Ausgabe
für die katholischen Gemeinden Kassels.
Erscheint jeden sonntag und kostet monatlich Ausgabe âZSÄrldofemnz 3 49 Zoldpsennig (fre'ibl.) Rebaktlons- schluß Montag Anzeigen-Pcelse: Colonslzsile iin Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonslzetle im Reklrmsteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Osf-Ieü. 0,10 Goldmark. Porto extra' Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckersi in Fulda sein.
■ Deut und Berlaz bet Fuldi, ActiendruSersI. .......-> ■■
25. Darob der Zorn des Herrn entbrannte; Zum Ekel wurde ihm sein Erbe.
Wschenk«!enöer.
Sonntag, 10. März. Zweiter Fastensonntag. Heribert. Montag, 17. März. Patrizins, Bisch, u, Bet., f 493 in Irland.
Dienstag, 18. März. ChrrlluS von Jerusalem, Bisch, und Kirchenlehrer, t 386.
Mittwoch, 19. März. Joseph, Bräutigam dec seligsten Jungfrau Maria.
Donnerstag, 20. März. Messe vom Tag.
Freitag, 21. März. Benedikt, Abt. f 543 auf Monte Casino.
Samstag, 22. März. Messe vom Tag. Nikolaus von der Flüe.
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Zweiter Men-Ssmttag,
(Ev. Matth. 17, 1—9.)
In jener Zeit nahm Jesus den Petrus, Jakobus und Johannes, dessen Bruder, mit sich und führte sie abseits auf einen hohen Berg. Da ward er vor ihnen verklärt: und sein Angesicht glänzte wie^ die Sonne, leine Kleider aber wurden weiß lote der Schnee. Und siehe, er erschienen ihnen Moses und Elias: die redeten mit ihm. Petrus aber nahm da- Wort, und sprach zu JesuS: Herr, hier ist gut sein für uns: willst du, so wollen wir hier drei Hütten machen, dir eine, dem Moses eine und dem Elias eine. Ais er noch redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eme Stimme aus der Wolke sprach: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen habe: diesen sollt ihr hören! Da die Jünger dieses hörten, fielen sie auf ihr Angesicht, und fürchteten sich sehr. Und JesuS trat hinzu, berührte sie, und sprach zu ihnen: Stehet auf, und fürchtet euch nicht! Ais sie aber ihre tilgen aufhoben, sahen sie niemand, als Jesum allem. Und da sie von dem Berge herabstiegen, befahl ihnen ^ esuS, und sprach.- Saget niemanden dieses Gesicht, das der Sohn des Menschen von den Toten auferstanden ,cin wird.
Kmken im Meere.
- ^WUbcr Gegenstand unserer heutigen Le- -^lil^Wi sung steht mit großen Buchstaben ^Äffl® im Kalender. Was liesest du dort" „Reminiscere". Das ist der Name des heutigen Sonntags. Dieses ^^ Wort bildet den Anfang des heu- ligen Introitus und heißt zu deutsch: „Gedenke". Die Seele redet ihren Gott an mit den Worten des Pfalmisten: „Gedenke deiner Erbarmungen". Wie st das aber zu verstehen? Hat Gott etwa die chönste feiner Eigenschaften, die Barmherzigkeit, vergessen, daß mir ihn daran erinnern müßten? Das wäre eine törichte Auslegung; fern sei von ms ein solcher Gedanke. Wenn wir Gott -urusen, eine Barmherzigkeit nicht zu vergessen, sondern sie n sein göttliches Gedächtnis zurückzurufen, io hast du in diesem Ausdruck nur eine Sprachfigur, die uns selbst Gottes Barmherzigkeit in Erinnerung bringen soll. Ich und du sollen die Barmherzigkeit
Gottes nicht vergessen, sondern täglich und stündlich, zumal in der hl. Fastenzeit zu ihr die Zuflucht nehmen.
Die Barmherzigkeit Gottes bildet also den Inhalt unserer Lesung. Wie aus einem klaren Spiegel schaut sie uns wundersam entgegen aus dem Psalm 105, der in der heutigen Meßliturgie einen breiten Raum einnimmt. Wegen seiner Größe können wir indes nicht den ganzen Psalm aufnehmen,! sondern müssen uns mit den schönsten Perlen be«|
gütigen.
Psalm 165: Beweise der göttlichen Barmherzigkeit.
1. Lobpreiset Gott, denn er ist gütig, Und ewig währet sein Erbarme».
2. Wer kann die Macht des Herrn verkünden, Aufzählen feine Wundertaten?
3. Gedenke unser, Herr, in Gnaden, Erzeige uns dein Wohlgefallen.
4. Wir haben allzumal gesündigt, Unrecht verübt gleich unsern Vätern.
8. Die Wunder haben sie vergessen Und nicht verstanden Gottes Absicht.
6. Das rote Meer hast du gescholten, Und feine Wogen sind vertrocknet.
7. Gerettet hast du unsre Väter, Aus Feindeshand hervorgezogen.
8. Es deckt das Wasser unsre Feinde. Richt einer Blieb aus ihnen übrig.
S. Doch schnell vergaßen sie den Retter, Verwarfen trotzig feinen Ratschluß.
10. Sie waren durstig in der Wüste, Nach Wasser lechzte ihre Seele.
11, Der Herr erfüllte ihr Begehren Und sättigte fein Volk mit Gütern.
