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Religiöses Wochenblatt
für die katholischen Gemeinden Kassels.
Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe â 35 Gskdssennig 3 40 Goldpsennlg (freibt.) Redaktionsschluß Montag Anzeigen-Preise: Colonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzeile im Reklameteil 0,69 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actisndruckerei in Fulda sein
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W*ifäGlcßöer.
Sonntag, 24. Febr. Sexagesima.
Montan, 25. Febr. Matthias, Apostel. Walburg, Jgfr. t 779 in Heidenheim.
Dienstag, 80. Febr. Vom Tag. Messe vom Sonntag. Alexander, Blsch. von Alexandrian, f 328
Mittwoch, 27. Febr. Vom Tag. Messe vom Sonntag.
Leander, Erzbisch, f um 600 zu Sevilla.
Donnerstag, 28. Febr. Vom Tag. Messe vom Sonntag. Romanus.
Freitag, 29. Febr, Vom Tag. Messe vom Sonntag.
Samstag, 1. März. Messe von der Mutter Gottes. Suitbert, Bisch, f 713 auf Kaiserswerth.
___ Sonntag Sexagesima.
(Ev. Luk. 8, 4—16.)
Zu jener Zeit, als sehr viel Volk zusammenge- kommen, und aus den Städten zu Jesu herbeigeeilt war, sprach er gleichnisweise: Ein Saemann ging aus, seinen Samen zu säen, und da er säete, fiel einiges an den Weg, und wurde zertreten, und die Vögel des Himmels fraßen es. Ein anderes fiel auf steinigten r-erund, und da es aufging, verdorrte es, weil cs keine Feuchtigkeit hatte. Ein anderes fiel unter die Dornen und die Dornen, die mit aufwuchsen, erstickten es. Ein anderes fiel auf gute Erde, und ging aus, und gab hundertfältige Frucht. Als er dies gesagt hatte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre! Es fragten ihn aber seine Jünger, was dieses Gleichnis bedeute. Und er sprach zu ihnen: Euch ist gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu verstehen; den übrigen ober werden Gleichnisse gegeben, damit sie sehen und doch nicht sehen, hören und nicht verstehen. Das Gleichnis aber bedeutet dieses: Der Same ist das Wort Gottes. Die am Wege, das sind die, welche es hören: dann kommt der Teufel, und nimmt das Wort aus ihrem Herzen, damit sie nicht glauben und selig werden. Die auf dem steinigten Grunde, das sind die, welche das Wort mit Freuden anfnehmen, wenn sie es hören; aber sie haben keine Wurzeln: sie glauben eine Zeit lang und zur Zeit der Versuchung fallen sie ab. Das, was unter die Dornen fiel, das sind die, welche gehört haben, aber dann hingehen, und in den Sorgen, Reich- tümern und Wollüsten des Lebens ersticken, und keine Frucht bringen. Was aber auf gute Erde fiel, das sind die, welche das Wort hören, und in dem guten und sehr guten Herzen behalten, und Frucht bringen in der Geduld.
Wein der Trübsal.
ist der 65. Jahrestag der Erschei- stung der allerjeligsten Jungfrau in ' O Lourdes am heutigen Tag, wo ich d.^ Lesung zu Papier bringe. Bei einer dieser Erscheinungen hat Maria zu ihrer Freundin Bernadetla ge- WP „sich will dich glücklich machen, aber nicht in »^r, sondern in der andern Welt!" Was aber hat l^Nmmelskönicljn ihrem Liebling für diese Well I vn ? Das erkenne aus ihrem ernsten Zuruf: „Bußes Buße! Buße!'
Es ist Aun allen Menschen ein schweres Joch auferlegt seit Adams Sündenfall, das Joch der Lei
verloren haben. Da mußte Israel und vorab ihr König David, den ungemischten, herben Wein der Trübsal in vollen Strömen trinken. Doch verzagten sie nichr, sondern riefen zu Golt um Hilfe. David kehrte in Eilmärschen zurück, verjagte die Eindringlinge und nahm ihre Reiche, die der Herr schon ängst ihm versprochen, in Besitz. So wurde der Wein der Trübsal zu einem Heldentrunk des Goit- vertrauens und des Sieges.
„Wein der Trübsal" reicht Gott vor allem den Sündern. Denke an Pharao, Antiochus, Nero, Napoleon und so viele andere Gewaltnienschen, die gegen Goites Gesetz und gegen die Freiheit der Kirche gefrevelt haben. . . In der Apokalypse (16, 19) steht geschrieben, daß Babylon, das heißt die Bewohner der Höllenstadt, best „Zornwein Gottes" zu trinken bekommen. Aber auch den Gerechten kredenzt der liebe Gott den kostbaren Becher der Prüfungen und Leiden, aber nur für diese Welt, nur für die kurze Spanne dieser Erdenfrist. War nicht der hl. Paulus ein Liebling des Heilandes, ein Gefäß der Auserwählung? Unb was erzählt er von seinen Leiden in der Epistel des heutigen Tages? Ich will nur singe Tropfen seiner Drangsale herausgreifen: ,Arbeiten hatte ich übergenug, oft war ich in Ge-- .ingniffen, in Plagen, in Todesgefahren. Von den 3 üben erhielt ich fünfmal 39 Geißelhiebe; dreimal wurde ich mit Ruten gestrichen, einmal gesteinigt, dreimal litt ich Schiffbruch, einen Tag und ein» Nacht habe ich in Meerestiefen zugebracht; auf Reisen war ich oft in Gefahren von Flüssen, in Gefahren vor Räubern, in Gefahren vor den Juden, in Gefahren vor den Heiden, in Gefahren in den Städten, in Gefahren in der Einsamkeit, in Gefahren auf dem Meere, in Gefahren vor falschen Brüdern; ich war in Mühen und Beschwerden, in Hunger und Durst in Kälte und Blöße".
