GocheMalentzer.
Ksnntag, 27. Jan. Dritter Sonntag nach Epiphanie.
Iohannes ChrytSjiomus, Bisch. u. Kirchenlehrer, 1407 im Pontus.
Monta,, 28. Jan. Agnes, Jgfr. u. M., f 250 in Rom. Zweites Fest.)
Dienstag, 29. Jan. Franz von Sales, Bisch, u. Kirchenlehrer, t 1922 in Lyon.
Mittwoch, 30. Jan. Martina, Jgfr. u. M., s- 226 in Rom
Donnerstag, 31. Jan. Petrus Noiaslus, Bek., f 1256 in Barcelona.
Freitag, 1. Febr. Ignatius, Bisch, u. M., i 107 in Rom. Hrrz-Jesu-Freiiag.
Samstaa, 2. Febr. Mariä Lichtmeß.
Dritter Sonutaz nach Epiphame.
(Evangel. Matth. 8, 1—13.)
In jener Zeit, als Jesus vom Berge herabsiieg, folgte ihm eine praße Menge Volkes nach, uns siehe, ein Aussätziger kam, betete ihn an, und sprah: Herr, wenn du willst, jo kannst du mich reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an, und sprach: Ich will, sei gereinigt! Und sogleich ward er gereinigt von dem Aussatze. Und Jejus sprach zu ihm: Siehe zu, das; du es niemanden sagest: ;onde:n geh diu, zei e dich dem Priester, und opfere die Gabe, welche Moses b-fahle» hat, ihnen zum Zeugnisse! Da er aber in Laptzar-naum ein eggn ien war, trat ein Hauptmann zu ihm, bat tun. und sprach: Herr, tri 'm Knecht liegt zu; Hause gichtbrüchi >, und leidet pro e Qual. Und Jesus s sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen ; Und der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich j bin nicht würdig, daß du emgehest unter mein Dach^ : sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht ge-j fund. Denn auch ich bin ein Mensch, der ObrigkeitI unterworfen, und habe Kriegsleute unter nur; und i wenn ich zu einem fa e: geh! so geht er; und zu dem anbei n: komm ter! so kommt er, und zu meinem f Knechte : tu das! so tut er's. Ta nun Jesus das! hörte, wunderte er sich, und sprach zu denen, die ihm: folgten: Wahrlich, sag' ich euch, solch' großen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden! Aber ich sage euch,! baß viele vom Aufgang und Niedergang kommen, und i mit Abrabam, Isaak und Jakob im Himmelreiche zu Dischs sitzen werden: die Kinder des Reiches aber werden «n die äußerste Finsternis hinausgeworfen werden: da wird Heulen und Zähneknirschen sein. Und Jesus sprach zu sein Hauptmanue: Geh hin, und wie du geglaubt hast, so soll dir geschehen. Und in derselben Stunde ward sein Knewt gesund.
Schau hinein in das heutige Evangelium. In schlichter Einfachheit erzählt eS zwei Wunder: die Heilung des Aussätzigen und die Gesundung dec Knechtes. Der Heiland hat sie gewirkt, um seine Gottheit zu offenbaren, um die gequälten Menschen aufzulichten und an sich zu ziehen.
Auch der alte Bund ist mit Wundern ganz über- sät wie der Himmel mit Sternen. Es waren vielfach Ereignisse in der Natur, den Bösen zum Schrecken und Schaden, den Guten zur Freude und zuin Nutzen, allen aber als Weg zur Erkenntnis und zur Liebe Gstteâ. Der Psalm 106 ist ganz ungefüllt von Großtaten Golles gegen sein Volk J rael; den Anfang-dreies Psalmes haben wir bereits das letztemal behandel, heute' soll der Schluß an die Reihe kommen, während wir die Witte bis nächsten Sonntag aufiparen.
psa'm £06, 5. Teil: Wunder der Vorsehung
1, Lobsinnet Gott ob seiner Güte, Verherrlicht ihn ob seiner Wunder.
2. Es soll ibn loben die Gemeinde, Der Priester und der Greis ihn ehren.
3. Die Ströme hat er ausgetrocknet, Die Schuld der Sünder zu bestrafen.
4, Zur Wüste macht er fette Fluren, Zu sühnen der Bewohner Bosheit.
5. Aus öder Wüste quellen Ströme, Und Wasser fleußt aus trocknem Boden.
6. Da stillen ihren Durst die Müden, Da wachsen Städte, reich an Volke.
7. Man baut den Acker, pflanzt die Rebe, Akan erntet Frucht und schneidet Trauben.
8. Und Wachstum gibt der Herr dein Volke, Ja, selbst das Tier bleibt nicht vergessen.
9. Doch Siechtum kommt und Schmerz und Place Auf die Verachtet des Gesetzes.
10. Dem Arm-'n hilft er aus dem Elend,- Wie Schüflein lenst er seine Kinder.
11, DeS Anblicks freut sich der Gerechte, Und es verstummt der Mund des Spötters.
12. In Schande stürzt der Herr die Fürsten, Die sein Gebot mit Füßen treten.
13. Seid weise, achtet Gotter Wege: Erkennet feine cwge Güte.
In poetischem Schwünge führt uns der Psalmist
Sm Weg zu Gott.
in Weg zu Gott ist das Gunder.
