf dich hoffen, Herr der Engel.
9. Gott Israels, mach nicht zu Schande i, Die dich von ganzem Herzen juchen.
10. Um deinetwillen trag' ich Schmähurig, Verhülle mir vor Scham das Antlitz.
11. Verstoßen bin ich von den Brüdern, Verkannt von meiner Mutter Söhnen.
12. Der Eifer für dein Haus verzehrt mich, Mich brennt die Schmach, die mir zu teil wird
13. In Fasten such ich meine Rettung: Und ward den Feinden zum Gespötte.
14 Ich hülle in ich in Butzgewänder: Mir schallt entgegen Hohngelächter.
15. Sie schnarren wider mich am Tore, Zum Weine singen sie ein Spottlied.
16. Zu dir, o Herr, dringt meine Bitte, Latz dir mein Flehen Wohlgefallen.
17. Erhöre mich nach deiner Güte, Nach deiner Treue sei mein Retter.
18. Latz mich nicht untergehn im Schlamme, In Wassertiefe nicht versinken.
19. Der Abgrund soll mich nicht verschlingen, Die Grube ihren Mund nicht schließen.
20. O wende nicht von mir dein Antlitz, Befrei mich rasch von meinem Leiden.
21. Hab Acht auf meiner Seele Wohlfahrt, Um meiner Feinde willen hilf mir.
22. Bekannt ist dir, o Herr, mein Leiden, All die Verspottung und Entehrung.
23. Du hast vor Augen meine Feinde, Die mich beschimpfen und verleumden.
24. Ich bin gefaßt auf not und Elend, Seivärcig b?» ich der Beschämung.
25. Ich suche lilitleib und Erbarmen: Doch sind von Stein die Menschrnserze»
26. 3$ suche einen Freund und Tröster: Und finde ringsum Reinen einz'grn.
27. Sur Speise «eben sie mir Salle And Eisig mischen sie zum Lranke.
28. Ihr Tisch sei ihnen zum Verderben, Zum Ärgernis und zur Vergeltung.
29. Dein Zorn wird auf sie niederregnen. Und deine Faust wird sie umklamm.. .
30. Verödet seien ihre Stätten, In ihren Zelten wohne niemand.
31. Sie haben mich verfolgt, geschlagen, Mich überhäuft mit Wunden, Schmerze».
82. Von Bosheit stürzen sie in Bosheit, Versperrt ist ihnen deine Bngde.
33. Ihr Name wird gelöscht im Himmel, Gestrichen aus dem Buch des Levens.
84. Mein Anteil waren Armut, Schmerzen; Mein Gott, du hast mir Heil erworben.
35. Den Namen Gottes will ich preisen, Und herrlich soll dein Lob erklingen.
36. Mein Lob soll besser ihm gefallen Als selbst die zarten Opfertiere.
37. Ihr Armen, nehmet es zu Herzen Und suchet Gott in eurer Trübsal.
88. So wird er gnädig euch erretten, Euch der Gefangenschaft entreißen.
39. Ihr Himmel, lobt ihn samt der Erde, Und was sich regt in Meerestiefen.
40. Der Herr wird Gion hoch erheben, Und zahlreich werden seine Stätte.
41. Dort werden wohnen seine Kinder,
Die Erben seines e.vgen Reiches.
42. Zur Seligkeit hat er berufen,!
Die treulich lieben seinen Namen.
D'e Verse 24—27 bilden den Introitus des heu- tigsn Meßformulares. Zwar ist der Heiland „gefasst auf Not und Elend", Beschämung und Lästerung, Bosheit und Gemeinheit. Und dennoch verlangt feine menschliche Seele nach Trost und Teilnahme. Aber umsonst. Wie sprach er doch am Dolberg zu den Aposteln? „Meine Seele ist bc« trübt bis zum Tod; bleibet hier, wachet und betet mit mir“. Und die Antwort auf diese rührende Bitte? Als der Herr nach ihnen schaute, waren sie in Schlaf versunken. Wir begreifen die Wehmut, mit welcher er zu Petrus sprach: „Simon du schlafft? Konntest du nicht einmal eine Stunde mit I mir wachen?" Welch schneidender Gegensatz: 3u« ras wacht, den Heiland $u verderben; Petrus aber schläft und bringt kein Opfer, den Heiland zu irösten. Noch größer war Jesu Verlassenheit am Miay. Hier ist er nicht bloss von den Menschen, sondern auch von seinem eigenen himmlischen Vater verlassen. Darum der erbarmungswürdige Notschrei: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?"
Und während man sonst auch dem Schwerver- brecher noch die schmackhafte „Henkersmahlzeit" versetzt, treiben die Soldaten ihre Unmenschlichkeit so weit, daß sie dem Heiland unmittelbar vor der Kreuzigung „Wein, mit Galle gemischt, darreichen". Und als der Heiland schon am Kreuze hing und seinen Durft klagte, „füllte ein Soldat einen Schwamm mit Efsig, steckte denselben an ein Rohr rind gab ihm zu trinken". Du siehst, wie genau die Weissagungen unseres Psalmes sich erfüllt haben. Ziehen wir mit dem hl. Thomas von Aquin auch eine praktische Nutzanwendung aus dieser Leidensszene. „Wenn ich mit Essig und Galle mich tränken ließ", so läßt St. Thomas den Heiland sprechen, „dann darfst auch du dein Herz nicht an Wollüste hängen". Im Gegenteil: wir müssen an die Selbstverleugnung und Abtötung des Fleisches denken. Gern wollen wir deshalb in der hl. Karwoche einige Cm« toräntungen im Essen. Trinken und Vergnügen