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Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint ieden Sonntag und tostet monatlich cmsgaöe A 35 Äoldosenulg 3 49 Goldpsennig (freibl.) Redaktlanr- schluß Montag Anzeigrn-Preise: Lolonelzrile im Anzeigenteil 0.13 Boldmark, Colonelzrilt im Reklim -tei l 0,63 Goldmark. Bel Wledrcholunz Rabatt. Auzkuaft und Off -Zeb. 0,13 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Befiß der Fuldaer AcUenbrulkrrei tu Fulda «in.

"" Druck und Bmai bei Kâe A-ckradruckrrri. .....--*

WsüMkLirnder. toantag, 23. März. Dritter Fafrensonniag.

Montag, 2* März. Gabriel, Erzengel.

Dienstag 25 März. Mariä Verkündigung.

Ludger.

Mtrtooch, Bi. März. Meise vom Wochentag.

Äisch. von Mün-ter, f 809 tu Billerbeck i. Westfalen.

Donnerstao, 27. März. Johannes DamaScenus, Bek. u. Kirchenlehrer, ff ?M in Palästina, Rupert, Bisch., ff 628 in Bayern.

Frertaa, 28. März. Johannes bou Kap ist rano, Bek.

ff 1456 zu Jllok Sei Peierwardein.

Ssâèag, 29 März. Reffe vom Wochentag.

Dritter Haftèn-äottntag.

<Sv. Luk. II, 1428.

In jener Zeit trieb Jesus einen Teufel aus, der stumm war. Und als er den Teufel ausgetrieben i -Ne, redete der S-umnie und das Volk wunderte sich. Einige aber von ir-nen sn teu: Durcü Beelzebub, den Obersten der Leusel, treibt er Sie Teufel aus. Andere versuchten ihn und forderten von ihm ein Zeichen vom Hiinmel. AiS er über ihre Gedanken sah, sprach er zu ihnen: Jedes Reich, LaS wwer sich selbst uneins ist, wird verwüstet werden und ein Haus wird über das andere fallen. Wenn nun auch der Satan wider sich selbst uneins ist, wie wird baun sein Reich bestehen, baß ,hr saget, ich treibe durch Beelzebub die Teufel aus? Und wenn ich durch Beelzebub die Teufel aus­treibe, durch wen treiben denn eure Kinder sie aus? Also werden sie selbst eure Richter sein. Wenn ich aber durch den Kinger Gottes die Leusel auStreibe, so ist ja wahrhaftig das Reich GotteS zu euch gekommen. Wenn der Starke bewaffnet seinen Hoff bewacht, so ist alles sicher, was er hat. Wenn aber ein Starke, er ai8 er über ihn kommt und ihn überwindet, so nimmt er seine ^anze Waffenrüstung, auf welche, er sich verliest und verteilt seine Beute. Wer nicht Mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mir mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist, wandert er durch dürre Orte und suchet Ruhe; und weil er sie nicht findet, spricht er, Ich will in mein Haus zurückkehren, von dem ich auS- gefahren bin. Und wenn er kommt, findet er ei mit Besen gereinigt und geschmückt Dann gebt er hin, nimmt noch sieben andere Geister mit sich, die ärier sind, als er; und sie gehen hinein und wohnen daselbst: und die letzten Dinge dieses Menschen werden ärger, aiS die ersten. Es geschah aber, als er dies redete, erhob ein Weib unter dem Balke ihre (Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen und die Brüste, die du gesogen hast! Er aber sprach: Ja, freilich sind selig, welche das Wort Sötte» hören und dasselbe beobachten.

Politik und

Ein Ruheplätzche».

ie Welt ist einem unruhigen Meere gleich, wo eine Woge die andere treibt und drängt. Bald sind es bie Arbeiten, bald die Sorgen, bald die Lewensrhaflen, bald die Gerichisver- Hanvlungen, bald die Ereignisse der die Kämpfe der Parteien, die unser

Herz zerwühlen und ausregen.

Ein Ruheplätzchen aber weiß ich, wo das arme Herz zur Ruhe kommt. Es ist dort, wo vor dem Altar das ewige Licht brennt, eS ist das Gotteshaus, ein stiller Hafen in sturmgepeitschtem Meer. Zu allen Zeilen haben erleuchtete Seelen im Hause Gottes Troff gesucht und gefunden. Ein leuchtendes Bei­chtet für diese Wahrheit ist der König David. Die beständigen Kriege mit feindlichen Völkern, die Widerwärtigkeiten in der eigenen Familie, das trau­rige Erlebnis mit Absalon, die Entgleisung mit Bethsabe und Urias haben sein Lebettsschifflein viel- fach hin und her geschleudert. Im heiligen Zelt hat er wieder das Gleichgewicht, hat er Vergebung der Sünden, Troff im Unglück, Licht in der Finster­nis, Kraft zu sittlichem Aujnchwung und zu heroischer Tugend gefunden. Als ein herrliches Denkmal dieser Erfahrung dürfen wir den Psalm 83 an pcechen, von dem ein Teil den Kommunionvers der heutigen Messe bildet.

Psalm 83: Ein Ruheplätzchen im hl. Zelt.