12 Das Volk empörte sich gen Moses, Verwarf den Hohepriester Aaroo.
13. Da öffnet sich der Schlund der Erde, Verschlang Dathan mit seinem Anhang.
14. Des Schöpfers Herrlichkeit vertauschten Sie töricht mit geschaffenen Dingen.
15. Vergaßen Gott, der sie errettet Und stießen von sich ihren Helfer.
16. Das Land, das ihnen war versprochen Verkauften sie um schnöd Gelüste.
17. Sie murrten laut in ihren Zeiten Und trotzten seiner Baterstimme.
18. Sie weihten sich und ihre Kinder Dem Satan und den nichtgen Götzen.
19. Sie reizten ihn mit Lastertateu, Erfanden täglich neue Bosheit.
20. Schon hob sich Gottes Arm zur Strafe — Doch Moses hat ihn abgewendet.
21. Am Haderwasser sie ihn prüften Und trauten nicht dem Worte Gottes.
22. Mit Heiden lebten sie in Freundschaft, Verübten alle ihre Greuel.
23. Selbst ihrer Kinder zarte Unschuld Dem Teufel brachten sie zum Opfer.
24. Boll ihrer Bosheit war die Erde, Und abgewandt von Gott ihr Wille.
26. Er gab sie in die Hand der Heiden Und in die Dienstbarkeit der Feinde.
27. In ihrer Not zum Herrn sie riefen, Der sie so manchesmal befreite.
28. Und er gedachte seines Bundes, Erzeigt an ihnen fein Erbarmen.
29. Gepriesen seist du, Herr, Golt der Väter, Und alles Volk soll rufen: Amen.
Ist nicht dieser Psalm ein Mosaikbild der göttlichen Barmherzigkeit? Besteht er nicht aus timten Steinchen, auf deren jedem geschrieben steht: misericordia, Barmherzigkeit? Durchziehen nicht dis Beweise der göttlichen Barmherzigkeit den ganzen Psalm wie eine goldene Schnur? Gottes Barmherzigkeit an Israel, das ist das Thema, das der Psalmist in unzähligen Wendungen durchführr. Wie ffrech hatten doch die Israeliten gesündigt, haben Götzendienst und Unzucht getrieben, gaben beim geringsten Anlaß mit Gott gehadert, gaben sich auf« gelehnt wider Moses und Aaron. Gottes Stellvertreter. Bisweilen hat Gott ein Exempel statuiert; das Volk als solches aber hat er geschont, erhalten, mit immer neuen Wohltaten überhäuft, den Händen seiner Feinde entrissen, zum Schauspiel dec Welt gemacht, ihm einen Plaß angewiesen auf den fetten Fluren des „gelobten Landes".
Die Barmherzigkeit an Israel ist nun ein Borbild für die Barmherzigkeit, die Gott der Seele eines jeden Menschen erweist. Brauchst du Gottes Barmherzigkeit nicht? Das wäre lügenhafte Selbstverblendung. Hättest du auch nur eine einzige Sünde getan, so wärest du ohne Gottes Barmherzigkeit erledigt. „Wenn jemand sagt: ich habe keine Sünde, so ist er ein Lügner, und die Wahrheit ist nicht in ihm". Nicht bloß eine, sondern v'ele und vielleicht große Sünden haben mir begangen. Durch ihre Bosheit, ihren Undank und ihr ganzes Wesen ist jede Sünde vor Gott ein Ungeheuer. Im Licht der göttlichen Barmherzigkeit aber ist auch die schwerste Sünde nur ein Hunke. Was machen wir damit? Schau zurück zur Ueberschrrft unserer Leung, und du weißt Bescheid: „Funken im Meere"! Ja, so machen wir es, wie der große Bischof und Kirchenlehrer Johannes Chrysostomos gesagt und gepredigt hat: „All unsere Sünden sind nur roin« ziye Funken. die wir hineinwerfen in das Meer der gottlichm Barmherzigkeit". Was geschieht dort? Nun, sie erlöschen allzumal, und es bleibt von -hnen nichts mehr übrig; spurlos find sie verschwunden. Nimm also deine Sünden und mirs sie durch ras Beichtgitter in dieses Meer. Wollen mir uns aber dazu nicht verstehen, so werden die funken der Hölle ant uns nieberpraffefn. Denn „Feuer ^ib Schwefel regnet Gott über die Sünder". Walten mir zu diesem Strafgericht der göttlichen Gerechiig- feit uns ausliefern? Nein: durch das ^or der Barmherzigkeit wollen mir elnztehen in den Himmel. Der Burgpfarrer, . :