Nr. 13.
Rasses. den 50. März W
Wochenkalender.
Sonntag, 30. März. Vierter Fastensonntag. Beginn oct Osterkommunionzeit.
Montag, 31. März. Messe vom Wochentag. Balbina, Jgfr. f um 130.
Dienstag, 1. April. Messe vom Wochentag.
Mittwoch, 2. April. Franz von Paula, Bek. f 1507.
Donnerstag, 8. April. Messe vom Wochentag.
Freitag, 4. April. Isidor, Bischof und Kirchenlehrer, f 636 in Spanien.
Samstag, 5. April. Vincenz Ferrer, Bek. f 1419 zu
Vannes in der Bretagne.
vierter Zasten-ZonnLag.
(Evanz. Joh. 6, 1—15.)
In jener Zeit fuhr Jesus über das galiläische Meer, an welchem die Stadt Tiberias liegt. Und es folgte ihm eine grosse- Menge Volkes nach, weil sie die Wunder sahen, die er an den Kranken wirkte. Da ging Jesus auf den Berg und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern nieder. ES war aber das Oktoberfest der Juden sehr nahe. Als nun Jesus die Augen auf» hob und sah, daß eine sehr große Menge Volkes zu ihm gekommen sei, sprach er zu Philippus: Woher werden wir Brot kaufen, daß "diese essen? Das sagte er aber, um ihn auf Die Probe zu stellen: denn er wußte wohl, was er tun wollte. Philippus antwortete ihm: Brot für zweihundert Zehner ist nicht hinreichend für sie, daß Jeder nur etwas Weniges bekomme. Da sprach einer von seinen Jüngern, Andreas, der Bruder des Simon Petrus: Es ist ein Knabe hier, der fünf tierftenbrote und zwei Fische hat; allein was ist das unter so Viele? Jesus aber sprach: L asset die Leute sich letzen! Es war aber viel Gras an Dem Orte. Da setzten sich die Männer, gegen fünftausend an der Zahl. Jesus aber nahm die Brote und nachdem er gedankt hatte, teilte er sie denen aus, welche sich niederaesetzt batten: desgleichen auch von den Fischen, so viel sie wollten. AIs sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrig gebliebenen Stücklein, damit sie nicht zu Grunde gehen. Da sammelten sie und füllten zwölf Körbe mit Stücklein von den fünf Gerstenbroten, welche Denen, die gegessen hatten, übrig geblieben waren. Da nun diese Menschen das Wunder sahen, welches Jesus gewirkt hatte, sprachen sie: Dieser ist wahrhaftig der Prophet, der in die Welt kommen loll! Als aber Jesus erkannte, daß sie kommen und w» mit Gewalt nehmen würden, um ihn zum Könige zu machen, floh er abermal auf den Berg, er allein.
3m RWerstuhl.
ie es die Schwalbe zu Beginn des Frühlings wieder heimwärts zieht, so zog es die Israeliten aus der Verbannung zurück in das Land der Väter, zurück in die hl. Stabt Jerusalem, wo das Heiligtum mit den Altären, um Jahve die feierlichen darzubringen, wo die Richterstühle ausgestellt , um den Unterdrückten Recht zu sprechen, um tsachen zu schlichten, um Versöhnung zu stiften unter entzweiten Parteien, um Frieden unb Eintracht zu fördern.
6t. EWeth-MN Religiöses Wochenblatt
für die katholischen Gemeinden Kassels.
Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 35 Oofbpfentiig 3 43 Doldpfraalg (freibl.) Redaktionsschluß Montag Anzeigen-Preise: Tolonelzeile ün Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Tolonelzeile im Reklamsteil 0,60 Goldmark. Bei Wtsdrrholunz Rabatt. Auskunft und Off -Geb. 0,19 Goldmark. Porto ertra• Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda ein.
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8 H 3ahrg.
geben und auf dem Steinchen einen neuen Namen geschrieben" (Geh. Offb. 2,17). Bei der griechischen Gerichtspraxis wurde nämlich über schuldig und unschuldig mit Sletnchen abgestimmt: schwarze Stein- chen bedeuteten „Schuldig", weiße Steinchen bedeuteten „Unschuldig, und darum straflos". Wer nun seinen Stolz und seine falsche Scham überwindet und demütig vor Gottes Stellvertreter seine Sünden auldeckt, der bekommt einen Freispruch; von _all feinen Sünden wird er losgesprochen durch die mächtigen Worte des Priesters: „Der Herr Jesus Christus spreche dich los und ich selbst spreche dich los von allen deinen Sünden im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, Simen". ! Und wie ist es mit dem neuen Namen? Auch da I bist du gut daran. Aus einem Sünder wirst du ein Heiliger, aus einem Teufelskiud ein Gotteskind. Unhörbar ruft die Stimme des himmlischen Vaters bei der Lossprechung vom Himmel herab: „Dies ist nun mein geliebtes Kind, an dem ich mein Wohlgefallen habe".
