Wo$enHaMer.
Sonntag, 10. Febr. Fünfter Sonntag nach Epiphanie. Scholastika, Jgfr. f 543 auf Monte Casino.
Montag, 11. gebt. Erscheinung der unbefleckten Jung« frau Maria.
Dienstag, 12. Febr. Die sieben Stifter des Serviten- ordens. f im 18. Jahrhundert in Florenz.
Mittwoch, 13. Febr. Gregor II., Papst u. Bek. f 731 in Rom.
Donnerstag, 14. Febr. Valentin,Visib. u. M u, Valentin Priester u. M. f 209 in Nonn
Freitag, 15. Febr. FauftinnS u. »bita, Märtyrer. T 120 in Italien.
"‘^Sttmstarr, 16. Febr. Messe vom sechsten Sonntag nach Epiphanie.
Sänfte? Sonntag nach Epiphanie
(Evangel. Matth. 13, 24-30.)
In jener Zeit trug Jesus dem Volke ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säete. Als aber die Leute schliefen, kam sein Feind, und säete Unkraut mitten unter den Westen, und ging davon. Als nun das Kraut wuchs, und Frucht brachte, erschien auch das Unkraut Da traten die Knechte des Hausvaters herzu, und sprachen zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gcsäet? Woher hat er ocnn Las Unkraut? Und er sprach zu ihnen: Das hat der Feind getan. Die Knechte aber sprachen gu ihm: Willst du, daß wir hingehen, und es auf- sammeln? Und er sprach: Nein! damit ihr nicht etwa, wenn ihr das Unkraut aufsammclt, mit demselben zugleich auch den Weizen ausreihet. Lasset Beides zusammen wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernie will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut, und bindet es in Bündleln zum Verbrennen: den Weizen aber sammelt in meine Scheune.
Zur ErnieZeit.
Frühling ist noch im weiten Feld, und der Landmann denkt noch nicht an die Saat, wie viel weniger an die Ernte. Und doch bereitet die Natur die Ernte schon vor durch ' 2/ "7 die Ruhe des Bodens, der dadurch zu neuer Fruchtbarkeit befähigt wird. Gibt es nicht noch eine andere Ernte, die Gott der Herr allzeit und die am jüngsten Tag ihren Abschluß L; örage den Heiland, und er wird dir aus m Yeutlgeil Evangelium die Worte wiederholen: E"* tt?" der Ernte werde ich den Schnittern ^f"'velc Zuerst das Unkraut und bindet es 2Lr7 • c ZUM Verbrennen; den Weizen aber fam= weit in meine Scheune."
»in^m^^ "^^ Testament nichts anderes ist als to-ae °90 ^ "Euen, so finden sich darin ganze ^ken von Zeugnissen über den großen Erntetag, n Gerichtstag, mit dem voraufgehenden großen ■ -Weltuntergang Unter, andern schildert der Psalm i
als auf die ständige Bereitschaft. Siehe, Oie freien Bibelforscher, die den Mund immer so voll nehmen mit ihrer Kenntnis der Heiligen Schrift, die haben sich schon öfter gründlich blamiert. Sie haoeu Tag und Stunde des Weltuntergangs vorausgejegt •—. aber unser Herrgott hat sich durch solche öbc Prophezeiungen nicht beirren lassen. Er hüte^ sorgfältig das Geheimnis: Tag und Stunde weiß niemand als der Vater im Himmel. Dieses Wissen wäre auch ein ganz überflüssiges, vielleicht sogar fchädliches. Was nützte es, auf die Minute bas Eintreten des Weltuntergangs zu wissen und dabei wie Noes Zeitgenossen zu essen und zu trinken und Hochzeiten zu halten und das Seelenheil zu vernachlässigen und die ewige Verdammnis zu schmieden? Nein, der Psalmist gibt uns das richtige Mittel an die Hand: hastet das Böse . . . Wehren wir dem „Untraut“, wenn es auffeimen will. Und sollte es doch aufgegangen sein und sich ein Plätz- chen anmaßen, reißen wir es aus mit kräftigem Ruck des Willens. Und nicht bloß dem Unkraut wehren, sondern auch „Weizen" pflanzen, schönen Weizen, nel Weizen, Tugenden und gute Werke in möglich- ter Vollkommenheit und großer Zahl. In der Er- roartung des kommenden Richters sollen wir nach Anweisung des Apostelfürsten einen heiligen und frommen Wandel führen in Gebet, Sakramentenempfang, Keuschheit, Zufriedenheit, Freundlichkeit, Wahrhaftigkeit, Wohltun. Mag dann die Welt in Stücke gehen und der müde Leib ins Grab sinken, wenn nur die Seele gerettet wird. Feuer, Schwert und der Biß wilder Tiere sollen über mich kommen, rief der hl. Ignatius aus, wenn ich nur zu Christus gelange. Die Seele wird zu Gott aufsteigen und auch der Leib wird neu erblühen wie ein Maßliebchen im Sonnenschein. Dann ist die Ernte da, die Ernte der Ewigkeit, die Ernte ohne Arbeit und Mühe, die Ernte der ewigen Seligkeit.
