WscheMalmder.
Somusg, 2. März. Quinquagesima.
Montag, 3. März. Kunigunde, Kaiserin, f 1039 im Kloster Oberkaufungen.
Dienstag, 4 Mäcz. Kasimir, Bek., ff 1484. Lucius, Papst u. Ma,!.
Mittwoch, 5. März. Aschermittwoch. Beginn der Fastenzeit.
Donnerstag, 6. März. Perpetua und Felizitas, Märt., ff 202 in Karthago.
Freitag, 7. März. Thomas von Aquin, Bek. u. Kirchenlehrer, ff 1274 in Fossanuova.
Samstag, 8 März. Johannes von Gott, Bek., ff 1550 in Granada. , j^ta*' a»^>...im..
semS-Eroßmut und Barmherzigkeit, je mehr wir ihn und Drangperiode, Sünden der Vergangenheit. Hiermit will der heilige Verfasser andeuten, daß bereits eine Besserung eingeleitet, daß der erste Schritt zur Rückkehr bereits geschehen ist. Um die engültige, vollständige Versöhnung zwischen Gott und seinem Volke herzustellen und damit auch die Wege Mr nationalen Größe wieder zu ebnen, ist ein großmütiges Entgegenkommen von feiten Gottes vonnöten. Deshalb beschwört er ihn so eindringlich
am Ehrenpunkte angreifen.
Erkenne diese Wahrheit aus dem Psalm 78, von dem die kräftigsten Verse im Traktus des Aschermittwoch Aufnahme gefunden haben.
Psalm 78 Bar Unheil der Sünde; um feiner selbst willen soll Gott sie uns vergeben,
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Ls^ntag Minquagèsima.
(Ev. Luk. 18, 31—43.)
In jener Zeit nahm Jesus die Zwölfe zu sich und sprach zu ihnen: Siehe wir gehen hinauf nach Jerusalem und es wird alles in Erfüllung gehen, was durch die Propheten über den Menschensohn geschrieben worden ist. Denn er wird den Heiden überliefert, mißhandelt, gegeißelt und angespieen werden: und nachdem sie ihn werden gegeißelt haben, werden sie ihn töten_unb am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber verstanden nichts von diesen Dingen: es war diese Rede vor ihnen verborgen und sie begriffen nicht, was damit gesagt ward. Und es geschah, als er sich Jericho näherte, sah ein Blinder an dem Wege und bettelte. Und da er oaS Volk vorbeiziehen hörte, fragte er, was das wäre? Sie aber sagten ihm, daß Jesus von Nazareth vorbeikomme. Da rief er und sprach: Jesu, Sohn Davids, erbarme dich meiner I Und die vorangingen, fuhren ihn an, daß er schweigen sollte. Er aber schrie noch vielmehr: Sohn Davids, erbarme dich meiner! Da blieb Jesus stehen und befahl, ihn zu sich zu führen. Und als er sich genähert hatte, fragte er ihn und sprach: Was willst du, daß ich oir tun soll? Er aber sprach: §err, daß ich sehend werde. Und Jesus sprach zu ihm: toei sehend! Dein Glaube hat dir geholfen! Und sogleich ward er sehend und folgte ihm nach und pries Gott. Und alles Volk, da es solches sah, tobte Gott
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O Gott, die Heiden sind gekommen; Verwüstet haben sie dem E-be; Geschändet deinen Heilgen Tempel, Die Otabt gemacht zum Trümmerhaufen; Die Leichen ehrlos hingeworfen, Zum Fraß den Tieren preisgegeben; Wie Wasser Menschenblut vergossen, Den Heiligen das Grab verweigert. Den Nachbarn wurden wir zum Spotte Und zum Gelächter unsern Feinden. Wie lange, Herr, willst du uns prüfen? Wie lang im Feuerofen brennen? Wend' ab von uns des Zornes Geißel Und schwing sie über unsre Feinde, Die gierig Israel verzehren Und unser Land in Asche legen. Gedenke nicht der alten Sünden, Laß schnell uns leuchten dein Erbarmen. Hilf uns um deiner Ehre willen, Latz Gnade walten, Herr und Heiland. Nicht länger soll der Heide fragen: Wo ist der Gott der Auserwählten ? Die Rache für das Blut des Volkes Laß uns erleben an den Feinden. Nimm gnädig, Herr, in deine Obhut Die Waisen der erschlagnen Väter.
Und siebenfach vergilt den Heiden Die Lästrung, gegen dich gesprochen. Wir sind dein Volk, sind deine Schäslein, Die ewig deinen Namen preisen.
Und von Geschlechte zu Geschlechte Soll unser Lob zum Timmel schallen.