1. Wie lieblich, Herr, sind deine Zelte; Mein Herz verlangt nach deiner Wohnung.

2. Und es frohlocken Leib und Seele, Wenn meines Gottes ich gedenke.

8. Der Sperling findet leicht ein Obdach, Ein Nest für ihre Brut die Taube:

4. Doch meiner Seele Ruheplatzchcn Ist dein Altar, o Herr der Engel.

5. Wie wonnig ist's in deinem Hanse Dir Lob zu singen ohne Ende,

6. Dort ist mir deine Hilfe nahe, Dort schreite ich hinan zur Tugend.

7. Dort fließt in Strömen deine Gnade. Dort schau ich meinen Gott und Heiland.

8. Dort merkest du auf meine Bitte, Dort findet mein Gebet Erhörung,

9. Dort wird das reine Lamm geopfert, Auf das Herniederschaut der Vater.

10. Ein Tag im Heiligtum ist besser Als tausend in der Sünder Zeiten.

11. Ein Winkel nur in deinem Hause Palästen sei er vorgezogen.

12. Du liebst Barmherzigkeit und Treue Und spendest Seligkeit und Gnade.

13. Das höchste Gut wirst du uns schenken Wenn wir in Unschuld vor dir wandeln.

14. I r, selig sind, o Herr der Engel, Die unentwegt auf dich vertrauen.

Hat schon David im hl. Zelt des Alten Bundes ' in Ruheplätzchen gefunden, wie viel mehr muß der ! Christ, der Katholik im Neuen Bunde ein Ruhe- i Plätzchen finden vor dem Tabernakel. In einer Kirche sah ich Den Sakramentsaltar mit einem Bespertuch bedeckt, ha3 die Inschrift trug:Hier wohnt Jesus!" Ja, in jedem katholischen Gottes- raus, in dem das heiligste Sakrament ausbewahrt wird, wohnt Jesus leibhaftig; wohnt Jesus mu seiner Allmacht und Güte, mit seiner Bäringerzigkeit und Treue, wohnt der nämliche Heiland, der einst durch die Lande zog, die Kranken heilte, die Un­wissenden lehrte, die Betrübten tröstete, die Verzag«!

ten aufrichtete, die Sünder heiligte, der den schmerz gepeinigten Menschenkindern das Wort zuries; »Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beiaden seid: ich will euch erqticken. Nehmet -nein Joh ans euch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und demütig von Herzen: und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen; denn mein Joch süß und meine Bürde ist leicht". (Matih. 11, 23.)

Hast du diese Warte aufmerksam vernommen? Wohin gehen denn aber die Menschen von heute in ihren P agen und Anliegen? In die Wirtshän er lind Tanzlokale, ins Gebirge uns an di^ See, in Krankenhäuler und Sanatorien, zu Professor'» und Doktoren, zu Spezialisten und Quack« albern, zu Wahrsagern und Spiritisten. Sie laufen sich Die ^e wund, um einen Tropfen des Trostes zu er» oetieln. Und mit welchem Erfolg? Oft genug mit enteilt leeren Beiuel und ei rem zerriAeneu Herzen. Die lebendige Quelle des Wassers haben sie verlassen und graben sich Cisternen, die fein Wasser Hallen können.

Kniet nieder vordem Aliaceunseres eucharistischen Gottes, schaut empor zum liebessprühenden Eilöfer- hetjtn.

Kommt alle, die mit Mühsal Ihr uns Kreuz velaren iei> Kommt, ich will eu h ecq uiten", Jesu Herz ruft, qilfbereit.

1 Da möcht' ih ruhe».

Da möcht ich sein: An Dem Herzen Jesu mein.

Ein Ruheplätzchen am Tabernakel, am Herzen Jesu. Suchen wir es vor allem jesen Sonn« ünb Feiertag, wo uns dorkhin der Glockenschall und die hl. Pflicht ruft. Denn so lautet das strenge Gebot unserer hl. Kirche: »Du sollst alle Sonn-und Feier­tage die hl. Messe mit Andacht hören". Warum machen sich denn so viele Katholiken von heutzutage so viele Entschuldigungen? Fort damit. Nur eine Entschuldigung kann es, in der R gel geben: eigene Krankheit oder Krankheit der Angehörigen, die man pflegen muß; vielleicht auch Armut und Mangel an geziemender Kleidung. Ist aber das Vergnügen auch eine Entschuldigung? Nie und nimmer. Doer Die Bequemlichkeit? Nie und nimmer. Doer die Laune? Nce und nimmer. Oder der Spott kirchenfeindlicher Elemente? Nie und nimmer. Es mag Sonntage geben ohne Tanz, ohne Ausflug, ohne Wirtshaus, ohne Zigarre, ohne Kuchen: einen Sonntag ohne hl. Messe aber Darf es für einen Katholiken nicht geben. In unverfälschter Kraft muß unter uns fort» leben das Wort des hl. Saturnin:Das hl. Opfer darf nicht unterlassen werden; so fordert es unser Gesetz."

Und ihr alle, die ihr nicht Sklaven des Ge- schästes und der Lohnarbeit seid, Die ihr über Die Frühstunden frei verfüget, haltet fest an Der ehr­würdigen Gewohnheit ober sturer sie ein, die hl. Messe auch an Werktagen zu besuchen. Freiwllllge Vorau! Und ist es nicht täglich, so vielleicht doch zweimal oder zum mindestens einmal die Woche, zumal in der hl. Fastenreit. UnD warum gehen wir