Der Burgpfarrer.
66 die Schrecken des Weltendes und die Majestät des Richters mit folgenden hochpoetischen Versen:
Psalm 96 vom Weitende und Weltgericht.
1. Der Herr ist König, freu dich, Erde; Frohlockt, ihr unfein fern und nahe.
2. Gewölk und Dunkel ibn umgeben, Gerechtigkeit ist seine Veste.
3. Vor seinem Antlitz brennt ein Feuer, Und Flammen schrecken seine Feinde.
4. Die Welt durchzucken seine Blitze, Die Erde siehts mit Furcht und Beben.
5. Wie Wachs zerfließen Berg und Hügel, Vor ihm vergeht das WeUaefü^e.
6. Hl-nmel künden seine .rechte, lind seine Ehre schaun die Völker.
7. Vechümt sind alle Götzendiene ', Die Hilfe suchen bei den Bildern.
8. Gott betet an, all seine Engel, Und freudig stimmet ein, ihr Menschen.
9. Frohlockt, der Kirche treue Söhne, Wie nahe ist des Herrn Gerichtstag.
10. Du bist der Welten Allechöchuer,
Und niemand kommt dir gleich an Größe.
11. Die ihr Gott liebet, haßt das Böse, Er wird bewahren eure Seelen.
12. Die Finsternis wird er erhellen,
Und Freude in das Herz euch gießen.
13, Im Herrn euch freuet, ihr Gerechten, Und denket seiner heißen Nähe.
Welch erschütterndes Gemälde! Die Welt wird bei ihrem Untergang dem Sinai gleichen, der bei der Gesetzgebung bebte, rauchte und flammte. Nach seinen eigenen Worten kommt „der Menschensohn" wie der Blitz, der vom Anfang der Welt bis zu ihrem Ende leuchtet und strahlt. Hochragende Berge wie die Alpen werden zusammenschmelzen wie eine dünne Wachskerze. Die Kräfte und Gesetze der Natur werden ihren Dienst aufkünden, und das ganze Weltgebäude wird aus den Fugen gehen wie eine alte, morsche Mauer. Im zweiten seiner Briefe ergänzt der hl. Petrus diese Schilderung mit folgenden Worten: „Kommen wird der Tag des Herrn wie ein Dieb; an demselben werden die Himmel mit großem Krachen vergehen, die Elemente aber werden im Feuer sich auslösen, die Erde aber und die Werke, die darauf sind, werden verbrannt werden. Einen neuen Himmel aber und eine neue Erde erwarten wir nach seiner Verheißung, auf denen die Gerechtigkeit wohnt." (2. Petr. 3, 10.)
Genug mit diesen entsetzlichen Ereignissen. Sehen wir zu, daß wir mit einem blauen Auge daoon- kommen. Und das Rezept hat der Psalmist uns angegeben: Sündenhaß und Gottesliebe.
Die ihr Gott liebel, haßt das Bost Er wird bewahren eure Seelen.
Sieh, das ist die Hauptsache. Das brum und )ran, das wann und wo, können dir wenig nützen. Der Heiland hat uns gelehrt, den Tag und die Stunde des Weltgerichts dem himmlischen Vater zu ibe, lassen und uns um nichts anderes zu kümmern
Ein Samenkorn.
Der Eisenbahnzug hielt an der kleinen Station.
Ein bejahrter Dorsgeistlicher, gebeugt unter der Last der Jahre, betrat ein Abteil dritter Klasse, das vollgedrängt von Reisenden war, und stand einen Augenblick tiefatmend stille.
Zwei elegante Herren, die in einer Ecke des Abteils saßen, unterbrachen ihr Gespräch, als sie den Geistlichen sahen.
Während über die Züge des jüngeren ein kalter, gleichmütiger Ausdruck huschte, sprang der ältere diensteifrig auf und bot dem alten Pfarrer mit herzlichen Worten seinen Sitzplatz an. Dankend ließ der Geistliche sich nieder; er schien, wohl infolge eines langen Fußmarsches, recht ermattet zu sein.
Der jüngere der beiden Reisenden verharrte in ärgerlichem Stillschweigen und sah angelegentlich zum Fenster hinaus: der ältere, aber unterhielt sich, lebhaft mit dem bejahrten Priester. Er erkundigte sich nach den Verhältnisjen^hiuer.Gemeinde. Grarül