Lhrenpunkt.
er Blinde vor den Mauern der Rosenstadt Jericho hat, so will mir scheinen, den Heiland am Ehren punkt angepackt, da er rief: „Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner!" — Verherrliche dich selbst,
Psalm wird von manchen Erklärern dem Asaph Zugefchrieben, der in der Verbannung zu Babylon lebte; er war Zeuge der Eroberung Jerusalems und aller Greuel gewesen, welche die Feinde in seiner Heimat verübt. Gerade diese Greuel füllen die erste Hälfte unseres Psalmes.
Welches aber war die Quelle dieses Unglücks? Nicht so sehr die Uebermacht und die Gu zamkeit der Feinde als vielmehr die Geißel Gottes, die auf den Nacken der Juden niederfauste als Strafe für
Der
will er sagen; weise dich aus als den mächtigen Sprößling Davids, als den wundertätigen Messias und allmächtigen Gott. Besiegt von diesem Vertrauen, hat der Heiland dem Kranken das Gesicht wieder gegeben.
Eine schlimmere Blindheit als die des Körpers ist die der Seele, die Sünde, wenn wir von Gott uns abwenden und dem Teufel zuwenden. Aus diesem Unglück kann Gott allein uns helfen, und er hilft im« ' "*
die Sünde. In seiner Mehrzahl war Israel vom Herrn abgefallen, hatte seine Gebote übertreten, war n Unzucht, Habsucht und Unsittlichkeit verstrickt und hatte vom Gottesdienst nichts übrig gelassen als Formelkram, Lippenwerk und Buchstabendienst, eine Maske ohne Inhalt. Offen gesteht der Psalmist die Verirrung seines Volkes: „Gedenke nicht der alten Sünden!" Wie wenn er sagen wollte: unsere Sünden sind Schuld an unserm Unglück; wir leiden, was wir verdient haben; möge nun der Herr die „alten"
lbei seiner Ehre:
„Hilf uns um deiner Ehre willen, Laß Gnade walten, Herr und Heiland!"
Wieso steht aber Gottes Ehre aus dem Spiel? Erwäge • folgende Gedanken: Israel ist das Volk Gottes gewesen. Wenn es nun Land und Freiheit verloren hat, wenn es in tiefstem Elend schmachtet, so könnten leicht die Heiden auf den Gedanken kom- mèn, daß Gott nichts fragt nach seinem Volke, daß ' krhve ein Gott der Ohnmacht ist; sonst würde er i doch seinem Volke helfen. Folglich ist es Gott seiner Ehre schuldig, diesem Zustand "ein Ende zu machen, damit sowohl die Heiden seine Macht als auch dis Israeliten seine Güte aufs neue erkennen. Das Volk aber soll Gott entgegenkommen durch aufrich- . tige Buße, durch energische Abkehr von den heid-, Nischen Lastern, durch treue Anhänglichkeit äh Jahve.
Ist Israels Schicksal nicht ein Spiegel unseres eigenen? Sind wir nicht auch gedemütigt und zertreten? Sind wir nicht zum Spielball der Feinde geworden? Und trägt nicht die Sünde die Schuld daran? Denn die Sünde macht elend Menschen und Völker. Wir können Gott nur verlassen zu unserem eigenen Unglück. Nun bläst die hl. Fastenzeit zum Rückzug. Der Aichermittwoch streut uns Asche auf das Haupt als Sinnbild der Buße. Des erste Schritt der Buße ist aber die Erkenntnis um ferer Schuld und das Schreien um Gnade. Aus welche Verdienste können wir uns denn Gott gegen über berufen? Auf welche gute Werte können am pochen? Da wir also keinen Anspruch auf Schonung haben, so wollen wir Gott am Ehrenpunk angreifen. Weißt du nicht, was der Heiland vorder Krankheit des Lazarus gesagt hat? Diese Krank? heit, sprach er, ist nicht zum Tode, sondern zur Ehre Goikes, daß der Menschensohn dadurch verherrlicht werde. (Joh. 11,4.) Der Heiland ließ den Lazarus sterben, um ihn auszuwecken und dadurch seine Macht noch mehr zu verherrlichen. So möge es geschehen mit unseren Sünden. Je größer sie ist und je schlim-, mer ihre Folgen sind und je weniger wir uns selbst helfen können, desto mehr wird Gottes heilende Liebe und sonniges Erbarmen gleich einer Sonnè erstrahlen. Lassen wir diesen Gedanken während der Fastenzeit uns anwehen wie Frühlingsluft und senden wir oftmals gleich einem Feuerpfeil das Gebet zum Himmel:
Hilf uns um deiner Ehre willen;
Laß Gnade walten, Herr und Heilandi
, Der Burgpfarrer§