Ausgabe B.
Kassel, den 9. März MH.
W H Jahrg.
MG
Religiöses Wochenblatt
wocheMaiender.
Sonntag, 9. März. Erster Sonntag in der Fastenzeit. Franziska, Witwe, f 1440 in Rom.
Montag, 10. März. Vierzig Märtyrer, f 320 in Armenien.
Dienstag, 11. März. Messe v. Tag. Rosa von Viterbo, Jgfr. f um 1252.
Mittwoch, 12. März. Gregor Der Große, Papst und Kirchenlehrer, f 604 in Rom, Quatembermittwoch.
Donnerstag, 13. März, Messe vom Tag.
Freitag, 14. März. Quatemocrfceltag. Mathilde, Ww., t 908 in Quedlinburg.
Samstag, 15. März. .Klemens Maria Hofbauer, Bek, T 1820 in Wien. Ouatemversanistag. Zacharias, Papst, t 752.
Erster Men-Zsnntag,
(Ev. Matth. 4, 1—12.)
In jener Zeit ward Jesus vom Geiste in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel versuchet wü>-de. Und als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, darnach hungerte ihn. Und es trat der Versucher zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese eine Brot werden. Er aber antwortete und spracht Es steht geschrieben: Nicht vom Brote allein lebt der Mensch, sondern von jedem Worte, das aus dem Munde Gottes kommt. Da nahm ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so stürze dich hinab; denn es steht geschrieben: Er hat seinen Engeln deinetwegen befohlen und sie sollen dich auf den Händen tragen, damit du nicht etwa deinen Fuß an einen Stein stoßest. Jesus aber sprach zu ihm: Es steht wieder geschrieben: Du sollst Gott, Seiners Herrn, nicht versuchen I Abecmal nahm ihn der Teufet auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Königreiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anvetest. Da sprach Jesus zu ihm: Weiche Satan! denn es steht geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, anbeten und ihm allein dienen. Alsdann verlieh ihn der Teufel und siehe, die Engel traten hinzu und dienten ihm.
Der Leuchtturm.
ein Leuchtturm ragt aus der hl. Messe des heutigen ersten Fasten- sonntages der Psalm 90 hervor, gewaltig, lichtvoll, weithin sicht- ^T^T bQr- Durchgehe den Introitus, Evangelium da^ Ak ^?duale, den Traktus, das und du mir» s?^ ^^onum, den Kommunionvers Teile der heut en^M?^ °“ di-f- veränderlichen Kommen A S Meß uurgie dem Psalm 90 ent- gsmälüs bißen. ©Ja fei leuchtendes Mosaikzeig fein haß mir ""R lur uns ein Finger- turm zu steuern und ^ ^^ ß^ng diesem Leucht- Dertiefen? - ^ m d-eses Mosaikgemälde uns
für die katholischen Gemeinden Kassels.
Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe â 3S Goldvfennlg B 40 Goldpfennig (freibl.) Redaktionsschluß Montag Anzeigen-Pretse: Colonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzeile im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda fein.
———.Druck unb Lerlag der Fulda, Actiendruckerei. .......-
Psalm 90: wohlzeborgen.
1, Wer wohnt im Schutz des Allerhöchsten, Ruht wohlgemut an Gottes Herzen.
2. Er spricht zum Herrn: du bist mein Schirmer, Mein Hort, auf den ich mich verlaffe.
3. Er ist es, der dem Strick des Jägers, Der mich entreißt dem Mißgeschicke.
4. Dir spenden Schatten seine Schultern, Dich decken seiner Allmacht Flügel.
5. Er schirmt dich mit dem Schild der Treue. Befreit dich vor der Nächte Schrecken.
6. Mich trifft teilt Pfeil am hellen Tage, Kein Unheil, das da schleicht im Finstern.
7. Mag Hüll' uns Teufel sich erheben, Umsonst ist all ihr Grimm und Wüten.
8. Und stürzen tausend dir zur Seite, Zehntausende zu deiner Rechten.
9, Dich kann der ^einb nicht niederstrecken, Dir kann kein Unglück nahekommen.
10. Mit eignen Augen wirst du schauen An deinen Feinden die Vergeltung.
11. Denn du, o Gott, bist meine Hoffnung, Du, Allerhöchster, meine Zuflucht.
12. Von Sünden rein bleibt meine Seele, Von meiner Hütte flieht die Geißel.
13. Geboten hat Gott seinen Engeln, Dich zu beschützen allerwegen.
14. Auf Händen sollen sie dich tragen, Daß nicht dein Fuß an Steine stoße,
15. Zertreten wirst du Schlangen, Nattern, Wegschreiten über Löwen, Drachen.
10. Aus aller Not will ich ihn retten, Wert ec vertraut auf meinen Namen.
17. Erhören will ich seinen Notschrei, Will bei ihm sein in jeder Trübsal.
18. Ich will ihm langes Leben schenken, Mein göttlich Angesicht ihm zeigen.
Wie eine Musik wirkt dieser Psalm auf das Gemüt. Wohlgeborgen an Gottes Herzen fühlt sich die Seele bei dessen Lektüre. Bald in lieblichen, bald in schrecklichen Bildern schildert uns der hl. Dichter den Schutz des Allerhöchsten, dessen die gläubigen Seeten sich erfreuen.