Zwar könnte schon der Alltag mit seinen Ere gnissen den Menschen zu Gott führen —; wie man aber oft vor lauter Bäumen den Wald nicht sieht, so findet auch mancher den lieben
! wtt nicht, wenn er auch feine Sonne schaut und eine Luft einatmet und mitte;. unter Gottes Werken
""d gebt. Darum benutzt Gott außerordenl- üchè Grètq nisse, die it^ier? Fasiungskraft übersteigen, fuu lein ? a ein und leine Eigenschaften uns wieder in Erruneruna zu bringen. Es sind die Wunder.
i ein Panorama Der göttlichen Wohltaten vor Augen, t um unsere Herzen im Sturm fortzureißen zur Erkenntnis und zum Lobe Gottes. Er erwähnt das machtvolle Eingreifen der Vorsehung in das Reich der Namr und Die Geschicke der Mensche». Gegenden, die von rauschenden Strömen befruchtet waren, wo üppige Fluren lachten im Sonnenschein, wo die Siegren sich bogen un er der Fülle der Körner, wo die Bäume sich neigten unter der Last der Feigen und Granataspfel, hat Gott zur Wüste gemacht. Denke an Sodoma und Gomorrha, die durch ihre Schönheit und Fruchtbarkeit fast das Paradies aus- gestochen haben! Und was ist aus diesen Stadien und Gegenden gewviden? Das tote Meer, das bunt einen scbamrlichen Anblick noch Henie das Strafgericht Gottes verkündet Umgekehrt hat Gottes
Geist die trockene Wüste bewässert und sogar aus dem dürren Felsen Wasser hervorgezaubert zur Erquickung für Menschen und Vieh. Noch jetzt findet sich inmitten ausgebrannter Wüsten manch liebliè Oase zur Rast müder Karawanen, aber auch aut» Wegweiser für gottsuchende Gemüter.
Der Sänger weist noch hin auf den ruachtvollev Aufschwung des Volkes Israel, das mit riesiger Schnelligkeit sich ausbreitete, viele Städte anfieDelte, die eingesessenen Heiden vertrieb, Landwirtschaft und Handel pflegte, schwere Garben heimführle vom ge» segneten Ackerland und die lachenden Trauben vom üppigen Weinstock schnitt. Zuletzt lenkt der Ber- spssec unsere Aufmerksamkest auf Den Unierschied/ mit dem Gott die Guten und die Bösen behandelte: Selbst mächtige Könige hat Gott, wenn sie gegen ihn frevelten, entihronsi während er den gottesfürchtigen Armen auf den Schild erhob, ihn zu Macht und Reichtum führte. Erkenne Diesen Unter» schied in der Geschichte des Königs Saul und des Hirten Dâvid.
Daß ober bei solchen Ereignissen nicht der Zufall, sondern Gottes Wille regiert, hat Goit an merkwürdigen Beispielen bewiesen. Denke an die sieben Plagen in Aegypten. Während Der Würgengel di« Erstgeburt der Aechpter ohne Ausnahme nieder- machie, hat er Israels Erstgeburt wunderbar verschont. Während das Volk Israel mit Greis und K.nd, mit Mensch und Tier wohlbehalten mitten durch die auMtürmten Wogen des roten Meeres ging, fand Pharaos ganze Heer, Roß uiib Rester in den nämlichen Wogen einen grausigen Tod. Und wie war es doch in den Tagen des Königs Achab? Drei Jahre und sechs Monate hat es nicht geregnet Damit aber niemand diesen Umstand als' Spiel des Zufalls betrachten konnte, hat der Herr durch den Propheten Elias sowohl Den Beginn als Den Schluß der Dürre vorausverkündigt. Daß aber die Götter dabei keine Rolle spielten, bewies Elias auf dem Karmel. Die 450 Baalspriester hauen einen Stier geschlachtet und schrien nun von morgens b 8 mittag und von mittags b s abends zu ihrem Götzen Baal um Feuer. Doch ob sie sich auch heiser schrien und sich sogar verwundeten, fiel auch nicht einmal ein Funke.
I Kaum aber hatte Elias den Mund geöffnet zuin Gebet, da fiel ein großes Feuer nieder. So bewies er, daß auch der Regen ein Geschenk Gottes sei. Laß den Wagen anspannen, sprach Elias zum Köni^ und fahre im Galopp zur Residenz, damit du nicht unter das Wetter kommst; denn es ist im Anzug. Und der Prophet neigte sich siebenmal zum Gebete und ein getoabiger Regen rauschte hernieder.
Siehst du nun den Weg zu Gott? Erkenne, sagt! der hl. 'Chrhsostomus, dessen Fest wir heute begehen, daß nicht Die Sonne und nicht Die Luft und nicht Der Regen die Früchte hervorbriiigen, sondern der Wille Gottes. Erkenne cs und fei dankbar für Gottes Wohltaten:
„O selig ist, wer Gott erkennt
Und ihn mit Liebe Vater nennt."
Der Burapfaerer. ,