Selbst in den irdischen Interessen, selbst auf beut Gebiet der Gesundheit und des Wohlergehens ist die Beichte gewinnreich. Der amerikanische Kriegsminister Baker fragte einen katholischen Kapitän, weshalb verhältnismäßig mehr Katholiken als Andersgläubige beim Heer und bei der Flotte dienten, nämlich ein Drittel, während doch die Katholiken nur ein Fünftel der Bevölkerung bilden. Das kommt daher, erwiderte der Kapitän, daß bei dec ärztlichen Untersuchung die Katholiken gesünder befunden wurden. Das weiß ich wohl, entgegnete der Minister; die Frage spitzt sich aber dahin, wie es kommt, daß die katholischen Jünglinge gesünder befunden werden. Herr Kriegsminister, antwortete unser Kapitän, das will ich Ihnen aufrichtig sagen: wir Katholiken haben eben eine Badeanstalt, d. h. den Beichtstuhl, und da werden wir rechtzeitlg von den Krankheitserregern befreit und gegen die Krankheiten der Seele geimpft.
Ja, so ist es. Der erfahrene Beichtvater öffnet manchem Jungmann und manchem Mädchen die Augen über die Gefahren, in denen sie schweben, macht sie aufmerksam auf die Folgen mancher Sünden, die wir nicht bloß erst in der andern, sondern schon in dieser Welt zu verkosten bekommen. Denn der Sünde unzertrennlicher Gefährte ist Krankheit, Siechtum, Schande. Wer also infolge der Beicht vor mancher Sünde bewahrt wird, für den ist sie tatsächlich auch eine Badeanstalt und ein Sanatorium.
Der Hauptgrund aber, der entscheidende Grund, weshalb wir zur Beicht gehen, ist das Gebot unserer Kirche: „Du sollst jährlich wenigstens einmal deine Sünden beichten". Wer aber die Kirche nicht Höck, der ist wie ein Heide und öffentlicher Sünder. Wohlan, liebe Christen, kommen wir dieser Verpflichtung mit allem Ernst, mit frommem Glauben, mit kindlicher Aufrichtigkeit, mit gutem Willen un-1 mit möglichster Gewisssuhaftigkeit nach. Engel wec^ den dann bei deiner Losch echung das Wort des Psalmillen anstimmen: „Selig die Menschen, bereit Sünden vergeben und deren Missetaten nachgelaflen sind". Der B-irgPfr.
Dieses Heimweh hat dem hl. Sänger den Psalm 121 diktiert, der im Graduale der heutigen Sonn- agsmesse eine Stelle hat.
psâ 121: Die Schätze der SotteZstadt.
1. Ich freue mich der frohen Botschaft: Ins Haus des Herrn gilt eS zu wallen.
2. Dort werden unsere Füße stehen, Jerusalem, an deinen Pforten.
3. Jerusalem, du Stadt des Bundes, Du unsre Mutter, unsre Heimat.
4. Dahin, dahin die Stämme wallen, Nach atrem Brauch den Herrn zu preise i.
5. Da stehen zum Erricht die Stühle, Dem Hause Davids Recht zu spreche .
6. Jerusalem erbittet Frieden Und UeSerflatz für seine Freunde.
7. Ja, Friede sei auf deinen Zinnen Und Ueberfluz auf deinen Türme».
8. Für unser Volk, für unsre Brüder, Wünsch' ich dir Frieden, Wohlergehen.
9. Dem Haus des Herren, unsres Gottes, Sei Ueberflaß und Segenssülle.
10. Dem Vater, Sohn und Heilgen Geiste Sei Herrlichkeit und Ruhm und Ehre.
11. Wie anfangs, so auch jetzt und immer Und bis in ewge Zeiten. Amen,
Auch der neue Bund hat eine Gottesstadt, die Kirche, von Jesus Christus gestiftet und gebaut zum Segen der Menschen für ewige Zeiten. Und in dieser Kirche stehen als ebenfoviele Richterstühle die Beichtstühle.
Wer erscheint da als Ankläger? Du und ich und jeder sündige Mensch. „Wenn jemand sagt, ich habe keine Sünde, so ist er ein Lügner, und die Wahrheit ist nicht in ihm". Wer aber gesündigt hat, soll es in Demut erkennen, bereuen und dem allwissenden Gott und seinem Stellvertreter, dem Priester, bekennen.
Wer sitzt in diesem Richterstuhl als Richter? Der katholische Priester, auf welchen die Gewalt, Sünden nachzulassen, übergegangen ist nach den Worten des Herrn an seine Apostel: „Welchen ihr die Sünden nachlaffet, denen sind sie nachgelassen". Obwohl ein Engel durch seine Reinheit und Weisheit himmelho h über dem gebildetsten und heiligsten Priester steht, so hat doch Gottes Vorsehung nicht Engel zu Priestern gemacht, sondern Menschen. Warum? Der hl. Paulus gibt uns darüber Bescheid im Brief an die Hebräer: „Jeglicher Priester wird aus den Menschen genommen, damit er Mitleid haben kann mit den Irrenden und Sündern, weil er ja auch selbst mit Schwachheiten umgeben ist". (Hebr. 5,1). Die Priester sind Richter, die in jahrelangem Studium sich mit den Seelenkra »theilen, ihrer Entstehung, ihrer Auswirkung, ihrer Heilung befaßt haben, die über jede Entscheidung strenge Rechenschaft vor Gott abzulegen haben uud deren Lippen durch ewiges Siegel geschloffen sind.
Und wie wird das Urteil lauten? Der Heiland hat es angedeutet in der Apokalypse Pit den Worten: „Dem Ueberwinder werde ich ein weißes Steinchen