Eine Stelle dieses Psalmes ist zu einem Waffengang geworden zwischen Satan und Christus. Sie ist enthalten in Vers 13 und 14 des obigen Textes:
„Geboten hat Gott seinen Engeln,
Dich zu beschützen allerwegen;
Auf Händen sollen sie dich tragen, Daß nicht dein Fuß an Steine stoße".
Wird ja- im heutigen Evangelium die Versuchung Christi erzählt. Bereits war der erste Angnfs des Höllenfürsten abgeschlagen. Sprich, daß diese Steine Brot werden, hatte der Versucher dem Heiligsten zugeraunt. Was hat Jesus aber erwidert? Wie David mit einem Stein den Goliath bezwungen,
so hat Christus den Satan mit einer Schriftstelle zurückgeworfen. Es steht geschrieben: „Nicht vom Brote allein lebt der Mensch." Da dachte der schlaue Höllensohn: ich muß diesem Mann mit gleichen Waffen beikommen, ich muß ihin mit der Hell. Schrift aufwarten. So stellte er den Heiland durch irgend ein Gaukelspiel auf die Zinne Les Tempels und sprach frech zu ihm: „@s* steht geschrieben: seinen Engeln hat Gott deinetwegen befohlen, dich auf den Händen zu tragen, damit du nicht deinen Fuß an einen Stein stoßest". Du siehst, es ist die bezeichnete Stelle aus unserem Psalm. Doch geschickt hat der Heiland diesen Schlag pariert: „Es steht geschrieben: du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen".
Der Heiland ist auf die Versuchung des Teufels nicht hereingefallen. In feiner Weisheit kannte er nicht bloß den Wortlaut des Psalmes, sondern auch die vom hl. Geist gewollte Deutung. Sein scharfer Verstand sagte ihm, daß ein unnötiges Herabstür- zer von steiler Höhe eine Versuchung Gottes bedeutet, und darum die treffliche Erwiderung: „Es steht geschrieben: du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen".
Du siehst, der Heiland kennt die Bibel; er kennt aber nicht bloß die Texte, sondern auch den vom hl. Geist gewollten und beabsichtigten Sinn. Schlagfertig trifft er den Teufel mit dessen eigenen Waffen.
Mein Christ, auch du sollst in der Bibel dich auskennen. Sie ist, wie der hl. Chrysostomus sagt, „ein Leuchtturm in den Finsternisjen und Verirrungen dieser Welt, damit wir den Weg finden zum Hafen einer glücklichen Ewigkeit". Die Bbel ist das Wort Gottes, „das die Seelen bekehrt, die Her-
zen erfreut, die Augen erleuchtet, kostbarer als Gold und viel Edelstein und süßer als Honigseim". (Ps. 18) „Schärfer ist das Wort Gottes als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch bis zur Scheidung von Mark und Bein, Seele und Geist" lHebr. 4,12). Die Bibel ist nach dem Ausspruch d?s hl. Antonius ein „Brief vom himmlischen Vater", geschrieben zum Trost für unsere Verbannung, da- mit wir unsere Heimat sicher erreichen. Die Bibel will aber nicht bloß gelesen, sondern auch richtig verstanden werden. Die Gnostiker, die Arianer, di« Pelagianer der alten Kirche, die Protestanten, Kal- viner, Zwinglianer, Hussiten der späteren Zeit, die Herrenhuter, Methodisten, Mormonen, Adventisten, Heilsarmee, freien Bibelforscher und zwei Hundert dreißig anderen Sekten der Jetztzeit beriefen und berufen sich alle für ihre Irrlehre auf die Bibel. Kann das stimmen? Wo ist da Lie Wahrheit? Ich will es dir sagen: die einzige Rettung in diesem allgemeinen Schiffbruch der Bibelauslegung ist das Urteil und die Entscheidung unserer hl. kathol. Kirche und ihres unfehlbaren Lehramtes.
Laß dir nun einen freimütigen Rat erteilen. Lege dir während der Fastenzeit ein Fallen auf in her Lektüre. Nicht auf alle Lektüre soll,k du ver- zichten, sondern nur auf die leichte und ,eichte L -> türe, vor allem auf die Lektüre von Nomanen,.^.^â