Auch bei uns wird der Tischwein der täglichen Trübsale nicht fehlen. Vielleicht bist du krank oder arbeitslos oder dem Abbau verfallen oder h trostlosen Wohnungsverhältnissen oder in Geschäftsschwierigkeiten, in Nahrungsforge, in Geldverlegenheit, in Ehedornen, in Kummer und vielfältigem Elend. Findet sich kein Zucker, um diesen Trübsalwein zu versüßen? Frage den hl. Kirchenlehrer Franz von Sales und hörè seine Antwort: „Wenn es uns widerfährt, daß wir Schmerzen oder Miß- Handlungen leiden, so bedenken wir, was unser Heiland gelitten hat — und augenblicklich wird unser Leiden erträglich, ja sogar süß werden." So hat es eine Frau gemacht, die ich in ihrer Krankheit oft besuchte. Nahe dem Bette stand auf dem Schranke ein Bild vom Heiland auf dem Oelberg. Das nahm sie immer wieder zur Hand, betrachtete und küßte es; unb gerade an einem Donnerstag abend, während cs die Todesangst Christi am Kreuze läutete, ist sie lauft entschlummert. Wohlan, trinken wir in Andenken an unsern Heiland gerne die paar Dropsen aus dem Leidenskelch, damit wir einst auch trinlen aus dem Meer der unermeßlichen Sellgkeir.
. Der Vurgp/arrcr.;
den, Plagen, Krankheiten, Nöten, Schmerzen, Tränen und unzähliger Drangsale. Welcher Mensch hört gern davon reden? Welcher Mensch beißt gern in solchen sauren Apfel? Keiner. Unsere Natur, für die Freude erschaffen, bäumt sich auf gegen den Schmerz. Da es aber unmöglich ist, auf dem Pilgerweg zum Himmel nicht bisweilen in Dornen zu treten, so wollte Gott, der nicht bloß gerecht, sondern auch gütig ist, in mancherlei Weise die Leiden uns zu versüßen. Eine solche Erleichterung und Ermunterung besteht schon darin, daß in der hl. Schrift, die ja vom hl. Geist eingegeben ist, die Leiden oftmals mit einem Kelch oder mit Wein verglichen werden, um anzudeuten, daß die Leiden vor Gott kostbar und uns zum Heile sind.
Bon dwsem „Wein ser Trübsal" ist auch im Psalm 59 die Rede, der wenigstens zum Teil dem Traktus der heutigen Messe einverleibt ist.
Psalm 59. Dom Weine der Trübsal.
1. O Gott, du hast uns ganz verstoßen: Hast uns gezürnt und halfest wieder.
2. Vor deinem Zorn das Land erbebte: Nun heile wieder seine Risse.
3. Du hast gesendet böse Tage, Hast uns gereicht den Wein der Trübsal.
4. Doch gabst den Freunden du ein Zeichen, Hast ihnen ein Panier errichtet..
5. Zu fliehen vor des Feindes Bogen, Dein Untergange zu entrinnen.
6. Hilf mir mit deiner starken Rechten, Erhöre mich nach deiner Güte.
7. Erfülle, was du mir geschworen: Zu herrschen über meine Feinde.
8. Daß Sichem ich zur Beute nehme, Erobere „das Tal der Zelte."
9, Mein sei Galaad, mein Manasses, Als Heim soll Ephraim nur dienen.
10. Es beug' sich Juda meinem Szepter, Und meiner Hoffnung Stab sei Moab.
11. Mein Fuß zertrete Jdumäa, Mir sollen dienen fremde Völker.
12. Äler führt mich zu der Bergesfeste? Wer führt mich bis nach Jdumäa?
13 Nicht du, 0 Herr, der uns verlassen, Der seine Prüfung jetzt beendet?
14. Vor deinem Volke wirst du herziehn, Zum Siege führen feine Kriegsmacht.
15. Hilf uns, 0 Gott, aus Rot und Trübsal, Vergeblich ist ja Menschenhilfe.
16. Mit Gott bestehn wir Heldentaten; Er wird vernichten unsre Feinde.
Worin bestand nun der Wein der Trübsal für David und sein Volk? Während des Kriegszugs, ben David gegen Mesopommien unternahm, waren die Philister, Jdumäer, Moabiter und andere heidnische Nachbarn gen Jerusalem vorgerückt und hausten ringsum wie ein Erdbeben. Furcht und Schrecken vor bem grausamen Feind legte sich auf alle Gemüter. Wie mancher brave Israelit mag bei diesem Einfall Haus und Hof, Freiheit und Leben